Gewürz und Heilpflanze: Kurkuma bei Schuppenflechte (Psoriasis)

von | Jul 21, 2020 | Ernährungsserie, Hautpflege | 2 Kommentare

Kennst du Kurkuma oder auch Gelbwurz? Mit Sicherheit! Denn als ein Hauptbestandteil von Currypulver verleiht es der Gewürzmischung ihre typische, gelbe Farbe. Aber auch als Heilpflanze nimmt Kurkuma einen festen Platz ein. Bei Schuppenflechte kann die gelb-orangene Wurzel sowohl innerlich als auch äußerlich gut in Form einer Creme oder Paste angewendet werden.

Wir erklären dir alles, was du über Kurkuma, seine Wirkung auf deine Gesundheit und die Behandlung von Schuppenflechte mit Curcumin wissen solltest.

Kurkuma – Gewürz und Heilpflanze

Kurkuma (lateinisch: curcuma longa), auch Gelbwurz genannt, stammt aus Südostasien und Indien und gehört zu den Pflanzen der Ingwer-Familie. Frisch ähnelt Kurkuma der Ingwerknolle, unterscheidet sich aber im Inneren durch die intensiv gelb-orangene Färbung.

Kurkuma wird üblicherweise getrocknet, aber auch frisch, als Gewürz und als Färbemittel für Lebensmittel verwendet. Es schmeckt bitter und mild würzig.

Mit seinen vielfältigen Inhaltsstoffen, wie beispielsweise Curcumin, wirkt es sich gut auf die Gesundheit aus und wird daher auch als Heilpflanze genutzt (1).

Kurkuma weist beispielsweise folgende Eigenschaften auf:

  • antibakteriell,
  • antientzündlich,
  • antioxidativ,
  • schmerzlindernd sowie
  • verdauungsfördernd (2).

Außerdem reguliert es den Zucker- und Fettstoffwechsel.

Das Ingwergewächs ist eine der wichtigsten und stärksten Heilpflanzen aus dem Ayurveda, einer traditionellen indischen Heilkunst. Ayurveda setzt bereits seit Tausenden von Jahren auf Curcuma zur Therapie von verschiedenen Erkrankungen.

Bei uns gewinnt Curcuma ebenfalls eine immer größere Bedeutung – sowohl im Bereich gesunder Ernährung als auch im medizinischen Bereich. Zahlreiche Studien widmen sich der Frage, ob das Gewürz zur Behandlung von Erkrankungen wie beispielsweise Krebs oder Alzheimer geeignet ist (3). Auch bei Psoriasis (Schuppenflechte) wird Curcuma erfolgreich eingesetzt (4).

Wirkung von Kurkuma und Curcumin bei Psoriasis

Kurkuma und insbesondere der Wirkstoff Curcumin überzeugen durch mehrere Wirkungen und Eigenschaften.

Entzündungshemmende Wirkungen von Kurkuma

Curcumin, der gelb-orangene Farbstoff von Kurkuma und einer der Hauptbestandteile des Ingwergewächses, besitzt entzündungshemmende Eigenschaften. Der Farbstoff greift in Immunwege ein, die an Entzündungen beteiligt sind und kontrolliert diese.

So hemmt Curcumin beispielsweise effektiv die Signalstoffe Tumornekrosefaktor Alpha (TNF-α) und Interleukin, die den Verlauf von Psoriasis beeinflussen (5).

In einer Studie von 2016 konnten Forscher außerdem einen Signalweg von Curcumin entschlüsseln, der ähnlich wirkt wie Kortison – und das ganz ohne die Nebenwirkungen des Hormons (6).

Kurkuma senkt die Aktivität der Phosphorylase-Kinase

Bei Schuppenflechte ist die Aktivität des Enzyms Phosphorylase-Kinase erhöht. Das Gewürz senkt die Aktivität des Enzyms und wirkt sich so positiv auf die Symptome der Schuppenflechte aus (7).

Kurkuma verbessert die Wundheilung

Gelbwurz wirkt wie ein natürliches Antiseptikum und hilft geschädigter Haut beim Heilen. Es verbessert außerdem die Hautbarrierefunktion.

