Entzündungen im Körper sind ein wichtiger Grund, warum Psoriasis ausgelöst wird und auftritt. Frank sagt, dass jeder diese Werte selbst steuern kann. Dazu musst du laut seiner Aussage nur bestimmte Dinge beachtet. Welche Methoden sowie Mittel ihm helfen und was Kurkuma-Kapseln damit zu tun haben, verrät Frank im neuen Skinfluencer Interview.

Die Interview-Reihe mit Psoriasis-Betroffenen: Skinfluencer

Es ist wieder soweit! Ein weiteres Interview in unserer Reihe „Skinfluencer“ erscheint. Im Mittelpunkt stehen dabei immer ganz normale Schuppenflechte-Patienten – so wie du und ich. Zukünftig werden in regelmäßigen Abständen bei Farbenhaut Interviews mit Leidensgenossen erscheinen – zusätzlich zu informativen Berichten und anderen Specials. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Frank für das heutige Interview. Er war mutig und teilt hier seine Geschichte. Unsere bisherigen Interviews findest du übrigens an dieser Stelle.

Das Interview mit Frank

1. Willst du dich kurz vorstellen und uns etwas zu deinem bisherigen Krankheitsverlauf erzählen?

Moin!
Ich bin 40 Jahre alt und die Pso ging bei mir mit etwa 37 Jahren los. Anfangs dachte ich an einen Hautpilz. Vor gut einem Jahr explodierte dann meine Haut und die Stellen verteilten sich über den ganzen Körper. Kurz vorher erhielt ich erstmal eine zutreffende ärztliche Diagnose.

2. Was hat sich bei dir seit dem Ausbruch der Krankheit verändert?

Ich bin nicht mehr so unbeschwert in Badekleidung und trage lieber hautbedeckende Kleidungsstücke. Vor allem an den Armen. Mich nervt außerdem das ewige Gecreme! Meine Frau meinte schon scherzhaft: „Unsere Aktivität im Bett? Haut eincremen…“

3. Welche Therapien hast du bereits ausprobiert und was wurde daraus?

Kortisoncremes, Daivobet: Nur kurzfristige Linderung beim Juckreiz. Kein Einfluss sonst erkennbar.
Mometason: Stärkere Linderung des Juckreizes und bei massivem Einsatz lokal begrenzter Erfolg. Aber ich habe zu viele Stellen, um das alles mit Mometason zu bombardieren…
Skilarence Fumarsäure: Bis hoch zur Höchstdosis. Deutliche Besserung insgesamt, aber von „Verschwinden“ keine Spur. Nebenwirkungen: Durchfall, häufige Bauchschmerzen. Therapieabbruch, weil Lymphozytenzahl auf um 500 abgefallen ist.
Jetzt bin ich für Biologica vorgesehen… ABER…(siehe Punkt 4)

4. Welche Tipps und Tricks kannst du allgemein an andere Betroffene weitergeben?

Ich habe aufgrund intensiver Recherchen mit Kurkuma-Kapseln begonnen und gleichzeitig Sorion-Salbe ausprobiert. Beides zusammen führte trotz Therapieabbruch des Skilarence zu einer Verbesserung des Hautbildes. Nach ein paar Wochen habe ich dann Sushi-Ingwer (Gari) als MiniSnack in meinen Speiseplan aufgenommen – das hat noch einmal eine deutliche Verbesserung der Haut bewirkt!
Ich habe derzeit die Hoffnung, dass in wenigen Monaten ein Besserungszustand von vielleicht 95% eingetreten sein könnte.
Unabhängig von der Pso nehme ich täglich Bullrich Basentabs ein sowie Laif 900 (Johanniskraut). Ansonsten keine Chemie – wenn ich von punktuellen Tupfen Kortisonsalbe mal absehe.
Meine Empfehlung: Jeder möge im Internet recherchieren zu tnf alpha, Interleukin, Ingwer, Kurkuma bzw. Curcumin, gramnegativen Darmbakterien und der Auswirkung von Sport (Ausdauer und Muskelaufbau) auf die Entzündungswerte.
Ich selbst stehe mit dem Sport noch gaaaanz am Anfang und hoffe da auf einen zusätzlichen Heilschub!

5. Was war dein positivstes, was dein negativstes Erlebnis im Zusammenhang mit Schuppenflechte?

Positiv: Es gibt neben dem homöopathischen Kram auch mittlerweile schulmedizinische Produkte, die offenbar gut wirken. Allerdings habe ich großen Respekt vor Biologics, da die Langzeitwirkungen nicht bekannt sind…

6. Was läuft deiner Meinung nach derzeit im Umgang mit Psoriasis falsch?

Es wird nur an den Symptomen herumgedoktert. Eine ganzheitliche und individuelle Analyse wäre gut und richtig. Wer Pso nicht von Kindesbeinen an hatte, muss doch auslösende Elemente in seinem Lebenslauf haben. Immer zu sagen „Stress“ ist vermutlich zu kurz gesprungen.
Schade, dass die Kassen alternative Mittel nicht bezahlen – auch wenn es zumindest bei mir gut wirkt…

7. Was würdest du zu Jemandem sagen, der kürzlich die Diagnose Psoriasis bekommen hat?

Fang an zu recherchieren! Lies Foren im Netz! Lies Artikel aus Ärztekongressen und -zeitungen. Alles rund um tnf alpha, Interleukin, Rheuma, Arthritis, Pso, Neurodermitis. Ist irgendwie immer hilfreich.
Glaube nicht an Heilung durch Schulmediziner, nimm aber deren Hilfsmittel an und suche DEIN auslösendes Moment der Pso!
Ernährung? Alkohol, Drogen? Kein Sport?

8. Welche Themen bzw. Schwerpunkte würdest du dir zukünftig bei Farbenhaut wünschen?

Gutplatzierte Erfahrungsberichte, bei denen klar benannt wird, WAS geholfen hat, damit jeder für sich das auch mal ausprobieren kann.

Du möchtest auch deine Geschichte teilen?

Nun bist du an der Reihe! Hilf mit, Psoriasis vom fauchenden Löwen zum zahmen Kätzchen zu machen. Mach anderen Mut, offener und selbstbewusster mit der eigenen Krankheit und dem eigenen Körper umzugehen. Verrate deine Tricks, was dich zum Lachen oder zum Verzweifeln bringt. Und wie Willy Brandt schon zu sagen pflegte: „Der beste Weg die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“. Hilf also auch du mit, die Geschichte von Psoriasis neu zu schreiben und erzähle mindestens zwei Millionen Betroffenen im deutschsprachigen Raum deine Story.

Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.