Psoriasis juckt, Psoriasis sieht nicht sehr schön aus und Psoriasis kann sich auch auf die Gelenke auswirken. Soweit, so klar. Dass sich die Hauterkrankung aber auch massiv auf die Lebensqualität auswirkt, ist den meisten Hautgesunden nicht bewusst. Ein Bericht über die Auswirkungen von Schuppenflechte, welche Einfluss auf alle Bereichen des Lebens nehmen kann.

Die offensichtlichen Auswirkungen von Psoriasis

Jeder, der an Psoriasis leidet, kann ein Lied davon singen. Es gibt gute und schlechte Tage bei der Hautkrankheit. Ja sogar gute und schlechte Monate oder gar Jahre. Aber auch an guten Tagen ist die Hauterkrankung gut sichtbar und rot leuchtend abgegrenzt von der gesunden Haut. Leider sticht Schuppenflechte nicht nur direkt ins Auge. Sie juckt, sie schmerzt. Sobald du zu kratzen beginnst, startet ein Teufelskreis aus Kratzen und damit dem Verschlechtern des Hautbildes (was du gegen Juckreiz tun und wie dieser Teufelskreis durchbrochen werden kann, erfährst du hier). Zudem ist die Haut an diesen Stellen extrem dünn, so dass sich schnell kleine Wunden bilden. Vielleicht kennst du auch das Problem, ständig deine Kleidung mit Blut-Flecken vorzufinden? An manchen Tagen spannen die Plaques auch so sehr, dass jede Bewegung schmerzt. Dann fallen auch einfachste Tätigkeiten, wie das Binden der Schnürsenkel, schwer. Soweit zu den offensichtlichen Auswirkungen von Psoriasis. Die Hauterkrankung zieht jedoch einen langen Schwanz an Problemen mit sich. Und dabei handelt es sich nicht nur um Zusatzerkrankungen. Die gesamte Lebensqualität kann durch Psoriasis leiden.

Der Zusammenhang zwischen Psoriasis und der Lebensqualität

Je nach der Schwere der Erkrankung, dem Alter, Geschlecht, der Lebensphase, den betroffenen Hautstellen, den eben genannten Begleiterkrankungen (wie z.B. der Arthritis) sowie der psychischen Belastung, kann die Lebensqualität stark eingeschränkt sein. Dazu kommt in vielen Fällen auch noch die Belastung durch die Behandlung der Psoriasis, welche je nach Therapieart sehr zeitaufwendig sein kann (eine Übersicht der Therapiearten findest du hier). Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Schuppenflechte für 15 Prozent der Betroffenen mit leichter Form der Hauterkrankung ein erhebliches Problem darstellt. Bei mittelschwerer Form sind es 23 Prozent und bei Betroffenen mit einer schweren Form der Erkrankung 51 Prozent. Überhaupt gaben nur gut 15 Prozent der Befragten an, keinerlei Auswirkungen auf die Lebensqualität zu verspüren. Andere Studien haben gezeigt, dass die körperliche Belastung durch Psoriasis die Lebensqualität unter das Niveau von Depressionen, Typ 2 Diabetes, eine chronische Lungenerkrankung oder Krebs sinken lässt.

Viele Aktivitäten des Alltags sind durch Psoriasis betroffen

Aktivitäten, die dabei stark bis sehr stark beeinträchtig sind, werden im Folgenden aufgelistet:

  • Wahl der Kleidung (bei 56 Prozent der Betroffenen)
  • Schwimmbadbesuch (45 Prozent)
  • Waschen der Kleidung (40 Prozent)
  • Sport (38 Prozent)
  • Schlafen (34 Prozent)
  • Sexuelle Beziehung (27 Prozent)

Nicht eingeschlossen wurde z.B. die Ausübung des Berufs, welche ebenfalls durch die Hauterkrankung beeinflusst werden kann. Wichtig zu wissen ist, dass die mit der Psoriasis verbundene Stigmatisierung und Belastung der Lebensqualität eine anhaltende Wirkung im Leben ausüben können. Die Beeinträchtigung kann dabei im Lebensverlauf auch ansteigen und zu einer chronischen Behinderung werden. Diese ist in vielen Fällen nicht mehr rückgängig zu machen. Daher ist es besonders wichtig, Psoriasis frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Psoriasis und die Psyche

