Psoriasis vulgaris wird auch Plaques-Psoriasis oder „gewöhnliche“ Schuppenflechte genannt. Sie ist mit 80 bis 90 Prozent Vorkommen die häufigste Form der Schuppenflechte.

Von Psoriasis vulgaris betroffene Hautstellen wirken verdickt, sind gerötet und überzogen von silbrig-weißen Schuppen. Starkes Brennen und Juckreiz sowie schmerzhafte Risse in der Hautoberfläche begleiten die Schuppenflechte häufig.

In diesem Artikel findest du Antworten auf die wichtigsten und häufigsten Fragen:

  • Was ist Psoriasis vulgaris?
  • Welche Symptome zeigt Psoriasis vulgaris?
  • Wo tritt Psoriasis vulgaris am häufigsten auf?
  • Welche Formen von Psoriasis vulgaris gibt es?
  • Was sind die Ursachen von Psoriasis vulgaris?
  • Welche Therapie hilft bei Psoriasis vulgaris?
  • Welche Begleiterkrankungen kann eine Psoriasis vulgaris mit sich bringen?

Was ist Psoriasis vulgaris?

Psoriasis vulgaris ist die häufigste Form der Schuppenflechte, einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes, gesundes Gewebe angreift und damit Entzündungen verursacht.

Beim anschließenden Heilungsprozess regt der Körper eine übermäßige Produktion von neuen Hautzellen an. Diese Überproduktion führt zu Verdickungen und dazu, dass benachbarte Hautzellen miteinander verkleben und sogenannte Plaques entstehen. Diese Plaques erkennst du als entzündete Hautstellen, überzogen von silbrig-weißen Schuppen.

Insgesamt leiden 80 bis 90 Prozent der Betroffenen von Schuppenflechte an einer Psoriasis vulgaris, der sogenannten Plaques-Psoriasis oder „gewöhnlichen“ Schuppenflechte.

Bevorzugt tritt Plaques-Psoriasis an den Streckseiten von Ellbogen und Knien auf. Sie erstreckt sich oftmals auch auf andere Körperstellen, wie Ohren, Hände, Rücken und Kopf.

Als systematische Erkrankung betrifft die Psoriasis vulgaris den gesamten Körper und erhöht das Risiko von Begleiterkrankungen wie Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Psoriasis Arthritis.

Was sind die Symptome bei Psoriasis vulgaris?

Psoriasis vulgaris erkennst du an folgenden Symptomen:

  • Scharf abgegrenzte, verdickte Hautstellen,
  • entzündete und gerötete Hautoberfläche,
  • silbrig-weiße Schuppen (Plaques), die die betroffenen Hautbereiche bedecken,
  • starkes Brennen und Jucken der Hautveränderung und/oder
  • schmerzhafte Risse auf den betroffenen Hautstellen.

Wo tritt Psoriasis vulgaris am häufigsten auf?

Besonders häufig tritt Psoriasis vulgaris an folgenden Körperstellen auf:

  • Streckseiten der Extremitäten, insbesondere Ellenbogen und Knien,
  • behaarte Kopfhaut (Psoriasis capitis),
  • Ohren und/oder
  • Rücken.

Darüber hinaus sind oftmals Hand- und Fußflächen betroffen, ebenso wie ausgeprägte Hautfalten, beispielsweise unter der Brust oder in der Leiste. Besonders schmerzhaft ist die Psoriasis vulgaris, wenn der Anal- oder Genitalbereich betroffen ist.

50 Prozent aller Psoriasis vulgaris Patienten leiden unter Veränderungen (wie beispielsweise Verfärbungen, Deformationen) an den Finger- und Fußnägeln.

Formen von Psoriasis vulgaris

Grundsätzlich unterteilen Mediziner Psoriasis vulgaris in zwei Formen:

Psoriasis-Typ-1

  • Frühtyp
  • Tritt vor dem 40. Lebensjahr auf.
  • Häufigkeit Psoriasis-Typ-1: 60 bis 70 Prozent
  • Genetische Veranlagung durch familiäre Häufung wahrscheinlich.
  • Häufig eher schwerer Verlauf der Krankheit.

Psoriasis-Typ-2

  • Spättyp
  • Tritt nach dem 40. Lebensjahr auf.
  • Häufigkeit Psoriasis-Typ-2: 30 bis 40 Prozent
  • Genetische Veranlagung unwahrscheinlich da selten familiäre Häufung vorliegt.
  • In der Regel eher leichterer Verlauf der Krankheit.

