Nicole leidet seit ca. 15 Jahren an Psoriasis. Zwar sind nicht sehr viele Hautstellen davon betroffen, trotzdem fällt es ihr nicht immer einfach, mit der Schuppenflechte zu leben. Jedoch hat sie in den letzten Jahren vieles über sich und ihre Haut gelernt und geht mittlerweile selbstbewusst damit um. Was ihr aber immer noch nicht geglückt ist, erfährst du im neuen Skinfluencer-Interview.

Die neue Interview-Reihe mit Psoriasis-Betroffenen: Skinfluencer

Es ist wieder soweit! Ein weiteres Interview in unserer Reihe „Skinfluencer“ erscheint. Im Mittelpunkt stehen dabei immer ganz normale Schuppenflechte-Patienten – so wie du und ich. Zukünftig werden in regelmäßigen Abständen bei Farbenhaut Interviews mit Leidensgenossen erscheinen – zusätzlich zu informativen Berichten und anderen Specials. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Nicole für das heutige Interview. Sie war mutig und teilt hier ihre Geschichte. Unsere bisherigen Interviews findest du übrigens an dieser Stelle.

Das Interview mit Nicole

1. Willst du dich kurz vorstellen und uns etwas zu deinem bisherigen Krankheitsverlauf erzählen?

Hallo ich bin Nicole, 32 Jahre alt und komme aus der Nähe von Leipzig. Meine Schuppenflechte habe ich etwa seit meinem 17. Lebensjahr.
Glücklicher Weise habe ich nur eine leichte Psoriasis, sichtbar an Ellenbogen und leicht an der Kopfhaut, meist im Sommer zusätzlich etwas stärker zwischen den Brüsten. Aber da sieht es ja zum Glück nicht jeder.

2. Welche Therapien hast du bereits ausprobiert und was wurde daraus?

Von meiner Hautärztin wurden mir schon verschiedene Cremes verschrieben, aber geholfen haben diese – bis auf eine – überhaupt nicht. Kosten ein heiden Geld und haben keine Wirkung. Es gab wie gesagt eine Creme die geholfen hat, da hat man wirklich nichts mehr gesehen, aber diese Creme war mit Kortison, das war es mir dann auch nicht Wert.

3. Welche Tipps und Tricks kannst du allgemein an andere Betroffene weitergeben?

Ich würde jedemn raten, mal über eine ganze Zeit lang darauf zu achten, wie sich die Ernährung auf die Schuppenflechte auswirkt. Bei mir ist zum Beispiel, wenn ich viel Cola trinke, meine Psoriasis stärker, als wenn ich die ganze Woche nur Wasser und vielleicht am Wochenende mal 1-2 Gläser Cola trinke.
Was sich bei mir auch positiv auswirkt ist, wenn ich viel Sport mache. Ich nehme mal an, dass das was mit dem besseren Stoffwechsel zu tun hat.

5. Was würdest du zu Jemandem sagen, der kürzlich die Diagnose Psoriasis bekommen hat?

Ich würde ihm Mut zusprechen und sagen, dass er sich nicht immer alles zu Herzen nehmen soll, wenn jemand negativ über Schuppenflechte redet. Das war am Anfang bei mir ganz schlimm. Jeder hat gefragt, was hast du da und was ist das. Je mehr sozusagen drauf rumgehackt wurde, umso schlimmer wurde es. Die Krankheit hängt meiner Meinung nach auch etwas mit der Psyche zusammen. Deshalb, wenn jemand fragt, sage ich was es ist und auch das es nicht ansteckend ist. Zusätzlich sage ich, dass ich nicht mehr darauf angesprochen werden möchte.

6. Welche Themen bzw. Schwerpunkte würdest du dir zukünftig bei Farbenhaut wünschen?

Kann ich jetzt noch nicht ganz genau sagen, weil ich mich noch nicht ganz durch die Seite durchgefuchst habe.

Du möchtest auch deine Geschichte teilen?

Nun bist du an der Reihe! Hilf mit, Psoriasis vom fauchenden Löwen zum zahmen Kätzchen zu machen. Mach anderen Mut, offener und selbstbewusster mit der eigenen Krankheit und dem eigenen Körper umzugehen. Verrate deine Tricks, was dich zum Lachen oder zum Verzweifeln bringt. Und wie Willy Brandt schon zu sagen pflegte: „Der beste Weg die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“. Hilf also auch du mit, die Geschichte von Psoriasis neu zu schreiben und erzähle mindestens zwei Millionen Betroffenen im deutschsprachigen Raum deine Story.

Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.