Sylvia ist erst seit Kurzem betroffen, die Schuppenflechte zieht sie aber richtig runter. Es gibt Tage, an denen sie so traurig ist, dass sie einfach nur zu Hause sein möchte. Aber es gibt auch Positives zu berichten im neuen Skinfluencer Interview.

Die neue Interview-Reihe mit Psoriasis-Betroffenen: Skinfluencer

Es ist wieder soweit! Ein weiteres Interview in unserer Reihe „Skinfluencer“ erscheint. Im Mittelpunkt stehen dabei immer ganz normale Schuppenflechte-Patienten – so wie du und ich. Zukünftig werden in regelmäßigen Abständen bei Farbenhaut Interviews mit Leidensgenossen erscheinen – zusätzlich zu informativen Berichten und anderen Specials. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Sylvia für das heutige Interview. Sie war mutig und teilt hier ihre Geschichte. Unsere bisherigen Interviews findest du übrigens an dieser Stelle.

Das Interview mit Sylvia

1. Willst du dich kurz vorstellen und uns etwas zu deinem bisherigen Krankheitsverlauf erzählen?

Ich bin Sylvia, bin jetzt Anfang 40 und seit über 30 Jahren schon in Deutschland. Eigentlich bin ich aus Bulgarien. Seit ein paar Jahren habe Schuppenflechte, ganz plötzlich fing es an. Das war nicht schön. Aber jetzt ist es ziemlich schlimm. Arme und Beine haben viele Stellen.

2. Was hat sich bei dir seit dem Ausbruch der Krankheit verändert?

Ich bin nicht mehr so fröhlich und denke oft über meine Haut nach. Manchmal frage ich mich, warum ich gerade betroffen bin. Ich weiß, ich werde nicht an der Krankheit sterben, aber es macht mich so traurig.

3. Welche Therapien hast du bereits ausprobiert und was wurde daraus?

Bisher war ich beim Hautarzt und er hat mir eine Creme gegeben mit Kortison. Die hilft zwar, aber ich will die auch nicht immer nehmen. Ansonsten weiß ich wenig und freue mich hier über tolle Artikel auf Farbenhaut.

4. Welche Tipps und Tricks kannst du allgemein an andere Betroffene weitergeben?

Da bin ich leider nicht die richtige. Ich bin noch ganz am Anfang und muss noch viel wissen. Sei nicht traurig, dass es dich erwischt hat. Alles könnte viel schlimmer sein. Das sage ich mir immer wieder und manchmal klappt es auch.

5. Was war dein positivstes, was dein negativstes Erlebnis im Zusammenhang mit Schuppenflechte?

Positiv war bisher nicht so viel. Mein Mann unterstützt mich viel, aber es wäre mir lieber wenn er das nicht tun müsste.
Negativ sind die ganzen negativen Gefühle. Manchmal geht es mir gar nicht gut und ich bin schlecht gelaunt. Meine Haut zieht mich dann runter. Und dann bin ich nur zu Hause und mache nichts, weil ich traurig bin.

6. Was läuft deiner Meinung nach derzeit im Umgang mit Psoriasis falsch?

Die Gesellschaft akzeptiert die Krankheit nicht habe ich das Gefühl. Ich werde komisch angesehen wenn die Leute meine Haut sehen. Das ist nicht schön. Sie wissen gar nicht, wie schlimm Schuppenflechte ist, nicht nur für die Haut, sondern auch für den Kopf. Das muss sich ändern.

7. Was würdest du zu Jemandem sagen, der kürzlich die Diagnose Psoriasis bekommen hat?

Geh gleich zum Arzt, lass dir helfen. Es ist eine blöde Krankheit, aber es gibt schlimmere. Lass dich nicht unterkriegen und sprich mit allen darüber. Das tut mir sehr gut und hilft mir, mich etwas besser zu fühlen. Am Anfang habe ich das nicht getan und es hat mich dann noch mehr runter gezogen

8. Welche Themen bzw. Schwerpunkte würdest du dir zukünftig bei Farbenhaut wünschen?

Ich will viel lernen. Über Therapien, über Essen, einfach alles. Danke, dass ihr euch so viel Mühe macht.

Du möchtest auch deine Geschichte teilen?

Nun bist du an der Reihe! Hilf mit, Psoriasis vom fauchenden Löwen zum zahmen Kätzchen zu machen. Mach anderen Mut, offener und selbstbewusster mit der eigenen Krankheit und dem eigenen Körper umzugehen. Verrate deine Tricks, was dich zum Lachen oder zum Verzweifeln bringt. Und wie Willy Brandt schon zu sagen pflegte: „Der beste Weg die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“. Hilf also auch du mit, die Geschichte von Psoriasis neu zu schreiben und erzähle mindestens zwei Millionen Betroffenen im deutschsprachigen Raum deine Story.

Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.