Darüber hinaus ergeben sich basierend auf den Symptomen und dem Verlauf zwei Untertypen:

  • Chronisch-stabile Psoriasis vulgaris (chronischer Verlauf) und
  • akut eruptive Psoriasis vulgaris (Verlauf der Krankheit erfolgt schubweise).

Ursachen von Psoriasis vulgaris

Die Ursachenforschung von Psoriasis vulgaris ist bis heute noch nicht vollständig abgeschlossen. Wissenschaftler und Mediziner sind sich aber darin einig, dass es sich um ein Zusammenspiel aus zwei Faktoren handelt: genetische Veranlagung und sogenannte Auslöser.

Die genetische Veranlagung bzw. Neigung zur Psoriasis vulgaris wird vererbt. Jedoch tritt die Krankheit nicht automatisch bei jedem auf, der diese Veranlagung hat.

Für den Ausbruch der Krankheit sind in der Regel sogenannte Trigger verantwortlich. Trigger sind auslösende Faktoren, die sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Bekannte Auslöser von Psoriasis vulgaris sind:

  • Infektionen (insbesondere Erkrankungen der Atemwege, Streptokokken),
  • Medikamente (Betablocker, Lithium),
  • Verletzungen der Haut (Verbrennungen, Schnitte, Operationen, Tattoos),
  • Alkoholkonsum,
  • Stress/emotionale Belastung sowie
  • Klimafaktoren (oftmals Kälteempfindlichkeit).

Psoriasis vulgaris hat viele Gesichter, getreu dem Motto „Jeder hat seine eigene Schuppenflechte“.

Form, Verlauf, Ausprägung und die Therapie dieser Krankheit sind höchst individuell. Eine Behandlung muss ebenso individuell an deine Bedürfnisse angepasst werden.

Genauso individuell sind die Trigger. Was für einen Betroffenen gilt, trifft noch lange nicht auch auf dich zu.

Welche Therapie hilft bei Psoriasis vulgaris?

Psoriasis vulgaris ist, ebenso wie Schuppenflechte allgemein, in den Genen veranlagt und somit nicht heilbar, heutzutage aber gut behandelbar.

Es gibt zahlreiche Therapie-Möglichkeiten und Ansätze zur Behandlung dieser Krankheit. Wichtig ist, dass dein Hautarzt die Behandlung individuell an deine Hautbedürfnisse, die Form und die Ausprägung deiner Schuppenflechte anpasst.

Eine frühzeitige Diagnose ist dafür die Basis, ebenso wie deine Aufmerksamkeit in Hinsicht auf den Verlauf und externe Einflüsse wie zum Beispiel Triggerfaktoren.

Lokaltherapie bei allen Schweregraden der Psoriasis vulgaris

Im Rahmen der Lokaltherapie behandelst du deine Schuppenflechte mit äußerlich wirkenden Medikamenten in Form von Cremes, Salben, Lotionen, Badezusätzen und Shampoos.

Das Ziel der lokalen Therapie ist es, die Symptome, Entzündungen und den Juckreiz zu lindern sowie neue Schübe zu vermeiden.

Zusammen mit deinem Hautarzt hast du die Möglichkeit aus einer Palette von bewährten Wirkstoffen und Präparaten die beste Therapie für dich auszuwählen, dazu zählen beispielsweise:

    • Steroidcremes,
    • Salicylsäure,
    • Steinkohlenteer,
    • Retinoide,
    • Calcipotrien (eine Form von Vitamin D) sowie
    • Anthralin.

Auch in beschwerdefreien Zeiten ist es wichtig, dass du vorbeugend immer auf eine gute Basis-Hautpflege achtest.

Lichttherapie bei Schuppenflechte

UV-Strahlung in Form von Sonnenlicht oder Infrarotstrahlen wirkt sich bei den meisten Betroffenen positiv auf die Schuppenflechte aus. Das Vitamin D3, welches unsere Haut während der Behandlung bildet, ist entzündungslindernd und hilft somit der Psoriasis vulgaris entgegenzuwirken.

Lasertherapie bei Schuppenflechte

Bei der Behandlung mittels einer Lasertherapie richtet der Arzt gebündelte Lichtstrahlen direkt auf die betroffenen Hautstellen. Die Lasertherapie umgeht im Vergleich zur herkömmlichen Lichttherapie gezielt gesunde Hautareale. Dadurch sinken sowohl Hautkrebsrisiko als auch die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen.

