Seborrhoische Psoriasis ist eine Unterform der klassischen Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris). Scharf abgegrenzte Hautareale am Kopf und Oberkörper sind bei dieser Hauterkrankung von einer vergleichsweise leichten Schuppung überzogen. 

Oft verwechseln Betroffene die seborrhoische Psoriasis mit einem seborrhoischen Ekzem. Selbst für Fachärzte ist die Diagnose nicht leicht, da sich die Symptome überschneiden und ähneln. Mediziner vermuten, dass es Mischformen von beiden Hauterkrankungen gibt. 

  • Was ist eine seborrhoische Psoriasis?
  • Und was ist ein seborrhoisches Ekzem?
  • Was unterscheidet diese beiden Hauterkrankungen?
  • Und wie behandelt man sie? 

 Wir beantworten dir im Folgenden die wichtigsten Fragen.  

Seborrhoische Psoriasis – eine Unterform der klassischen Schuppenflechte 

 Seborrhoische Psoriasis ist eine Unterform der klassischen Psoriasis vulgaris. Wie bei der Psoriasis vulgaris (auch Plaque-Psoriasis genannt) zeigen sich bei der seborrhoischen Psoriasis folgende typische Charakteristika: 

  • Herdsymptomatik (scharf abgegrenzte Bereiche, flächig mit Schuppen bedeckt).
  • Betroffene Körperstellen: Kopf, Oberkörper (ausgenommen Gesicht).
  • Zwei von drei Patienten leiden unter starkem Juckreiz. 

Der größte Unterschied zur Psoriasis vulgaris liegt in der Ausprägung und Form der Schuppen, die bei einer seborrhoischen Psoriasis deutlich geringer ausfällt.  

Behandlung einer seborrhoischen Psoriasis  

Hautärzte behandeln eine seborrhoische Psoriasis in der Regel genauso wie eine Psoriasis vulgaris. Je nach Ausprägung und Schweregrad erfolgt zunächst eine Lokaltherapie. Hierbei kommen folgende Wirkstoffe zum Einsatz:  

  • Steroidcremes,
  • Salicylsäure,
  • Steinkohlenteer,
  • Retinoide,
  • Calcipotrien (eine Form von Vitamin D) sowie
  • Anthralin.  

Auch eine Lichttherapie oder Lasertherapie kann sich positiv auf die entzündete Haut auswirken. 

Bei besonders schweren Ausprägungen verabreicht der Hautarzt im Rahmen einer systemischen Therapie verschiedene Medikamente in Form von Tabletten, Spritzen oder Infusionen. Mögliche Präparate sind.  

  • Methotrexat,
  • Ciclosporin,
  • Fumarsäureester,
  • Retinoide oder
  • Biologika.  

Wie bei allen Formen der Schuppenflechte ist es bei der seborrhoischen Psoriasis wichtig, dass ein Facharzt die Diagnose stellt. Eine intensive Beratung zur Therapie sowie zu vorbeugenden Maßnahmen hilft den Betroffenen beim alltäglichen Umgang mit ihrer Hauterkrankung.  

Weitere Informationen zur klassischen Psoriasis vulgaris findest du in unserem Artikel „Psoriasis vulgaris – die häufigste Form der Schuppenflechte“.  

Was ist ein seborrhoisches Ekzem? 

Seborrhoische Psoriasis wird oft mit einem seborrhoischen Ekzem verwechselt. Diese beiden Hauterkrankungen weisen Gemeinsamkeiten im klinischen Krankheitsbild auf, ebenso wie Unterschiede. Die wichtigsten Aspekte haben wir für dich im Folgenden zusammengefasst.  

Das seborrhoische Ekzem (auch seborrhoische Dermatitis genannt) bezeichnet eine Entzündung von Hautbereichen mit einer hohen Talgdrüsen-Dichte. Betroffene Körperstellen sind meist Kopf, Gesicht und Oberkörper.  

Seborrhoisches Ekzem – Symptome  

Die Symptome der seborrhoischen Dermatitis zeigen sich in Form von schwach begrenzten Entzündungsherden. Dabei überzieht eine gelblich rote Färbung und fettigen Schuppen die Hautoberfläche.  

Das seborrhoische Ekzem tritt an folgenden Körperstellen auf:  

  • Haaransatz,
  • hinter den Ohren,
  • äußerer Gehörgang,
  • Augenbrauen,
  • Nasenrücken,
  • in den Nasolabialfalten,
  • Achselhöhlen und/oder
  • Brustbein  

Seborrhoisches Ekzem – Ursachen  

Vermutlich sind verschiedene Faktoren für die Entstehung eines seborrhoischen Ekzems verantwortlich. Mediziner gehen davon aus, dass beispielsweise eine erhöhte Talgbildung das seborrhoische Ekzem begünstigt. Der Hefepilz Malassezia furfur befällt dabei die betroffenen Hautstellen und führt zu einer Entzündung der Haut. 

