Interview Psoriasis Sarah

Seit Ihrem fünften Lebensjahr leidet Sarah unter Psoriasis. Als einzige in der Familie war es nicht immer leicht, mit der Krankheit umzugehen. Besonders in der Pubertät hatte sie die eine oder andere schwierige Situation wegen der Schuppenflechte zu meistern. Mehr im neuen Skinfluencer Interview.

Die Interview-Reihe mit Psoriasis-Betroffenen: Skinfluencer

Es ist wieder soweit! Ein weiteres Interview in unserer Reihe „Skinfluencer“ erscheint. Im Mittelpunkt stehen dabei immer ganz normale Schuppenflechte-Patienten – so wie du und ich. Zukünftig werden in regelmäßigen Abständen bei Farbenhaut Interviews mit Leidensgenossen erscheinen – zusätzlich zu informativen Berichten und anderen Specials. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Sarah für das heutige Interview. Sie war mutig und teilt hier ihre Geschichte. Unsere bisherigen Interviews findest du übrigens an dieser Stelle.

Das Interview mit Sarah

1. Willst du dich kurz vorstellen und uns etwas zu deinem bisherigen Krankheitsverlauf erzählen?

Hey ich bin Sarah und lebe schon seit meinem 5. Lebensjahr mit Schuppenflechte. Damals war das für meine Eltern ein großer Schock. In unserer Familie gibt es niemanden der an dieser Krankheit leidet und in meiner Kindheit haben wir gefühlt jede Therapie ausprobiert die es gab, über Kortison Cremes, Salzbäder, Diäten bis hin zur Lichttherapie. Starke und schwache Phasen der Schuppenflechte wechseln sich seitdem ab.

2. Was hat sich bei dir seit dem Ausbruch der Krankheit verändert?

Für mich ist es glaube ich ein großer Vorteil gewesen mit dieser Krankheit groß zu werden. Als Kind widmet man der Krankheit keine allzu große Bedeutung. In der Pubertät gab es natürlich auch Phasen, in denen ich mich unwohl in meinem Körper gefühlt habe und mir Sorgen gemacht habe wie Männer auf die Schuppenflechte reagieren. Im Großen und Ganzen habe ich die Krankheit als Teil von mir akzeptiert.

3. Welche Therapien hast du bereits ausprobiert und was wurde daraus?

Eine Menge Kortison Cremes
Heilpraktiker
Lichttherapie im Uni Klinikum
Diese Therapien waren jedoch immer nur von kurzer Dauer, weil sie nur das Symptom und nicht die Ursache therapieren.

4. Welche Tipps und Tricks kannst du allgemein an andere Betroffene weitergeben?

Auf jeden Fall sollte man die Krankheit nicht über sein Leben bestimmen lassen und sich nicht verstecken. Wenn man offen mit der Krankheit umgeht, strahlt man das auf sein Umfeld aus. Denn jeder ist auf seine Art schön! Daran ändern kann man ja eh nichts und man lebt nur einmal.

5. Was war dein positivstes, was dein negativstes Erlebnis im Zusammenhang mit Schuppenflechte?

Ich muss sagen, dass ich mit dem Glück gesegnet wurde, dass die meisten Menschen positiv reagiert haben. Trotzdem gab es auch ein zwei Momente in meinem Leben, wo ich mit den negativen Reaktionen Fremder konfrontiert wurde. Besonders im Gedächtnis ist mir geblieben, als damals in der Schule ein Mädchen meine Schuppenflechte gesehen hat und laut sagte wie ekelig das doch sei. Besonders für junge Menschen ist eine solche Reaktion sehr verletzend.

6. Was läuft deiner Meinung nach derzeit im Umgang mit Psoriasis falsch?

Das größte Problem ist der niedrige Bekanntheitsgrad. Wenn mehr Menschen über Schuppenflechte Bescheid wüssten, würde es das für Betroffene leichter machen. Zudem sollten Ärzte besser auf ganzheitliche Ansätze geschult werden und nicht nur versuchen die Symptome zu lindern, sondern auch weiter dazu forschen, was den Schuppenflechte Schub ausgelöst hat. Meist sind versteckte Entzündungsherde Schuld an weiteren Schüben.

7. Was würdest du zu Jemandem sagen, der kürzlich die Diagnose Psoriasis bekommen hat?

Lass dich niemals unterkriegen und leb dein Leben wie es dir gefällt!

8. Welche Themen bzw. Schwerpunkte würdest du dir zukünftig bei Farbenhaut wünschen?

Bei Farbenhaut würde ich mir auf jeden Fall weitere Interviews wünschen, damit andere Betroffene sehen, dass sie nicht alleine sind.

Du möchtest auch deine Geschichte teilen?

Nun bist du an der Reihe! Hilf mit, Psoriasis vom fauchenden Löwen zum zahmen Kätzchen zu machen. Mach anderen Mut, offener und selbstbewusster mit der eigenen Krankheit und dem eigenen Körper umzugehen. Verrate deine Tricks, was dich zum Lachen oder zum Verzweifeln bringt. Und wie Willy Brandt schon zu sagen pflegte: „Der beste Weg die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“. Hilf also auch du mit, die Geschichte von Psoriasis neu zu schreiben und erzähle mindestens zwei Millionen Betroffenen im deutschsprachigen Raum deine Story.