Behandlung und Therapie: Kurkuma bei Schuppenflechte anwenden

All diese Eigenschaften haben dazu geführt, dass Kurkuma mittlerweile auch in der Behandlung und Therapie von Psoriasis zum Einsatz kommt. Es kann dabei sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden.

Äußerliche Anwendung

Verschiedene Studien bestätigen diese Eigenschaften. So konnten sie beispielsweise aufzeigen, dass Kurkuma bei äußerlicher Anwendung die Symptome von Psoriasis erfolgreich lindern kann (8).

Beispielsweise behandelten in einer Studie 647 Patienten ihre Schuppenflechte mit einem Gel, das den Kurkuma-Farbstoff Curcumin enthielt. Nach 16 Wochen zeigte sich bei den Teilnehmern ein signifikanter Rückgang der Schuppenflechte. Bei etwa 72 Prozent der Patienten verschwanden die Symptome sogar vollständig (9).

So ist es also nicht verwunderlich, dass es mittlerweile zahlreiche Cremes mit Gelbwurz in der Hautpflege für die Behandlung von Psoriasis gibt.

Innerliche Anwendung

Betroffene berichten auch von einem positiven Einfluss von Kurkuma auf ihre Gesundheit bei innerlicher Anwendung. Vor allem die sogenannte goldene Milch, ein Getränk aus dem Bereich Ayurveda, ist aktuell sehr beliebt. Sie wirkt dank des Curcumins entzündungshemmend und regt den Stoffwechsel zum Entgiften an. Möchtest du das gesunde Getränk als Heilmittel einsetzen, solltest du es einmal pro Tag zu dir nehmen. (Springe zu Rezept)

Tipps & Hinweise rund um Kurkuma

  • Möchtest du frischen Kurkuma verwenden, benutze Handschuhe, damit sich deine Finger nicht gelb verfärben. Achte darauf, dass kein Kurkuma auf deine Kleidung Die gelben Flecken sind nur schwer auswaschbar.
  • Du kannst auch mehr Paste herstellen. Sie hält sich abgedeckt im Kühlschrank gut bis zu zwei Wochen lang.
  • Wenn du magst, kannst du für den Geschmack auch eine Prise Meersalz, Safranfäden, Chili oder Vanille zu deiner Milch hinzufügen.
  • Curcumin ist schwer wasserlöslich und wird im Magen-Darm-Trakt nur in geringem Maße absorbiert (10,11). Durch Erhitzen oder Auflösen in Öl, kann der Körper Curcumin besser aufnehmen (12). Zusammen mit schwarzem Pfeffer wird Curcumin sogar 20-mal besser absorbiert (13). Für eine optimale Wirkung ist es daher wichtig, immer Öl und Pfeffer für die goldene Milch zu verwenden.

Verträglichkeit und Nebenwirkungen von Kurkuma

Ernährungsexperten und Mediziner weisen darauf hin, dass Kurkuma in höherer Dosierung bei manchen Menschen zu folgenden Nebenwirkungen führen kann:

  • Magenschmerzen,
  • Übelkeit,
  • Sodbrennen
  • trockener Mund,
  • allergischen Hautreaktionen oder
  • Beschwerden im Verdauungstrakt.

Zudem sollten Schwangere, Stillende und Patienten mit Gallensteinen oder Lebererkrankungen kein Kurkuma zu sich nehmen.

Wenn du Kurkuma zielgerichtet zur Behandlung von einer Krankheit oder als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchtest, solltest du die Dosierung und mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen vorher mit deinem Arzt besprechen.

Uraltes Wissen für deine Gesundheit

Kurkuma ist ein gesundes, natürliches Produkt, das seit Tausenden von Jahren in der ayurvedischen Heilkunst eingesetzt wird. Studien sowie Betroffene berichten immer wieder über einen positiven Einfluss von Curcumin auf Psoriasis.

Bei ihren Anhängern darf die Heilpflanze weder als Gewürz bei einer gesunden Ernährung noch als Creme bei einer guten Hautpflege fehlen.

Wir sagen Ja zu natürlichen Behandlungsmethoden!

