Weltweit sind rund 125 Millionen Menschen von Schuppenflechte betroffen. Das Wissen rund um die chronisch-entzündliche Hauterkrankung hält sich jedoch leider noch in Grenzen. Wir wollen aufklären, indem wir wertvolles Wissen vermitteln – sowohl an Betroffene von Schuppenflechte als auch an die Öffentlichkeit allgemein. Wir zeigen dir Psoriasis in Zahlen!

World Health Organization – Globaler Bericht zur Schuppenflechte der Weltgesundheitsorganisation

Psoriasis (Schuppenflechte) ist „eine chronische, nicht übertragbare, schmerzhafte, entstellende und zur Behinderung führende Erkrankung“, so beschreibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Psoriasis im „Globalen Bericht zur Schuppenflechte“.

Das Ziel des Berichts ist in erster Linie, das Bewusstsein der Öffentlichkeit mithilfe fundierter Statistiken und Fakten rund um die chronisch-entzündliche Hauterkrankung zu schärfen. Darüber hinaus stellt die WHO dar, wie die Krankheit das Leben eines Patienten mit Psoriasis beeinträchtigt. Zusätzlich fordert sie die Öffentlichkeit dazu auf, die Integration von Betroffenen im sozialen Umfeld zu verbessern.

Das Wissen, die Akzeptanz und das Verständnis für Psoriasis hat bis heute leider noch nicht die notwendige und gewünschte Stufe in der Öffentlichkeit erreicht. Der Globale Bericht zur Schuppenflechte der Weltgesundheitsorganisation leistet daher einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung über Psoriasis.

Es wird Zeit, Schuppenflechte in der Gesellschaft zu „entstigmatisieren“ und Betroffenen einen offeneren Umgang mit ihrer Hauterkrankung zu ermöglichen.

Schuppenflechte in Zahlen und Statistiken

Jeder hat seine eigene Schuppenflechte. Psoriasis ist eine vielfältige und individuell variierende Hauterkrankung, die sowohl Frauen als auch Männer betrifft, unabhängig vom Alter, Herkunft und ethnischer Zugehörigkeit. Die Anzahl der aussagekräftigen Studien rund um Schuppenflechte ist begrenzt und zeigt daher häufig nur einen Teil „des großen Ganzen“.

Die nachfolgenden Zahlen und Statistiken erheben daher nicht unbedingt Anspruch auf Vollständigkeit – wohl aber Anspruch auf Aufmerksamkeit!

Zahlen rund um Schuppenflechte

  • 125 Millionen Betroffene weltweit.
  • Häufigkeit von Psoriasis liegt in den verschiedenen Ländern zwischen 0,09 % und 11,43 %.
  • Die Altersgruppe von 50 bis 69 Jahren ist statistisch und durchschnittlich gesehen am häufigsten betroffen.
  • Bei bis zu 34,7 % der Betroffenen von Psoriasis tritt als Begleiterkrankung zusätzlich Psoriasis-Arthritis auf, bei bis zu 69 % Veränderungen der Nägel (Nagelpsoriasis).

Symptome von Schuppenflechte nach dokumentierter Häufigkeit

  • 92 %: Schuppung der Haut (Plaque)
  • 74 %: Hautausschlag
  • 72 %: Starker Juckreiz
  • 69 %: Hautrötungen (Erythem)
  • 62 %: Schmerzen an den betroffenen Hautpartien
  • 42 %: Gelenkschmerzen
  • 39 %: Risse in der Haut
  • 34 %: Trockene Haut
  • 27 %: Ermüdung
  • 23 %: Schwellung
  • 22 %: Nagelveränderungen
  • 20 %: Brennen der Haut
  • 20 %: Blutungen an betroffenen Hautstellen

Lebensqualität

Die krankheitsbedingten körperlichen Symptome der Schuppenflechte in Zahlen darzustellen reicht jedoch bei Weitem nicht aus. Denn Psoriasis ist kein rein äußerliches, kosmetisches Problem. Schuppenflechte bedeutet für Betroffene auch starke emotionale Belastungen und Beeinträchtigungen.

Die Lebensqualität leidet oftmals unter den negativen Auswirkungen. Dazu zählen laut Statistiken und Befragungen der Patienten beispielsweise:

  • Körperliche Entstellungen,
  • sozialer Ausschluss,
  • Beschämung,
  • Stigmatisierung,
  • mangelndes Selbstvertrauen,
  • Depressionen,
  • Aktivitätseinschränkungen,
  • Diskriminierung,
  • Einsamkeit,
  • Verlust von körperlicher und geistiger Produktivität.

