Psoriasis capitis ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die sich in Form von Juckreiz und einer deutlich sichtbaren Rötung und Schuppung auf der Kopfhaut zeigt. Bis zu 70 % der Patienten, die an Schuppenflechte erkranken, leiden (auch) unter Psoriasis capitis. Die Symptome der Kopfpsoriasis sind eine starke Belastung für die Betroffenen.

Im Folgenden findest du eine Übersicht der wichtigsten Fragen zum Thema Schuppenflechte auf der Kopfhaut und die entsprechenden Antworten.

Was ist Psoriasis capitis?

Die Kopfpsoriasis ist eine Form der Schuppenflechte, die allein oder in Verbindung mit anderen Formen der Psoriasis auftritt. Sie zeigt sich beim klassischen Bild in Form von scharf begrenzten, stark durchbluteten und geröteten Hautherden. Diese sind großflächig mit silbrig-weißen Hautschuppen (sogenannten Plaques) besetzt.

Die Ursachen von Schuppenflechte im Allgemeinen und von Schuppenflechte auf der Kopfhaut sind nicht vollständig geklärt. Mediziner vermuten eine Kombination aus:

  • erblicher Veranlagung,
  • Infektionen und Erkrankungen,
  • Inhaltsstoffe von diversen Medikamenten sowie
  • äußerer Faktoren (wie Übergewicht, Konsum von Alkohol und Tabak, Stress, Allergene in Lebensmitteln, klimatische Faktoren).

Der starke Juckreiz und die häufig deutliche Sichtbarkeit der Symptome beeinträchtigt die Betroffenen und führt nicht selten zu starken psychischen Belastungen.

Schuppenflechte ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die bislang nicht heilbar, aber gut behandelbar ist. Eine frühzeitige Diagnose durch einen Facharzt sowie eine individuell abgestimmte Therapie der Krankheit ermöglicht den Betroffenen einen guten Umgang mit Kopfpsoriasis im Alltag.

Welche Symptome treten bei Schuppenflechte der Kopfhaut auf?

Charakteristisch für Psoriasis capitis sind folgende Symptome:

  • Scharf begrenzte, gerötete Hautstellen,
  • Flächig mit Plaques besetzt (silbrig-weiße Hautschuppen) sowie
  • Juckreiz und Spannungsgefühl auf der Kopfhaut.

Ähnlich wie bei anderen Formen der Schuppenflechte zeigt sich auch Kopfpsoriasis in unterschiedlichen Ausprägungen. Je nach Schweregrad zeigt sich die Entzündung auf der Kopfhaut in Form einer Rötung, die von dezent bis hin zu einem kräftigen Rot reichen kann. Ebenso variieren die Ausprägung der Schuppung und der Grad des Juckreizes.

Häufig überschreitet die Schuppenflechte auf der Kopfhaut die Stirn-Haar-Grenze und reicht im Bereich der Stirn ins Gesicht hinein. Damit steigen die Sichtbarkeit der Psoriasis und gleichzeitig die psychische Belastung für die Betroffenen.

Haarausfall gehört nicht zu den klassischen Symptomen einer Schuppenflechte der Kopfhaut. Bleibt die Psoriasis capitis längere Zeit unbehandelt, steigt das Risiko von partiellem Haarausfall beispielsweise durch starkes Kratzen an den betroffenen Stellen.

Psoriasis capitis: Diagnose und Abgrenzung von anderen Erkrankungen der Kopfhaut

Für die Diagnose der Psoriasis capitis reicht oftmals ein Blick des Hautarztes auf die entzündeten Stellen. Insbesondere, wenn der Patient bereits an einer anderen Form der Schuppenflechte leidet.

Dennoch muss zusätzlich die Abgrenzung zu anderen möglichen Erkrankungen der Kopfhaut vorgenommen werden. Ekzeme, wie das seborrhoische Ekzem oder das atopische Kopfhautekzem, Neurodermitis und diverse Pilzerkrankungen auf der Kopfhaut zeigen teilweise gleiche Symptome. Um eine Verwechslung und eine entsprechend falsche Behandlung zu vermeiden, müssen diese Erkrankungen zunächst ausgeschlossen werden.

Psoriasis capitis: Therapie und Behandlung

Das Ziel der Behandlung von Kopfpsoriasis ist es, die überschüssigen Schuppen auf der Kopfhaut zu entfernen, die Schuppenbildung zu normalisieren und die Entzündungen abzuheilen.

