Palmoplantare Psoriasis: Schuppenflechte an Hand und Fuß

von | Jan 13, 2020 | Formen, Umgang | 2 Kommentare

Psoriasis tritt an den unterschiedlichsten Stellen im und am Körper auf. Einige kann man noch gut verstecken. Andere Stellen hingegen sind kaum zu verbergen und zudem besonders schmerzhaft, da sie extremen Belastungen ausgesetzt sind. So bei Schuppenflechte der Handflächen und Fußsohlen (Palmoplantare Psoriasis).

Im Vergleich zur klassischen Psoriasis vulgaris ist diese Form der Schuppenflechte selten, dafür aber umso belastender für die Patienten – sowohl physisch als auch psychisch.

Wie erkennst du die Schuppenflechte an Hand und Fuß?

Und wie wird Palmoplantare Psoriasis behandelt?

Wir klären auf und geben dir hilfreiche Tipps für die Behandlung deiner Schuppenflechte an Händen und Füßen.

Schuppenflechte der Handflächen und Fußsohlen – Symptome

Die Psoriasis an den Händen und Füßen, auch bekannt als Palmoplantare Psoriasis, tritt hauptsächlich an den Handinnenflächen und Fußsohlen auf. Hierbei bilden sich rundliche oder auch ovale Plaques an den besagten Stellen, auf denen sich massive und fest anhaftende weiße Schuppen manifestieren.

Rund 15 Prozent aller Psoriasis-Patienten leiden an dieser Form der Psoriasis. Der Name Palmoplantare Psoriasis kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Schuppenflechte der Hände (Psoriasis palmaris) und Füße (Psoriasis plantaris).

Teilweise kommt es bei der Palmoplantare Psoriasis zur Bildung von kleinen, gelblichen, nicht infektiösen Pusteln, hierbei spricht man von der Psoriasis Pustulosa Palmoplantaris oder Typ Barber.

Insgesamt kommt es zu einer Verdickung der betroffenen Hautpartien, die häufig dazu neigen, einzureißen. Diese Risse in der Haut verursachen nicht nur starke Schmerzen, sondern erhöhen auch das Entzündungsrisiko.

Palmoplantare Psoriasis – Behandlung

Die Therapie einer Schuppenflechte an Handflächen und Fußsohlen bedarf viel Geduld, da sie durch verschiedene Faktoren erschwert wird:

  • Täglicher Einsatz der Hände und Füße erschweren die Heilung.
  • Salben, Cremes und Lotionen dringen nur bedingt in die stark verhornten Hautschichten ein.
  • UV-Licht als Therapie bei Schuppenflechte braucht länger, um durch die verdickten Hautschichten zu wirken.

Nicht selten begleiten Depressionen und starke Einschränkungen im sozialen Privat- und Berufsleben die Patienten dieser Erkrankung. Das Ziel der Behandlung einer Schuppenflechte der Handflächen und Fußsohlen ist daher neben der Schmerzlinderung insbesondere die Reduzierung der sichtbaren Symptome.

Als zielführend in der topischen Behandlung hat sich insbesondere der Einsatz von Salben auf Basis von Glukokortikoiden erwiesen. Dein Hautarzt wird dir in Anbetracht der Form und Ausprägung deiner Schuppenflechte an Händen und Füßen das richtige Präparat sowie die empfohlene Anwendung besprechen.

Salicylsäurehaltige Präparate helfen dabei, stark verdickte Schuppen zu lösen. Ebenso kommt eine Therapie mit UV-Licht infrage, hierbei berichten Patienten beispielsweise von positiven Erfolgen mittels einer PUVA-Bade-Therapie.

Bei schweren Verläufen und Ausprägungen kann dein Arzt die Palmoplantare Psoriasis auch mit einer systemischen Therapie behandeln. Hierbei werden Wirkstoffe wie Methotrexat, Fumarsäureester oder Retinoide (z. B. Acitretin) in Form von Tabletten, Spritzen oder Infusionen verabreicht.

