Dass Rauchen nicht gesund ist, weiß inzwischen jeder. Zigarettenkonsum wird mit Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Hautalterung in Zusammenhang gebracht. Aber wusstest du auch, dass es einen Zusammenhang zwischen Schuppenflechte und Rauchen gibt? Das alles und noch viel mehr Informationen rund um den Tabakkonsum findest du in diesem Artikel. 

Geschichte des Rauchens

Die Geschichte des Rauchens datiert mehrere tausend Jahre zurück. Schon die Schamanen in Amerika nutzen Rauchen für ihre Rituale. Als die Europäer im 16. Jahrhundert in Amerika ankamen, exportierten sie das Rauchen und brachten es in ihre Heimat. Lange Zeit galt Rauchen als chic und modern. Ab den 1960ern kamen allerdings erste Bedenken auf. Die gesundheitlichen Auswirkungen von Rauchen rückten zunehmend in das öffentliche Interesse. Heutzutage gilt rauchen als eine der größten Ursachen für Todesfälle. 

Was ist Rauchen eigentlich?

Unter Rauchen wird das inhalieren und exhalieren von Dämpfen verstanden. Die Dämpfe entstehen durch das Verbrennen von unterschiedlichen pflanzlichen Stoffen. Meistens wird der Begriff Rauchen mit Tabak in Verbindung gebracht. Dieser wird mittels Zigarette, Zigarre oder Pfeife konsumiert. 

Was ist Tabak?

Tabak wird aus den Blättern der Tabakpflanze gewonnen. Die Tabakpflanze gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Sie wird vor allem in Nord- und Südamerika, sowie Australien und Südpazifik angebaut. Tabak enthält bis zu 4800 Inhaltsstoffe. Einer der bekanntesten davon ist Nikotin. 

Nikotin – was ist das?

Nikotin ist einer der Hauptbestandteile von Tabak. Es ist ein Nervengift und wird in den Wurzeln der Tabakpflanze gebildet. Von dort aus wandert es in die Blätter der Pflanze und schützt sie vor Fressfeinden. Aufgrund dieser Wirkung wird Tabak auch als Insektenschutzmittel eingesetzt. Nikotin ist der Stoff, der immer wieder in Zusammenhang mit Rauchen genannt wird. 

Wie verarbeitet der Körper Nikotin?

Wird Nikotin inhaliert, so erreicht der Stoff über die Lungen die Blutbahn. Innerhalb weniger Sekunden erreicht der Stoff das Gehirn. Dies löst unterschiedliche Effekte aus. Nikotin wird in der Leber abgebaut. Etwas zwei Stunden nach dem Rauchen sind die Effekte wieder verschwunden.

Welche Effekte hat das Rauchen?

Das Rauchen hat eine Reihe von Effekten auf den menschlichen Körper. 

Nikotin wirkt stimulierend

Durch das Rauchen von Nikotin stößt der Körper Adrenalin aus. Dieses beschleunigt den Herzschlag, erhöht die Atemfrequenz und stimuliert den Körper.

Es verschafft Glücksgefühle

Wird Nikotin konsumiert, so führt das zu einem Ausstoß von Dopamin. Dopamin ist ein Botenstoff des Körpers. Er ist für das Belohnungssystem verantwortlich. Daher verschafft Rauchen ein Glücksgefühl.

Erhöhte Konzentration

Viele Raucher berichten, dass Nikotin die Konzentration erhöht. Einige Studien deuten auch darauf hin, dass Nikotin die Gedächtnisleistung verbessert. 

Es steigert die Leistungsfähigkeit

Der stimulierende Effekt von Nikotin führt zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit. Müdigkeit wird unterdrückt, der Appetit gehemmt und die Aufmerksamkeit erhöht. 

Nikotin kann beruhigen

In höheren Dosen wirkt Nikotin beruhigend. Es dämpft Ängste und reduziert Anspannungen. 

Je mehr geraucht wird, desto weniger stark treten diese Effekte auf. Eine Gewöhnung tritt ein. Um die gleichen Effekte zu erreichen, müssen immer höhere Mengen konsumiert werden. Eine Abhängigkeit entsteht. 

Ist Rauchen gefährlich?

Auch wenn einige der Effekte von Rauchen durchaus positiv sind, so ist Rauchen gesundheitsschädlich. Dies hat unterschiedliche Gründe.

Rauchen macht abhängig

Nikotin ist hoch suchterregend. Dies führt dazu, dass Raucher den schädlichen Effekten des Tabakkonsums ausgeliefert sind. Das Rauchen aufzugeben ist schwierig und erfordert viel Disziplin. Die Entzugserscheinungen umfassen das Verlangen nach Zigaretten, Gereiztheit, Konzentrationsbeschwerden, depressive Verstimmungen, Ängste, Nervosität und Schlafstörungen.

