Symptome von Psoriasis kommen und gehen. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben. Streng wissenschaftlich ist die Ursache noch nicht ermittelt, es gibt jedoch Einigkeit, dass es besondere Auslöser von Psoriasis gibt. Diese Auslöser, auch Trigger genannt, können die Schuppenflechte massiv verschlechtern.

Know your enemy. Dieses Schlagwort lässt sich gut auf den Bereich der Psoriasis übertragen. Denn je mehr du über Psoriasis Bescheid weißt, umso größer ist auch deine Macht, die chronische Hauterkrankung in den Griff zu bekommen. Folgende Trigger lösen Psoriasis besonders häufig aus (in alphabetischer Reihenfolge):

1. Psoriasis-Auslöser: Alkohol

Alkohol beeinflusst Psoriasis bereits in kleinen Mengen negativ. Dies liegt daran, dass der Botenstoff Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) wesentlich am Auftreten von Psoriasis beteiligt ist. Es zeigt sich, dass regelmäßiger Alkoholkonsum die Produktion von TNF-alpha fördert und somit auch das Auftreten der Schuppenflechte. Eine Studie zeigt, dass der TNF-alpha-Wert besonders bei Personen, die zwei- bis dreimal pro Woche mehr als 40 Gramm reinen Alkohol trinken, erhöht ist. Dies entspricht in etwa einem Liter Bier bzw. einem halben Liter Wein. Besonders erschreckend ist dieser Trigger, da laut einer wissenschaftlichen Studie aus dem Jahr 2010 Personen mit Psoriasis dazu tendieren, mehr Alkohol zu trinken.

2. Psoriasis-Auslöser: Ernährungsbezogene Trigger

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und der Psoriasis ist bisher kaum ergründet. Zwar steckt die Forschung hierzu noch in den Kinderschuhen, es gibt allerdings viele Hinweise darauf, dass die Ernährung einen deutlichen Einfluss auf die Ausprägung der Schuppenflechte nehmen kann. Empfehlenswert ist, besonders auf fettiges Essen, Gluten, Zitrusfrüchte sowie Milch zu verzichten. Auch Zucker sollte stark reduziert werden. Als leider etwas unbefriedigende Regel gilt: Jeder muss für sich selbst herausfinden, welche Ernährung der eigenen Haut gut tut.

3. Psoriasis-Auslöser: Infektionen

Einige weit verbreitete Infektionen sind als Trigger von Psoriasis bekannt. Besonders eine Streptokokken-Infektion kann Psoriasis auslösen bzw. verschlimmern. Bei einer zu starken Vermehrung der Streptokokken (grundsätzlich befinden sich diese immer im Körper) kann es zu einer Reihe ernsthafter Erkrankungen, wie einer Mandel-, Mittelohr- oder Kehlkopfentzündung, kommen. Aber auch bei einer Infektion der oberen Atemwege besteht ein erhöhtes Risiko, Schuppenflechte zu triggern. Schon beim Verdacht einer Infektion sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

4. Psoriasis-Auslöser: Hautverletzungen

Vielleicht ist dir auch schon aufgefallen, dass schon kleine Hautverletzungen Auslöser für einen weiteren Schuppenflechte-Herd sein können. Diese können direkt über der Verletzung oder der direkten Umgebung auftreten. Dies liegt daran, dass bei jeder Art von Verletzungen entzündungsfördernde Botenstoffe zur Wunde geliefert werden. Bei gesunden Menschen fördern diese die Reparatur und wehren mögliche Eindringlinge ab. Bei Psoriasis-Patienten gerät dieser Mechanismus außer Kontrolle und es werden immer mehr solcher Botenstoffe produziert. Das Problem bei dieser Art der Verletzung ist, dass sie immer auftreten kann. Sei es bei der Gartenarbeit, durch Insektenbisse oder durch das eigene Haustier. Daher ist es immer wichtig, bei entsprechenden Aktivitäten alle möglichen Vorkehrungen zu treffen, um Verletzungen der Haut vorzubeugen.

5. Psoriasis-Auslöser: Kaltes, trockenes Wetter

Dies ist wohl der Auslöser, der am einfachsten zu erkennen ist. Besonders im Winter neigt bei vielen Betroffenen die Haut dazu, trocken, rissig und schuppig zu werden. Dies liegt daran, dass bei kaltem Klima Feuchtigkeit von der Haut abgegeben wird, um diese zu schützen. Trockenes Wetter und Heizungen verstärken diesen Effekt nochmals. Wichtig ist somit, auf eine gute Versorgung der Haut zu achten. Auch ein Raumbefeuchter kann an kalten Tagen wahre Wunder bewirken.

