Wenn du eine (mittel)schwere Psoriasis (Schuppenflechte) hast, ist der regelmäßige Besuch bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt wichtig. Aber auch in leichteren Fällen solltest du, wenn die Beschwerden schlimmer werden, ab und zu einen Hautarzt aufsuchen [Sponsored Post].

Auf der Suche nach einem Hautarzt?

Viele Psoriatiker kämpfen mit dem Gefühl, dass die bisherigen Behandlungen keine ausreichende Verbesserung gebracht haben. Doch vor allem für schwer und mittelschwer Betroffene gibt es inzwischen viele moderne Therapien. Es ist wichtig herauszufinden, ob sich ein Therapiewechsel lohnt – und zwar im individuellen Fall. Um zu erfahren, welche Optionen du hast, fragst du am besten zuerst deinen Dermatologen.

Du hast den für dich passenden Hautarzt noch nicht gefunden? In Deutschland nehmen knapp 4.000 Hautärztinnen und Hautärzte an der kassenärztlichen Versorgung teil (KBV, Stand: 2018). Nicht jeder ist aber auf die Behandlung von Psoriasis spezialisiert oder kennt sich mit modernen Therapien aus. Wenngleich diese Zahlen durch Bemühungen der ärztlichen Fachgesellschaften in den letzten Jahren leicht gestiegen sind, so verschreibt doch bislang nur etwa jeder zweite Dermatologe innerlich wirkenden Therapien (Systemtherapien) und nur jeder dritte Biologika, wie es die Leitlinie bei (mittel)schweren Fällen empfiehlt. In manchen Regionen fehlt es überhaupt an Fachärzten.

Manchmal ist es daher nicht einfach, einen passenden Hautarzt zu finden. Hilfestellungen bei der Suche und für das Arztgespräch bietet „Bitte berühren“, die Psoriasis-Kampagne des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD).

Den richtigen Hautarzt finden

 Wenn du dich mit anderen Betroffenen austauschen und sie nach ihren Erfahrungen fragen willst, kannst du dich an eine Patienten-Selbsthilfeorganisation wenden, wie zum Beispiel den Deutschen Psoriasis Bund e.V. (DPB) mit seinen Regionalgruppen.

Mit Hilfe von Suchmaschinen wie der Online-Dermatologensuche des BVDD auf bitteberuehren.de findest du Hautärzte in deiner Umgebung, die sich auf Psoriasis spezialisiert haben und auch für die mittelschwere bis schwere Form eine leitliniengerechte Behandlung anbieten (Suchwort „moderne Therapien“).

Auch die Suchmaschine der Deutschen Dermatologischen Akademie (DDA) listet spezialisierte Fachärzte auf und zwar solche, die das Fortbildungszertifikat Psoriasis besitzen. Bei Google findest du mit folgenden Suchbegriffen hilfreiche Ergebnisse: „Hautarzt“ + „Ort“ + „Psoriasis“ oder „Schuppenflechte“. So erfasst du in deiner Suche nur die Hautärzte, die auf ihrer Website angeben, dass sie Psoriasis-Behandlungen anbieten.

Besuche die Websites der Praxen und schaue nach, ob hier Informationen über die Behandlungsschwerpunkte der Praxis zu finden sind. Nimm dir Zeit, die Praxen anzurufen und einen Termin zu vereinbaren. Tipp: Auf manchen Praxis-Websites werden Termine auch online vergeben. Um den Überblick zu behalten, hilft eine Liste mit Notizen zu den Besonderheiten der einzelnen Praxen.

Hast du einen Termin vereinbart, solltest du im nächsten Schritt das Gespräch mit dem Arzt so gut wie möglich vorbereiten. Diese Checkliste hilft dir:

Das Arztgespräch gut nutzen

Was ist vor dem Besuch beim Hautarzt zu beachten?

Informiere dich so gut und umfassend wie du kannst über die Erkrankung, Schweregrade und ihre Bestimmung sowie Therapiemöglichkeiten (abhängig von der Ausprägung deiner Schuppenflechte). Mache dich vertraut mit Begriffen wie BSA, PASI und DLQI.

  • Mit der BSA (Body Surface Area) wird das Ausmaß der betroffenen Körperoberfläche angegeben, und zwar in Prozent. Eine Handfläche entspricht einem Prozent Körperoberfläche (KOF).
  • PASI steht für Psoriasis Area and Severity Index. Er misst den Schweregrad der Psoriasis, nämlich die Ausdehnung der betroffenen Hautfläche und das Ausmaß der Krankheitsaktivität.
  • Der Dermatologische Lebensqualitätsindex DLQI erfasst die subjektiv empfundenen Auswirkungen der Krankheit auf die Lebensqualität von Menschen mit Schuppenflechte.