Schwerwiegende und belastende Erkrankung: Ein Leben mit Palmoplantare Psoriasis

Die Belastungen bei dieser Form der Psoriasis sind schwerwiegend. Jede normale Bewegung im Alltag kann mit Schmerzen verbunden sein. Sei es das morgendliche Zähneputzen, der Gang zum Supermarkt oder das tägliche Kochen. Dadurch, dass Hände und Füße besonders empfindliche Nervenzellen haben, spürt der Betroffene den Schmerz viel intensiver.

Wenn man von den Beschwerden beim Laufen absieht, ist die Schuppenflechte an den Füßen noch vergleichsweise gut zu verdecken. Hier hat man keine Probleme mit fremden Blicken. Anders sieht es natürlich mit den Händen aus. Das Gesicht und die Hände eines Menschen sind mit Abstand die prägnantesten Körperteile und fallen einem zuerst auf.

Handschuhe und lange Pullover können zwar die Hände verdecken, sind im Sommer jedoch weniger im Einsatz. Umso schwerer ist es für viele Patienten, in die Öffentlichkeit zu gehen und sich den Blicken fremder Menschen zu stellen. Dieser psychische Druck macht Palmoplantare Psoriasis für die Patienten zu einer äußerst belastenden Erkrankung.

Außerdem kommt hinzu, dass die Hände den unterschiedlichsten Einflüssen ausgesetzt sind. Ständiges Händewaschen, Kälte oder trockene Heizungsluft sind nur einige Beispiele. Auch nicht Betroffene haben hiermit zu kämpfen. Bei der Psoriasis nimmt das Ganze dementsprechend natürlich größere Ausmaße an.

Tipps mit Hand & Fuß

Wie bei allen Formen der Psoriasis gilt auch hier: Jeder hat seine eigene Schuppenflechte und muss dementsprechend selbst herausfinden, welche Tipps besonders hilfreich sind.

Um die Haut an deinen Händen und Füßen zu entlasten und somit die Heilung zu unterstützen, solltest du auf folgende Dinge achten:

  • Füße schonen, so oft es geht.
  • Beim Putzen stets Handschuhe tragen.
  • Atmungsaktive Kleidung
  • Nicht lange im Chlorwasser verweilen.
  • Hände möglichst ohne Seife waschen.
  • Unnötige Reibung der Handflächen und Fußsohlen vermeiden.
  • Zum Waschen warmes, nicht heißes Wasser verwenden.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Hausmittel, die von anderen Betroffenen als sehr erfolgreich in der allgemeinen Therapie von Psoriasis bewertet werden. Vielleicht hilft das ein oder andere Hausmittel auch bei deiner Schuppenflechte an Händen und Füßen – wirf hierzu einen Blick in unseren Artikel „Hausmittel bei Psoriasis – ein Muss im Alltag eines jeden Betroffenen“.

Palmoplantare Psoriasis: Wenn Hände und Füße betroffen sind

Hände und Füße sind mit Abstand die Stellen am Körper, die die stärksten Schmerzen bei einer vorliegenden Psoriasis verursachen. Die Schuppenflechte der Handflächen und Fußsohlen erschwert Patienten beinahe alle täglichen Verrichtungen und kann jeden Schritt und Handgriff zur Qual machen.

Abgesehen vom körperlichen Schmerz, leiden die Betroffenen verständlicherweise oftmals auch psychisch unter ihrer Palmoplantaren Psoriasis. Insbesondere die Hände sind für alle Mitmenschen sichtbar – und somit auch die entzündeten und von dicken Schuppen überzogenen Hautstellen.

Geduld ist eine Tugend – besonders bei Psoriasis an Händen und Füßen. Durch die beinahe permanente Beanspruchung der Hände und Füße braucht die Heilung häufig sehr lange. Mithilfe einer konsequenten und individuellen Basispflege sowie wirkungsvollen Pflegepräparaten von deinem Hautarzt wirst jedoch auch du die Beschwerden in den Griff bekommen.

