Schuppen, Rötungen, Juckreiz und Schmerzen machen häufig den Alltag von Betroffenen der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung Schuppenflechte (Psoriasis) zur Qual. Das Thema Ausbildung oder Arbeiten mit Schuppenflechte stellt häufig noch eine zusätzliche psychische Belastung für die Patienten dar.

Nicht selten führen Vorurteile, falsche Vorstellungen und das Halbwissen der Mitmenschen dazu, dass Betroffene von Schuppenflechte sich im sozialen Leben beeinträchtigt und ausgegrenzt fühlen. Berufswahl und Arbeitsalltag gestalten sich für Patienten besonders schwierig, wenn die Krankheit an sichtbaren Körperstellen auftritt, wie im Gesicht, am Kopf oder an Händen und Nägeln.

Ist eine völlig freie Berufswahl mit Schuppenflechte möglich? Worauf solltest du bei der Wahl deiner Arbeit und Ausbildung mit Psoriasis achten? Kannst du deinen Traumjob auch mit Psoriasis ausführen? Wir geben dir Informationen und Tipps zur Berufswahl und zum Vorstellungsgespräch und allgemeine Hinweise rund um das Thema Arbeiten mit Schuppenflechte!

Berufswahl: Traumberuf mit Schuppenflechte – (un)möglich?

Nahezu alle Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung stellen früher oder später fest, dass sich die Krankheit im gewissen Ausmaß auf ihr gesamtes Leben auswirkt.

So auch Patienten mit Schuppenflechte. Sei es bei der täglichen Hautpflege, die häufig mehr Zeit in Anspruch nimmt als bei nicht erkrankten Menschen. Oder auch bedingt durch die fragenden Blicke der Mitmenschen in der Freizeitgestaltung und im gesamten sozialen Leben.

Nicht zuletzt hat Psoriasis natürlich auch eine Auswirkung auf deine Ausbildung oder deinen Arbeitsalltag. Vielen Betroffenen stellt sich damit verbunden auch die Frage nach der Berufswahl.

Beeinträchtigt Schuppenflechte die Wahl der Ausbildung und die Art deiner beruflichen Tätigkeit?
Was solltest du dabei unbedingt berücksichtigen?

Fragen über Fragen – die es für jeden Patienten mit Psoriasis individuell zu beantworten gilt. Eines jedoch vorab: In den allermeisten Fällen stellt Schuppenflechte kein Hindernis dar, um deinen Traumberuf zu ergreifen!

Ausbildung & Arbeiten mit Schuppenflechte

Als chronisch-entzündliche Hauterkrankung verläuft Psoriasis schubweise. Die Schübe sind dabei nicht vorhersehbar und stellen natürlich eine physische, aber auch psychische Belastung für Betroffene dar.

In einzelnen Fällen einer sehr starken Ausprägung und Form der Hauterkrankung kann es zu weitreichenden Beeinträchtigungen im beruflichen Leben kommen. In den allermeisten Fällen jedoch stehen dir auch MIT Schuppenflechte alle beruflichen Türen offen.

Persönliche Neigungen, Fähigkeiten und Interessen sind auch für Patienten mit Psoriasis die ausschlaggebenden Faktoren für die Wahl von Ausbildung und Beruf. Erst an zweiter Stelle solltest du dir genauere Gedanken machen, welche Berufe für deine persönliche Schuppenflechte mehr oder weniger geeignet sind.

Berufswahl mit Schuppenflechte: Worauf muss ich achten?

Je nach Form und Ausprägung deiner Schuppenflechte kann es diverse krankheitsbedingte Problemquellen bei der Wahl einer Ausbildungsstelle oder einer Arbeitsstelle geben. Wie so oft bei Psoriasis gilt auch bei der Berufswahl: Wissen ist Macht!

Jeder Patient hat seine eigene Schuppenflechte. Dabei sprechen wir nicht nur von der Form und Ausprägung der Erkrankung. Du solltest auch berücksichtigen, welche Körperstellen betroffen sind und was deine persönlichen auslösenden Faktoren (Trigger) sind. Wichtig ist auch, zu wissen, wie sich der Verlauf eines Schubs und die damit verbundene notwendige Therapie und Behandlung üblicherweise gestalten.

All das sind Fragen, die bei jedem Patienten individuell beantwortet werden müssen. Folglich können die Antworten sich auch unterschiedlich stark auf deine Wahl einer Ausbildung oder Arbeit auswirken. Die Betonung liegt ganz klar auf dem Wort „können“ – nicht müssen.