Eine in den USA durchgeführte und 2015 veröffentlichte Studie untersuchte die Lebensbereiche von Patienten mit Schuppenflechte, die am häufigsten von den psychischen Auswirkungen der Hauterkrankung betroffen sind:

  • 98 % emotionales Leben
  • 94 % soziales Leben
  • 70 % Familienleben
  • 68 % berufliche Laufbahn
  • 38 % körperliches Funktionsniveau
  • 21 % Ausbildung
  • 17 % sexuelle Aktivitäten

Schuppenflechte in Zahlen: Wirtschaftliche Belastung

Psoriasis ist unbestritten eine finanzielle Belastung – sowohl aus der Sicht der Patienten als auch aus der Sicht des Gesundheitssystems und der Wirtschaft. Konkrete Angaben zu den Therapiekosten für eine Behandlung von Psoriasis liegen kaum vor. Allgemeingültige und verbindliche Aussagen hinsichtlich der Kosten sind nur schwer zu treffen, da diese stark von der individuellen Ausprägung abhängen.

Folgende Umfragedaten aus verschiedenen Quellen der letzten Jahre können aber einen ersten Einblick geben:

  • Durchschnittliche Zuzahlung für Behandlungen und Medikamente von Psoriasis-Patienten in den USA: jährlich $ 2.528.
  • Durchschnittliche Zuzahlung für ambulante Pflege pro Patienten in der Schweiz: jährlich CHF 600-1.100 bei leichter Form der Schuppenflechte und jährlich CHF 2.400-9.900 bei schwerer Form der Schuppenflechte.
  • Arbeitsunfähigkeit wegen Psoriasis pro Jahr in Deutschland: durchschnittlich 4,9 Arbeitstage.

Die Behandlung von Schuppenflechte ist teuer und häufig lebenslang notwendig. Die einzelnen Preise der Medikamente schwanken enorm. Angefangen bei vergleichsweise günstigen Präparaten zur lokalen Behandlung (topische Therapie) bis hin zu sehr teuren Behandlungen mittels Biologika.

Banner Mediderm Farbenhaut

Anzeige

Ähnlich wie bei vielen anderen Hauterkrankungen werden leider auch bei Psoriasis die notwendigen Behandlungen und Medikamente finanziell nicht vollständig durch die allgemeine medizinische Grundversorgung abgedeckt.

Schuppenflechte in Zahlen: 10 Fakten zu Schuppenflechte

Schuppenflechte ist eine weitreichende Hauterkrankung, über die es viel zu berichten gibt. Wir präsentieren dir folglich zehn Fakten, die sich hervorragend als Grundlage eignen, um anderen (insbesondere nicht betroffenen) Menschen einen ersten Überblick zu Psoriasis zu geben.

  1. Weltweit sind rund 125 Millionen Menschen von Schuppenflechte betroffen. Allein in Deutschland geht man von rund zwei Millionen Patienten aus.
  2. Psoriasis ist NICHT ansteckend und kann nicht auf andere Menschen übertragen werden.
  3. Bis heute ist Schuppenflechte nicht heilbar – jedoch gut behandelbar.
  4. Die häufigste Form der Schuppenflechte ist mit rund 80 % Psoriasis vulgaris (auch Plaques-Psoriasis oder „gewöhnliche“ Schuppenflechte genannt).
  5. Laut Wissenschaftlern sind unsere Gene an der Entstehung von Schuppenflechte beteiligt. Genetisch wird jedoch nicht die Erkrankung selbst, sondern lediglich die Veranlagung dazu übertragen. Es gibt darüber hinaus eine Reihe auslösender Faktoren (Trigger), die die Erkrankung oder einzelne Schübe hervorrufen oder verschlimmern können.
  6. Rund 30 % der Betroffenen von Schuppenflechte leiden zusätzlich an Psoriasis-Arthritis, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung der Gelenke mit Beteiligung der Haut.
  7. Die charakteristische Schuppenbildung (Plaque) entsteht durch eine übermäßige Produktion von neuen Hautzellen. Bei gesunden Menschen dauert die Hauterneuerung rund 25 bis 27 Tage, bei Psoriatikern nur fünf bis sieben Tage.
  8. Psoriasis wird lokal (Lokaltherapie) beispielsweise mittels Cremes, Salben, Shampoos und Lichttherapie behandelt. Bei mittelschweren und schweren Ausprägungen erfolgt eine Behandlung zudem innerlich (systemische Therapie) unter Einsatz von Medikamenten wie Methotrexat, Fumarsäureester oder Biologika.
  9. Depressionen sind eine nicht seltene Begleiterscheinung von Psoriasis. Betroffene leiden unter Angst und Scham und ziehen sich häufig aus ihrem sozialen Leben zurück.
  10. Schuppenflechte kann die verschiedensten Körperstellen betreffen. Besonders häufig tritt Psoriasis am Kopf, hinter dem Ohr, an den Unterarmen / Unterschenkeln, Handflächen und Fußsohlen (Palmoplantare Psoriasis) sowie Nägeln (Nagelpsoriasis) auf. Aber auch Körperfalten (Psoriasis inversa) und Genitalbereich können betroffen sein.

Psoriasis in Zahlen: Häufiger, weitreichender und belastender, als viele denken

Schuppenflechte ist bis heute nicht heilbar. Darüber hinaus verläuft sie chronisch und zudem unvorhersehbar in Hinsicht auf ihre Auslöser (Trigger) und den Symptomverlauf. Für die Patienten bedeutet das die Notwendigkeit einer lebenslangen Behandlung.

