Bier zählt zu den beliebtesten Getränken der Deutschen. Im Durchschnitt trinkt jeder von uns etwas mehr als 100 Liter Bier pro Jahr. Damit gewinnen die Deutschen die Bronzemedaille im Bierkonsum. Hinter Tschechien und Österreich liegen sie an dritter Stelle! Das ist nicht überraschend, denn der Hopfensaft ist erfrischen, nahrhaft und lecker. Immer wieder taucht er auch als Superfood in den Medien auf. Aber ist das wirklich so? Und kann Bier bei Hautproblemen wie der Schuppenflechte helfen? Alle Antworten hier! Prost!

Bier – was ist das eigentlich?

Laut Definition ist Bier ein alkoholisches Getränk, das aus Getreide, Hefe, Hopfen und Wasser hergestellt wird. Meist verwenden die Bierbrauer Gerste für die Herstellung. Je nach Hersteller kommen auch andere Getreidesorten und Zutaten ins Getränk. Durch den Herstellungsprozess entsteht natürlich Kohlensäure und der typische Biergeschmack.

Wie wird Bier hergestellt?

Die Herstellung von Bier wird “Bierbrauen” genannt. Das Getränk besteht aus vier Zutaten: Malz, Hopfen, Hefe und Wasser. 

Im ersten Schritt der Bierherstellung wird Getreide mit Wasser künstlich zum Keimen gebracht. So bilden sich Enzyme im Getreide, die für die Bierherstellung wichtig sind. Anschließend wird das Getreide wieder getrocknet und geschrotet. Nun spricht man von Malz.

Im zweiten Schritt wird das geschrotete Malz mit Wasser zu einer Maische vermischt. Diese Maische wird in der sogenannten „Maischpfanne“ erwärmt. Die Enzyme spalten dann die Stärke aus dem Malzschrot zu Zucker auf.

Anschließend wird die Maische in den Läuterbottich umgefüllt. Hier wird sie “geläutert”, also die festen und flüssigen Bestandteile der Mischung getrennt. Der flüssige Teil wird als “Würze” weiterverarbeitet. Dazu kommt die Würze in die Sudpfanne. Dort wird sie gekocht und der Hopfen hinzugefügt. Der Hopfen gibt nicht nur Geschmack ab, sondern macht das Bier auch haltbar. Wurde die Würze lange genug gekocht, wird die Flüssigkeit nochmal von den festen Bestandteilen getrennt und kann abkühlen.

Im nächsten Schritt werden Luft und Hefe hinzugefügt. Die Hefe spaltet den Zucker auf und wandelt ihn so in Kohlendioxid (Kohlensäure) und Alkohol um. Dieser Vorgang dauert ungefähr eine Woche. 

Im letzten Schritt wird die Biermischung in Lagertanks umgefüllt. Die Resthefe baut Nebenprodukte der Herstellung ab und die Kohlensäure wird unter Druck mit dem Bier verbunden. Dieser Reifeprozess dauert vier bis sechs Wochen. Anschließend wird die Mischung nochmal gefiltert (klares Bier), oder direkt abgefüllt (naturtrüb). 

Das deutsche Reinheitsgebot

Das Reinheitsgebot geht auf das Jahr 1516 zurück und besagt, dass Bier in Deutschland aus nur vier Rohstoffen gebraut werden darf: Malz, Hopfen, Wasser und Hefe. Diese Vorgaben finden sich auch im Biersteuergesetz und der Bierverordnung wieder.

Welche Arten von Bier gibt es?

Bier ist nicht gleich Bier. Je nach Land, Region und Hersteller gibt es viele unterschiedliche Typen. Die wichtigsten findest du hier:

Weizenbier

Dieser Biertyp wird aus Weizenmalz gebraut und besitzt einen durchschnittlichen Alkoholgehalt von 5 bis 6 Volumenprozent. Weizenbier ist “obergärig”. Das bedeutet, dass die Hefe bei der Herstellung oben auf der Flüssigkeit schwimmt und nicht in den Bottich absinkt. Es ist vor allem im Süden Deutschlands beliebt.

Märzenbier

Das Märzenbier ist eines der ältesten Biersorten. E schmeckt kräftig, malzig und vollmundig und hat einen Alkoholgehalt von 5 bis 6 Volumenprozent. Diese Biervariante ist auch in Österreich sehr beliebt. Den Namen hat es, weil es ursprünglich im März gebraut wurde.

Pils

Pilsnerbier ist ein hopfenbetontes Bier, das deutlich bitterer ist, als andere Biersorten. Die Würze des Malzes hält sich beim Pils im Hintergrund. Der Alkoholgehalt liegt beim Pils bei ungefähr 5 Volumenprozent. Seinen Namen hat es von der tschechischen Stadt Pilzen, in dem es zum ersten Mal ausgeschenkt wurde. Pils ist die beliebteste Biersorte in Deutschland. 