Was bisher noch kaum in diesem Artikel erwähnt wurde, ist der Einfluss der Psyche auf die Lebensqualität. Psoriasis wirkt sich auch auf das psychische Wohlbefinden der Betroffene aus. So liegt die Lebensqualität bei der Hauterkrankung in Bezug auf die psychische Belastung wiederum unter der von Krebs oder Typ 2 Diabetes. Das Leben mit Schuppenflechte wird besonders dann erschwert, wenn Plaques an leicht sichtbaren Hautstellen vorkommen. Das sind z.B. das Gesicht oder auch die Hände. Die dabei auftretenden psychischen Einflüsse können Depressionen, mangelndes Selbstbewusstsein oder den sozialen Rückzug nach sich ziehen. Dass dabei die Lebensqualität deutlich beeinflusst wird, liegt auf der Hand. So überrascht es auch nicht, dass knapp zehn Prozent aller Betroffenen schon einmal Selbstmord-Gedanken hatten.

Psoriasis und die Akzeptanz in der Gesellschaft

Neben den persönlichen Gründen für die Einschränkung der Lebensqualität bei Psoriasis, ist auch die fehlende Akzeptanz in der Gesellschaft ein wichtiger Einflussfaktor. Hartnäckig hält sich das Gerücht, die Hauterkrankung sei ansteckend. Betroffene berichten auch häufig über Einsamkeit, Ausgrenzung, Frustration oder fühlen sich nicht attraktiv. Wie bereits erwähnt, folgt auf die Reaktion des Umfeldes dann oft die soziale Isolation. Die Patienten spielen dabei aber auch eine gewichtige Rolle. Viel zu lange haben sich diese versteckt bzw. die betroffenen Hautstellen verdeckt. Zwar leidet statistisch jeder 50ste in Deutschland an Psoriasis, jedoch sieht man Betroffene selten in der Öffentlichkeit. Nur ganz langsam beginnt sich die Hauterkrankung seinen Platz in der Gesellschaft zu suchen. So zeigen betroffene Stars, wie z.B. Liam Gallagher von Oasis oder Kim Kardashian, ihre Betroffenen Hautstellen auch in der Öffentlichkeit.

Zusammenfassung und die Rolle von Farbenhaut

Psoriasis wirkt sich nicht nur auf die Haut, sondern auch deutlich negativ auf die Lebensqualität aus. Die allermeisten Betroffenen berichten von Einflüssen auf die Ausübung des Alltags. Viele Dinge, die Hautgesunde als selbstverständlich erachten, fallen mit der Hauterkrankung schwer. Das Spektrum reicht von Bewegungseinschränkungen, über die Wahl des Berufs bis zur fehlenden Akzeptanz in der Gesellschaft. Die Lebensqualität leidet dabei so sehr, dass diese unter das Niveau von Krebspatienten oder Patienten mit Diabetes Typ 2 fällt. Die Beeinträchtigungen können sich im Laufe des Lebens anhäufen und sind in vielen Fällen nicht mehr rückgängig zu machen. Daher ist es wichtig, frühzeitig eine gute Behandlung zu finden. Gerade bei Kindern sollten Behandlungen zeitnah gesucht werden, um Folgeerscheinungen zu minimieren. Die Einschränkungen der Lebensqualität sind dabei von Patient zu Patient unterschiedlich, was durch verschiedene Faktoren abhängig ist (z.B. betroffene Hautstellen oder das Alter).
Farbenhaut setzt sich dafür ein, das Bild von Psoriasis in der Öffentlichkeit deutlich zu verbessern. Unsere Vision ist es, die Hautkrankheit als etwas Natürliches zu sehen. Ähnlich einem Muttermal. Wir verstehen uns als zentrales Sprachrohr für alle Betroffenen und wollen dich ermutigen, offen mit der Krankheit umzugehen. Geh raus, zeig dich. Es gibt in Deutschland noch ungefähr 1.499.999 andere Betroffene, die ebenso erkrankt sind. Jeder, der sich zeigt, tut zum einen seiner Haut etwas Gutes (z.B. durch das Sonnenlicht) und zum anderen macht er es für alle anderen Betroffenen etwas leichter, sich auch zu zeigen.
Wie sieht denn deine Lebensqualität aus? Ist diese beeinträchtigt? Erzähl auch allen anderen davon und nimm Kontakt zu uns auf…

Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.