Lufttemperatur, Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung – als Betroffener einer Hautkrankheit weißt du, dass sich Klima und Wetter sowohl positiv als auch negativ auf deine Haut auswirken können. So ist es auch bei Betroffenen von Psoriasis. Sie spüren alle Jahre wieder auf ihrer eigenen Haut, wie Klima und Wetter Schuppenflechte beeinflussen können.

Als chronisch-entzündliche Hauterkrankung verläuft Psoriasis (Schuppenflechte) meist in Schüben. Akute Phasen mit stark auftretenden Symptomen wechseln sich ab mit nahezu symptomfreien Zeiten. Unser Klima ist dabei ein sogenannter möglicher Trigger (auslösender Faktor) bei Betroffenen.

Wir haben uns angesehen, wie klimatische Bedingungen und Wetter Schuppenflechte beeinflussen und geben zahlreiche Tipps für jedes Wetter!

Schuppenflechte – Ursachen und mögliche Auslöser

Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine sehr individuelle Krankheit, die sich in Hinsicht auf die Ursachen, Symptome und mögliche Therapiemaßnahmen von Patient zu Patient unterscheidet.

Schuppenflechte tritt dabei in unterschiedlichen Ausprägungen und Formen auf. Grundsätzlich findet bei Betroffenen ein übermäßiges Wachstum von Hautzellen statt, welches durch eine fehlgeleitete Reaktion des körpereigenen Immunsystems ausgelöst wird.

Ursachen von Psoriasis

Die Ursachen dieser chronisch-entzündlichen Hauterkrankung sind bis dato nicht vollständig geklärt. Mediziner und Wissenschaftler sind sich jedoch einig, dass die genetische Veranlagung in Kombination mit bestimmten auslösenden Faktoren den Ausbruch der Krankheit und begünstigen kann.

Es gibt laut Wissenschaftlern kein Psoriasis-Gen, welches die Hauterkrankung überträgt. Vielmehr wird die Neigung zu Schuppenflechte über die Gene weitergegeben. Diese Veranlagung (Disposition) allein reicht jedoch aus wissenschaftlicher und medizinischer Sicht nicht aus, um die Krankheit ausbrechen zu lassen.

Trigger (auslösende Faktoren) von Psoriasis

Es gibt eine Reihe von auslösenden Faktoren, die den Ausbruch sowie die Verschlechterung der Hauterkrankung Psoriasis begünstigen.

Zu diesen sogenannten Triggern zählen insbesondere:

  • Infektionen (wie Mandelentzündungen, Angina, Scharlach),
  • Übergewicht,
  • Medikamente (wie Malariamittel, Betablocker, Acetylsalicylsäure, Lithiumsalze),
  • Hautverletzungen (wie Sonnenbrand, Schnitte, Tattoos),
  • psychische Belastungen und Stress,
  • hormonelle Schwankungen (wie beispielsweise in der Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre),
  • übermäßiger Konsum von Alkohol und Nikotin und/oder
  • Umwelteinflüsse.

All diese Faktoren können, müssen aber nicht als Auslöser für den Ausbruch oder die Verschlechterung der Symptome bei Schuppenflechte fungieren. Jeder Patient hat seine eigene Schuppenflechte – dies gilt für die möglichen Ursachen, Symptome und auch für die relevanten Behandlungsmaßnahmen.

Wie Klima und Wetter Schuppenflechte beeinflussen

Nicht nur Betroffene von Psoriasis, sondern auch Menschen mit einer gesunden Haut spüren die Einflüsse von Umweltfaktoren wie Klima und Wetter. Belastende oder stark wechselnde klimatische Bedingungen machen unserer Haut zu schaffen.

Die Erfahrungsberichte von Menschen, die von Schuppenflechte betroffen sind, zeigen, dass sowohl die warme als auch die kalte Jahreszeit ihre Schattenseiten hat.

