Pusteln auf der Haut haben verschiedene Ursachen. So ist unter anderem eine Allergie oder ein Hautpilz der mögliche Grund. Eiterbläschen können aber auch ein Hinweis auf die seltene Hauterkrankung Psoriasis pustulosa sein.

  • Wie erkenne ich eine Psoriasis pustulosa?
  • Was sind mögliche Ursachen für diese Sonderform der Schuppenflechte?
  • Wie behandelt man die Eiter-gefüllten Bläschen?

Wir geben dir einen Überblick über alle wichtigen Informationen rund um das Thema Psoriasis pustulosa.

Psoriasis pustulosa: Seltene und gefährliche Sonderform der Schuppenflechte

Die Psoriasis pustulosa ist eine Sonderform der Schuppenflechte und betrifft weniger als fünf Prozent der Psoriasis-Patienten.

Charakteristisch für diese Form der Schuppenflechte sind Eiter-gefüllte Pusteln, die sich direkt auf den Schuppen der entzündeten Hautoberfläche bilden. Der Eiter in den Bläschen ist dabei nicht infektiös, also nicht ansteckend, da er überwiegend aus neutrophilen Granulozyten (Abwehrzellen des Immunsystems) besteht.

Im Gegensatz zu anderen Arten der Schuppenflechte gibt es bei Psoriasis pustulosa keinerlei Anzeichen auf Vererbung.  

Symptome einer Psoriasis pustulosa

Die Symptome der Psoriasis pustulosa weichen stark vom klassischen Bild der Schuppenflechte ab. Diese seltene Ausprägung der Psoriasis zeichnet sich durch unzählige, meist gruppierte Eiterbläschen aus. Diese Eiterbläschen sitzen auf den entzündeten Hautstellen (Plaques) und sind oft mit starken Schmerzen und Juckreiz verbunden.

Betroffene Körperstellen bei einer Psoriasis pustulosa:

  • Handinnenflächen,
  • Fußsohlen,
  • Nagelbett oder
  • gesamter Körper.

Auch wenn die Pusteln mit Eiter gefüllt sind, besteht keine Infektionsgefahr. Bei der Flüssigkeit handelt es sich um Abwehrzellen des eigenen Immunsystems. Der Eiter ist somit keimfrei.

Eine weitere Besonderheit dieser Form der Schuppenflechte ist, dass die typischen Schuppen hin und wieder vollständig ausbleiben. Sie werden praktisch durch die Bläschen ersetzt. In der Regel kommt es jedoch nur zu einer verminderten Schuppenbildung.

Unterformen der Psoriasis pustulosa

Mediziner sprechen von einer lokalisierten Psoriasis pustulosa, wenn sich die Bläschen auf Hände und Füße beschränken. Bei einer generalisierten Form hingegen treten die Eiter-gefüllten Pusteln am ganzen Körper auf.

Je nach Vorkommnis der Pusteln wird die Psoriasis pustulosa in fünf Unterformen mit individuellen Symptomen unterteilt.

Psoriasis pustulosa palmoplantaris – Typ Barber

Psoriasis pustulosa palmoplantaris, auch bekannt als Typ Barber, ist sehr selten und tritt nur an den Handinnenflächen sowie an den Fußsohlen auf.

Hierbei verändern sich die anfangs gelblichen Pusteln zu trockenen, bräunlichen Krusten. Die umliegende Haut ist wund und es kann zu Rissen in der Haut kommen.

Die Symptome sind für Betroffene oft mit quälenden Schmerzen verbunden und folglich auch mit erheblichen Einschränkungen in ihrem Alltag. So ist beispielsweise das tägliche Greifen oder Laufen eine Qual.

Besonders Raucher sind von dieser Form der Psoriasis pustulosa betroffen.

Akrodermatitis supprativa – Typ Halopeau

Bei dieser Unterform der Psoriasis pustulosa sind Nagelbett sowie die Haut an den Fingerspitzen betroffen.

Neben den Eiter-gefüllten Bläschen können auch Rötungen und Entzündungen auftreten. Wird die Schuppenflechte nicht behandelt, kommt es teilweise zur vollständigen Zerstörung des Nagelbetts und in schweren Fällen sogar zu einem irreparablen Nagelverlust.

Im Vergleich zu den anderen Unterformen, verläuft die Akrodermatitis supprativa nicht in Schüben. Vielmehr schreitet sie langsam voran.

Psoriasis pustulatione

Die Psoriasis pustulatione wird häufig durch eine klassische Psoriasis vulgaris ausgelöst, und zwar innerhalb einer akuten Entzündungsphase. Hierbei bilden sich schubweise Eiterbläschen im Randbereich auf den bereits vorhandenen Plaques.

Psoriasis pustulosa generalisata – Typ Zumbusch

Der Typ Zumbusch stellt die schwerwiegendste Form der Psoriasis pustulosa dar.

Bei dieser Ausprägung wird der gesamte Körper des Betroffenen großflächig von eitrigen Bläschen befallen. Die Pusteln fließen häufig ineinander und bilden sogenannte „Eiterseen“.