Hautalterung

Raucher erleben eine deutlich schnellere Alterung der Haut als Nichtraucher. Dies liegt vor allem daran, dass Nikotin die Blutgefäße der Haut verengt. Dadurch gelangen weniger Nährstoffe und Sauerstoff in die Hautzellen. Darüber hinaus speichert die Haut von Rauchern nur wenig Flüssigkeit. Die Haut trocknet schneller aus, verliert die Spannkraft und wirkt fahl. Falten entstehen schneller und treten deutlicher hervor. 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Rauchen steht in direkter Verbindung mit einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Rauchen schädigt die Blutgefäße und trägt dazu bei, dass die Gefäße verkalken. Durch den Rauch nimmt der Gehalt von Sauerstoff im Blut ab. Dadurch werden die Organe schlechter durchblutet. Mögliche Folgen des Tabakkonsums sind Durchblutungsstörungen der Arme und Beine, Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Risiko für einen Herzinfarkt liegt bei Rauchern doppelt so hoch wie bei Nichtrauchen.

Lungenkrebs

Eine bekannte Nebenwirkung von Rauchen ist der Lungenkrebs. Untersuchungen zeigen, dass Raucher beinahe 30-mal häufiger an Lungenkrebs erkranken als Nichtraucher. Besonders gefährdet sind Menschen, die schon früh zu rauchen begonnen haben. Auch starke Raucher fallen in die Hochrisikogruppe. Der Rauch muss dabei nicht selbst konsumiert werden. Auch Passivrauchen erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. 

Erkrankungen der Lunge

Der Rauch von Zigaretten verschlechtert die Lungenleistung. Normalerweise kann sich die Lunge selbst reinigen. Zigarettenrauch verschlechtert aber diese Fähigkeit. Dadurch entstehen leichter Entzündungen in der Lunge. Besonders gefürchtet ist hierbei die chronische Bronchitis. Sie führt zuzunehmend schlechter Lungenfunktionen. In weiterer Folge kommt es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und Atemnot. Im schlimmsten Fall führt dies zu einer Überlastung des Herzens. 

Diabetes 

Zigaretten können eine Auswirkung auf Diabetes haben. Studien zeigen, dass der Zigarettenkonsum bestehenden Diabetes verschlechtern kann. Es gibt auch Hinweise, dass Rauchen das Risiko an Diabetes zu erkranken erhöht. Die Zusammenhänge sind noch nicht gänzlich erforscht. Es besteht aber der Verdacht, dass der Tabakrauch die Insulinproduktion beeinflusst. Dies gilt nicht nur für den aktiven Zigarettenkonsum, sondern auch für Passivrauchen. 

Rauchen und Krebs

Tabakkonsum steht in direktem Zusammenhang mit Krebs. Rund ein Drittel aller Krebserkrankungen sind auf Zigaretten zurückzuführen. Bei Lungenkrebs ist Rauchen in 90% der Fälle die Ursache. Die Ursachen dafür sind Giftstoffe, die beim Verbrennen von Tabak entstehen. Etwa 250 der 4800 Wirkstoffe des Tabaks sind giftig, 70 davon krebserregend. Durch den Zigarettenkonsum gelangen diese Wirkstoffe in den Körper. Dort greifen sie das Erbgut an. Durch die hohe Menge an Giftstoffen kann der Körper diese Schäden oft nicht mehr reparieren. Die Zellen vermehren sich zu stark und Krebs entsteht. 

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Schuppenflechte und Rauchen

Schuppenflechte ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Haut. Die Haut schuppt sich um ein Vielfaches schneller, als bei gesunden Menschen. Entzündete Hautareale entstehen, die stark jucken können. Psoriasis betrifft vor allem Hände, Arme, Beine und die Kopfhaut

Aber welcher Zusammenhang besteht zwischen Schuppenflechte und Rauchen? Denn der Zigarettenkonsum wird immer wieder mit Psoriasis in Verbindung gebracht. 

Erhöhtes Risiko bei Schuppenflechte und Rauchen

Rauchen steht in Verdacht Schuppenflechte nicht nur auszulösen, sondern auch zu verschlimmern. Studien zeigen, dass Raucher ein doppeltes Risiko haben, an Psoriasis zu erkranken, als Nichtraucher. Vor allem starke Raucher sind eine Hochrisikogruppe, an Schuppenflechte zu erkranken. 

Rauchen aktiviert Psoriasis-Gene

Untersuchungen zeigen, dass Rauchen Schuppenflechte auslösen kann. Der Zigarettenrauch kann die Gene aktivieren, die Psoriasis auslösen. 

Belastetes Immunsystem

Durch die vielen Giftstoffe belasten Zigaretten das Immunsystem. Da Psoriasis eine Fehlfunktion des Immunsystems ist, wirkt sich das ebenfalls negativ auf den Krankheitsverlauf aus. 

Schuppenflechte und Rauchen verschlimmert Entzündungen

Die Inhaltsstoffe von Zigaretten fördern Entzündungen im Körper. Dadurch kann der Zigarettenkonsum bestehende Entzündungen verschlimmern und neue Entzündungen auslösen. 

