Glucosamin ist ein Molekül, das natürlich in deinem Körper vorkommt und auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich ist. Es wird bei Knochen- und Gelenkerkrankungen eingesetzt und soll auch bei entzündlichen Erkrankungen helfen. 

Was ist Glucosamin?

Unter Glucosamin wird eine Verbindung verstanden, die im Körper natürlich vorkommt. Sie befindet sich im Bindegewebe, Knorpeln und der Gelenkflüssigkeit. Chemisch betrachtet zählt sie zu den Aminozuckern. Der Stoff dient als Baustein für eine Vielzahl von funktionellen Molekülen im Körper. Seine Hautaufgabe ist aber, Knorpel und Gelenke gesund zu erhalten. Daher wird er häufig zur Behandlung und Vorbeugung von Gelenkerkrankungen wie Arthrose eingesetzt.

Wogegen hilft Glucosamin?

Besonders wichtig ist das Molekül für gesunde Knochen und Gelenke. Doch es kann mehr. Einige der wichtigsten Einsatzgebiete sind:

Kann Entzündungen reduzieren

Obwohl umfassende Studien noch ausstehen, scheint das Molekül Entzündungen im Körper zu reduzieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass dies vor allem für Zellen gilt, die an der Knochenbildung beteiligt sind. Glucosamin wird daher häufig zusätzlich zur Behandlung von Symptomen verschiedener entzündlicher Erkrankungen eingesetzt. Gerade in Verbindung mit anderen Medikamenten scheint sich diese Wirkung zu zeigen. Auch für die Behandlung von anderen entzündlichen Erkrankungen wie beispielsweise der Schuppenflechte ist das Molekül daher interessant. Inzwischen gibt es viele vielversprechende Untersuchungen in diesem Bereich. Eindeutige Ergebnisse über die Wirksamkeit des Moleküls liegen aber noch nicht vor. 

Hilft bei Knochen- und Gelenkerkrankungen

Glucosaminpräparate werden häufig zur Behandlung verschiedener Knochen- und Gelenkerkrankungen eingenommen. Für allem bei der Behandlung von Symptomen im Zusammenhang mit Arthrose, rheumatoider Arthritis und Osteoporose gibt es vielversprechende Ergebnisse. Mehrere Studien zeigen, dass eine tägliche Ergänzung mit Glucosaminsulfat eine wirksame Langzeitbehandlung für Arthrose sein kann. Schmerzen werden merkbar reduziert und die Gelenke bleiben beweglich. Insgesamt scheinen Glucosaminpräparate den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen. Tierversuche zeigen darüber hinaus einen positiven Effekt auf die Knochendichte. Durch regelmäßige Einnahme des Moleküls verbesserte sich die Knochenstärke signifikant. Untersuchungen am Menschen stehen aber noch aus. 

Fördert gesunde Gelenke

Eine der Hauptaufgaben des Moleküls ist es, die gesunde Entwicklung des Gewebes zwischen den Gelenken zu unterstützen. Gelenkknorpel ist ein glattes weißes Gewebe, das die Enden der Knochen bedeckt.  Dieses Gewebe ermöglicht es den Knochen, sich frei übereinander zu bewegen, die Reibung zu minimieren und schmerzlose Bewegungen an den Gelenken zu ermöglichen. Unterstützt wird dieser Vorgang von einer körpereigenen Schmierflüssigkeit, die Synovialflüssigkeit genannt wird. Glucosamin hilft bei der Bildung mehrerer chemischer Verbindungen, die an der Bildung von Gelenkknorpel und Synovialflüssigkeit beteiligt sind. Darüber hinaus scheint das Molekül auch den Abbau von Knorpel zu verlangsamen. In diesem Bereich gibt es einige Studien, die den positive Effekt des Moleküls auf die Gesundheit der Gelenke belegen. Für ein abschließendes Ergebnis müssen aber noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden. 

Hilft bei Blasenentzündung

Glucosamin wird häufig zur Behandlung der interstitiellen Blasenentzündung eingesetzt. Bei der interstitiellen Blasenentzündung handelt es sich um eine nicht heilbare Erkrankung der Blase, die mit einer chronischen Entzündung aller Schichten der Blasenwände einhergeht. Oft wird diese Erkrankung mit einem Glucosaminmangel  in Verbindung gebracht. Wird das Molekül also künstlich hinzugefügt, kann es den Körper bei der Bekämpfung der Blasenentzündung unterstützen. Leider fehlen verlässliche wissenschaftliche Daten, um diese Theorie zu stützen.

Mindert entzündliche Darmerkrankungen

Auch im Zusammenhang mit entzündlichen Darmerkrankungen werden Glucosaminprodukte untersucht. Unter dem Sammelbegriff „chronisch entzündliche Darmerkrankung“ wird eine Gruppe von Krankheiten, die das Verdauungssystem betreffen zusammengefasst. Im englischen werden diese unter dem Namen Inflammatory Bowel Disease zusammengefasst. Dabei kommt es zu Entzündungen des gesamten Magen-Darm-Trakts. Dies führt zu Durchfall mit Blut oder Schleim im Stuhl, Bauchschmerzen sowie Problemen mit anderen Organen. Es gibt noch keine eindeutigen Studien, die belegen, dass die Einnahme von Glucosaminprodukten wirklich zu einer Verbesserung der Symptome führen. Erste Untersuchungen an Tieren sind aber vielversprechend. Dies ist vor allem auf die entzündungshemmende Wirkung des Moleküls zurückzuführen. 