Wichtige Infos zu den unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten gibt dir die Patientenleitlinie zur Behandlung der Psoriasis der Haut.

Führe ein Tagebuch und dokumentiere deine Symptome: Verändern sich deine Plaques, hast du Juckreiz, Schmerzen, Schlaflosigkeit? Was sind mögliche Auslöser? Halte auch fest, wie du dich fühlst – von Tag zu Tag. Du hast schon eine oder auch mehrere Behandlungen bekommen? Erstelle eine Liste mit deinen bisherigen Medikamenten und/oder Therapien. Halte die Dauer und das Ergebnis der jeweiligen Behandlung in Stichworten fest. Notiere auch deine Fragen und deine Erwartungen an eine neue hautärztliche Behandlung. Tipps und Fragen für den Arztbesuch findest du übrigens auch beim DPB.

Was ist während des Arztbesuchs wichtig?

Zu Beginn des Hautarztbesuchs ist es wichtig, den Hautarzt über alle deine Symptome und ihre möglichen Auslöser zu informieren. Auch die Medikamente, die du derzeit nimmst, und ggf. Behandlungen, die du schon gemacht hast, sind wichtig zu nennen. Das Tagebuch und die Listen sind jetzt hilfreiche Gedächtnisstützen. Je nach Organisation der Praxis werden diese Informationen vom Assistenzpersonal gesammelt, in einigen Praxen auch die BSA und der PASI. Den DLQI füllt der Patient selber aus, die Auswertung übernehmen wieder die Medizinischen Fachangestellten (MFA).

Wenn also die Vorgeschichte deiner Erkrankung dokumentiert ist (Anamnese), beurteilt der Dermatologe die Schwere deiner Schuppenflechte. Ärzte machen ihre Verordnung abhängig von der Krankheitsschwere, aber auch von den individuellen Bedürfnissen und Erwartungen der Patienten. Sprich offen darüber, wie du dich fühlst bzw. was dich besonders belastet, und darüber, was du von einer Behandlung erwartest. Frage den Dermatologen nach modernen Behandlungsmöglichkeiten wie Biologika und oralen Systemtherapien, die für mittelschwere oder schwere Formen von Schuppenflechte zur Verfügung stehen.

Bei Unklarheiten solltest du unbedingt nachfragen – jetzt ist die Gelegenheit. Zusammen mit dir wird der Hautarzt ein auf deine Bedürfnisse zugeschnittenes Therapieziel festlegen und mit dir über mögliche Behandlungsansätze sprechen.

Da Wartezeiten manchmal länger sein können, vergiss nicht, vor dem Verlassen der Praxis den nächsten Termin zu vereinbaren!

Wie geht es nach dem Arztbesuch weiter?

Sprich deinen Hautarzt an, wenn du meinst, dass der Therapieerfolg ausbleibt. Moderne, innerlich wirkende Therapien sollten innerhalb von circa zwölf Wochen sichtbare Erfolge erzielen. Informationen darüber, wie du den Verlauf der Schuppenflechte durch deine Lebensweise positiv beeinflussen und gegebenenfalls Schübe vermeiden kannst, findest du auf Bitte berühren. Jede Menge Information zum Thema Schuppenflechte und Ernährung gibt es auf ebenfalls auf „Bitte berühren“ und in Betroffenen-Blogs wie Farbenhaut.

Deine Checkliste

  1. Informieren

Recherchiere so viel du kannst zu deiner Erkrankung.

  1. Symptome und Auslöser notieren (Tagebuch führen)

Schreibe auf, welche Symptome du hast und wann sie auftreten. Gibt es vielleicht Auslöser wie Stress oder bestimmte Lebensmittel?

  1. Medikamente und frühere Behandlungen

Schreibe eine Liste mit den Medikamenten und Behandlungen, die du schon genommen und bekommen hast.

  1. Fragen und Erwartungen

Notiere deine Fragen ebenfalls in einer Liste sowie deine Erwartungen an eine Therapie.

  1. Offen sein

Stelle offen deine Fragen und besprich deine Bedürfnisse und Erwartungen an die Therapie mit deinem Hautarzt.

  1. Therapieziel definieren

Lege gemeinsam mit deinem Hautarzt das Therapieziel fest.

  1. Therapiemöglichkeiten erfahren

Welche modernen leitliniengerechten Behandlungen kommen für deinen individuellen Fall infrage?

  1. Alles klar?

Solltest du noch eine Frage haben – während des Arztgesprächs ist die beste Gelegenheit, sie zu stellen!

Dieser Text ist in freundlicher Kooperation mit der Kampagne „Bitte Berühren“ des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD) entstanden.