So vielfältig unsere heutige Welt ist, so vielfältig sind auch deine Möglichkeiten für eine Berufswahl. Wichtig ist, dass du dich vorab über die verschiedenen Arbeitsbedingungen, Arbeitsprozesse, verwendete Arbeitsmaterialien usw. informierst. So kannst du bereits im Vorfeld versuchen, anhand dieser Informationen einzuschätzen, ob und inwiefern Auslöser (Trigger) vorliegen und es zu krankheitsbedingten Problemen kommen könnte.

Problematische Faktoren und Bereiche, die zu einer Verschlechterung deiner Haut führen können, sind beispielsweise:

  • häufiger Kontakt mit Wasser und anderen Flüssigkeiten,
  • extreme klimatische Bedingungen (z. B. feucht-warme Umgebung, sehr hohe/niedrige Temperaturen, starke Temperaturschwankungen),
  • regelmäßiger Kontakt mit Chemikalien, Reinigungs- und Lösungsmitteln,
  • häufige Desinfektion der Hände,
  • luftundurchlässige Uniformen und Berufskleidung und
  • psychische Dauerbelastung (Stress).

Stress ist ein bekannter Auslöser (Trigger) bei Schuppenflechte. Viele Patienten berichten davon, dass anhaltender Stress und psychisch belastende Situationen zu einer Verschlechterung ihrer Schuppenflechte führen. Im schlimmsten Fall kann Stress sogar neue Schübe von Psoriasis auslösen.

Bewerbung, Vorstellungsgespräch & Arbeiten mit Schuppenflechte: Tipps für Betroffene von Psoriasis

Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Schuppenflechte haben häufig Angst, aufgrund ihrer Krankheit bei der Ausbildungs- und Arbeitssuche benachteiligt zu werden. Dabei trägst du selbst mit deiner Einstellung und durch den Umgang mit deiner Schuppenflechte einen gravierenden Teil dazu bei, wie dein potenzieller Arbeitgeber reagiert.

Arbeiten mit Schuppenflechte: Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Die Fakten zuerst: Laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bist du NICHT dazu verpflichtet, die Frage nach einer chronischen Erkrankung zu beantworten! Rechtlich betrachtet musst du deine Schuppenflechte bei einer Bewerbung und einem Vorstellungsgespräch nicht angeben.

Die Entscheidung, ob, wann und wie offen du mit dem Thema umgehst, ist also einzig dir selbst überlassen. Bedenke jedoch, dass ein offener Umgang dir den Umgang mit Kollegen und den Arbeitsalltag erleichtern kann. Zudem kann dadurch Missverständnissen von vornherein vorgebeugt werden.

Offener Umgang mit deiner Hauterkrankung

Es ist kein „MUSS“, aber du kannst dich bewusst dazu entscheiden, deine Schuppenflechte direkt bei der Bewerbung oder beim Vorstellungsgespräch anzusprechen. Du spielst somit von Anfang an mit offenen Karten und dein Arbeitgeber kann sich wiederum bewusst und wohlwissend für dich entscheiden.

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Arbeiten mit Schuppenflechte: Informiere dich vorab

Sammle im Vorfeld möglichst viele Informationen zu deinem zukünftigen Arbeitgeber, den Arbeitsbedingungen und den Aufgaben. Wenn du dir bereits vorab Gedanken zu möglichen Trigger Faktoren (Auslöser) und Problemquellen machst, kannst du dafür gleichzeitig auch eine Lösung parat halten. So wirst du deinen Arbeitgeber sehr schnell davon überzeugen, dass deine Schuppenflechte keinerlei Nachteile für das Unternehmen darstellt.

Betone deine Stärken

Wenn du dich dazu entscheidest, im Vorstellungsgespräch offen mit deiner Krankheit umzugehen, solltest du keinesfalls vergessen, dass du deine Stärken und Fähigkeiten hervorhebst. Dein potenzieller Arbeitgeber darf und soll deine Hauterkrankung zur Kenntnis nehmen. Vordergründig sollte er sich aber an deine Stärken erinnern, wenn er an deine Bewerbung und das Vorstellungsgespräch zurückdenkt.

Leiste Aufklärungsarbeit – wenn nötig

Trotz der Anzahl an Betroffenen mit Schuppenflechte in Deutschland kennen viele der Nicht-Betroffenen sich leider bis heute nicht oder nur kaum mit Psoriasis aus. Solltest du das Gefühl haben, dass dein Gegenüber im Vorstellungsgespräch nicht viel über deine Krankheit weiß, dann leiste Aufklärungsarbeit.