Einen Versuch ist es definitiv wert …

Wie sind deine persönlichen Erfahrungen mit Kurkuma? Für einen besseren Austausch komm auch in unsere Facebookgruppe. Wir freuen uns auf dich!

 

FAQ zu Kurkuma bei Psoriasis

Was ist Curcumin?

Curcumin ist der gelb-orangene Farbstoff von Kurkuma. Als ein Hauptbestandteil des Ingwergewächses weist Curcumin starke entzündungshemmende Eigenschaften auf. Diese sind mitunter dafür verantwortlich, dass Kurkuma als wichtige Heilpflanze gegen diverse Krankheiten in der ayurvedischen Heilkunst eingesetzt wird.

Hilft Kurkuma bei Schuppenflechte (Psoriasis)?

Einige Eigenschaften von Kurkuma können den Verlauf und die Symptome von Schuppenflechte positiv beeinflussen. Dazu zählen besonders die entzündungshemmende Wirkung, die Senkung der Aktivität der Phosphorylase-Kinase und die verbesserte Wundheilung. Dabei kann es seine Wirkung sowohl äußerlich als auch innerlich entfalten.

Wie wirkt Kurkuma?

Gelbwurz weist zahlreiche nennenswerte Eigenschaften auf, die sich positiv auf unsern Körper und unsere Gesundheit auswirken können. Dazu zählen seine antibakteriellen, antientzündlichen, antioxidativen, schmerzlindernden und verdauungsfördernden Wirkungen. Zudem nimmt Kurkuma positiven Einfluss auf unseren Zucker- und Fettstoffwechsel.

 

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4 von 2 Bewertungen

Goldene Milch

Alle positiven Effekte der Heilpflanze in einem leckeren Getränk
Zubereitung10 Min.
Arbeitszeit10 Min.
Gericht: Getränke, Kleinigkeit
Land & Region: Indisch
Portionen: 2 Portionen

Equipment

  • 1 kleiner Topf

Zutaten

  • 1 EL Kurkuma-Pulver
  • 1 TL geriebener Ingwer
  • 0.5 TL Zimt
  • 1 Prise Pfeffer etwa 0.25 TL
  • 1 Prise Kardamom
  • 1 Prise Muskat
  • 120 ml Wasser
  • 350 ml Reismilch oder Mandelmilch oder Kokosmilch (ohne zugesetzten Zucker)
  • 1 EL Honig
  • 1 TL natives Kokosöl

Anleitung

  • Kurkuma, Ingwer und die restlichen Gewürze mit 120 ml Wasser in einen Topf geben und bei geringer Hitze unter Rühren zum Kochen bringen. Lass die Mischung köcheln, bis eine Paste entstanden ist.
  • 350 ml pflanzliche Milch aufkochen und 1 EL Kurkuma-Paste zufügen (falls dir der Geschmack am Anfang etwas zu streng ist, kannst du auch mit 0.25 EL Paste beginnen und dich langsam steigern.).
  • 1 EL Honig und 1 TL Kokosöl zugeben und circa 2 Minuten köcheln lassen.
  • In eine Tasse einfüllen und genießen.

Notizen

Hinweise: 
  • Möchtest du frischen Kurkuma verwenden, benutze Handschuhe, damit sich deine Finger nicht gelb verfärben. Achte darauf, dass kein Kurkuma auf deine Kleidung Die gelben Flecken sind nur schwer auswaschbar.
  • Du kannst auch mehr Paste herstellen. Sie hält sich abgedeckt im Kühlschrank gut bis zu zwei Wochen lang.
  • Wenn du magst, kannst du für den Geschmack auch eine Prise Meersalz, Safranfäden, Chili oder Vanille zu deiner Milch hinzufügen.
  • Curcumin ist schwer wasserlöslich und wird im Magen-Darm-Trakt nur in geringem Maße absorbiert (10,11). Durch Erhitzen oder Auflösen in Öl, kann der Körper Curcumin besser aufnehmen (12). Zusammen mit schwarzem Pfeffer wird Curcumin sogar 20-mal
  • besser absorbiert (13). Für eine optimale Wirkung ist es daher wichtig, immer Öl und Pfeffer für die goldene Milch zu verwenden.
Möchtest du das gesunde Getränk als Heilmittel einsetzen, solltest du es einmal pro Tag zu dir nehmen.

