Stress. Ein Thema, mit dem sich jeder von uns früher oder später einmal konfrontiert sieht. Jedoch ist genau das einer der größten Auslöser von Psoriasis (Schuppenflechte). Da sich Stress nicht immer vermeiden lässt, ist es umso wichtiger, Methoden zu finden, um bei einer Krankheit wie Schuppenflechte Stress aktiv abzubauen.

Wir zeigen dir den Zusammenhang zwischen Psoriasis (Schuppenflechte) und dem Auslöser Stress und geben dir Anregungen, wie du den Abbau von Stress gekonnt in deinen Alltag integrierst.

Stress: Unser ständiger Begleiter im Leben – nicht nur bei Psoriasis (Schuppenflechte)

Wenn du deine Freunde fragst, wie sie sich fühlen, kommt oftmals nur ein Wort: gestresst. Und auch wenn du dein eigenes Leben betrachtest, wird dir auffallen, dass du häufiger gestresst bist, als dir lieb ist.

Manchmal merken wir gar nicht, wie sich der Stress langsam anschleicht, auf einem kaum erkennbaren Niveau beginnt und sich dann zunehmend in unserem Alltag festsetzt. Sei es bei der Arbeit oder in der Freizeit. Eines meiner Unworte hierbei ist „Freizeitstress“.

Auch ich entdecke häufig, dass ich meine freie Zeit so verplane, dass es beinahe in Stress ausartet. Da du Stress nicht gänzlich entgehen kannst, ist es insbesondere bei Psoriasis (Schuppenflechte) wichtig, Methoden zum Abbau von Stress in deinen Alltag zu integrieren.

Schuppenflechte – Stress als Ursache oder Folge von Psoriasis?

Vielleicht ist dir auch schon aufgefallen, dass deine Haut in stressigen Zeiten besonders stark von Schuppenflechte betroffen ist. Viele Psoriasis Patienten berichten davon, dass Stress ganze Schübe auslöst, oder aber die bestehenden Symptome der Schuppenflechte deutlich verschlimmert.

Ob und wie stark sich eine gestresste Psyche auf die Erkrankung Psoriasis auswirkt, ist dabei von Person zu Person unterschiedlich. Auch fehlen an dieser Stelle leider noch ausreichend wissenschaftliche Studien. Viele Mediziner und Wissenschaftler vertreten jedoch bei der Krankheit Schuppenflechte die Meinung, dass Stress sowohl als Ursache als auch als Folge gilt.

Stress als Auslöser/Ursache bei Psoriasis (Schuppenflechte)

Eine gestresste Psyche gilt als eine mögliche Ursache und Risikofaktor bei Psoriasis, der die Beschwerden deiner Schuppenflechte verstärken oder neue Schübe der Krankheit auslösen kann.

Zu den weiteren auslösenden Faktoren (sogenannte Trigger) von Psoriasis zählen beispielsweise:

  • Hautverletzungen,
  • Infektionen,
  • Alkohol,
  • Rauchen,
  • Medikamente,
  • Übergewicht und
  • übermäßige Sonneneinstrahlung.

Psoriasis (Schuppenflechte) als Auslöser für Stress

Als wäre dies nicht schlimm genug, kommt hinzu, dass häufig auch der umgekehrte Fall eintritt: Die Erkrankung Psoriasis (Schuppenflechte) verursacht Stress. Sei es durch die zeitaufwendige und langwierige Therapie, durch die schmerzhaften und unangenehmen Symptome der Schuppenflechte oder schlichtweg durch die äußere Sichtbarkeit der Symptome.

Psoriasis ist in den allermeisten Fällen sowohl mit einer physischen als auch mit einer psychischen Belastung für die Betroffenen verbunden.

Dabei fühlen sich Patienten mit Psoriasis stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Die deutliche Sichtbarkeit der Symptome schädigt oftmals das Selbstwertgefühl der Betroffenen. Auffällige Hautveränderungen, die häufig nicht versteckt werden können, und die Unwissenheit der Öffentlichkeit treiben Psoriatiker nicht selten aus Scham in die soziale Isolation.

Auch Depressionen oder Alkoholmissbrauch sind häufige Folgen.

Und schon befinden wir uns in einem Teufelskreis. Stress verursacht Schuppenflechte – und Schuppenflechte verursacht Stress. Um dieser Spirale von einer gestressten Psyche als Auslöser und Folge zu entkommen, gibt es nur eine Möglichkeit: Stress weitestgehend zu vermeiden oder abzubauen!

Die ideale Lösung: Stress gar nicht erst aufkommen lassen

Langfristig ist die beste Möglichkeit, um Stress zu bekämpfen, ihn gar nicht erst aufkommen zu lassen. Leichter gesagt als getan … In unserer heutigen Leistungsgesellschaft gehört es zum Alltag, ständig erreichbar zu sein und den steigenden Anforderungen in sämtlichen Lebensbereichen gerecht zu werden.

Der erste Schritt ist dabei gar nicht so schwierig. Finde für dich selbst heraus, was die Ursachen für deinen persönlichen Stress sind. Jeder Mensch empfindet Stress unterschiedlich und auch die Ursachen können aus den verschiedensten Bereichen kommen.

Deine persönlichen Ursachen und Risikofaktoren von Psoriasis (Schuppenflechte)

Zu den bekannten Ursachen und Risikofaktoren der Krankheit Schuppenflechte zählen beispielsweise schlechter Schlaf, hoher Termindruck oder Überforderung. Aber auch persönliche Charaktereigenschaften und daraus (selbst auferlegte) resultierende soziale Verpflichtungen ebenso wie manche Menschen aus deinem Umfeld können eine Ursache für Stress sein.

Häufig entwickelt sich Stress auch aus einem Unwohlgefühl, welches über längere Zeit anhält. So beispielsweise, wenn du unzufrieden mit deinem Gewicht bist, oder merkst, dass deine ungesunde Ernährung sich beinahe täglich auf deine Verdauung auswirkt.

Überdenke auch dein persönliches Zeitmanagement, um Stress so gut wie möglich vorzubeugen.

Wäre es manchmal vielleicht sinnvoll, früher aufzustehen, damit der Tag nicht schon voller Zeitdruck und Hektik startet? Und musst du bei der Arbeit wirklich „everybody´s darling“ sein – oder kannst du vielleicht Nein sagen, wenn Kollegen dich um einen Gefallen bitten? Immerhin bist du derjenige, der dann wieder verspätet Feierabend macht und bei privaten Plänen hinterherhinkt.

Stress gar nicht erst aufkomme zu lassen, ist natürlich nicht nur die ideale Lösung für Betroffene von Psoriasis (Schuppenflechte) – sondern gilt für alle Menschen!

Tipps und Methoden: Stress abbauen bei Psoriasis (Schuppenflechte)

Bei aller Mühe wird es nicht immer möglich sein, Stress zu vermieden. Entsteht dieser also doch, gibt es bestimmte Möglichkeiten, um deine Psyche zu entlasten.

Die Möglichkeiten reichen von kurzen Pausen zum Abschalten im Alltag, über Yoga als Entspannungsmethode bis hin zu regelmäßigen Sporteinheiten.

Wichtig ist, die für dich wirksamen und ansprechenden Methoden zu finden, damit du sie in deinen Alltag einbauen kannst.

Um dir eine Anregung zu schaffen, welche Möglichkeiten und Methoden es gibt, stellen wir dir nachfolgend eine kleine Auswahl vor. Vielleicht ist ja etwas dabei für dich. Probiere es einfach aus und beobachte den jeweiligen Effekt auf deine Erkrankung und auch auf deine Psyche.

Kurze Pausen im Alltag

Manchmal kann es so einfach sein. Gönne dir regelmäßig Auszeiten, um die Geschwindigkeit in deinem Alltag etwas zu reduzieren. Dies kann die reguläre Mittagspause in der Arbeit, ein Spaziergang oder ganz einfach eine entspannende Tasse Tee sein.

Wichtig ist, dass du dir aktiv Zeit nimmst und deine Tätigkeit bewusst unterbrichst. Dieser Punkt ist einfach und wirklich für jedermann umsetzbar und kann ohne Probleme in den Alltag integriert werden.

Autogenes Training, progressive Muskelentspannung und Meditation

Eine weitere Methode, um Stress gezielt abzubauen, ist autogenes Training. Hier stellst du dir etwas vor und nutzt so bewusst die Kraft deiner Gedanken. Du hypnotisierst dich in gewisser Weise selbst.

Bei der progressiven Muskelentspannung spannst du bestimmte Muskelgruppen an und entspannst diese anschließend wieder. Durch dieses Verfahren gibst du sowohl Körper als auch Geist die Gelegenheit durchzuatmen.

Und bei einer Meditation führst du Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen durch, um in einen Ruhezustand zu kommen.

Diese drei Methoden brauchen etwas Übung und klappen nicht immer auf Anhieb. Lass dich dadurch nicht frustrieren oder gar stressen. Denn, wenn du sie erst beherrschst, können sie wahre Wunder gegen Stress sein.

Yoga

Yoga eignet sich hervorragend zur Stressreduktion. Das Ziel ist es, in der Bewegung abzuschalten und dich mit deinem Körper zu verbinden. Durch bestimmte Stretch-, Atem- und Halteübungen reduziert sich dein Stresslevel wie von selbst.

Gib dem Ganzen jedoch einige Wochen Zeit. Ebenso wie bei dem vorherigen Punkten braucht auch Yoga etwas Übung, um im Alltag wirken zu können.

Sport treiben

Klingt einfach, ist es aber manchmal gar nicht. Die Rede ist von Sport. Dieser hilft nachweislich, dein Stressniveau zu senken. Wichtig für deine dauerhafte Motivation ist es aber, eine bestimmte Sportart zu wählen, die dir wirklich Spaß macht.

Für manche Menschen ist Sport in der Gruppe ein Anreiz, um sich regelmäßig zu betätigen. Andere hingegen mögen es lieber, flexibel und spontan allein Sport zu treiben. Alles ist erlaubt – es darf sich nur nicht all zu sehr nach Druck und somit nach Stress anfühlen.

Es wäre nicht zielführend, wenn der Sport noch mehr Druck in deiner Psyche erzeugt. Bedenke, dass es manchmal schon völlig ausreicht, sich wenige Minuten im Wohnzimmer sportlich zu betätigen, um einen stressreduzierenden Effekt zu erzielen.

NEIN sagen

Dieser Punkt ist nicht nur, aber besonders bei der Arbeit relevant. Arbeitgeber, die immer höhere Anforderungen stellen, Kollegen, die immer häufiger um einen Gefallen bitten, zusätzliche Aufgaben, die deine Kapazität sprengen.

Es ist im Arbeitsleben nicht immer möglich, aber häufig trauen wir uns nicht, „einfach einmal“ Nein zu sagen. Gerade Überforderung wirkt sich stark negativ auf deinen Stress aus. Lass es erst gar nicht so weit kommen, sondern ziehe rechtzeitig die Reißleine und tritt deiner Gesundheit zuliebe auf die Bremse.

Lachen

Einer meiner persönlichen Favoriten beim Abbau von Stress und somit ein wahrer Tipp von Herzen ist Lachen. Richtig gehört. Beim Lachen werden Endorphine im Körper ausgeschüttet, welche das Stressniveau im Körper nachweislich senken.

Dabei ist es nicht relevant, ob du wirklich lachen musst oder ob du nur so tust. Denn Forscher haben herausgefunden, dass nach fünf Sekunden Mundwinkel nach oben Ziehen Endorphine ausgeschüttet werden. Sei also nicht immer so ernst, sondern zwinge dich hin und wieder zu einem Lächeln. Du wirst den Unterschied selbst merken!

Tipps bei Psoriasis gezielt in den Alltag integrieren

Für dich als Betroffenen der Krankheit Psoriasis (Schuppenflechte) ist Stress nicht nur ermüdend und kräftezehrend wie für alle anderen Menschen auch. Der Teufelskreis Stress wiegt für Psoriatiker nochmals schwerer, da eine gestresste Psyche sowohl eine Ursache als auch eine Folge der Erkrankung Schuppenflechte ist. Ohne bewusste und aktive Gegenmaßnahmen bist du in der negativen Spirale von „Schuppenflechte Stress“ gefangen.