Die Behandlung der einzelnen Hautsymptome reicht jedoch bei Weitem nicht aus. Betrachten wir die Hauterkrankung Psoriasis in Zahlen, zeigt sich, dass Patienten mit einer Reihe von psychischen Beschwerden kämpfen müssen. Und ein großer Teil dieser Beschwerden und Beeinträchtigungen entsteht durch das fehlende Wissen rund um Schuppenflechte.

Jeder Patient hat seine eigene Schuppenflechte – und es ist unumgänglich, sich mit allen Facetten der Erkrankung auseinanderzusetzen. Kennst du dich, als Betroffener, mit deiner Schuppenflechte aus, mit deinen persönlichen auslösenden Faktoren, der Ausprägung und dem Verlauf deiner Psoriasis, kannst du entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Um die negativen Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen zu reduzieren, gilt es zudem, das Wissen und Bewusstsein rund um die Erkrankung Psoriasis in der Gesellschaft zu schaffen und zu stärken!

Wie sind deine Erfahrungen? Erkennst du dich in den genannten Zahlen und Statistiken wieder? Betreibst du in deinem persönlichen Umfeld „Aufklärungsarbeit“? Wir sind gespannt auf deinen Erfahrungsbericht – gerne auch in unserer Facebookgruppe!

FAQ zu Psoriasis in Zahlen

Wie häufig ist Schuppenflechte?

Weltweit sind rund 125 Millionen Menschen von Schuppenflechte (Psoriasis) betroffen. Allein in Deutschland gehen Experten von rund 2 Millionen Patienten aus. Dabei kann Psoriasis theoretisch in jedem Alter, sowohl bei Frauen als auch bei Männern auftreten. Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung verläuft schubweise. Das klinische Bild der Psoriasis zeigt sich unterschiedlich. Schuppenflechte kann in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen sowie an unterschiedlichen Körperstellen auftreten. Sehr häufig bringt Psoriasis diverse Begleiterkrankungen mit sich, dazu können beispielsweise Psoriasis-Arthritis, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Stoffwechselerkrankungen und -störungen, Autoimmunerkrankungen sowie Angststörungen und Depressionen zählen.

Was ist die häufigste Form der Schuppenflechte?

Bei etwa 80 Prozent aller Patienten tritt Psoriasis vulgaris auf und ist somit die häufigste Form. Sie wird auch Plaques-Psoriasis oder gewöhnliche Schuppenflechte genannt.

Wie viele Menschen leiden neben Schuppenflechte an Psoriasis Arthritis?

Experten gehen davon aus, dass etwa 30 Prozent aller von Schuppenflechte betroffenen Menschen ebenfalls an Psoriasis Arthritis erkranken. Bei jedem, der die Krankheit in sich trägt, kann sie ausbrechen.

Tritt Schuppenflechte weltweit gleich häufig auf?

Nein. Sie variiert zwischen verschiedenen Ländern und Bevölkerungsgruppen. Das Risiko eines Auftretens liegt zwischen 0,09 und 11,43 Prozent – je nach Ursprung einer Person.

Hier klicken, dann findest du alle Quellenangaben

Quellen:

Armstrong A.W., Schupp C., Wu J., Bebo B. (2012): „Quality of life and work productivity impairment among psoriasis patients: findings from the National Psoriasis Foundation survey data 2003–2011“, in: PloS One. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23285231 (Zugriff am 19.01.2020)

Gelfand J.M., Feldman S.R., Stern R.S., Thomas J., Rolstad T., Margolis D.J. (2004): „Determinants of quality of life in patients with psoriasis: a study from the U.S. population“, in: Journal of the American Academy of Dermatology. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15523347 (Zugriff am 19.01.2020)

Globaler Bericht zur SCHUPPENFLECHTE. Autorisierte deutsche Übersetzung des „Global Report on Psoriasis” der WHO 2016: https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/204417/9789241565189-ger.pdf (Zugriff am 19.01.2020)

Pariser D., Schenkel B., Carter C., Farahi K., Brown T.M., Ellis C.N. and Psoriasis Patient Interview Study Group (2015): „A multicenter, non-interventional study to evaluate patient-reported experiences of living with psoriasis“, in: Journal of dermatological treatment. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26138406 (Zugriff am 19.01.2020)

Sampogna F., Tabolli S., Abeni D. (2012): „Living with psoriasis: prevalence of shame, anger, worry, and problems in daily activities and social life“, in: Acta Dermato-Venereologica. URL: https://www.medicaljournals.se/acta/content/abstract/10.2340/00015555-1273 (Zugriff am 19.01.2020)

Stern R.S, Nijsten T., Feldman S.R., Margolis D.J., Rolstad T. (2004): „Psoriasis is common, carries a substantial burden even when not extensive, and is associated with widespread treatment dissatisfaction“, in: The Journal of investigative Dermatology. Symposium proceedings. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15083780 (Zugriff am 19.01.2020)