Bei Psoriasis handelt es sich um eine der verbreitesten, nichtübertragbaren und chronischen Hauterkrankungen überhaupt. Sie kann in jedem Alter auftreten und fängt meist mit kleinen betroffenen Hautstellen an. Wie du Psoriasis erkennst und welche verschiedenen Formen du dabei unterscheiden kannst, verraten wir dir hier.

Was ist Psoriasis

Psoriasis ist eine chronische Erkrankung der Haut, die sich durch gerötete sowie schuppige Hautstellen zeigt. Diese Stellen, auch Plaques genannt, grenzen sich deutlich von der restlichen Haut ab und sind mit einem teils großen Juckreiz verbunden (hier erfährst du, was du gegen den ständigen Juckreiz tun kannst). Bei dieser Erkrankung erneuert sich die Haut ca. vier Mal häufiger als bei Hautgesunden, was zu den entzündlich geröteten Hautstellen führt. Diese Symptome stellen oftmals eine hohe Belastung für die Betroffenen dar. Jedoch läuft jede Psoriasis unterschiedlich ab. Bei einigen Patienten beginnt es plötzlich. Nach einem Auslöser können sich die Stellen dann auf dem Körper ausbreiten. Andere Betroffene leiden bereits seit der Kindheit an kleineren Stellen oder tragen die Krankheit in sich. Bei wieder anderen zeigen sich keine geröteten Stellen und nur die Gelenke sind von der Entzündung betroffen (Psoriasis Arthritis). Der Umstand, dass sich Schuppenflechte so unterschiedlich äußert, macht es für viele Betroffene schwierig, die ersten Anzeichen der Hauterkrankung richtig zu deuten. Daher stellen wir kurz die wichtigsten Anhaltspunkte von Schuppenflechte vor.

Wie erkenne ich, dass ich Psoriasis haben

Das Erkennen der Schuppenflechte im Anfangsstadium ist nicht immer einfach. Das wohl auffälligste Merkmal ist die Bildung geröteter Hautstellen. Diese sind oftmals von einer mehr oder weniger stark haftenden Schuppung bedeckt. Gerade am Anfang lassen sich die silbrigen Schuppen nicht so leicht von der Haut lösen. Mit dem Fingernagel kannst du diese aber normalerweise abziehen. Kannst du, nachdem du die Schuppen gelöst hast, ein dünnes, die rote Stelle umfassendes Häutchen abziehen, ist dies ein starkes Zeichen, dass es sich um Psoriasis handelt. Bei diesem Häutchen handelt es sich um die letzte Schicht der Oberhaut, welche die Grenze zur Bindegewebsschicht bildet. Mediziner sprechen hierbei auch vom blutigen Tau. Bei gesunder Haut kann dies nicht so einfach abgelöst werden. Zudem kann es auch vorkommen, dass die roten Stellen von einer dunkelroten Begrenzung umgeben sind. In einigen Fällen kann diese Begrenzung auch sehr hell bis blass ausfallen. Dieser Effekt tritt auch auf, wenn die Stellen gerade wieder am Abklingen sind. Eine Begrenzung der Stellen muss jedoch nicht gegeben sein. Wichtig für das Erkennen ist auch, dass du dich mit den verschiedenen Formen der Erkrankung beschäftigst. Diese fassen wir dir in den nachfolgenden Absätzen zusammen.

Welche Formen von Psoriasis kann ich unterscheiden

Grundsätzlich kann zwischen fünf Formen der Psoriasis unterschieden werden. Manche können in Kombination auftreten, andere sind eine Art „Komplikation“ von Psoriasis vulgaris. Nicht zu unterschätzen sind auch die Begleiterkrankungen, welche eine Schuppenflechte mit sich bringen kann. Beginnen wir mit der am weitesten verbreiteten Form der Hautkrankheit.

Der Klassiker: Psoriasis vulgaris (Plaques Psoriasis)

Psoriasis vulgaris ist die am häufigsten vorzufindende Form der Schuppenflechte. Dabei handelt es sich um Plaques, welche entzündlich rot und scharf abgegrenzt auftreten. Sie sind flächig mit silberfarbenen Schuppen bedeckt und führen zu unangenehmen Juckreiz (was du gegen Juckreiz tun kannst). Die Form und Größe der „Flecken“ kann ganz unterschiedlich ausfallen. Besonders oft sind Stellen am Kopf, hinter den Ohren, an den Unterarmen sowie Unterschenkeln, den Handflächen, Fußsohlen und Nägeln betroffen.

Psoriasis guttata (tropfenförmige Psoriasis)

Psoriasis guttata tritt in der Regel bereits in der Kindheit auf und betrifft bis zu 20 Prozent aller mit Schuppenflechte diagnostizierten Personen. Meist ging eine Infektionserkrankung voraus (Streptokokkeninfektion der oberen Atemwege). Diese Form der Psoriasis zeigt sich in rötlichen, stecknadelgroßen Stellen am ganzen Körper. In der Hauptsache treten die Stellen aber am Oberkörper, den Armen und Beinen auf. In vielen Fällen verschwindet diese Ausprägung auch wieder vollständig.