Die Folgen sind sowohl physischer als auch psychischer Natur und sollten unbedingt angegangen werden. Idealerweise vermeidest du eine gestresste Psyche. Das ist in unserer heutigen Welt nicht einfach umzusetzen.

Es gibt aber eine Reihe von hilfreichen Tipps und bestimmte Möglichkeiten, die dir als Betroffenen von Psoriasis helfen werden, deinen persönlichen Stress zu reduzieren.

Die Anzahl an Tipps, Entspannungstechniken und täglichen Ritualen, die der Ruhe und Entspannung dienen, ist groß. Entscheidend ist, dass du die Optionen findest, die dir Spaß machen und die du ohne größeren Aufwand regelmäßig durchführen und in deinen Alltag integrieren kannst.

Letztendlich sei erwähnt, dass du aufpassen solltest, dass die Tipps und Methoden zur Stressreduzierung nicht zusätzlich Stress verursachen.

Ich habe beispielsweise einmal einen Vertrag für ein Fitnessstudio abgeschlossen. Da ich wenig Zeit hatte, musste ich die Termine mühsam in meinen Zeitplan quetschen. Habe ich es bedingt durch Zeitdruck doch nicht ins Fitnessstudio geschafft, war das schlechte Gewissen groß und somit auch der emotionale Stress …

Wie gehst du mit Stress um? Welche Tipps kannst du anderen Betroffenen der Erkrankung Psoriasis (Schuppenflechte) geben? Jeder muss seine eigene Art finden, um bewusst mit Stress umzugehen, die Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen wirken bei der Suche aber oftmals motivierend und inspirierend. Unsere Facebookgruppe ist ein idealer Anlaufpunkt, um sich mit anderen Patienten mit Psoriasis auszutauschen – schau doch einmal vorbei!

FAQ zu Schuppenflechte Stress

Kann Stress Schuppenflechte auslösen?

Stress allein reicht nicht aus, um die chronisch-entzündliche Hauterkrankung Schuppenflechte (Psoriasis) auszulösen. Laut Wissenschaftlern und Medizinern muss eine genetische Veranlagung (Disposition) für Psoriasis gegeben sein. Auslösende Faktoren (sogenannte Trigger) wirken dann im Zusammenspiel mit den Genen und können den Ausbruch von Schuppenflechte begünstigen. Neben Stress zählen beispielsweise auch bestimmte Medikamente, Hautverletzungen, Übergewicht und Alkohol zu den möglichen Auslösern von Psoriasis.

Kann Stress Schuppenflechte verschlimmern?

Ja, Stress kann dein Hautbild bei Psoriasis deutlich verschlimmern. Viele Betroffene berichten davon, dass Stress einen negativen Einfluss auf die Haut hat und berichten von regelmäßigen Schüben aufgrund von zu viel Stress. Es ist also wichtig, dass du auf dein Stress-Level achtest und dir auch Auszeiten gönnst.

Wie kann ich meinen Stress bei Psoriasis abbauen?

Hier kannst du eine ganze Reihe an Dingen tun. Versuche deinen Terminplan nicht zu voll zu stopfen, schreibe To-Do-Listen und gönnen dir gezielt Auszeiten. Sport, Yoga, autogenes Training und frische Luft können ebenfalls helfen, dein Stress-Niveau bei Schuppenflechte gering zu halten. Manchmal hilft es auch, einfach nein zu sagen.

Wie durchbreche ich den Teufelskreis von Schuppenflechte und Stress?

Bei vielen Betroffenen verschlechtert Stress die Schuppenflechte. Eine schlechte Haut wiederum verursacht bei Psoriatikern erhöhten Stress. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, empfiehlt es sich, gezielt Sport zu treiben, regelmäßig Pausen und Auszeiten einzulegen und auf den eigenen Körper zu hören. Auch gezieltes Nein-Sagen kann helfen, den Teufelskreis aufzulösen.

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Quellen:

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