Der Austausch mit anderen Betroffenen hilft Patienten beispielsweise dabei, mit dem psychischen Druck umzugehen – und sicherlich verraten dir die Mitglieder unserer Facebookgruppe noch weitere wertvolle Tipps. Wir freuen uns auf dich!

FAQ zu Palmoplantare Psoriasis

Was ist Palmoplantare Psoriasis?

Palmoplantare Psoriasis ist eine Form der Schuppenflechte, die sich an den Händen und Füßen manifestiert. Dabei treten hauptsächlich an den Handinnenflächen und Fußsohlen rundliche oder ovale Hautentzündungen mit massiven und fest anhaftenden weißen Schuppen auf. Von allen Betroffenen einer Schuppenflechte leiden rund 15 Prozent an dieser Form der Psoriasis an den Händen und Füßen.

Ist Schuppenflechte ansteckend?

Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die schubweise verläuft und in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen auftritt. Die Ursachen einer Schuppenflechte sind bis heute nicht umfassend geklärt. Wissenschaftler sind sich jedoch einig, dass die Anfälligkeit für eine Schuppenflechte teilweise genetisch weitergegeben wird. Ausgelöst wird Psoriasis häufig durch sogenannte Trigger, also auslösende Faktoren, wie beispielsweise Medikamente, Verletzungen oder Umwelteinflüsse. Die Hauterkrankung Schuppenflechte ist jedoch nicht ansteckend.

Ist Schuppenflechte heilbar?

Bis dato ist Schuppenflechte (Psoriasis) nicht heilbar. Heutzutage ist die chronisch-entzündliche Hauterkrankung jedoch sehr gut behandelbar. Je nach Form und Ausprägung der Erkrankung gibt es zahlreiche Möglichkeiten für eine Therapie. Die entzündete Haut benötigt eine konsequente Basispflege und darauf aufbauend eine individuell abgestimmte Lokaltherapie. Häufig kommen dabei Pflegepräparate in Form von Salben, Cremes und Lotionen zum Einsatz, aber auch Behandlungen mit UV-Licht zeigen gute Wirkungen. Bei schweren Verläufen verordnen Ärzte häufig auch eine systemische Therapie, bei der diverse Wirkstoffe in Form von Tabletten, Spritzen und Infusionen verabreicht werden.

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Quellen:

Angelovska I., Mahler V. (2014): „Palmoplantare Psoriasis im Erwerbsleben: Eine Fallserie aus der Praxis unter Berücksichtigung der S1-Leitlinie zur berufsdermatologischen Begutachtung von Psoriasis“, in: Journal of the German Society of Dermatology. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/ddg.12381_suppl (Zugriff am 07.12.2019)

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Eriksson M. O., Hagforsen E., Lundin I.P., Michaëlsson G.(1998): „Palmoplantar pustulosis: a clinical and immunohistological study“, in: British Journal of Dermatology. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9580788 (Zugriff am 07.12.2019)

Pettey A.A., Balkrishnan R., Rapp S.R., Fleischer A.B., Feldman S.R. (2003): „Patients with palmoplantar psoriasis have more physical disability and discomfort than patients with other forms of psoriasis: implications for clinical practice“, in: Journal of the American Academy of Dermatology. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12894076 (Zugriff am 07.12.2019)

Sevrain M., Richard M.A., Barnetche T., Rouzaud M., Villani A.P., Paul C. (2014): „Treatment for palmoplantar pustular psoriasis: systematic literature review, evidence-based recommendations and expert opinion“, in: Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24985558 (Zugriff am 07.12.2019)

Weinberg J.M. (2003): „Successful treatment of recalcitrant palmoplantar psoriasis with etanercept“, in: Cutis. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14655781 (Zugriff am 07.12.2019)

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