6. Psoriasis-Auslöser: Medikamente

Zwar dienen Medikamente eigentlich der Heilung von Krankheiten, im Fall von Psoriasis kann bei bestimmten Medikamenten jedoch genau das Gegenteil auftreten: Die Haut verschlechtert sich. Dazu zählen z.B. Betablocker, ACE-Hemmer (beides für den Herz-Kreislauf), Chinidin (Herzmedikament), Lithium (Depressionen), Tetrazykline (Antibiotika) oder auch Anitmalariamittel. Daneben können Eingriffe ins Hormonsystem sowohl positive als auch negative Effekte auf die Haut haben. Informiere deinen behandelnden Arzt am besten frühzeitig, falls du eines oder mehrere dieser Medikamente einnimmst.

7. Psoriasis-Auslöser: Rauchen

Rauchen nimmt direkten Einfluss auf die Ausprägung der Psoriasis. Mehrere Studien stellen dies unter Beweis. So sind Personen durchschnittlich stärker an Psoriasis erkrankt, welche stärker rauchen, als Personen, die nicht oder nur in geringem Maße rauchen. Betroffene, die mehr als 20 Zigaretten pro Tag rauchen, haben ein etwa zweimal so hohes Risiko, an einer Psoriasis mit schweren Symptomen zu leiden. Zudem spielt auch die Anzahl der Jahre als Raucher eine Rolle. Eine Person, die über 30 Jahre mehr als 20 Zigaretten am Tag geraucht hat, besitzt ein um 30 % höheres Risiko, an einer schweren Psoriasis erkrankt zu sein. Rauchen kann somit das Risiko an Schuppenflechte zu erkranken erhöhen und auch die Symptome verschlechtern.

8. Psoriasis-Auslöser: Übermaß an Sonne

Auch das zu lange Verweilen in der Sonne kann ein Trigger für Psoriasis darstellen. Gerade in Verbindung mit Meerwasser wirkt sich angemessenes Sonnenbaden zwar positiv auf die Symptome der Psoriasis aus, ein Sonnenbrand kann jedoch genau das Gegenteil bewirken. Es empfiehlt sich also immer, in die Sonne zu gehen, die Sonneneinstrahlung aber auch nicht zu übertreiben.

9. Psoriasis-Auslöser: Stress

Stress und Psoriasis gehen oftmals Hand in Hand. Leider ist gerade Stress einer der Haupt-Trigger für das Verschlimmern der Haut. Ganz egal, ob es sich dabei um emotionalen Stress oder beispielsweise Stress in der Arbeit handelt. Jeder Betroffene sollte versuchen, das eigene Stressniveau so gering wie möglich zu halten. Dies klingt im ersten Moment einfach, kann aber aus eigener Erfahrung sehr schwer werden. Daher ist es besonders wichtig, Methoden zu finden, um besser mit Stress umgehen zu können. Hier haben sich beispielsweise Yoga oder Meditation als äußerst wirksam herausgestellt.

10. Psoriasis-Auslöser: Übergewicht

Übergewicht kann sowohl das Risiko für Psoriasis erhöhen, als auch die Symptome verschlimmern. Überhaupt gilt ein zu hoher Body Mass Index (kurz BMI oder die Relation der Körpergröße zum Körpergewicht) als einer der größten Risikofaktoren für eine Verschlechterung der Psoriasis. Dies kann verschiedene Ursachen haben: Es entstehen entzündungsfördernde Botenstoffe im Fettgewebe, bei Personen mit höherem BMI treten vermehrt Hautfalten auf, was die Reibung der Haut erhöht und zudem steigt die Schweißproduktion bei erhöhtem Gewicht, was für ein schnelleres Austrocknen der Haut sorgt. Die Fettzellen setzen dabei Botenstoffe ab, welche zum einen das Hungergefühl erhöhen, zum anderen aber auch größere Mengen an Entzündungsmarkern (Interleukin, TNF-alpha) hervorbringen. Dieser Punkt ist besonders relevant, da ca. 50 Prozent aller behandelten Patienten einen BMI von über 30 aufweisen (Normalbereich zwischen 18,5 und 25). Zudem konnte eine Studie aus dem Jahr 2013 einen Zusammenhang zwischen einer kalorienreduzierten Diät und dem Verbessern der betroffenen Hautstellen herstellen.

Fehlt ein Trigger? Hast du zu einem Trigger besondere Erlebnisse zu berichten? Gerne würden wir auch deine Erfahrungen zu diesem sehr relevanten Thema erfahren. Dafür kannst du die Kommentarfunktion nutzen oder dich hier bei uns melden. Bald werden wir diesbezüglich auch Umfragen durchführen und die Auswertungen natürlich auf Farbenhaut präsentieren.

Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.