Schuppenflechte in der kalten Jahreszeit

Die kalte Jahreszeit und insbesondere der Winter stellen für unsere Haut eine besondere Belastungsprobe dar. Häufig muss sich die Haut mehrmals täglich an die wechselnden Gegebenheiten bei frostigen Außentemperaturen und trockenwarmer Luft in Innenräumen anpassen.

Bei sehr niedrigen Temperaturen nimmt die Talgproduktion unserer Haut stetig ab. Selbst eine gesunde Haut beginnt dadurch auszutrocknen, zu spannen und zu jucken. Betroffene von Psoriasis kämpfen zusätzlich zum Juckreiz häufig mit starken Rötungen und Rissen in der Haut.

In Innenräumen herrschen zwar angenehme Temperaturen, doch unsere Haut wird im Winter durch die trockene Heizungsluft zusätzlich gereizt und trocknet aus.

Zudem ist die Wahrscheinlichkeit im Winter stets höher, sich eine Infektionskrankheit, Erklärung oder Ähnliches einzufangen. Diese Infektanfälligkeit und die damit verbundenen Erkrankungen wiederum schwächen dein Immunsystem und erhöhen somit gleichzeitig das Risiko einer Verschlechterung deiner Schuppenflechte oder eines neuen Schubs.

Psoriasis-Tipps für die kalte Jahreszeit

  • Vermeide heißes Wasser – dusche maximal zehn Minuten täglich in warmen (nicht heißem!) Wasser.
  • Verwende einen Luftbefeuchter, um der trockenen Heizungsluft im Winter entgegenzuwirken.
  • Achte auf warme, aber luftdurchlässige Kleidung, um übermäßiges Schwitzen zu vermeiden.
  • Versorge deine Haut mit ausreichend Feuchtigkeit, um sie vor dem Austrocknen und Juckreiz zu schützen – achte daher streng auf deine tägliche Hautpflege.
  • Infektionserkrankungen sind ein bekannter Trigger für neue Psoriasis-Schübe. Stärke also vorsorglich dein Immunsystem, beispielsweise durch eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung oder durch genügend Ruhe mittels Entspannungstechniken.

Schuppenflechte in der warmen Jahreszeit

Viele Patienten stellen fest, dass Sonneneinstrahlung sich positiv auf den Verlauf ihrer Schuppenflechte auswirkt. Und das möchten wir auch gar nicht bestreiten: Sonne tut gut und macht glücklich.

So schüttet unser Körper bei Sonneneinstrahlung auf unsere Haut Hormone wie beispielsweise das Glückshormon Endorphin aus. Und auch die körpereigene Produktion von Vitamin D wird durch die Sonne angekurbelt, was unserem Immunsystem zugutekommt.

Gleichzeitig darfst du jedoch nicht vergessen, dass schwüles und heißes Wetter sowie zu viel Sonneneinstrahlung auch das Gegenteil bewirken können. So steigt beispielsweise die Gefahr von Sonnenbrand, übermäßigem Schwitzen sowie starkem Feuchtigkeitsverlust bei heißen Außentemperaturen und zu geringer Trinkwasserzufuhr.

Banner Mediderm Farbenhaut

Anzeige

All dies kann einen neuen Schub von Psoriasis begünstigen oder das aktuelle Hautbild stark verschlechtern.

Psoriasis-Tipps für die warme Jahreszeit

  • Schütze deine Haut mit Sonnencreme vor Hautreizungen und Verbrennungen.
  • Leichte, helle Kleidung aus Naturstoffen hilft dir, übermäßiges Schwitzen zu vermeiden.
  • Nimm ausreichend Flüssigkeit zu dir, um deine Haut auch von innen gut mit Feuchtigkeit zu versorgen.
  • Meide die aggressiven Sonnenstrahlen und Höchsttemperaturen in der Mittagszeit – wähle den Vor- oder Nachmittag (oder gerne auch Abend) für deine Aktivitäten in der Natur.
  • Sowohl Chlorwasser in Swimmingpools als auch das Salzwasser im Meer reizen deine Haut und trocknen sie aus – vergiss daher nicht, dich nach dem Baden abzuduschen.

