Wenn gute Hautpflege und Salben einfach nicht mehr ausreichen, dann kann Lichttherapie eine wirksame Alternative zur Behandlung von Psoriasis vulgaris sein. Vor allem bei mittelschweren und schweren Formen wird Licht erfolgreich eingesetzt, um Symptome von Schuppenflechte zu lindern.

Licht wird schon lange als Therapie genutzt

Heutzutage gehört Lichttherapie – auch UV-Therapie oder Phototherapie genannt – zu den Standardtherapien bei Psoriasis vulgaris. Licht hat eine heilende Wirkung auf unsere Haut – das ist der Menschheit schon lange bekannt. Bereits in der Antike verordnete der griechisch-römische Arzt Galen Patienten mit Hautbeschwerden eine Reise in den Süden. Denn dort, wo die Sonnenstrahlen am stärksten sind, konnte damals bereits eine Heilung der Haut beobachtet werden.
In Deutschland wird nun bereits seit mehr als 50 Jahren Lichttherapie erfolgreich bei Psoriasis eingesetzt.

UV-Strahlen und Psoriasis

Strahlen können aufgrund ihrer Wellenlänge in verschiedene Bereiche eingeteilt werden. Für die Behandlung von Psoriasis vulgaris kommen die sogenannten Ultraviolettstrahlen (UV-Strahlen) zum Einsatz. Sie haben eine sehr kurze Wellenlänge und sind für das menschliche Auge unsichtbar.
In geringer Dosierung können UV-Strahlen Entzündungsprozesse lindern und ein übermäßige Wachstum der Hautzellen verlangsamen. Es gibt verschiedene Therapievarianten:

UVB-Therapie

Ultraviolett B (UVB) ist kurzwelliges UV Licht. Es durchdringt die Haut direkt und kann so das Wachstum der Hautzellen bei Psoriasis verlangsamen.
Zwei verschiedenen Verfahren werden genutzt. Beim etwas älteren Breitspektrum-UVB werden Patienten mit dem kompletten Strahlenspektrum des UVB-Lichtes bestrahlt. Als Therapiestandard gilt heute allerdings das Schmalspektrum-UVB-Verfahren. Es hat sich als besonders effektiv und schonend bei Psoriasis erwiesen. Patienten werden dabei nur mit Strahlen einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt. Die Wirksamkeit der Schmalspektrum-UVB-Therapie konnte bis heute am besten bewiesen werden. Die Dosis wird üblicherweise bei jeder Sitzung gesteigert. Eine Kombination mit anderen Therapien wie beispielsweise Vitamin-D3-Cremes oder Retinoide ist möglich.

UVA und PUVA Therapie

Ultraviolett A (UVA) Strahlen haben weniger Energie als UVB-Strahlen. Dafür dringen sie tiefer in die Haut ein. Dort wirken sie insbesondere anti-entzündlich.
UVA-Strahlen benötigen mehr Zeit, um zu wirken. Daher wird eine UVA-Lichttherapie in der Regel mit lichtsensibilisierenden Medikamente, den Psoralen, kombiniert. Diese können oral als Tabletten eingenommen oder als Badezusatz oder Cremes auf die Haut aufgetragen werden. Durch den Einsatz von Psoralen wird die Haut empfindlicher für Licht und die Bestrahlungszeit verkürzt. Der kombinierte Einsatz von Psoralen und UVA wird kurz als PUVA bezeichnet.
In der Regel dauert eine Lichttherapie sowohl mit UVA als auch mit UVB einige Wochen. In jeder Woche werden die Patienten an mehreren Tagen bestrahlt. Die Dosis kann dabei vorsichtig gesteigert werden. UV-Therapien werden von einigen Hautärzten angeboten oder in Hautkliniken durchgeführt.

Lasertherapie

Lasertherapie eignet sich nur für Patienten mit kleineren Psoriasis-Herden. Bei diesem Verfahren werden betroffen Hautstellen stark dosiert und gezielt mit Laserlicht bestrahlt. Strahlen dringen tief in die unteren Hautschichten und wirken dort auf entzündete Zellen ein. Der große Vorteil der Methode: Die gesunde Haut bleibt bei diesem Verfahren verschont!
Da der Arzt Punkt für Punkt die Schuppenflechte ablasern muss, benötigt die Behandlung Zeit. Viele Patienten können nach 6–12 Monaten ein stabiles, schuppenflechtenfreies Hautbild aufweisen. Treten danach neue Herde auf, sollten diese schnellstmöglich wieder mit dem Laserlicht bestrahlt werden. Bei der Lasertherapie handelt es sich um ein relativ neues Verfahren, das in Deutschland erst seit ein paar Jahren zum Einsatz kommt.