Verschlechterte Wundheilung 

Der Zigarettenrauch verengt die Blutgefäße im Körper. Dadurch nimmt die Blutversorgung von entzündeten Körperstellen ab. Auch wird weniger Sauerstoff durch den Körper transportiert. Diese Effekte behindern die Heilungsprozesse im Körper. Wunden heilen schlechter und langsamer ab. Ein weiterer Grund, Schuppenflechte und Rauchen nicht zu kombinieren. 

Schuppenflechte und Rauchen belastet die Haut doppelt

Psoriasis ist allgemein belastend für die Haut. Sie führt zu entzündeten Stellen und wird bei Juckreiz die Haut aufgekrazt, so entstehen weitere Schäden. Tabak hat zusätzlich den Effekt, die Versorgung der Haut mit Nährstoffen zu verschlechtern. Die Haut ist schlechter durchblutet und kann Schäden nur unzureichend reparieren. Für eine gesunde und schöne Haut ist Schuppenflechte und Rauchen daher eine besonders schädliche Verbindung. 

Stress als Faktor

Oft greifen Menschen aus Stress heraus zur Zigarette. Stress ist auch einer der stärksten Auslöser für Schuppenflechte. Auch wenn dieser Zusammenhang nicht unbedingt kausal ist, so kann er doch auch eine Rolle spielen, wo Schuppenflechte und Rauchen zusammenspielen. 

Therapie bei Schuppenflechte und Rauchen 

Für Menschen, die an Psoriasis leiden, ist es besonders schädlich, wenn Schuppenflechte und Rauchen aufeinandertreffen.

  • Der Zigarettenkonsum kann Psoriasis auslösen
  • Rauchen verschlechtert die Wundheilung
  • Entzündungen werden verstärkt
  • Das Immunsystem zusätzlich belastet

Durch die giftigen Inhaltsstoffe von Zigaretten wird der Körper außerdem zusätzlich geschwächt. So wirken Schmerzmittel langsamer als bei Nichtrauchern. Darüber hinaus können die Inhaltsstoffe von Zigaretten die Wirkung von Medikamenten blockieren. Dies kann dazu führen, dass Therapien nicht so gut wirken wie bei Nichtrauchern. Die Effekte von Medikamenten werden abgeschwächt und können nicht voll zur Wirkung kommen.  Schuppenflechte-Betroffene sollten daher überlegen, mit dem Rauchen aufzuhören. 

Schuppenflechte und Rauchen: Keine gute Kombination

Rauchen hat viele schädliche Auswirkungen auf den Körper. Auch wenn Tabak seit Jahrtausenden in vielen Kulturen als Genussmittel verwendet wird, sollten die negativen Effekte nicht vernachlässigt werden. Vor allem beim Aufeinandertreffen von Schuppenflechte und Rauchen kommt es zu negativen Folgen. Wer gesund bleiben will, sollte daher die Finger von Tabakprodukten lassen.

FAQ zu Rauchen

Wie wirkt Nikotin auf den Körper?

In geringen Mengen konsumiert wirkt Nikotin stimulierend, konzentrationsfördernd und kann beruhigen. Dies wird durch die Inhaltsstoffe des Tabaks verursacht. Durch die Inhalation des Rauches erreichen die Wirkstoffe in wenigen Sekunden das Gehirn, wo sie ihre Wirkung entfalten. Allerdings hat Nikotin auch viele negative Effekte und wird allgemein als gesundheitsschädlich angesehen. 

Ist Rauchen schädlich?

Ja, Rauchen ist schädlich. Der Zigarettenkonsum wird mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht. Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann Rauchen auch Diabetes und Krebs auslösen. Neue Untersuchungen zeigen auch, dass ein Zusammenhang zwischen Schuppenflechte und Rauchen besteht. Das hohe Suchtpotential von Nikotin macht es schwer, das Rauchen aufzugeben.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schuppenflechte und Rauchen?

Ja, Untersuchungen zeigen, dass Raucher ein doppelt so hohes Risiko haben, an Schuppenflechte zu erkranken wie Nichtraucher. Der Zigarettenkonsum greift das Immunsystem an und verschlimmert die Symptome. Entzündungen werden verstärkt und die Haut heilt langsamer. Auch bestehende Therapien sind bei Rauchen und Schuppenflechte weniger wirksam. 

Hier klicken, dann findest du alle Quellenangaben

Endlich Nichtraucher! Der einfache Weg, mit dem Rauchen Schluss zu machen,Allen Carr, Goldmann Verlag, 2012

Alkohol und Tabak: Grundlagen und Folgeerkrankungen,Anil Batra, Karl Mann, Manfred V. Singer, Michael Adams, Stefan Andreas, Thieme Verlag, 2010

Schuppenflechte: was Sie schon immer über Psoriasis wissen wollten,Ulrich Mrowietz, Gerhard Schmid-Ott, Karger Verlag, 2012

Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 11 Schuppenflechte,Robert Koch-Institut , 2002, via https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/3160/220ShwcFDLtSs_62.pdf?sequence=1 (Stand Juni 2019)

Psoriasis and smoking: links and risks,Naldi Luigi, via  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5683129/ (Stand Dezember 2019)