Stress, Nervenerkrankungen, Bakterien und ein geschwächtes Abwehrsystem sind ebenfalls mögliche Ursachen. Aus noch ungeklärten Gründen haben AIDS-Erkrankte ein erhöhtes Risiko für seborrhoische Ekzeme.  

Unterschiede zwischen seborrhoischer Psoriasis und seborrhoischem Ekzem  

Mediziner und Wissenschaftler stellen folgende Unterschiede bei den Krankheitsbildern von einer seborrhoischen Psoriasis und einem seborrhoischen Ekzem fest:  

  • Im Vergleich zu einem seborrhoischem Ekzem sind die Schuppen bei einer Schuppenflechte nicht gelb, sondern silber- oder rot/braun-farbig.
  • Auch die Art der Schuppen ist unterschiedlich. Bei einer Psoriasis sind die Schuppen in der Regel dicker, glatt, glänzend und trocken. Bei einem seborrhoischen Ekzem sind die Schuppen größtenteils fettig.
  • Ein seborrhoisches Ekzem begrenzt sich in den meisten Fällen ausschließlich auf den behaarten Kopf. Eine Schuppenflechte (insbesondere eine Psoriasis capitis) übertritt meist die Stirn-Haar-Grenze.
  • Das seborrhoische Ekzem tritt zum ersten Mal oftmals im Säuglingsalter auf (auch Gneis genannt). Es zeigt sich in Form von fest haftenden, gelblich-fettigen Schuppen. Eine Psoriasis vulgaris oder eine Schuppenflechte des behaarten Kopfes (Psoriasis capitis) beginnt gewöhnlich erst im Erwachsenenalter.
  • Der zentrale Gesichtsbereich ist bei einem seborrhoischen Ekzem häufig stark betroffen, bedingt durch die hohe Talgdrüsen-Dichte. Bei einer Psoriasis hingegen ist dieser Bereich in der Regel frei von entzündeten Stellen. 

Seborrhiasis – ein klinisches Mischbild 

 Seborrhiasis bezeichnet im Fachkreis der Mediziner und Wissenschaftler ein klinisches Mischbild. 

Bei Seborrhiasis treten gleichzeitig Aspekte der Psoriasis vulgaris und des seborrhoischen Ekzems auf. Betroffene Körperstellen sind Kopfhaut, Gesicht, Hals und Dekolleté.  

Ärzte sprechen beispielsweise von einer Seborrhiasis, wenn die Stirn-Haar-Grenze befallen ist und gleichzeitig ein seborrhoisches Ekzem auf der Gesichts- und/oder Kopfhaut vorliegt. 

Seborrhoische Psoriasis und seborrhoisches Ekzem – ähnlich und doch unterschiedlich  

Entzündete Hautoberfläche sowie Rötungen und Schuppung der Haut am Kopf und Oberkörper. Auf den ersten Blick sind sich die Symptome einer seborrhoischen Psoriasis und eines seborrhoischen Ekzems sehr ähnlich. Bei genauer Betrachtung finden sich aber klare Unterschiede. 

Die Ausprägung, Form und die betroffenen Stellen geben in den meisten Fällen den ausschlaggebenden Hinweis. In beiden Fällen ist jedoch klar, dass nur ein Hautarzt eine eindeutige Diagnose erstellen kann.  

Was beide Hauterkrankungen definitiv gemeinsam haben – sie sind für die Betroffenen belastend. Die entzündeten Hautstellen zeigen sich in der Regel am Kopf und im Gesicht und sind gut sichtbar für das Umfeld der Patienten.  

Sowohl die seborrhoische Psoriasis als auch das seborrhoische Ekzem sind heutzutage gut behandelbar. Je nach Ausprägung unterscheidet sich jedoch die Behandlung der betroffenen Stellen.  

Daher ist es wichtig, dass die Diagnose frühzeitig von einem Facharzt gestellt wird und du dich ausführlich beraten lässt. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die dir den Umgang mit dieser Hauterkrankung erleichtern werden. Ganz gleich ob seborrhoische Psoriasis oder seborrhoisches Ekzem, mit der richtigen Behandlung fühlst du dich wieder wohl in deiner Haut.

Gehörst auch du zum Kreis der Betroffenen? Leidest du an einer seborrhoischen Psoriasis oder einem seborrhoischen Ekzem? Teile deine Geschichte mit uns – gerne auch in unserer Facebookgruppe! 

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Quellen: 

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