Frank hat sich lange versteckt. Sich und seine Haut. Irgendwann hat er für sich erkannt, dass dies nicht der richtige Weg sein kann. Und hat angefangen, YouTube-Videos zu veröffentlichen. Die Botschaft: Geh raus und schäm dich nicht. Wie es dazu kam und was er als bestes Mittel gegen Blicke sieht, erfährst du im neuen Skinfluencer Interview.

Die Interview-Reihe mit Psoriasis-Betroffenen: Skinfluencer

Es ist wieder soweit! Ein weiteres Interview in unserer Reihe „Skinfluencer“ erscheint. Im Mittelpunkt stehen dabei immer ganz normale Schuppenflechte-Patienten – so wie du und ich. Zukünftig werden in regelmäßigen Abständen bei Farbenhaut Interviews mit Leidensgenossen erscheinen – zusätzlich zu informativen Berichten und anderen Specials. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Frank für das heutige Interview. Er war mutig und teilt hier seine Geschichte. Unsere bisherigen Interviews findest du übrigens an dieser Stelle.

Das Interview mit Frank

1. Willst du dich kurz vorstellen und uns etwas zu deinem bisherigen Krankheitsverlauf erzählen?

Hey ich bin der Frank und bin 25 Jahre alt.
Mache YouTube Videos zur Psoriasis und versuche den Leuten Sachen zu empfehlen, um ihnen Selbstvertrauen zu geben [Anmerkung der Redaktion: Hier findest du den YouTube-Channel]. Bei mir fing alles im frühen Alter an, ich glaub ich war 9 oder 10 Jahre alt. ich hatte einen Fahrrad-Unfall und danach ist es bei mir ausgebrochen. Hab seitdem viele Therapien durchgemacht – sei es Salben mit Kortison oder auf Naturbasis (Globuli) oder autogenes Training. Aber bisher hat leider nichts auf Dauer geholfen.

2. Was hat sich bei dir seit dem Ausbruch der Krankheit verändert?

Bis vor 2 Jahren habe ich mich sozusagen versteckt. Ich hatte mich geschämt für mich und meine Haut, bis ich gesagt hab, okay so geht es nicht weiter.
Wem es nicht passt soll nicht hinschauen und seitdem mach ich auch die YouTube-Videos. Ich hab mich auch eine lange Zeit vegan ernährt, was meiner Haut anfangs auch gut tat, aber das war leider auch nicht von langer Dauer.

3. Welche Therapien hast du bereits ausprobiert und was wurde daraus?

Ich habe viele Salben durch, mit Cortison, auf Naturbasis, Totem Meersalz in Tabletten-Form, Lichtbestrahlung. Und anfangs half es auch, aber meist kam es genauso schlimm wieder zurück.

4. Welche Tipps und Tricks kannst du allgemein an andere Betroffene weitergeben?

Fangt an, euch selbst zu mögen, so wie ihr seid mit der Krankheit. Ihr seid trotzdem schön so wie ihr seid.

5. Was war dein positivstes, was dein negativstes Erlebnis im Zusammenhang mit Schuppenflechte?

Das Positivste war, als mein damaliges Haustier versucht hat, es weg zu lecken (lach). das war so lieb und süß gemeint damals von meinem Tier. Das Negativste ist, dass man angestarrt wird oder dass getuschelt wird und man merkt, dass die Leute über einen reden.

6. Was läuft deiner Meinung nach derzeit im Umgang mit Psoriasis falsch?

Ich denke, dass leider viel zu wenige Menschen wissen, was Psoriasis ist und dass die Krankheit nicht ansteckend ist. Da besteht definitiv noch Aufklärungsbedarf.

7. Was würdest du zu Jemandem sagen, der kürzlich die Diagnose Psoriasis bekommen hat?

Es ist zwar eine scheiß Krankheit, aber du bist nicht allein. Kopf nach oben und grade aus schauen, es geht immer weiter.

8. Welche Themen bzw. Schwerpunkte würdest du dir zukünftig bei Farbenhaut wünschen?

Macht weiter so wie bisher…

Du möchtest auch deine Geschichte teilen?

Nun bist du an der Reihe! Hilf mit, Psoriasis vom fauchenden Löwen zum zahmen Kätzchen zu machen. Mach anderen Mut, offener und selbstbewusster mit der eigenen Krankheit und dem eigenen Körper umzugehen. Verrate deine Tricks, was dich zum Lachen oder zum Verzweifeln bringt. Und wie Willy Brandt schon zu sagen pflegte: „Der beste Weg die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“. Hilf also auch du mit, die Geschichte von Psoriasis neu zu schreiben und erzähle mindestens zwei Millionen Betroffenen im deutschsprachigen Raum deine Story.

Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.