Klimatherapie bei Schuppenflechte

Was ist die beste Medizin für deine Gesundheit? Jeder Mediziner wird uns wohl zustimmen, wenn wir sagen: Bewegung in der Natur, frische Luft und eine bewusst dosierte Portion Sonne!

Bei einer Klimatherapie werden genau diese Faktoren in Kombination mit spezifischen klimatischen Reizen eingesetzt, um Heilungsprozesse im Körper zu aktivieren und das Immunsystem zu stärken.

Eine Klimatherapie wird von Ärzten in spezialisierten Therapiezentren durchgeführt. Zu den Schon- und Reizfaktoren einer solchen Therapie gehören Luftqualität, Wind, Temperatur und UV-Licht.

Heutzutage setzen Mediziner diese Form der Therapie zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege und der Haut wie Neurodermitis, Asthma und Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris und Psoriasis-Arthritis) ein.

Bei Schuppenflechte empfehlen Hautärzte für eine Klimatherapie insbesondere Regionen mit viel Sonne sowie salz- und mineralhaltigen Gewässern. Gut geeignet sind beispielsweise:

  • Totes Meer,
  • Nord- und Ostsee oder
  • Hochgebirge.

Wettereinfluss bei Psoriasis Arthritis

Einen negativen Einfluss hat das Wetter häufig bei rheumatischen Beschwerden – wie beispielsweise bei Psoriasis-Arthritis. Besonders bei feuchter und kalter Witterung verspüren Patienten häufig eine Verschlechterung ihrer Erkrankung.

Psoriasis-Arthritis (kurz PsA) ist eine rheumatische Form der Schuppenflechte. Bei dieser chronischen Gelenkentzündung sind meist Hände, Füße sowie die Wirbelsäule betroffen sind. Häufig leiden die Betroffenen von Psoriasis-Arthritis aber auch unter Beschwerden an Augen, Nieren, Darm und Herz-Kreislauf-System.

Viele Patienten, die von rheumatischen Erkrankungen wie Psoriasis Arthritis betroffen sind, scheinen Wetterumschwünge schon Tage vorher in Knochen und Gelenken zu spüren. Diese sogenannte Wetterfühligkeit kann auf eine Störung im vegetativen Nervensystem zurückgeführt werden. Störungen dieser Art verstärken die vorliegenden Entzündungsvorgänge und führen dadurch zu einem höheren Schmerzaufkommen.

Wohlgefühl bei Wind und Wetter

Schuppenflechte oder nicht – sehr viele Menschen spüren den Einfluss vom Wetter auf unser größtes Organ. Die Haut reagiert sowohl bei niedrigen als auch bei hohen Temperaturen. Jeder Mensch nimmt diese Reaktionen seiner Haut jedoch unterschiedlich wahr.

Klima und Wetter sind laut Medizinern nicht die Ursache von Schuppenflechte, können aber sehr wohl ein Trigger (auslösender Faktor) sein, den es zu beachten gilt. Insbesondere Patienten, die von Psoriasis-Arthritis betroffen sind, spüren klimatische Veränderungen anhand der Symptome ihrer Erkrankung.

Mit unseren Tipps für die kalte & warme Jahreszeit wirst aber auch du den Einfluss des Wetters gut abfangen können – die Pflege deiner Haut ist dabei das A&O! Achte auf einen angemessenen Sonnenschutz und versorge deine Haut von innen und von außen mit ausreichend Feuchtigkeit.

Merkst du einen Unterschied auf deiner Haut? Zu welcher Jahreszeit bereitet dir deine Haut mehr Probleme? Erzähl es uns – gerne auch in unserer Facebookgruppe!

FAQ zu Wetter Schuppenflechte

Kann das Wetter Schuppenflechte auslösen?