Schwarzbier

Schwarzbier wurde schon vor hunderten Jahren gebraut und zählt zu den ursprünglichsten Biersorten. Mit seinem vollen, malzigen Geschmack bildet es einen kräftigen Kontrast zu den hellen Biersorten. Der Alkoholgehalt von Schwarzbier liegt bei 5 Volumenprozent. Die dunkle Farbe des Biers kommt von dunklem Röstmalz, das für die Herstellung verwendet wird.

Alkoholfreies Bier

Bier ohne Alkohol besteht, wie die alkoholhaltige Variante, aus Malz, Hopfen, Wasser und Hefe. Der Alkohol, der während der Produktion entsteht, wird entweder während des Brauvorgangs reduziert oder nach der Herstellung entzogen. Alkoholfreies Bier ist allerdings nicht völlig alkoholfrei. Da Alkohol auch den Geschmack beeinflusst, darf ein Restgehalt von 0,5 Prozent in alkoholfreien Biersorten enthalten sein.

Craft Beer

Das in den letzten Jahren sehr populär gewordene Craft Beer ist keine eigene Biersorte. Unter den Namen Craft Beer fallen Biere, die in kleineren Brauereien “von Hand” (craft) hergestellt werden. Oftmals sind diese Biere unkonventionell, haben außergewöhnliche Geschmäcker oder werden mit neuartigen Produktionsmethoden hergestellt.

Was ist drin im Bier?

Bier gilt schon seit dem Mittelalter als nahrhaftes Lebensmittel. Neben Kohlenhydraten enthält es auch Vitamine und andere Nährstoffe.

Kohlehydrate

Das Getränk hat einen hohen Anteil an Kohlehydraten. Das liegt daran, dass Stärke eine der Hauptbestandteile ist. Vor allem dunkle Biersorten wie Bockbier weisen einen hohen Anteil an Kohlehydraten auf. 

Vitamine

Der Gerstensaft ist reich an B-Vitaminen. Niacin, Folsäure und Pantothensäure. Er enthält auch eine Reihe von Antioxidantien, die den Körper vor freien Radikalen schützen und entzündungshemmend wirken. 

Mineralstoffe

Das Getränkt enthält neben Silizium, Eisen und Zink recht viel Kalium und wenig Natrium. Da der Körper diese Zusammensetzung besonders gut aufnimmt, ist Bier bei vielen an heißen Sommertagen und nach dem Sport als isotonisches Getränk beliebt. 

Ballaststoffe

Der Herstellungsprozess mit Getreide führt dazu, dass in Bieren Ballaststoffe enthalten sind. Sie stammen aus den Zellwänden des Getreides und können die Verdauung unterstützen.

Kalorien

Der Hopfensaft ist zwar ein Getränk, aber bei vielen wegen des Bierbauchs gefürchtet. Das Malzbräu hat mit 40 bis 50 Kalorien pro 100 ml ungefähr den gleichen Nährwert wie Apfelsaft. Hin und wieder ein kleines Bierglas macht also nicht dick. Problematisch wird es aber, wenn es nicht nur bei einem kleinen Glas bleibt oder zum Pils noch deftig gegessen wird. 

Fettfrei

Der Hopfendrink kommt gänzlich ohne Fett aus. Aber Achtung – durch den Alkohol und die Kohlenhydrate ist Bier nahrhafter als andere Getränke!

Ist Bier gesund oder nicht gut für die Gesundheit?

Bier beinhaltet also eine große Menge an Nährstoffen. Aber ist das das Getränk auch gesund?

Eine Alternative zu anderen alkoholischen Getränken

Vor allem Wein wird in den Medien immer wieder für seinen hohen Anteil an Antioxidantien gelobt. Doch auch der Gerstensaft steht dem in nichts nach. Sein hoher Gehalt an Vitamin B, Kalzium und Eisen machen es zu einem nahrhaften Getränk. Wenn also schon Alkohol, dann lieber den Gerstensaft anstelle von Wodka und Co.

Kann das Herz schützen

Einige Studien fanden Hinweise darauf, dass moderater Bierkonsum das Herz schützen kann. Dabei spielen wahrscheinlich die Antioxidantien und die entzündungshemmenden Stoffe im Bier eine Rolle. Sie senken den Cholesterinspiegel und schützen die Gefäße. 

Kann Niedersteine verhindern

Andere Studien zeigen, dass Biertrinken die Entwicklung von Nierensteinen verringern kann. Als Hauptursache gelten hier der Hopfen und Getreide. Die sekundären Pflanzenstoffe unterstützen die Niere bei ihrer Arbeit und halten sie gesund. 

Bier reduziert Cholesterin

Die löslichen Ballaststoffe in Biergetränken tragen dazu bei, den Cholesterinspiegel zu senken. Das “schlechte” Cholesterin im Körper wird gesenkt. 