Glucosamin und Multiple Sklerose

Einige Quellen behaupten, dass Glucosamin eine wirksame Behandlung für Multiple Sklerose sein könnte. Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems. Sie verläuft in Schüben. Dabei werden Nervenstrukturen zerstört, was zu Gefühlstörungen, Störungen der Bewegungskoordination und Schwäche, Konzentrationsproblemen und Inkontinenz führen kann. Studien untersuchen, ob die Einnahme von Glucosaminpräparaten Schübe reduzieren kann. Es gibt Hinweise darauf, dass dies der Fall sein könnte. Eindeutige Ergebnisse stehen aber noch aus. 

Wo kommt Glucosamin vor und wie wird es eingenommen?

Das Molekül kommt in tierischen und anderen nichtmenschlichen Geweben vor. Zu Glucosaminlieferanten zählen Muscheln, Krabben, Garnelen, Hummer und Pilze. Da es nur in wenigen natürlichen Nahrungsquellen vorkommt, wird das Molekül meist in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen. 

Glucosamin als Nahrungsergänzungsmittel 

Das Molekül kann in Apotheken, Drogerien und dem Online-Handel gekauft werden. Meist wird es in Form von Kapseln und Tabletten verkauft. Auch in Pulverform ist es erhältlich. Das Pulver wird in Getränke oder Speisen eingerührt. Wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln ist es wichtig, auf eine gute Qualität und die Reinheit des Produktes zu achten. Daher empfehlen wir, Glucosaminlprodukte nur über vertrauenswürdige Anbieter zu beziehen.

Als Creme und Salbe

Auch als Creme und Salbe ist Glucosamin erhältlich. Sie enthält oftmals Zusatzstoffe wie Methylsulfonylmethan (MSM) und wird lokal auf die Haut aufgetragen. Dabei soll sie beanspruchte Muskeln und Gelenke pflegen. Auch bei Arthrose und Arthritis soll sie Schmerzen lindern. 

Hat Glucosamin Nebeneffekte?

Glucosaminpräparate sind für die meisten Menschen im Regelfall sicher. Dennoch gibt es einige Nebenwirkungen, die auftreten können. Sie betreffen meist den Magen-Darm-Trakt.

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Durchfall,
  • Sodbrennen oder
  • Bauchschmerzen,

können als Nebenwirkungen auftreten. In seltenen Fällen haben Glucosaminpräparate die Blutzuckerwerte bei Menschen mit Diabetes verschlechtert. Das Risiko scheint sehr gering zu sein, dennoch sollten Menschen mit Diabetes Glucosaminpräparate nur nach Absprache mit dem Arzt einnehmen.

Ebenfalls vorsichtig sein sollten Menschen, die unter Asthma oder Gaukom leiden. Auch bei einem hohem Cholesterinspiegel und hohem Blutdruck, sollten Glucosaminpräparate nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Einige Nahrungsergänzungsmittel verringern die Wirksamkeit der Krebsbehandlung. Daher sollte vor der Einnahme von Glucosaminpräparaten während einer Krebstherapie ein Arzt hinzugezogen werden.

Auch wichtig:  Menschen, die allergisch gegen Schalentiere sind, sollten das Etikett überprüfen, da viele Ergänzungsmittel aus den Schalen von Hummern, Garnelen oder Krabben hergestellt werden.

Aus Sicherheitsgründen sollten auch Schwangere keine Glucosaminpräparate einnehmen. Bisher liegen keine Untersuchungen vor, die zeigen, dass dies für schwangere Frauen ungefährlich ist. 

Glucosamin – viel Potential, aber fehlende Beweise

Glucosamin kommt auf natürliche Weise im Körper vor und spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Erhaltung gesunder Gelenke. Es wird bei der Behandlung verschiedener Gelenk- und Knochenerkrankungen eingesetzt. Auch bei chronisch-entzündlichen Beschwerden wie der interstitiellen Blasenentzündung, entzündlichen Darmerkrankungen und Psoriasis-Arthritis kann das Mittel helfen. Viele Betroffene berichten von einer Besserung der Symptome. Abschließende Studien, die diese Wirkung belegen, stehen aber noch aus. Gut belegt ist hingegen die Wirksamkeit bei Arthrose. Hier können die Effekte auch in Studien eindeutig nachgewiesen werden. 

FAQ

Was ist Glucosamin?

Das Molekül Glucosamin kommt natürlich im Körper vor und findet sich vor allem im Bindegewebe, Knorpeln und der Gelenkflüssigkeit. Chemisch betrachtet zählt es zu den Aminozuckern.

Wobei hilft Glucosamin?

Glucosaminprodukte wirken entzündungshemmend und unterstützen Knochen und Gelenke. Daher werden sie oft bei Knochen- und Gelenkerkrankungen, sowie chronisch-entzündlichen Beschwerden eingesetzt.

Hilft Glucosamin bei Schuppenflechte?

Auch wenn Glucosaminprodukte entzündugshemmend wirken, so gibt es keine eindeutigen Belege, dass sie gegen Schuppenflechte helfen. Im Falle von Psoriasis-Arthritis können Nahrungsergänzungsmittel mit Glucosamin aber tatsächlich die Gelenkegesundheit unterstützen.

Hier klicken, dann findest du alle Quellenangaben

Glucosamin und Chondroitin: Vitalstoffe für gesunde GelenkeDr. Anja Schemionek, Kamphausen Mediengruppe GmbH, 2010

Schmerzen in den Gelenken: Alternative Arthrosebehandlung – Fakten aus der WissenschaftDr. Marcus Mau, neobooks , 2014

The Arthritis Cure: The Medical Miracle That Can Halt, Reverse, and May Even Cure OsteoarthritisJason Theodosakis, St. Martin’s Press, 1997 via www.amazon.de