 

Hier klicken, dann findest du alle Quellenangaben

  1. Susan J. Hewlings and Douglas S. Kalman (2016): Curcumin: A Review of Its’ Effects on Human Health. In: Foods. 2017 Oct; 6(10): 92.
  2. Soheil Zorofchian Moghadamtousi, Habsah Abdul Kadir, Pouya Hassandarvish, Hassan Tajik, Sazaly Abubakar, Keivan Zandi (2014): A Review on Antibacterial, Antiviral, and Antifungal Activity of Curcumin. In Biomed Res Int. 2014; 2014: 186864.
  3. H. Hatcher, R. Planalp, J. Cho, F. M. Torti,S. V. Torti (2008): Curcumin: From ancient medicine to current clinical trials. In Cell Mol Life Sci. 2008 Jun; 65(11): 1631–1652.
  4. Veronica Di Nardo, Serena Gianfaldoni, Georgi Tchernev, Uwe Wollina, Victoria Barygina, Jacopo Lotti, Farah Daaboul, and Torello Lotti (2018). Use of Curcumin in Psoriasis. In: Open Access Maced J Med Sci. 2018 Jan 21;6(1):218-220. doi: 10.3889/oamjms.2018.055. eCollection 2018 Jan 25. Review.
  5. Aggarwal BB1, Gupta SC, Sung B. Curcumin (2013): an orally bioavailable blocker of TNF and other pro-inflammatory biomarkers. In: Br J Pharmacol. 2013 Aug;169(8):1672-92. doi: 10.1111/bph.12131.
  6. Hoppstädter J, Hachenthal N, Valbuena-Perez JV et al (2016). Induction of Glucocorticoid-induced Leucine Zipper (GILZ) Contributes to Anti-inflammatory Effects of the Natural Product Curcumin in Macrophages. In: J Biol Chem. 2016 Oct 28;291(44):22949-22960. Epub 2016 Sep 14.
  7. Heng, M. C.; Song, M. K.; Harker, J.; Heng, M. K. (2000): Drug-induced suppression of phosphorylase kinase activity correlates with resolution of psoriasis as assessed by clinical, histological and immunohistochemical parameters. In: The British journal of dermatology 143 (5), S. 937–949. PMID: 11069500.
  8. Golnaz Sarafian, Minoo Afshar, Parvin Mansouri, Jinous Asgarpanah, Kosar Raoufinejad and Mehdi Rajabia (2015): Topical Turmeric Microemulgel in the Management of Plaque Psoriasis; A Clinical Evaluation. In:Iran J Pharm Res. 2015 Summer; 14(3): 865–876.
  9. Madalene C. Y. Heng, Judith Harker, Ming K. Heng (2011): Results of Combining Phosphorylase Kinase Inhibition with Removal of Precipitating Factors in Large Cohort of Psoriatic Patients: A Proof of Concept Study. In: Journal of Cosmetics, Dermatological Sciences and Applications Vol.1 No.3(2011), Article ID:7248,16 pages.
  10. Tonnesen u. a.: Studies of curcumin and curcuminoids XXVII. Cyclodextrin complexation: Solubility, chemical and photochemical stability. In: Int J Pharm. 244, 2002, S. 127–135. PMID 12204572
  11. Pan u. a.: Biotransformation of curcumin through reduction and glucuronidation in mice. In: Drug Metab Dispos. 27, 1999, S. 486–494. PMID 10101144.
  12. T. H. Marczylo, R. D. Verschoyle, D. N. Cooke, P. Morazzoni, W. P. Steward, A. J. Gescher: Comparison of systemic availability of curcumin with that of curcumin formulated with phosphatidylcholine. In: Cancer Chemotherapy and Pharmacology. 60 (2), 2007, S. 171–177.
  13. G. Shoba, D. Joy u. a.: Influence of piperine on the pharmacokinetics of curcumin in animals and human volunteers. In: Planta Med. 64(4), Mai 1998, S. 353–356.

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