Homöopathie ist eine alternative Medizinform, die bei der Behandlung von Erkrankungen nicht nur die Beschwerden und Symptome, sondern auch stets die Ursachen betrachtet. Sowohl Heilpraktiker als auch Ärzte mit entsprechender Zusatzausbildung wenden Homöopathie bei Schuppenflechte an.

Homöopathie beruht auf dem Prinzip „Gleiches mit Gleichem heilen“. Ziel dieser Behandlungsform ist es, Beschwerden und Symptome nicht zu unterdrücken, sondern die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

Das langfristige Ziel ist die Besserung und Linderung der Symptome bei Schuppenflechte und anderen Erkrankungen.

  • Was ist Homöopathie und wie wirkt sie?
  • Ist Homöopathie bei Psoriasis sinnvoll?
  • Welche homöopathischen Mittel helfen bei Schuppenflechte?

Im Folgenden erhältst du alle Antworten und viele wissenswerte Fakten rund um das Thema Homöopathie bei Schuppenflechte.

Was ist Homöopathie?

Homöopathie regt mithilfe des Ähnlichkeitsprinzips die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Dabei nimmt der Patient Substanzen in stark verdünnter Form (sogenannte Potenzen) zu sich. Die Auswahl der homöopathischen Arzneimittel erfolgt auf Basis der gesamten körperlichen und psychischen Verfassung des Menschen.

Beim Begriff „Homöopathie” sind viele Menschen jedoch skeptisch. Besonders, wenn es um die Anwendung homöopathischer Mittel bei jeglichen Krankheiten geht. Auch Patienten mit Schuppenflechte stellen sich die Frage, ob Globuli und homöopathische Tropfen bei Psoriasis eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin sind.

Wenn die Medizin ihre Mühe hat, Schuppenflechte in Grenzen zu halten, wie sollen das dann die Behandlung mittels homöopathischer Mittel schaffen?

Homöopathie bei Schuppenflechte: Wirkungsweise mittels Ursachenforschung

Der große Unterschied zur medizinischen Vorgehensweise ist, dass die Homöopathie eine schonende Möglichkeit der Therapie darstellt. Dabei behandelt sie die Psoriasis ganzheitlich. Sie widmet sich sowohl den Beschwerden und Symptomen als auch den Ursachen der Schuppenflechte.

Um für den Patienten ein geeignetes homöopathisches Arzneimittel zu finden, betreibt der Heilpraktiker oder Arzt zunächst Ursachenforschung. Im Fall von Psoriasis sind die möglichen Ursachen und Auslöser der Erkrankung vielfältig, dazu gehören beispielsweise:

  • genetische Veranlagung,
  • Infektionen,
  • Verletzungen,
  • Stress und/oder
  • Medikamente.

Grundlegend für eine Therapie mittels Homöopathie ist für den Heilpraktiker oder Arzt die Gesamtheit aller individuellen Ursachen, Auslöser und Symptome des Patienten.Mittels eines Fragebogens ermittelt er die gesamte körperliche und psychische Verfassung des Patienten.

Basierend auf diesen Erkenntnissen erstellt er einen individuell abgestimmten Behandlungsplan. Gleichzeitig wählt der Heilpraktiker ein oder mehrere geeignete homöopathische Mittel für den Patienten aus.

Homöopathie: „Gleiches mit Gleichem heilen“-Prinzip

Die Homöopathie als Medizinform basiert auf den Erkenntnissen und Lehren des Arztes, Apothekers und Chemikers Samuel Hahnemann (1755-1843). Er lehnte sich gegen die angewendeten medizinischen Vorgehensweisen der damaligen Zeit auf.

Einerseits weil er die Wirksamkeit bezweifelte und andererseits, weil er die möglichen Nebenwirkungen nicht in Kauf nehmen wollte.

Durch Selbstversuche fand Hahnemann heraus, dass sich eine Krankheit heilen oder verbessern lässt, wenn sie mit dem Auslöser genau dieser Krankheit in stark verdünnter Konzentration behandelt wird. „Similia similibus curentur“ – zu Deutsch: „Gleiches mit Gleichem heilen“.

Das bedeutet im Fall von Schuppenflechte, dass ein Mittel in verdünnter Form (Potenz) zur Anwendung kommt, welches bei gesunden Menschen Hautreizungen, Rötungen, Juckreiz oder die Entstehung von Schuppen verursacht.

Homöopathie bekämpft nicht die Symptome von Erkrankungen, sondern regt durch dieses Prinzip die Selbstheilungskräfte des Körpers an, um dadurch eine langfristige Besserung zu erzielen. Diese Vorgehensweise nennen Mediziner und Wissenschaftler das Ähnlichkeitsprinzip.

Wie wird Homöopathie verabreicht?

Patienten nehmen homöopathische Mittel in Form von Tropfen oder Globuli ein. Je nachdem wie stark die Basis-Substanzen verdünnt („potenziert“) wurden, erfolgt die Einnahme einmal oder mehrmals täglich.

Homöopathische Tropfen werden potenziert, indem sie bei der Herstellung mit Alkohol verschüttet werden. Globuli hingegen werden mit Milchzucker verrieben.

