In den meisten Fällen ist Schuppenflechte ungefährlich. Eine Ausnahme ist die erythrodermische Psoriasis. Diese stellt eine seltene, aber besonders aggressive und lebensbedrohliche Form der Schuppenflechte dar. Eine umgehende und vor allem rechtzeitige Behandlung ist (lebens-) notwendig.

Erythrodermische Psoriasis – Eine besonders schwere und gefährliche Form der Schuppenflechte

Diejenigen, die unter Schuppenflechte leiden, haben grundsätzlich nichts zu befürchten. Die klassische Psoriasis sowie die meisten ihrer Unterformen sind nicht lebensbedrohlich. Für Betroffene der erythrodermischen Psoriasis sieht das anders aus.

Lediglich 1–3 % der Schuppenflechte-Patienten sind von dieser Diagnose betroffen. Die erythrodermische Psoriasis ist damit äußerst selten, dafür aber umso gefährlicher. In vielen Fällen verläuft die Erkrankung äußerst schwer und kann lebensbedrohliche Folgen für die Betroffenen haben.

Wir erklären dir im Folgenden, was eine erythrodermische Psoriasis ist, wie du sie erkennst und warum es wichtig ist, dass du bei auftretenden Anzeichen direkt einen Arzt aufsuchst.

Erythrodermische Psoriasis – Was ist das?

Erythrodermische Psoriasis, auch bekannt als exfoliative Psoriasis, stellt eine seltene, schwerwiegende Form der Schuppenflechte dar. Über 75 % der Körperoberfläche der Betroffenen ist entzündet und von einem feuerroten und sich schälenden Hautausschlag überzogen.

Dieser Hautausschlag vermehrt sich rasant und ist mit starken Schmerzen sowie lebensgefährlichen Folgen für die Betroffenen verbunden. Eine sofortige und rechtzeitige  Behandlung durch einen Facharzt im Krankenhaus oder in einer Hautklinik ist notwendig.

In erster Linie sind Menschen betroffen, die unter einer instabilen Plaque-Psoriasis leiden. Die exfoliative Psoriasis kann auch allein auftreten oder in Verbindung mit der Psoriasis pustulosa generalisata (Typ Zumbusch).

Symptome – Wie erkennst du eine erythrodermische Psoriasis?

In erster Linie zeichnet sich die Erkrankung vor allem durch eine ausgeprägte und entzündete Hautrötung aus. Diese erstreckt sich über einen Großteil des Körpers des Betroffenen, in den meisten Fällen auf über 75 % der Hautoberfläche. Der Hautausschlag ist ödematös und von kleinen Schuppen bedeckt, die sich großflächig ablösen.

Die großflächige Entzündung der Haut wird von starkem Juckreiz sowie qualvollen Schmerzen begleitet. Nicht selten haben Leidtragende das Gefühl, dass die betroffenen Hautstellen regelrecht brennen.

Charakteristisch für die erythrodermische Psoriasis ist das grundlegende Krankheitsgefühl, das Betroffene verspüren.

Folgende Nebensymptome treten häufig auf:

  • Fieber,
  • Schüttelfrost,
  • Gelenkschmerzen,
  • geschwollene Knöchel,
  • geschwollene Lymphknoten in den Leisten und Achseln sowie
  • beschleunigter Herzschlag.

Die Symptome können sich schleichend entwickeln oder plötzlich auftreten.

Auslöser und Risikofaktoren der erythrodermische Psoriasis

Die Ursachen der erythrodermischen Psoriasis sind bislang nicht vollständig geklärt. Mediziner nennen aber folgende Faktoren, die als wahrscheinliche Auslöser der Erkrankung angesehen werden:

  • Abrupter Abbruch der bisherigen Therapiemaßnahmen einer Schuppenflechte
  • Einnahme von bestimmten Medikamenten (wie Präparate gegen Malaria oder systemische Steroide)
  • Infektionen
  • Starker Sonnenbrand
  • HIV
  • Exzessiver Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Stress.

All diese Aspekte gelten als Risikofaktoren und Auslöser für eine erythrodermische Psoriasis. Du solltest sie daher vermeiden.

Warum ist erythrodermische Psoriasis gefährlich?

Unsere Haut spielt eine zentrale Rolle bei unserem allgemeinen Gesundheitszustand. Sie ist der Schutzmantel unseres Körpers und übernimmt lebenswichtige Abwehr- und Schutzfunktionen. Sie wehrt nicht nur Keime ab, sondern reguliert die Körpertemperatur und bewahrt uns vor einem zu hohen Flüssigkeitsverlust.

