Andreas geht seit über 20 Jahren Hand in Hand mit Psoriasis. Er hat schon vieles probiert und ebenso vieles auch wieder verworfen. Besonders schlimm für ihn ist es, dass auch mindestens eines seiner Kinder die Hauterkrankung vererbt bekommen hat. Mehr im neuen Skinfluencer Interview.

Die Interview-Reihe mit Psoriasis-Betroffenen: Skinfluencer

Es ist wieder soweit! Ein weiteres Interview in unserer Reihe „Skinfluencer“ erscheint. Im Mittelpunkt stehen dabei immer ganz normale Schuppenflechte-Patienten – so wie du und ich. Zukünftig werden in regelmäßigen Abständen bei Farbenhaut Interviews mit Leidensgenossen erscheinen – zusätzlich zu informativen Berichten und anderen Specials. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Andreas für das heutige Interview. Er war mutig und teilt hier seine Geschichte. Unsere bisherigen Interviews findest du übrigens an dieser Stelle.

Das Interview mit Andreas

1. Willst du dich kurz vorstellen und uns etwas zu deinem bisherigen Krankheitsverlauf erzählen?

Hallo mein Name ist Andreas. Ich habe seit fast 20 Jahren Schuppenflechte. Eine eher mittelschwere Form. Hin und wieder auch schwere. Wie auch Vulgaris. Auch großflächig über Rücken, Brust und auch Stellen wo man es nicht so gerne hat. Ich habe schon einiges hinter mir. Angefangen mit der Salz Lichttherapie über Salben bis hin zu Cortison und Fumaderm. Fumaderm habe ich 3 x versucht, was ich aber jedesmal abbrechen musste. Letztes Mal wegen der Leberwerte.
Ärzte… Ja was soll man da sagen?! Oft gewechselt. Dann hat man endlich mal einen super Arzt, macht der nur noch Privatpatienten.
Jetzt wurde bei mir Arthrose in der Lendenwirbelsäule festgestellt, ob es PSA ist wird noch abgeklärt.
Natürlich habe auch ich einiges erlebt. Z.B. in Schwimmbädern usw. Aber mittlerweile stehe ich darüber und habe mir auch gesagt, wenn mich meine Schuppenflechte in Ruhe lässt, lasse ich sie auch in Ruhe und ich muss sagen, bis auf die üblichen stellen wie Knie und Ellenbögen, bisschen Brustkorb und Gesicht habe ich Ruhe.

2. Was hat sich bei dir seit dem Ausbruch der Krankheit verändert?

Tja…. Die Lebensqualität hat sich verändert, verschlechtert.

3. Welche Therapien hast du bereits ausprobiert und was wurde daraus?

Salz Licht
Bestrahlung
Salben jeglicher Art
Cortison
Fumaderm

4. Welche Tipps und Tricks kannst du allgemein an andere Betroffene weitergeben?

Kopf hoch von der Krankheit nicht unterkriegen lassen.

5. Was war dein positivstes, was dein negativstes Erlebnis im Zusammenhang mit Schuppenflechte

Gibt es ein positives Erlebnis mit Schuppenflechte? Ich glaube nicht. Doch das meine Familie trotz der Krankheit hinter mir stehen.
Das Negative, das mindestens eins meiner Kinder auch Schuppenflechte hat.

6. Was würdest du zu Jemandem sagen, der kürzlich die Diagnose Psoriasis bekommen hat?

Kopf hoch es geht weiter und lass dich davon nicht unterkriegen.

7. Was läuft deiner Meinung derzeit im Umgang mit Psoriasis falsch?

Dass die Ärzte wie Hausarzt, Hautarzt oder Orthopäde überhaupt nicht zusammenarbeiten. Und viel zu wenig Aufklären in der Bevölkerung stattfindet.

8. Welche Themen bzw. Schwerpunkte würdest du dir zukünftig bei Farbenhaut wünschen?

Aufklärung über die Krankheit.
Und Informationen über Behandlungsmethoden.

Du möchtest auch deine Geschichte teilen?

Nun bist du an der Reihe! Hilf mit, Psoriasis vom fauchenden Löwen zum zahmen Kätzchen zu machen. Mach anderen Mut, offener und selbstbewusster mit der eigenen Krankheit und dem eigenen Körper umzugehen. Verrate deine Tricks, was dich zum Lachen oder zum Verzweifeln bringt. Und wie Willy Brandt schon zu sagen pflegte: „Der beste Weg die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“. Hilf also auch du mit, die Geschichte von Psoriasis neu zu schreiben und erzähle mindestens zwei Millionen Betroffenen im deutschsprachigen Raum deine Story.

Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.