Psoriasis Arthritis Entzündung

Viele Patienten, die an Psoriasis leiden, fürchten, früher oder später an Psoriasis Arthritis zu erkranken. Jeder kleine Schmerz in den Gelenken wird sofort mit der Erweiterung der Hautkrankheit in Verbindung gebracht. Viele wissen jedoch nicht, was genau Psoriasis Arthritis ist und wie diese sich äußert. Und dass eine Diagnose längst nicht mehr mit großen Einschnitten im Leben verbunden sein muss.

Was genau ist Psoriasis Arthritis

Vor einigen Wochen haben wir uns bereits mit dem Thema Zusatzerkrankungen bei Psoriasis beschäftigt. Die wohl am häufigsten auftretende Form ist die Psoriasis Arthritis (auch PsA abgekürzt). Dabei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Gelenke. Meist sind hierbei die Hände und Füße sowie die Wirbelsäule betroffen. Gelenkschmerzen sowie Einschränkungen in der Bewegung sind das Resultat. Die Krankheit tritt bei bis zu 30 Prozent der Psoriasis-Betroffenen auf. Grundsätzlich kann Psoriasis Arthritis in jedem Alter erscheinen, jedoch entsteht diese typischer Weise zwischen dem 35 und 55. Lebensjahr. Dem Befall der Gelenke gehen in der Regel Plaques auf der Haut voraus. Bei ca. zehn Prozent der Betroffenen fehlen jedoch die klassischen Hautveränderungen. Somit ist eine Diagnose schwierig, da eine hohe Verwechslungsgefahr mit anderen (rheumatischen) Erkrankungen besteht.

Wie äußert sich die Psoriasis Arthritis

Die Psoriasis Arthritis zeigt sich am häufigsten in den Finger- und Zehengelenken. Dabei ist meist der gesamte Finger bzw. Zeh geschwollen und entzündet. Neben diesen Gelenken können aber auch die Wirbelsäule, Knie, Hüfte oder Schulter betroffen sein. Solltest du einen oder mehr der folgenden Punkte bei dir selbst bemerken, ist dies ein erster Hinweis auf Psoriasis Arthritis:

  • Schmerzen im Bereich deiner Gelenke
  • ganze Finger oder Zehen sind geschwollen
  • morgens ist dein ganzer Körper steif (nach etwas Bewegung wird es besser)
  • Rückenschmerzen

Beschwerden bei Psoriasis Arthritis treten klassischer Weise am Morgen – direkt nach dem Aufwachen – oder Abend auf. Solltest du diese Merkmale feststellen, suche am besten zeitnah einen Fachmann auf. Denn unbehandelt kann Psoriasis Arthritis zur Verformung oder im schlimmsten Fall der Zerstörung der Gelenke führen. Diese bleiben dauerhaft und sind durch weitere Therapien auch nicht mehr veränderbar.

Die Diagnose der Psoriasis Arthritis

Wie bereits erwähnt, zeigt sich Psoriasis Arthritis in 90 Prozent aller Ausprägungen mit den bekannten Plaques auf der Haut. In den anderen zehn Prozent liegt der Zusammenhang nicht sofort auf der Hand, was die Diagnose erschwert. Grundsätzlich findet die Feststellung in drei Schritten statt.

Übrigens: Der beste Arzt für die Diagnose der Psoriasis Arthritis ist der Rheumatologe

Zuerst sollte dein Arzt eine sorgfältige Anamnese durchführen. Anhand von Fragenbögen und Kriterien zur Klassifikation werden so deine Leidensgeschichte sowie Merkmale der Psoriasis Arthritis abgefragt. Als nächstes nimmt der Arzt deine Gelenke unter die Lupe. Hierbei wird er deine Gelenke genau ansehen und abtasten. Im letzten Schritt sollten weitere Untersuchungen herangezogen werden. Das kann zum einen eine Röntgenuntersuchung sein oder du siehst sprichwörtlich in die Röhre (dies nennt sich dann MRT bzw. Magnetresonanztherapie). Zum anderen kann dein Blut im Labor untersucht werden. Dabei werden Entzündungszeichen, Rheumafaktoren oder Blutsenkungen kontrolliert. Leider gibt es jedoch kein eindeutiges Zeichen, welches verrät, dass du an Psoriasis Arthritis leidest. Dies ist von Fall zu Fall aufs Neue einzuschätzen. Und übrigens: Der beste Arzt für die Diagnose der Psoriasis Arthritis ist der Rheumatologe. Dieser sollte jedoch mit dem Hautarzt eng kooperieren, um eine optimale Behandlung ohne Folgeschäden zu garantieren.