Wird unsere Haut beschädigt, wie im Falle der erythrodermischen Psoriasis, verliert sie ihre Barriere-Funktion. Folglich kann es durch die erhöhte Anfälligkeit der Haut zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen.

Die exfoliative Psoriasis führt häufig zu einem kritischen Abfall der Körpertemperatur. Das wiederum führt nicht selten zu einer Lungenentzündung oder Sepsis.

Weitere mögliche Komplikationen im Rahmen einer exfoliativen Psoriasis:

  • Bedrohlich hoher Verlust von lebensnotwendiger Flüssigkeit,
  • hoher Mineralstoffverlust,
  • erhöhtes Risiko für Infektionen,
  • Nierenprobleme sowie
  • Herzinsuffizienz.

Behandlung einer erythrodermischen Psoriasis

Eine exfoliative Psoriasis ist aufgrund des gefährlichen Verlaufs und den lebensbedrohlichen Komplikationen nicht zu unterschätzen. Betroffene sollten bei auftretenden Symptomen schnellstmöglich ein Krankenhaus aufsuchen.

Nur so können Beschwerden gelindert und Schlimmeres verhindert werden. Je nach Schweregrad der Symptome kann die Therapie kompliziert und aufwendig sein.

Topische Behandlung bei erythrodermischer Psoriasis

Grundsätzlich ist es bei der Therapie wichtig, die Haut ausreichend zu befeuchten, die Entzündungen zu hemmen und den intensiven Juckreiz effektiv zu lindern.

Dazu werden folgende Maßnahmen vorgenommen:

  • Steroid- und Feuchtigkeitscremes,
  • feuchte Wickel sowie
  • Bäder mit Hafermehl.

Systemische Therapie bei erythrodermischer Psoriasis

Bei stark ausgeprägten Symptomen erfolgt eine systemische Therapie durch orale Einnahme der folgenden Wirkstoffe:

  • Acitretin,
  • Ciclosporin,
  • Infliximab,
  • Methotrexat oder
  • Biologikas.

Aufgrund der oftmals starken Schmerzen erfolgt die Gabe von Schmerzmittel. Auch Antibiotika stellt bei dieser Erkrankung ein erforderliches Behandlungsmittel dar. Es dient dazu, bereits vorliegende Infektionen zu behandeln oder diese rechtzeitig abzuwenden.

Die exfoliative Psoriasis hat oftmals einen kritischen Proteinverlust der Haut zur Folge. Betroffene erhalten daher häufig eine Hyperprotein-Diätkost verordnet, um den Mangel auszugleichen.

Erythrodermische Psoriasis – Die schwerwiegendste Form der Schuppenflechte

Die erythrodermische Psoriasis stellt eine seltene und gefährliche Ausnahme zwischen all den vergleichsweise harmlosen Formen der Schuppenflechte dar. Nimmst du die Signale deines Körpers nicht rechtzeitig wahr, kann die exfoliative Psoriasis schwerwiegende und lebensbedrohliche Folgen haben.

Als Betroffener von Schuppenflechte ist es wichtig, die möglichen Auslöser und Risikofaktoren dieser Erkrankung zu kennen und sie unbedingt zu meiden. Dazu gehört vor allem, dass du dich stets an die von deinem Arzt verordnete Psoriasis-Routine hältst und die Behandlung nicht ohne triftigen Grund abbrichst.

Auch gilt, bei aufkommenden Symptomen und bei jeglichem Verdacht sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen.

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Quellen:

Psoriasis Forschungs- und Behandlungs-Centrums Charité – Universitätsmedizin Berlin: Welche Formen der Psoriasis gibt es? Wie erkennt man sie? URL:http://psoriasis-charite.de/Was_ist_Psoriasis/krankheitsbild/formen-der-psoriasis.html. (Zugriff am 12.05.2019)

Altmeyer P: Erythrodermia psoriatica. In: Online-Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin. URL: https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/erythrodermia-psoriatica-1280. (Zugriff am 12.05.2019)

Sano S, Kubo H, Morishima H, Goto R, Zheng R, Nakagawa H. Guselkumab, a human interleukin-23 monoclonal antibody in Japanese patients with generalized pustular psoriasis and erythrodermic psoriasis: Efficacy and safety analyses of a 52-week, phase 3, multicenter, open-label study. J Dermatol. March 2018. doi:10.1111/1346-8138.14294. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/1346-8138.14294. (Zugriff am 12.05.2019)

Rosenbach M et al. (2010) Treatment of erythrodermic psoriasis: From the medical board of the National Psoriasis Foundation. JAAD 62: 655-662. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19665821. (Zugriff am 12.05.2019)

 

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