In den letzten Wochen haben wir uns intensiv mit dem Darm beschäftigt und wie dieser deine Schuppenflechte beeinflussen kann. Immer wieder steht dabei das Leaky Gut Syndrom im Fokus. Aber wie entsteht eigentlich ein durchlässiger Darm und welche Symptome und Folgen hat die Erkrankung? Das und viele weitere Informationen erfährst du hier!

Das Leaky Gut Syndromwenn der Darm plötzlich durchlässig ist

Normalerweise nimmt der Darm selektiv und kontrolliert Stoffe aus dem Darminneren in den Körper auf. Alles was wichtig ist, wie beispielsweise Nährstoffe und Flüssigkeit, darf hinein. Alles was nichts im Körper zu suchen hat, wie Giftstoffe oder Viren, lässt der Darm hingegen nicht passieren. Das hochkomplexe Schutzsystem kann aber aus dem Gleichgewicht geraten, was zu einer erhöhten Durchlässigkeit des Darms führen kann. Diesen Zustand nennt man Leaky Gut Syndrom („leaky“ ist englisch und bedeutet „undicht“, „gut“ ebenfalls englisch und bedeutet Darm).

Beim Leaky Gut Syndrom ist also die Barrierefunktion des Darms nicht mehr intakt. Einer gestörten Barrierefunktion geht eine Veränderung des Darmmikrobioms (die Bakterien in deinem Darm) voran, die dazu führt, dass die Darmschleimhaut abgebaut wird. Diese wird immer dünner, sodass strukturelle Veränderungen im Zellverband der Darmwand auftreten. Es entstehen Strukturen, die sich wie Löcher im Darm verhalten. Stoffe, wie unverdaute Nahrungsbestandteile, Bakterien oder Giftstoffe, die unter normalen Bedingungen den Darm nicht überwinden könnten, können nun ungeschützt aus dem Darminneren in den Blutkreislauf übertreten. Dort lösen sie entzündliche und allergische Reaktionen aus, was erhebliche Schäden im Körper anrichten kann.

Immer häufiger werden zahlreiche chronische Erkrankungen mit dem Leaky Gut Syndrom in Verbindung gebracht. Dazu zählen Typ-I-Diabetes, chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, aber auch Psoriasis.

Wie hängen Psoriasis und das Leaky Gut Syndrom zusammen?

Fremdstoffe, die durch den durchlässigen Darm in den Blutkreislauf gelangen, werden von deinem Immunsystem als Eindringlinge erkannt. Es kommt zu einer normalen Immunreaktion, um Gifte, Bakterien und ähnliches abzuwehren. Der Körper schüttet dafür Entzündungsstoffe aus und bildet spezifische Antikörper, die die jeweiligen Fremdstoffe als Eindringlinge markieren. Abwehrzellen beseitigen daraufhin, was für sie markiert wurde.

Leider gleicht die molekulare Struktur dieser Stoffe häufig körpereigenen Gewebestrukturen (das nennt man auch molekulare Mimikry). Und das kann zu Verwechslungen führen. Antikörper heften sich an körpereigene Zellen, die daraufhin von Abwehrzellen attackiert werden. Der Körper richtet sich also gegen sich selbsteine Autoimmunreaktion, wie du sie von Schuppenflechte in der Haut kennst, findet statt.

Was verursacht das Leaky Gut Syndrom?

Verschiedene Faktoren können einen durchlässigen Darm verursachen. Deine Ernährung hat aber den größten Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung. Verschiedene Lebensmittel und Nahrungsbestandteile können das Leaky Gut Syndrom auslösen.

Gluten ist ein Klebeeiweiß, das in vielen Getreiden natürlich vorkommt. Menschen mit Zöliakie, Weizenallergie, einer Gluten-Sensitivität oder auch manche Reizdarm-Patienten reagieren auf das Protein mit einer erhöhten Darmbarrierestörung. Bei einigen Autoimmunerkrankungen konnte eine glutenfreie Ernährung die Symptome eines Leaky Guts verbessern.

Eine Ernährung reich an Zucker und schlechten Fetten, die arm an Ballaststoffen sind, kann die Zusammensetzung der Bakterien nachhaltig verändern. Dieselbe Wirkung hat übrigens auch Alkohol auf deine Darmbakterien.

Besonders problematisch sind die zahlreichen künstlichen Zusatzstoffe (Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Farbstoffe und so weiter) in unseren heutigen Lebensmitteln. Sie kommen in der Natur nicht vor und dein Körper kennt sie nicht. Häufig greifen sie die Darmschleimhaut direkt an. Wenn auch du beispielsweise Psoriasis-Schübe durch Fastfood bekommst, könnten Zusatzstoffe eine Ursache dafür sein.

Aber auch Medikamente wie manche Antibiotika, nichtsteroidale Antirheumatika, übermäßige Mengen an NSAIDs wie Ibuprofen, Aspirin, aber auch Kortison oder Hormonpräparate, wie die Pille, fördern die Durchlässigkeit des Darms.

Durch zu viel Stress, Schlafmangel oder ein geschwächtes Immunsystem kann die Zusammensetzung der Bakterien ebenfalls beeinflusst werden. Parasiten, wie Würmer oder Pilze, können ebenfalls deine Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen.

Symptome Leaky Gut 

Ein durchlässiger Darm wirkt sich auf deinen gesamten Körper aus. Es kann zu vielen verschiedenen Symptomen kommen, die zusammenhängend oder auch einzeln auftreten können. Beispiele hierfür sind:

Akute oder chronische Darmbeschwerden wie Durchfall, Verstopfungen, Sodbrennen, Blähungen und Bauchschmerzen
• Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien
• Bauchschmerzen und Blähungen
• Migräne
• Asthma
• Hauterkrankungen, wie zum Beispiel Akne
• Gelenk- und Muskelschmerzen
• Infekte
Müdigkeit, Energielosigkeit und allgemeiner Leistungsabfall
• depressive Verstimmung
• Osteoporose
• Haarausfall
• Leberstörungen
Entzündungsneigung
• Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme
Autoimmunerkrankungen

Die Beschwerden werden häufig anderen Ursachen zugeschrieben. Fast jede Autoimmunerkrankung steht mittlerweile aber im Zusammenhang mit einem durchlässigen Darm.

So geht es nächste Woche weiter

Im zweiten Teil zum Thema Leaky Gut Syndrom bekommt Farbenhaut Hilfe von der Heilpraktikerin Carolin Tietz (www.carolintietz.de). In ihrer Praxis in Hamburg behandelt sie viele Patienten mit Darmproblemen. Zusammen mit Carolin erklären wir dir, wie ein durchlässiger Darm diagnostiziert und behandelt werden kann.

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