Die Angabe des Verdünnungsgrads erfolgt in verschiedenen Stärken (auch „Potenzen“ genannt):

  • D-Potenzen (1:10 verdünnt)
  • C-Potenzen (1:100 verdünnt)
  • Q-Potenzen: (1: 50.000 verdünnt)

Anhänger und Verfechter der Homöopathie betonen stets die Vorteilevon Globuli und anderen homöopathischen Mitteln gegenüber den klassischen Medikamenten:

  • Keine Nebenwirkungen.
  • Keine Belastung des menschlichen Stoffwechsels.

Homöopathie: Kritische Stimmen

Ähnlich wie beim Bachblüten-Prinzip kann die Wissenschaft auch die Wirkung von Homöopathie (bisher) nicht belegen. Viele Menschen verschreien Homöopathie daher als Pseudowissenschaft.Dieser negative Ruf hält sich hartnäckig und führt oftmals zu Skepsis bei den betroffenen Menschen.

Viele Menschen schreiben die Wirkung von homöopathischen Mitteln dem Placeboeffekt zu. Die starke Verdünnung der Basis-Substanzen „könne“ gar keine heilende Wirkung erbringen.

Verstärkt wird dieser Placeboeffekt laut den Kritikern durch die intensive Betreuung der Patienten durch die Heilpraktiker. Im Gegensatz zu einem Schulmediziner nimmt sich ein Heilpraktiker erwiesenermaßen mehr Zeit für den erkrankten Menschen. Er nimmt die Sorgen, Ängste und Symptome des Patienten ernst und legt so den Grundstein für den Placeboeffekt.

Die angewendete Homöopathie distanziert sich durch ihre Eigenschaften stark von der klassischen Schulmedizin. Sie hält sich jedoch mit einer großen Anzahl von Anhängern auch stark auf dem Markt.

Welche Mittel kommen bei der Behandlung von Schuppenflechte infrage?

Im Rahmen der Behandlung von Schuppenflechte kommen in Abhängigkeit der Beschwerden sowie der Erscheinungsform der Erkrankung verschiedene homöopathische Mittel zum Einsatz.

Heilpraktiker und Ärzte verabreichen diese Substanzen stets in verdünnter Form, vorwiegend als Globuli oder als Tropfen.

Nachfolgend erhältst du einen Überblick über die am meisten angewandten Mittel bei Schuppenflechte:

  • Mahonia Aquifolium: Ist deine Haut trocken und spröde, dann wird dein behandelnder Arzt oder Heilpraktiker bei dir das Mittel Mahonia Aquifolium Denn es verringert den Juckreiz und wirkt zudem entzündungslindernd.
  • Berberis Aquifolium: Auch Berberis Aquifolium wird bei trockener und schuppiger Haut sowie starkem Juckreiz verabreicht, und zwar oft in der Potenz D6. Zum Einsatz kommt dieses Mittel vor allem bei Patienten, die Anzeichen von Erschöpfung und Fahlheit aufweisen.
  • Hydrocotyle Asiatica: Bei Betroffenen mit starkem Juckreiz und verhärteter Haut kommt Hydrocotyle Asiatica zum Einsatz. Es beruhigt die Haut und hat zudem einen entgiftenden Effekt.
  • Natrium Muriaticum: Ist deine Kopfhaut von Schuppenflechte betroffen (Psoriasis capitis), dann ist Natrium Muriaticum hier äußerst hilfreich.Dein Heilpraktiker verabreicht es dir in der Potenz C4 bis C5.
  • Sepia: Bei Psoriasis im Genitalbereich, Gesicht oder an Körperfalten eignet sich das homöopathische MittelSepia gut. Die Einnahme erfolgt für gewöhnlich in der Potenz C4 bis C5.

Homöopathie bei Schuppenflechte – eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin?

Du bist auf der Suche nach einer schonenden Behandlung, die nicht nur die Linderung der Symptome deiner Schuppenflechte zum Ziel hat, sondern auch die Ursache angeht? Dann ist die Homöopathie, neben dem strengen Blick auf deine Ernährung und dem Einsatz diverser Schuppenflechte Hausmittel, für dich möglicherweise einen Versuch wert.

Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut, daher sollte die Behandlung mit homöopathischen Arzneimitteln immer von einem qualifizierten Arzt oder Heilpraktiker begleitet werden.

Im Vergleich zu einer Behandlung mit Hilfe von Medikamenten, ist die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen sehr gering.Dir muss aber bewusst sein, dass eine Therapie mit Homöopathie nicht als alleinige, sondern immer als ergänzende Therapie zu der medikamentösen Behandlung erfolgen sollte. Dies ist insbesondere bei einer schweren Schuppenflechte sehr wichtig.

Die angewendete Homöopathie hat seit vielen Jahren einen festen Platz und viele Anhänger auf dem Markt der Behandlungsmöglichkeiten. Sie agiert jedoch fernab von den Methoden der Schulmedizin.

Am Ende muss jeder Betroffene für sich selbst entscheiden, ob eine Behandlung der Schuppenflechte mit Homöopathie für ihn oder sie infrage kommt.

Wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Globuli und anderen homöopathischen Mitteln? Konntest du damit bereits Erfolge in deiner eigenen Behandlung machen?

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Quellen:

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Peger H. (2007): „Homöopathie bei Hautkrankheiten.“ In: Allgemeine Homöopathische Zeitung, Georg Thieme Verlag KG