So stellst du sicher, dass das nötige Verständnis vorhanden ist. Vergiss nicht, dabei zu erwähnen, dass Schuppenflechte NICHT ansteckend ist – das ist für deinen zukünftigen Arbeitgeber eine wichtige Information.

Psoriasis im Arbeitsleben – alles eine Frage der Einstellung

Schuppenflechte ist kaum kalkulierbar, belastend und häufig auch kräftezehrend. Ein Hindernis im Arbeitsleben ist Schuppenflechte in der Regel jedoch nicht. Nahezu in jeder Berufssparte stehen die Türen auch für Betroffene von Schuppenflechte offen.

Ausschlaggebend für einen reibungslosen Arbeitseinstieg und anschließenden Arbeitsalltag ist dein Umgang mit deiner Erkrankung. Neben dem offenen Umgang mit Arbeitgeber und Kollegen, um fragende Blicke zukünftig auszuräumen, musst du dich gut über deine Arbeit informieren. Du musst dir von Anfang an bewusst sein, dass es in manchen Berufen mögliche krankheitsbedingte Problemquellen geben kann. Für diese gibt es jedoch fast immer auch eine Lösung.

Seien es zusätzliche Schutzmaßnahmen wie spezielle Kleidung, eine erweiterte Hautpflege oder der Umstieg auf besser verträgliche Mittel oder Substanzen während der Arbeit. Zusammen mit deinem Arbeitgeber und deinem Arzt gibt es sicherlich einen Weg, damit du deinen Traumberuf ohne spürbare Einschränkungen ergreifen kannst.

In welchem Beruf bist du tätig? Gehst du offen mit deiner Schuppenflechte um? Und wie sind die Reaktionen von Arbeitgeber und Kollegen? Erzähle es uns gerne auch in unserer Facebookgruppe!

FAQ zu Arbeiten mit Schuppenflechte

Welchen Beruf kann man mit Schuppenflechte ausüben?

Auch bei Patienten mit Schuppenflechte (Psoriasis) sind persönliche Neigungen, Fähigkeiten und Interessen die ausschlaggebenden Faktoren für die Wahl von Ausbildung und Beruf. Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung stellt kein Hindernis für eine bestimmte Berufswahl dar. Dennoch sollten Betroffene sich Gedanken darüber machen, welche Berufe für ihre persönliche Schuppenflechte mehr oder weniger geeignet sind. Faktoren wie starke Temperaturschwankungen, häufiger Kontakt mit Flüssigkeiten und Chemikalien sowie anhaltender Stress können als sogenannte Trigger fungieren und den Zustand der Haut verschlechtern.

Ist Schuppenflechte im Beruf nachteilig?

Grundsätzlich kann sich die Schuppenflechte negativ auf deinen Beruf auswirken. Wenn du z.B. einen Job im Handwerk ausübst, kann die Haut leichter reißen. Auch bei Berufen, die mit Kundenkontakt einhergehen, treten in einigen Fällen Probleme auf. Jedoch lassen sich die meisten Probleme durch gezielte Hautpflege aus der Welt schaffen.

Darf ich wegen meiner Schuppenflechte im Job abgelehnt werden?

Hier gilt das Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz. Dies besagt, dass du nicht verpflichtet bist, deine chronische Erkrankung im Vorstellungsgespräch zu nennen. Wirst du aktiv gefragt, musst du die Frage nicht beantworten. Wie offen du mit deinem Arbeitgeber bezüglich deiner Schuppenflechte umgehst, bleibt letztendlich dir überlassen.

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Quellen:

Lantzsch H., Buhles N. (2014): „Rehabilitation bei Psoriasis: Quo vadis?“, in: Aktuelle Dermatologie. URL: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0034-1365159 (Zugriff am 11.01.2020)

Mrowietz U., Schmidt-Ott G. (2017): „Schuppenflechte“, Freiburg, Karger, 2017. URL: https://www.karger.com/Article/Abstract/454940 (Zugriff am 11.01.2020)

Schmid-Ott G., Malewski P., Kreiselmaier I. et al. (2005): „Psychosoziale Folgen der Psoriasis—eine empirische Studie über die Krankheitslast bei 3753 Betroffenen“, in: Hautarzt. URL: https://link.springer.com/article/10.1007/s00105-005-0906-9 (Zugriff am 11.01.2020)

Schuck V. (2013): „Wie lässt sich der Alltag mit Psoriasis bewältigen?“, in: Ästhetische Dermatologie & Kosmetologie. URL: https://link.springer.com/article/10.1007/s12634-013-0822-4 (Zugriff am 11.01.2020)