Stärkt die Knochen

Aufgrund seines hohen Siliziumgehalts kann das Getränk dazu beitragen, stärkere Knochen aufzubauen. Starke Knochen sind wichtig, um Osteoporose vorzubeugen. 

Stärkt das Gedächtnis

Hopfen ist reich am Flavonoid Xanthohumol. Dieser sekundäre Pflanzenstoff unterstützt das Gehirn dabei, gesund zu bleiben. Abbauprozesse des Gedächtnisses werden verlangsamt und die Zellen vor oxidativen Schäden geschützt.

Aber Achtung!

Bier ist kein Wundermittel! Die gesundheitsfördernden Effekte treffen vor allem bei moderatem Bierkonsum zu. Als Richtwert gilt ein kleines Glas pro Tag. Bei größeren Mengen treten die negativen Effekte des Alkohols und des hohen Anteils an Kohlehydraten in den Vordergrund. 

Bier und Haut – passt das zusammen?

Im Bereich Naturkosmetik wird gerne auf den Gerstensaft zurückgegriffen. Ob eine Gesichtsmaske mit Bier gegen trockene Haut oder mit Teebaumöl gemischt als Gesichtswasser, das Hopfengetränk hilft zuverlässig.

Darum ist Bier gut für die Haut

Einer der wichtigsten Bestandteile des Getränkes, die Bierhefe, enthält einen hohen Anteil von Protein. Dieses Protein beinhaltet alle essenziellen Aminosäuren. Sie unterstützen den Körper von innen heraus, die Haut zu stärken. Selen, Antioxidantien und B-Vitamine sind weitere Beschützer einer gesunden Haut. Sie beeinflussen den Stoffwechsel der Haut und unterstützen sie bei der Bildung von Kollagen – was die Haut elastisch hält.

Bier und Schuppenflechte

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Durch eine Überreaktion des Immunsystems schuppt sich die Haut zu schnell und verursacht so schmerzhafte und entzündete Hautareale. Die im Bier enthaltenen Inhaltsstoffe können sich positiv auf die Schuppenflechte auswirken. Die Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe im Getränk wirken entzündungshemmend und antioxidativ. Diese Effekte sind positiv bei Schuppenflechte. Dennoch gibt es bisher keinen direkten wissenschaftlichen Beleg, dass Bier bei Schuppenflechte hilft.

Aber Achtung!

Alkohol kann sich negativ auf Psoriasis auswirken. Studien zeigen, dass durch Alkohol bestehende Symptome verschlimmert und Heilungsprozesse verlangsamt werden können. Auch das im Bier enthaltene Gluten ist für viele Betroffene mit Schuppenflechte problematisch. Daher sollte Bier bei Schuppenflechte nur vorsichtig konsumiert werden. 

Bier: Lecker und in moderaten Mengen auch gesund

In Deutschland zählt Bier beinahe zu den Grundnahrungsmitteln. Der leckere Hopfensaft ist nicht nur nahrhaft, sondern hat durchaus einige positive Effekte auf die Gesundheit. Dennoch muss er mit Bedacht genossen werden. Einem entspannten Bier dann und wann steht nichts im Wege. In größeren Mengen überschatten die Risiken allerdings die Vorteile des Getränks.

FAQ

Was ist Bier?

Bier ist ein beliebtes alkoholisches Getränk. Es wird in unterschiedlichen Varianten angeboten und besteht aus Getreidemalz, Hopfen, Wasser und Hefe. 

Ist Bier gesund?

Bier enthält viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Vitamin B, Selen, Folsäure, Eisen, Kalium und Antioxidantien unterstützen den Körper von innen heraus dabei, gesund zu bleiben. Bei erhöhtem Konsum treten aber die Risiken des Alkohols in den Vordergrund.

Hilft Bier bei Schuppenflechte?

Auch wenn Bier entzündungshemmend und antioxidativ wirkt, so muss es bei Schuppenflechte mit Vorsicht genossen werden. Der im Bier enthaltene Alkohol und Gluten können Schuppenflechte verschlimmern.

Hier klicken, dann findest du alle Quellenangaben

Bier. Das Buch,Urs Willmann, Kampa Verlag, 2019

Jungbrunnen Bier: Gesunder Genuss,Manfred Walzl, Michael Hlatky, Verlagshaus der Ärzte, 2017

UNSER BIER in Grafiken: Baedekers 100+1 Fakten,Baedeker 100+1 Fakten, BAEDEKER, OSTFILDERN, 2017

Beer Linked to Psoriasis,Bill Hendrick, 2010, via https://www.webmd.com/skin-problems-and-treatments/psoriasis/news/20100816/beer-linked-psoriasis (Stand September 2020)

Beer studied for psoriasis riskNHS UK, 2010, via https://www.nhs.uk/news/food-and-diet/beer-studied-for-psoriasis-risk/ (Stand September 2020)