Bis heute sind die Ursachen von Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) nicht umfassend und vollständig geklärt. Wissenschaftler und Mediziner gehen davon aus, dass Schuppenflechte durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung (Disposition) und auslösenden Faktoren (Trigger) ausbrechen und sich verschlimmern kann. Das Wetter kann – muss aber nicht – das Hautbild eines Patienten mit Schuppenflechte verschlechtern. Ob und in welchem Ausmaß eine Auswirkung auf die Symptome stattfindet, ist von Betroffenen zu Betroffenen unterschiedlich. Weitere Trigger (auslösende Faktoren) können beispielsweise diverse Medikamente, Übergewicht, Stress oder hormonelle Schwankungen sein.

Was ist eine Klimatherapie?

Eine Klimatherapie (früher auch Klimatotherapie genannt) nutzt natürliche klimatische Schon- und Reizfaktoren zur Heilung und Regeneration von Körper und Geist. Im Rahmen von Kur- und Rehabilitationsmaßnahmen gilt die Klimatherapie als wissenschaftlich anerkanntes Naturheilverfahren. Insbesondere kurzfristig zeigt die Klimatherapie bei der Behandlung von Atemwegs- und Hauterkrankungen sehr gute, lindernde Effekte. Eine Therapie mittels Klimareizen wird beispielsweise bei Neurodermitis, Allergien, chronischer Bronchitis und Schuppenflechte angewendet. Die Therapie kann im Küsten- und Seeklima (Thalasso Therapie) oder im Mittel- und Hochgebirgsklima durchgeführt werden.

Was ist Psoriasis-Arthritis?

Psoriasis-Arthritis ist die wohl häufigste auftretende Form von Zusatzerkrankungen bei Schuppenflechte. Es handelt sich hierbei um eine chronisch entzündliche Erkrankung der Gelenke unter Beteiligung der Haut. In den meisten Fällen sind bei Psoriasis-Arthritis Hände, Füße und die Wirbelsäule betroffen. Die Behandlung und Therapie von Psoriasis-Arthritis erfolgt mittels nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Methotrexat (MTX), Ciclosporion oder Biologicals. Eine wichtige Rolle spielen außerdem eine individuell abgestimmte Hautpflege, ausreichend Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung.

Hier klicken, dann findest du alle Quellenangaben

Quellen:

Ben-Amitai D., David M. (2009): „Climatotherapy at the dead sea for pediatric-onset psoriasis vulgaris“, in: Pediatric dermatology. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19250425 (Zugriff am 29.12.2019)

Engst R., Vocks E. (2000): „Hochgebirgsklimatherapie bei Dermatosen und Allergien – Wirkmechanismen, Ergebnisse und Einflüsse auf immunologische Parameter“, in: Rehabilitation. URL: https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2000-5897 (Zugriff am 29.12.2019)

Kazandjieva J., Grozdev I., Darlenski R., Tsankov N. (2008): „Climatotherapy of psoriasis“, in: Clinics in dermatology. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18755366 (Zugriff am 29.12.2019)

Möhrenschlager M., Ring J. (2017): „Therapie entzündeter Haut: Es muss nicht immer Kortison sein“, in: Praxis. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28169597 (Zugriff am 29.12.2019)

Schuh A., Nowak D. (2011): „Evidence-based acute and long-lasting effects of climatotherapy in moderate altitudes and on the seaside“, in: Deutsche Medizinische Wochenschrift. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21246469 (Zugriff am 29.12.2019)

Seikowski K. (1999): „Medizinisch-psychologische Aspekte der Verarbeitung und Bewältigung chronischer Erkrankungen der Haut“, in: Haut und Psyche. Psychosoziale Medizin und Gesundheitswissenschaften. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden. URL: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-663-07687-2_4 (Zugriff am 29.12.2019)

Simon D., Borelli S. (2001): „Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung der Hochgebirgsklimatherapie“, in: Physikalische Medizin, Georg Thieme Verlag KG. URL: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-2001-14440 (Zugriff am 29.12.2019)