Balneo-Phototherapie

Bei der Balneo-Phototherapie werden Patienten mit Bädern und UV-Bestrahlung kombiniert behandelt. Studien konnten zeigen, dass eine Licht-Bade-Therapie deutlich besser wirkt als eine reine Bestrahlung. Patienten baden in Solebädern (25 % Salzlösung) oder in einer PUVA-Lösung. Bestrahlt wird während des Badens oder direkt im Anschluss. Sowohl UVA als auch UVB Strahlen werden eingesetzt.
Es werden 3–5 Behandlungen pro Woche empfohlen. Insgesamt können in einer Behandlungsserie 35 Behandlungen durchgeführt werden. Danach muss eine Pause von 6 Monaten eingelegt werden, bevor eine neue Behandlungsserie beginnen kann.

Klimatherapie

Bei einer Klimatherapie wird natürliches Sonnenlicht genutzt, um Psoriasis zu behandeln. Patienten reisen üblicherweise an einen sonnigen Ort wie zum Beispiel die Kanarischen Inseln oder das Tote Meer. Dort wird die Schuppenflechte unter ärztlicher Überwachung ganz natürlich bestrahlt. Häufig kommen zusätzlich Mineralwasserbäder zum Einsatz.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Bei allen Varianten der Lichttherapie sind die Nebenwirkungen ähnlich. Es kann durch die Bestrahlung zu Rötungen, Jucken und Brennen der Haut kommen. Bei der Anwendung von oralen Psoralen kann zusätzlich auch Übelkeit während der PUVA Behandlung auftreten.
Außerdem beschleunigt Lichttherapie die Hautalterung und kann Lichtschäden wie Sonnenbrand und Hautkrebs verursachen. Daher sollte Fototherapie nicht als Dauertherapie eingesetzt werden, sondern vor allem um akute Psoriasis-Schübe zu lindern. Experten raten zu maximal 200 PUVA Behandlungen während der gesamten Lebenszeit. Jeder Patient sollte seine Bestrahlungen in einem UV-Pass eintragen lassen.

Was solltest du sonst noch wissen?

  • Bei einer PUVA-Therapie wird die Haut empfindlicher für Licht. Die Haut muss daher im Freien während des Behandlungszeitraums besonders geschützt werden, damit es nicht zu Sonnenbrand kommt. Sonnenbrand kann Psoriasis-Schübe auslösen.
  • Während der Schwangerschaft sollte Lichttherapie vermieden werden. Nach sorgfältiger Nutzen-Risiko Abwägung kann sie aber in Ausnahmefällen durchgeführt werden.
  • Solarienbesuche sind wirkungslos und sollten möglichst gemieden werden. Die Strahlung im Solarium besitzt nicht die richtige Wellenlänge, um Psoriasis zu lindern. Außerdem besteht die Gefahr eines Sonnenbrandes, der neue Schübe auslösen kann.
  • Die Behandlung ist sehr zeitintensiv. Eine Therapie dauert mehrere Wochen mit bis zu fünf Bestrahlungen pro Woche.
  • Es ist mögliche, eine Lichttherapie mit geeigneten Geräten zu Hause selbst durchzuführen. Da eine falsche Anwendung zu schweren Nebenwirkungen führen kann, sollte eine regelmäßige Kontrolle durch den Hausarzt gegeben sein.

Unser Fazit

Lichttherapie ist eine gute Alternative für die Behandlung der Haut vor allem bei akuten Schuppenflechten-Schüben. Da jedoch eine intensive Bestrahlung die Hautalterung beschleunigt und auch das Risiko für Hautkrebs dadurch steigt, sollte die Therapie nur in Maßen angewandt werden. Neue Verfahren wie die Lasertherapie scheinen aber weniger Nebenwirkungen auszulösen. Du darfst also hoffnungsvoll sein. Lichttherapien mit hoher Wirksamkeit und wenig Risiken werden vermutlich in naher Zukunft eingesetzt.