Die Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Psoriasis Arthritis orientiert sich an den anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Wichtig ist, deinen spezifischen Krankheitsverlauf zu berücksichtigen. Denn jede Therapie muss genau auf deine Symptome abgestimmt werden. Wichtig zu wissen ist, dass einige rheumatische Medikamente die Haut verschlechtern können. Deshalb kommen im Regelfall nichtsteroidale Antirheumatika zum Einsatz, die kaum Auswirkungen auf die Haut haben. Ist deine Krankheit bereits etwas fortgeschritten, rückt seit einiger Zeit Methotrexat (kurz MTX) mehr und mehr in den Fokus. Schlägt dies jedoch nicht an, kann auch Ciclosporion herangezogen werden. Auch die in der Psoriasis-Behandlung immer häufiger eingesetzten Biologicals (z.B. Humira oder Enbrel) stellen eine echte Alternative dar. Diese wirken zum einen bei Gelenkentzündungen und zum anderen auch auf der Haut. So kannst du gleich zwei Symptome auf einmal bekämpfen. Der weitere Vorteil von Biologicals ist, dass diese verhältnismäßig gut vertragen werden. Daneben gibt es weitere Formen der Therapie, wie z.B. Bewegungsbehandlungen, Kälte oder Balneotherapien. Diese sollten neben den Medikamenten zu einem Gesamtpaket geschnürt werden. Mit den neuen Behandlungsformen, wie den Biologicals, steigt auch zunehmend die Lebensqualität, was positive Auswirkungen auf den Alltag hat.

Der Alltag mit Psoriasis Arthritis

Die Psoriasis Arthritis kann alle Bereiche des Alltags betreffen. Es können viele Belastungen entstehen, welche das tägliche Leben mitunter sehr anstrengend erscheinen lassen. Dennoch kannst du deinen Alltag aktiv gestalten und mitwirken, die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Ist z.B. die Ausübung deines Berufs nicht mehr ganz so einfach, helfen oft kleine Anpassungen schon weiter. Auch die Ernährung kann Einfluss auf Entzündungsreaktionen im Körper haben. Leider können wir dir hier nicht die perfekte Lösung liefern. Vielmehr geht es darum, dich bewusst zu ernähren und Lebensmittel zu meiden, welche entzündungsfördernd sind. Zum Thema Ernährung bei Psoriasis haben wir schon ein paar Zeilen verfasst. Zudem schließen sich Sport und Psoriasis Arthritis keineswegs aus. Du solltest mit gezielter sportlicher Betätigung versuchen, die Gelenke beweglich zu halten und für ein positives Lebensgefühl zu sorgen. Wie wäre es z. B. mit einer gelenkschonenden Runde schwimmen?

Unser Fazit über Psoriasis Arthhritis

Wie du siehst, solltest du Psoriasis Arthritis nicht auf die leichte Schulter nehmen. Zu groß ist die Gefahr von bleibenden Folgeschäden. Solltest du erste Anzeichen erkennen, ist es entscheidend, diese zeitnah mit einem Fachmann zu besprechen. Dieser kann durch verschiedenste Methoden eine Diagnose stellen und sich mit dir auf eine speziell abgestimmte Therapie festlegen. Und auch du selbst kannst im Alltag die Weichen auf ein normales Leben stellen. Unterstützt durch neue Medikamente, insbesondere Biologicals, steigt zudem die Lebensqualität ständig. So bedeutet Psoriasis Arthritis schon lange nicht mehr, dass du im Leben eingeschränkt sein musst. Was jedoch passieren wird, ist, dass dein Leben etwas komplexer wird. So solltest du dich auf alle Fälle gut über die Krankheit informieren. Wir können es – sorry für die Wiederholung – nicht oft genug sagen: Wissen ist bei Psoriasis Macht. Auch bleibt dir der regelmäßige Weg zum Arzt (Rheumatologe und Hautarzt) nicht erspart. Und wie wohl die meisten Betroffenen berichten können, ist es nicht einfach, einen kompetenten Arzt zu finden. Wenn du denn einen Termin bekommst. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Alles in allem darfst du dich aber nicht entmutigen lassen und dein Leben – auch oder gerade wegen – Psoriasis Arthritis genießen. Einige Freunde haben mir berichtet, dass sie seit der Diagnose viel besser und bewusster leben. Geh also raus, zeig, dass du stärker als die Krankheit bist. Damit hilfst du nicht nur dir, sondern machst auch tausenden anderen Betroffenen Mut und gibst ihnen Selbstvertrauen. Erzähl uns also von dir, was dich im Leben motiviert und bewegt. Wie du deinen Alltag mit Psoriasis Arthritis gestaltest und welche Tipps und Tricks dir helfen, den Tag zu meistern. Wir bieten gerne die Plattform dafür.