Im ersten Schritt wird die sogenannte Plaques, also die großflächigen, silbrig-weißen Schuppen, von der Kopfhaut gelöst. Das ist notwendig, damit die darauffolgende Behandlung mit Wirkstoffen ihre volle Wirkung entfalten kann.

Um die Schuppen zu lösen, gibt es auf dem Markt eine große Auswahl an frei verkäuflichen Shampoos, Lösungen und spezielle Cremes mit Salizylsäure.

Im Anschluss kommen Präparate zum Einsatz, um die Symptome der Schuppenflechte auf der Kopfhaut zu bekämpfen und erneute Schuppenbildung weitestgehend einzugrenzen. Die Behandlung erfolgt in Form von Shampoos, Lösungen, Schäumen und Gels mit folgenden Wirkstoffen:

  • Vitamin-D3-Abkömmlinge (wie Calcipotriol oder Tacalcitol),
  • Kortikosteroide,
  • Kortison (nicht zur dauerhaften Therapie geeignet),
  • Lichttherapie mit UV-Strahlen (insbesondere mit UV-Lichtkämmen) sowie
  • Präparate, die auf Teer basieren.

Bei schweren Formen der Psoriasis capitis reicht oftmals eine derartige topische Behandlung nicht aus. In diesen Fällen verordnet der Dermatologe eine systemische Therapie, beispielsweise unter Einsatz von:

  • Biologika,
  • Fumarsäureester oder
  • Acitretin.

Abgesehen von einer fachlichen Behandlung (topisch oder systemisch) gibt es noch weitere empfohlene Maßnahmen, um die Symptome der Schuppenflechte zu mildern und neue Schübe zu reduzieren:

  • Anti-Schuppen-Shampoos vermeiden (wirken aggressiv und trocknen die Kopfhaut aus)
  • Bewusst Kratzen vermeiden (um die Kopfhaut nicht unnötig zu reizen)
  • Haare nicht färben und tönen
  • Heiß Föhnen vermeiden
  • Keine Styling-Produkte verwenden (wie Haarspray oder Haarschaum)
  • Haare sanft und vorsichtig waschen (um unnötiges Abbrechen der Haare zu vermeiden)

Schuppenflechte der Kopfhaut: Physische Belastung der Betroffenen

Die Symptome der Kopfpsoriasis beeinträchtigen die Betroffenen nicht nur körperlich. Psychisch leiden Patienten besonders, wenn die Schuppenflechte den Stirn-Haar-Ansatz überschreitet und somit deutlich im Gesicht erkennbar ist.

Rötliche, stark schuppende Entzündungsherde und der starke Juckreiz beeinträchtigen das Wohlbefinden und lassen oftmals das Selbstvertrauen sinken. Zudem kann es passieren, dass die Behandlung die Haarwurzeln angreift und es zu Haarausfall an den betroffenen Stellen kommt. Haare können schneller abbrechen oder stellenweise gar nicht mehr nachwachsen. Nicht selten ist soziale Isolation der Betroffenen die Folge.

Eine Diagnose des Hautarztes sowie eine individuell abgestimmte Behandlung sollten aus diesem Grund zeitnah erfolgen.

Psoriasis capitis: Wenn die Kopfhaut leidet …

Schuppenflechte auf der Kopfhaut belastet die Betroffenen sowohl physisch als auch psychisch. Die teilweise intensiv geröteten und stark schuppenden Entzündungen der Haut sind schon schlimm genug. Hinzu kommen der Juckreiz und in den meisten Fällen die deutliche Erkennbarkeit der Erkrankung im Gesicht, wenn die Psoriasis capitis die Stirn-Haar-Grenze überschreitet.

In vielen Fällen entwickeln die Patienten ein starkes Schamgefühl und eine Angst vor der Ablehnung ihrer Mitmenschen. Nicht selten ziehen sie sich zurück und isolieren sich aufgrund dieser Hauterkrankung von ihrem Umfeld. Ein Teufelskreis, der oftmals in Depressionen endet.

Kopfpsoriasis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Kopfhaut, die bis dato leider nicht heilbar ist. Es gibt aber heutzutage zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten, die sehr gute Ergebnisse erzielen.

Bei den ersten Anzeichen einer Schuppenflechte auf der Kopfhaut sollte daher zeitnah ein Hautarzt aufgesucht werden. Ausgewählte Präparate und Wirkstoffe helfen, die Schuppen zu lösen und die Entzündungen zu heilen.

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Quellen:

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