Schuppenflechte der Körperfalten (Psoriasis inversa)

Psoriasis inversa taucht als stark gerötete Fläche in Hautfalten auf. Da sich durch die Reibung der Haut keine Schuppen absetzten können, sind hier die Herde sehr glatt. In der Regel wird diese Form von Schuppenflechte von anderen Ausprägungen der Erkrankung begleitet. Unter dieser Art der Erkrankung leiden bis zu einem Viertel aller Betroffenen.

Psoriasis pustulosa

Hierbei handelt es sich um eine Art Komplikation der Psoriasis vulgaris. Dabei entstehen Bläschen und Pusteln auf der Hautoberfläche, welche mit Eiter gefüllt sind. Betroffene Hautstellen sind oftmals die Fingernägel oder Fußsohle. Nach bestimmten Auslösern kann der Körper jedoch auch großflächig bedeckt sein.

Psoriasis erythrodermica

Erythrodermie ist eine besonders schwere Form von Psoriasis, bei der fast die gesamte Hautfläche betroffen ist. Starker Juckreiz und Temperaturempfindlichkeit ist eine häufige Begleiterscheinung in diesem Stadium. Die Haut ist trocken und reißt bei geringster Belastung. Betroffene mit diesen Symptomen sollten umgehend einen Arzt konsultieren.

Weitere Formen der Psoriasis

Grundsätzlich kann jede Körperstelle von Schuppenflechte betroffen sein. Am häufigsten finden sich Herde am Ellbogen, Knie, dem Rücken und der Kopfhaut. Wichtig zu wissen ist, dass ca. fünf bis fünfzehn Prozent aller Betroffenen auch an Psoriasis-Arthritis erkrankt sind. Damit ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke gemeint, welche besonders häufig an Händen, Füßen oder der Wirbelsäule auftritt. Neben den fünf „klassischen“ Formen gibt es beispielsweise auch noch die Nagelpsoriasis, welche die Finger- und Fußnägel befallen kann. Daneben leiden ca. 70 Prozent aller Betroffenen an weiteren Begleiterkrankungen. Welche das in der Regel sind, kannst du an dieser Stelle nachlesen.

Nur ein Fachmann kann die richtige Diagnose stellen

Nachdem du die verschiedenen Formen der Hauterkrankung kennst, fällt es dir einfacher, Psoriasis zu erkennen. Um jedoch eine Diagnose zu stellen, solltest du einen Fachmann aufsuchen. Dies ist in der Regel der Hautarzt, der Erfahrung im Erkennen verschiedener Hautprobleme hat. Dieser kann auch das weitere Vorgehen bzgl. Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten (hier findest du eine Übersicht der Therapiearten) mit dir abstimmen. Jedoch ist es für den Behandlungserfolg und die Kooperation mit dem Hautarzt wichtig, dass du dich etwas mit deiner Erkrankung beschäftigst. So kannst du deinem Arzt auf Augenhöhe begegnen und ihm wertvolle Hinweise liefern, dich bestmöglich zu behandeln. Zudem kannst du so auch besser herausfinden, ob sich dein Hautarzt auch Zeit nimmt und auf dich eingeht. Denn eines der Probleme, welches viele Patienten beklagen, ist, einen geeigneten Hautarzt ausfindig zu machen.

Was muss ich beachten

Wir können es nicht oft genug wiederholen: Wissen ist Macht! Dies gilt auch bei Psoriasis. Je mehr du über deine Hauterkrankung weißt, umso besser kannst du aktiv handeln. Der erste Schritt hierzu ist die Krankheit zu erkennen und richtig diagnostizieren zu lassen. Um die beste Behandlungsmethoden auszuwählen, solltest du sowohl die Ursachen und Auslöser der Psoriasis kennen, als auch den Hautarzt bei der Therapiewahl unterstützen können. Denn niemand kennt deinen Körper besser als du. Grundsätzlich gibt es fünf Formen von Schuppenflechte, welche alle unterschiedliche Auswirkungen haben. Eine Form der Hilfe ist hier auch die Hilfe untereinander. Jeder Betroffene wird im Laufe der Krankheitsgeschichte selbst zum Profi. Warum also dieses Wissen für sich behalten, wenn andere davon profitieren können. Ein erster Anlaufpunkt bei Verdacht auf Psoriasis sind somit auch Foren im Internet. Und natürlich musst du für sich selbst herausfinden, was dir gut tut und welche Therapie Erfolg zeigt. Aber Erfahrungen anderer geben wichtige Hinweise darauf. Das wichtigste zum Schluss: Denk immer daran, dass Schuppenflechte nicht ansteckend ist. Lass dich also nicht unterkriegen und geh raus – auch wenn es manchmal schwierig ist (aus eigener Erfahrung: es lohnt sich!).

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Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.