Auf der Suche nach einer wirksamen Therapie bei Psoriasis solltest du auch immer die Licht-Bade-Behandlung ins Auge fassen. Dabei liegst du in einem Solebad und wirst gleichzeitig oder anschließend mit UV-Licht bestrahlt. Die Therapie ist sehr wirksam, du musst aber eine Menge Zeit und Flexibilität mitbringen. Hier erfährst du mehr über die Therapie und die Erfahrungen des Autors.

Licht-Bade-Therapie, was ist das eigentlich

Bei der Licht-Bade-Therapie (auch Balneophototherapie, Sole-Photo-Therapie, Tote-Meer-Therapie oder Tomesa-Therapie genannt) wird ein heilsames Bad im toten Meer nachgeahmt. Somit setzt sich diese Art der Behandlung aus zwei Komponenten zusammen: Du liegst in einer Badewanne, gefüllt mit salzhaltigem Wasser. Der Salzgehalt liegt dabei bei bis zu 30 Prozent und ist somit deutlich höher als z.B. im Mittelmeer. Dabei wirst du entweder parallel mit UV-Licht bestrahlt oder begibst dich anschließend in eine separate UV-Kabine. Im Regelfall handelt es sich dabei um UVB-Licht oder eine Kombination aus UVA- und UVB-Licht.

Die Kombination aus der Bestrahlung und dem salzhaltigen Wasser hilft sehr gut gegen Psoriasis. Zu diesem Ergebnis sind viele unabhängige Studien gekommen. Eine Sonderform ist die Verbindung von PUVA-Bestrahlung (auch Photochemotherapie genannt) sowie Salzwasser. Bei der PUVA-Lichttherapie kommen UVA-Strahlen zum Einsatz, welche besonders tief in die Haut eindringen. Die Wirkung der Licht-Bade-Therapie geht unter anderem darauf zurück, dass entzündungsfördernde Stoffe aus der Haut gelöst werden. Derzeit wird die diese Form der Behandlung von den Krankenkassen bezahlt.

Die Anwendung bei Psoriasis

Die Anwendung der Licht-Bade-Therapie findet nur beim Hautarzt oder in spezialisierten Einrichtungen statt. Sie dauert am Anfang nur wenige Minuten und kann am Ende bis zu einer dreiviertel Stunde ausgedehnt werden. Da du mindestens zweimal pro Woche (besser drei- oder viermal) in die Wanne mit dem Salzwasser steigen solltest, ist diese Therapie mit erheblichem Aufwand verbunden. Zudem benötigst du bei vielen Hautärzten für jede Anwendung einen eigenen Termin. Daher solltest du auch sehr flexibel sein, was deine Tagesgestaltung anbetrifft. Nach der Anwendung fühlt sich deine Haut oft trocken an und spannt. Auch ist sie sehr salzig, weshalb du in der Regel anschließend erst einmal wieder nach Hause fährst.

Für wen ist die Licht-Bade-Therapie geeignet

Grundsätzlich ist die Licht-Bade-Therapie für alle Formen der Psoriasis geeignet. Auch ist sie bei Neurodermitis, Vitiligo oder generellem Juckreiz wirksam. Wer schon immer einmal die heilende Wirkung des Toten Meeres ausprobieren möchte, kann dies nun ganz einfach bei ausgewählten Hautärzten tun. Nicht geeignet ist die Licht-Bade-Therapie für dich, wenn du Herz-Kreislaufprobleme, Bluthochdruck, eine Infektionserkrankung oder auch Hautrisse und Wunden hast. Grundsätzlich solltest du die Möglichkeit einer Licht-Bade-Therapie immer mit deinem Hautarzt absprechen (hier erfährst du mehr über die schwierige Hautarzt-Suche und warum es sich trotzdem lohnt).

Die Erfahrungen des Autors

Auch ich habe die Licht-Bade-Therapie bereits vor einigen Jahren ausprobiert. Da ich Job-bedingt etwas Zeit hatte und flexibel war, entschied ich mich für dieses zeitaufwendige Verfahren. Mein Hautarzt berichtete mir zudem nur Gutes, weshalb ich die Licht-Bade-Behandlung unbedingt testen wollte. Am Anfang dauerte die Therapie nur wenige Minuten. Ich legte mich in die Badewanne, um anschließend die Lichteinstrahlung durch ziehen an einem Seil zu starten. Nach wenigen Augenblicken sagte mir das Gerät, dass ich mich doch bitte wenden sollte. Nachdem ich diesem Wunsch drei Mal nachgekommen war, endete auch schon die erste Sitzung. Meine Haut fühlte sich etwas klebrig an und spannte leicht. Aber es war auch ein gutes, zufriedenstellendes Gefühl. Ich fuhr nach Hause und duschte erst einmal.

Es fühlte sich gut an

Je nach meinem Gefühl wurde die nächsten Male die Anwendungs-Zeit gesteigert, in der ich in der Wanne lag. Nach und nach wurde es auch immer zeitaufwendiger und langweiliger. Am Schluss hat jede Anwendung mit Vor- und Nachbereitung knapp eine Stunde gedauert. Aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Schon nach wenigen Wochen sah ich erste Erfolge. Und nach ca. zwei bis drei Monaten war ich nahezu erscheinungsfrei. Es fühlte sich gut an. Als jedoch ca. vier Monate vergangen waren, wurde die Therapie dann aber doch richtig anstrengend, da ich jede Woche einige Sitzungen einplanen musste. Ich entschied mich, die Therapie ausschleichen zu lassen und habe seither nicht mehr die Zeit gefunden, eine neue zu beginnen. Obwohl ich nicht abgeneigt bin.

Das Fazit von Farbenhaut

Die Licht-Bade-Therapie ist ein sehr wirksames Mittel gegen die Schuppenflechte. Zudem werden die Anwendungen nach einer Prüfung durch den Hautarzt von der Krankenkasse bezahlt. Die Kombination aus Salzwasserbad und UV-Bestrahlung simuliert dabei das Eintauchen im toten Meer, auch wenn die Aussicht dort schöner sein dürfte. Studien zeigen, dass die Licht-Bade-Therapie deutlich besser wirkt als reine Bestrahlung. In hohen Dosen oder bei falscher Behandlung kann die Lichttherapie jedoch auch negative Auswirkungen auf die Haut haben. Daher ist die Licht-Bade-Therapie weniger als Langzeittherapie, sondern als kurz- und mittelfristige Behandlung von akuten Psoriasis-Plaques zu sehen. Wird die Therapie auch so angewendet, ist sie ein äußerst wirksames Mittel gegen die Hauterkrankung. Dies zeigen meine Erfahrungen und auch viele weitere medizinische Studien. Einziger Haken ist, dass jede Anwendung ein wahrer Zeitfresser ist und du sehr flexibel sein musst. Nicht zuletzt, da diese in einer Praxis mit eingeschränkten Öffnungszeiten stattfinden. Ob die Therapie grundsätzlich für dich in Frage kommt, klärst du am besten mit deinem Hautarzt. Sprich ihn aktiv darauf an. Im Übrigen findest du hier eine Beschreibung weiterer Therapieformen.

Hast du auch bereits Erfahrungen mit der Licht-Bade-Therapie gemacht? Was kannst du darüber berichten? Oder hast du gute oder schlechte Erinnerungen an andere Therapiearten? Teil dein Wissen jetzt auch mit allen Betroffenen und erzähl uns darüber!

Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.