Systemische Therapie bei Psoriasis vulgaris

Bei einer mittelschweren bis schweren Ausprägung von Psoriasis verabreicht dir dein Hautarzt zusätzlich zur Lokaltherapie Medikamente in Form von Spritzen, Tabletten oder Infusionen.

Präparate, die für eine systemische Therapie eingesetzt werden, sind zum Beispiel:

  • Methotrexat,
  • Ciclosporin,
  • Fumarsäureester,
  • Retinoide oder
  • Biologika.

Vorbeugende Maßnahmen bei Schuppenflechte

Schuppenflechte ist nicht heilbar, je besser du dich aber mit der Krankheit auskennst, desto leichter wirst du dein Leben mit Psoriasis gestalten.

Abseits von Medikamenten und Cremes hast du die Möglichkeit, weitere Bereiche selbstbestimmt zu verändern. Das Ziel ist, die Schuppenflechte, ihre Symptome und Auswirkungen langfristig besser in den Griff zu bekommen. Dazu gehören:

  • Entspannungstechniken

Stress ist ein Faktor, der die Ausbrüche und Symptome deiner Schuppenflechte häufig stark negativ beeinflusst. Suche dir daher einen Weg, wie du Stress gezielt abbaust und wenn möglich vermeidest. Zahlreiche Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Spaziergänge in der Natur können dir dabei helfen.

  • Gesunde Lebensweise

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine gesunde Ernährung, ausreichend körperliche Bewegung und der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten sich positiv auf die Häufigkeit und Ausprägung von Psoriasis-Schüben auswirkt.

  • Bewusste Ernährung

Ein Zusammenhang von Schuppenflechte und Ernährung ist bisher noch nicht ausreichend erforscht und bestätigt worden.

Viele Betroffene berichten aber, dass eine gesunde Ernährung bei Psoriasis sich positiv auf ihre Haut auswirkt. Bestimmte Lebensmittel, wie verarbeitetes Fleisch und Zucker, hingegen eindeutige Trigger (Auslöser für Schübe) sind.

Welche Begleiterkrankungen kann eine Psoriasis vulgaris mit sich bringen?

Patienten der Psoriasis vulgaris weisen ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko für weitere Erkrankungen auf.

Häufige Begleiterkrankungen bei Psoriasis vulgaris sind:

  • Psoriasis-Arthritis (Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung),
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (Herzinfarkt, Schlaganfall, Atherosklerose, Bluthochdruck),
  • Stoffwechselerkrankungen und -störungen (Diabetes, Adipositas),
  • Autoimmunerkrankungen (Morbus Crohn, Gluten-Unverträglichkeit) und
  • Angststörungen und Depressionen.

Betroffene flüchten besonders durch physische Begleiterkrankungen wie Depressionen immer häufiger aus Angst und Scham in die Selbstisolation.

Der Austausch mit anderen Betroffenen kann dir helfen, dich besser mit deiner Schuppenflechte zurechtzufinden. Außerdem wirst du sehen, dass du nicht allein bist – unsere Facebookgruppe ist dafür der ideale Anlaufpunkt!

Fazit: Psoriasis vulgaris – eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Psoriasis vulgaris ist mit rund 80 bis 90 Prozent die häufigste Form der Schuppenflechte. Umgangssprachlich nennt man sie daher „gewöhnliche“ Schuppenflechte.

Als chronisch-entzündliche Hauterkrankung ist Psoriasis vulgaris nicht heilbar, aber häufig gut behandelbar.

Für dich als Betroffenen ist es wichtig, sich mit der Krankheit auszukennen, ihre Ursachen, den Verlauf und mögliche Therapie-Ansätze zu kennen.

Ebenso wichtig ist es zu wissen, was sich positiv und was negativ auf deine Haut und mögliche Schuppenflechte-Schübe auswirkt. Dazu zählen nicht nur Medikamente, sondern auch Faktoren wie Stress und Ernährung.

In diesem Artikel hast du hoffentlich zahlreiche Antworten auf deine Fragen erhalten. Nun würden wir uns darüber freuen, mehr von dir zu erfahren. Wie gestaltest du dein Leben mit Psoriasis vulgaris? Welche Therapie hat bei dir die gewünschte Wirkung erzielt?

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Quellen: