Milch ist eines der beliebtesten Nahrungsmittel in Deutschland. Doch immer wieder berichten Menschen mit Schuppenflechte, dass sich ihre Symptome verbessern, sobald sie auf Milch und Milchprodukte verzichten. Doch wie kann das Lebensmittel Psoriasis beeinflussen? Das und warum sich nicht jede Schuppenflechte durch Milchverzicht bessert, erfährst du in unserem heutigen Ernährungsartikel inklusive Video! Viel Spaß dabei!

Das Nahrungsmittel Milch

Evolutionär betrachtet sind Milch und Milchprodukte relative neue Nahrungsmittel auf unserem Speiseplan. Menschen gibt es bereits seit 300.000 Jahren, doch erst seit 7.500 Jahren konsumieren wir Milch und Milchprodukte. Zu dieser Zeit etwa passten sich unsere Vorfahren körperlich daran an, Tiermilch als Nahrung zu verwerten. Das größte Problem bis dahin bereitete der Milchzucker, die Laktose. Nach der Säuglingszeit, wenn Kinder keine Muttermilch mehr zu sich nahmen, bildete sich das Enzym Laktase zurück, welches Laktose spaltet. Erwachsene Menschen besaßen also nicht die Fähigkeit Milchzucker zu verdauen. Dank einer Genmutation löste sich dieses Problem für die Menschen in Mitteleuropa in der Jungsteinzeit.

Da es sich bei Milch und Milchprodukten eigentlich um leicht verderbliche Lebensmittel handelt, wurden sie bis vor wenigen Jahren relativ selten beziehungsweise nur in Maßen verzehrt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts galt Milch sogar als Gesundheitsrisiko, vor allem für Kinder. Das änderte sich mit verschiedenen technischen Neuerungen, die die Haltbarkeit von Lebensmittel verlängerten. Kühlschränke sowie die beiden technischen Verfahren Pasteurisierung und Homogenisierung machten aus Milch und Milchprodukte ein Grundnahrungsmittel. 

Heutzutage empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Lebensmittel aus der Gruppe „Milch und Milchprodukte“ täglich zu konsumieren. Es mehren sich jedoch die Hinweise darauf, dass Milch längst nicht so gesund ist, wie wir bisher glaubten. Auch mit chronischen Erkrankungen wird das Lebensmittel in Verbindung gebracht.

Wie können Milch und Milchprodukte Schuppenflechte beeinflussen?

Leider ist die Studienlage zum Thema Milch sehr bescheiden (Dr. Freese geht darauf auch im Video ein). Es ist noch nicht erforscht, wie genau Milch und Milchprodukte Schuppenflechte beeinflussen können. Es gibt aber einige wissenschaftliche Erkenntnisse zu verschiedenen Bestandteilen der Milch. Diese Erkenntnisse könnten auch bei Psoriasis eine Rolle spielen.

Entzündungen

Entzündungen und Schuppenflechte gehen Hand in Hand. Nicht nur scheinen stille Entzündungen in deinem Körper die Erkrankung auszulösen, auch in deiner Haut spielen sich lokale Entzündungsreaktionen ab. 

Zwei Bestandteile der Milch sind daher für Menschen mit Psoriasis besonders problematisch: das Milchprotein Casein und die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure. Bei Arachidonsäure handelt es sich um eine der wichtigsten entzündungsfördernden Fettsäuren, über die wir hier auch schon berichtet haben. Sie kann deine Entzündungslast im Körper erhöhen und Schübe auslösen beziehungsweise verschlimmern. 

Das kann auch Casein, das etwa 80 % der Gesamtproteinmenge der Milch ausmacht. Verschiedene Studien konnten demonstrieren, dass Casein entzündungsfördernd wirkt (1-4).

Darmgesundheit

Fast alle Autoimmunerkrankten haben Probleme mit dem Darm. Häufig leiden Menschen mit Schuppenflechte unter dem Leaky Gut Syndrom, einem durchlässigen Darm.

Das bereits erwähnte Milchprotein Casein ist schwer verdaulich. Manche Menschen haben wenig Probleme damit, es zu verdauen. Aber wenn der Körper bereits durch eine Autoimmunerkrankung wie Schuppenflechte gestresst ist oder Leaky Gut vorliegt, kann Casein eine zusätzliche Belastung für den Darm sein. So kann es beispielsweise passieren, dass das Milchprotein nur halbverdaut in den Blutkreislauf gelangt, woraufhin der Körper eine Immunantwort startet. Diese wiederum kann sich in Hautproblemen äußern.

Ein gesunder Darm ist wichtig für deine Gesundheit! Ein Verzicht auf Milchprodukte kann die Darmgesundheit verbessern und sich dadurch positiv auf Psoriasis auswirken.

Mehr zur aktuellen Studienlage und zu den neusten Erkenntnisse, erfährst du in unserem heutigen Interview mit Dr. Jens Freese. Schau das Video auf alle Fälle bis zum Schluß an. Dr. Freese erklärt dir, weshalb ein Milchverzicht nicht bei jedem Betroffenen die Symptome der Schuppenflechte verbessert.

Interview mit Dr. Jens Freese

 

Links zum Video:

Youtube Video: Mandelmilch selbst herstellen 

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Möchtest du einmal selbst ausprobieren, ob Milch und Milchprodukte sich auf deine Schuppenflechte auswirken, und dafür diese Lebensmittel von deinem Speiseplan streichen? Dann musst du manche Produkte, die du konsumierst, genauer betrachten. Nicht nur Milchprodukte wie Käse, Sahne, Butter oder Joghurt enthalten Milch. Heutzutage wird Milchpulver in allen möglichen Lebensmittel verarbeitet wie zum Beispiel in Brot, Süßigkeiten oder Wurstwaren. Wie so oft empfiehlt es sich, so weit wie möglich auf Fertigprodukte und Fast Food zu verzichten und sein Essen selbst zu kochen.

Unser Fazit

Bei den meisten Betroffenen sind die genauen Ursachen für Schuppenflechte nicht bekannt. Viele Faktoren können die Erkrankung  begünstigen. Bei der Behandlung von Psoriasis ist es wichtig, Entzündungen im Körper zu reduzieren. Der Verzicht auf Milch und Milchprodukte kann dabei helfen! Auch diesmal können wir abschließend nur sagen: einen Versuch ist es wert!

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Wer ist Dr. Jens Freese?

Seit fast 20 Jahren berät und coacht Dr. Jens Freese Patienten mit chronischen Erkrankungen (wie Schuppenflechte) und Profisportler in Ernährungs-, Leistungs- und Regenerationsfragen. Neben dem Sportstudium an der Deutschen Sporthochschule Köln schloss er ein Master-Studium in Psychoneuroimmunologie ab. Zusätzlich ist er ausgebildeter Ernährungs- und Orthomolekulartherapeut.

Dr. Freese engagiert sich besonders für wissenschaftliche Fragestellungen und führt eigene Studien durch. Mit seiner aktuellen Forschungsgruppe untersucht er die Auswirkungen einer steinzeitlich-orientierten Lebensweise auf die Prävention und Therapie moderner Zivilisationserkrankungen wie Übergewicht, Diabetes Typ 2, Arteriosklerose, Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis, Alzheimer und Krebs. 

Ebenfalls spannend: Als  Chefausbilder der Deutschen Trainer Akademie gibt Dr. Freese sein Wissen weiter. In fast 20 Jahren Lehrtätigkeit bildete er mehr als 5000 Trainer und Therapeuten in den Fachgebieten Fitness, Ernährung, Diabetes, Stoffwechsel, Stressmanagement, Immunologie, Burnout und Motivation aus.

Mehr zu Dr. Freese findest du auf seiner Website: https://dr-freese.com.

Hier klicken, dann findest du alle Quellenangaben

1. Sebely Pal, Keith Woodford, Sonja Kukuljan, Suleen Ho, Milk Intolerance, Beta-Casein and Lactose, Nutrients. 2015 Sep; 7(9): 7285–7297. Published online 2015 Aug 31. doi: 10.3390/nu7095339. 

2. Sun Jianqin, Xu Leiming, Xia Lu, Gregory W. Yelland, Jiayi Ni, Andrew J. Clarke, Effects of milk containing only A2 beta casein versus milk containing both A1 and A2 beta caseinproteins on gastrointestinal physiology, symptoms of discomfort, and cognitive behavior of people with self-reported intolerance to traditional cows’ milk,

Nutr J. 2016; 15: 35. Published online 2016 Apr 2. doi: 10.1186/s12937-016-0147-z, Correction in: Nutr J. 2016; 15: 45.
3. S Ho, K Woodford, S Kukuljan und S Pal, Comparative effects of A1 versus A2 beta-casein on gastrointestinal measures: a blinded randomised cross-over pilot study. European Journal of Clinical Nutrition volume 68, pages 994–1000 (2014).
4. Ul Haq MR, Kapila R, Sharma R, Saliganti V, Kapila S, Comparative evaluation of cow β-casein variants (A1/A2) consumption on Th2-mediatedinflammatory response in mouse gut. Eur J Nutr. 2014 Jun;53(4):1039-49. doi: 10.1007/s00394-013-0606-7. Epub 2013 Oct 29.

 

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