Der gesundheitliche Zustand der Patienten verschlechtert sich insgesamt deutlich. Symptome einer Psoriasis pustulosa generalisata:

  • Schwellungen der Lymphknoten,
  • hohes Fieber,
  • Gelenkschmerzen und/oder
  • Muskelversteifungen.

Zudem steigt die Gefahr von Wassereinlagerungen im Körperinneren (Ödem) rapide an.

Psoriasis pustulosa Typ Zumbusch ist selten, aber in dieser Form auch lebensbedrohlich und bedarf daher einer umgehenden Behandlung in einer Hautklinik.

Impetigo herpetiformis

Impetigo herpetiformis, eine Nebenform der Psoriasis pustulosa generalisata, tritt nur bei Schwangeren auf. Diese Erkrankung ist sowohl für die Schwangere als auch für das ungeborene Kind sehr gefährlich.

Die betroffenen Frauen leiden unter einem ausgeprägten Krankheitsgefühl, Fieber und/oder Durchfall. Zudem kann es auch zu einer schwerwiegenden Einschränkung der Funktion der Plazenta kommen. Die notwendige Versorgung des ungeborenen Kindes mit Nährstoffen kann teilweise nicht mehr ausreichend erfolgen.

Psoriasis pustulosa – Behandlungsmöglichkeiten und Tipps

Behandlung der Psoriasis pustulosa: lokal und/oder systemisch

Je nach Erscheinungsform kommen unterschiedliche Formen der Therapie infrage, um die Symptome und Beschwerden zu lindern. Sowohl lokale als auch systemische (innerliche) Behandlungsmaßnahmen kommen hierbei zum Einsatz.

Betroffene Stellen des Typ Halopeau und Typ Barber lassen sich in den meisten Fällen erfolgreich lokal in Form von Cremes oder Salben behandeln. Als effektiv haben sich bei der Therapie insbesondere Präparate mit den Wirkstoffen Ciclosporin und Methotrexat erwiesen.

Sofern beim Typ Barber ein ausgedehnter und großflächiger Befall vorliegt, bedarf es häufig einer systemischen Therapie in Form von Spritzen oder Tabletten.

Auch die Psoriasis pustulatione und die generalisierte Form müssen in den meisten Fällen systemisch behandelt werden.

Bei der generalisierten Form wird die systemische Behandlung häufig noch mit einer PUVA – Therapie (Psoralen + UVA) kombiniert.

Hilfreiche Tipps für Betroffene

Neben den aufgeführten Behandlungsmöglichkeiten gibt es noch weitere Empfehlungen, um die Symptome der Erkrankung zu reduzieren bzw. nicht zu verschlimmern.

  • Als Betroffener von Psoriasis pustulosa solltest du unbedingt auf eine gesunde Lebensweise achten und auf den Konsum von Alkohol sowie auf das Rauchen verzichten. Denn Rauchen gilt als Auslöser der Psoriasis pustulosa palmoplantaris (Typ Barber).
  • Der Verzehr von fettreichem Fisch (z. B. Makrele oder Lachs) ist ratsam. Dieser enthält wertvolle Omega-3 Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken.
  • Mediziner empfehlen genügend Obst, Gemüse sowie Vollkornprodukte zu sich zu nehmen und auf ein gesundes Gewicht zu achten.
  • Blutdrucksenkende Präparate (z. B. ACE-Hemmer, Betablocker) sowie Rheuma-Medikamente sollten möglichst gemieden werden, da diese die Beschwerden der Psoriasis pustulosa verschlimmern können.
  • Viele Betroffene greifen zusätzlich wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung zum Hausmittel Aloe vera.

Fazit: Psoriasis pustulosa – wenn deine Haut von kleinen Pusteln gezeichnet ist

Auch wenn die Psoriasis pustulosa eher eine Seltenheit ist, so ist sie für die Betroffenen häufig umso belastender. Je nach Ausprägung kann die Schuppenflechte sehr schwerwiegend verlaufen.

Die Erkrankung stellt für Patienten nicht nur eine enorme optische Belastung dar, sondern ist zudem mit nicht zu unterschätzenden Schmerzen sowie erheblichen Einschränkungen im Alltag verbunden. So werden beispielsweise durch eine Psoriasis pustulosa an Händen und Füßen (Psoriasis pustulosa palmoplantaris) alltägliche und notwendige Tätigkeiten zur ständigen Qual.

In einigen Fällen bzw. bei einigen Ausprägungen kann diese Form der Schuppenflechte sogar lebensbedrohlich für die Leidtragenden sein. Daher ist eine sofortige und fachliche Therapie mehr als notwendig.

Die Behandlungsmöglichkeiten heutzutage erleichtern Betroffenen den Umgang mit Psoriasis pustulosa und machen ihnen das Leben mit dieser seltenen Form der Schuppenflechte, trotz der Schwere der Erkrankung, erträglicher.

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Quellen:

Christophers, E.; Mrowietz, U. in Deutsches Ärzteblatt 1999; 96: A-2220-2226 [Heft 36]; URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/18798. Zugriff am 29.03.2019.