Das Autoimmunprotokoll (AIP), auch Paleo Autoimmunprotokoll genannt, ist eine Ernährungsform, die gut geeignet für Betroffene von Autoimmunerkrankungen wie Schuppenflechte ist.

Der Schwerpunkt des Autoimmunprotokolls liegt auf einer nährstoffreichen Ernährung mit natürlichen und unverarbeiteten Lebensmitteln. Gleichzeitig gilt es Reizstoffe in der Nahrung zu vermeiden, die Entzündungen und ein Ungleichgewicht des Immunsystems begünstigen.

Bei Schuppenflechte (Psoriasis), die als systemische Autoimmunerkrankung gilt, nimmt die Ernährung einen zentralen Stellenwert ein. Das Autoimmunprotokoll kann Patienten mit Psoriasis zu einer Linderung der Entzündungen verhelfen. Teils reichen die Erfahrungsberichte über diese Form der Behandlung hin bis zur vollständigen Abheilung der Schuppenflechte.

Wir haben für dich alle wichtigen Fragen rund um das Autoimmunprotokoll gesammelt und beantwortet. Du erfährst, was eine Autoimmunerkrankung ist und was sich hinter dem Autoimmunprotokoll verbirgt. Du lernst die Grundlagen dieser Ernährungsform kennen und findest Antworten auf weitere Fragen.

  • Welche Nahrungsmittel sind beim Autoimmunprotokoll erlaubt und welche sollten unbedingt gemieden werden?
  • Hilft eine Ernährung nach Autoimmunprotokoll bei Schuppenflechte?
  • Welche Faktoren darfst du auf keinen Fall bei deiner Ernährung vernachlässigen?

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Der Begriff Autoimmunerkrankung ist der Überbegriff für eine Reihe von Krankheiten, wobei sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. Man spricht hierbei von einer Immunantwort, welche sich normalerweise gegen fremde Organismen und Substanzen wendet.

Die Folge sind beispielsweise chronische Entzündungen, Gewebeneubildungen oder eine Reihe weiterer Reaktionen aufgrund des geschwächten Immunsystems.  Warum sich der Körper gegen sich selbst und sein eigenes Immunsystem richtet, ist bis heute nicht geklärt.

Klar ist, dass unter dieser Art der chronischen Erkrankung rund fünf Prozent der westlichen Bevölkerung leidet. Autoimmunerkrankungen treten in unterschiedlichen Ausprägungen auf und bestehen meist trotz Behandlung das ganze Leben lang.

Die am meisten vertretenen Autoimmunerkrankungen sind Schuppenflechte, Morbus Basedow und rheumatoide Arthritis.

Ernährung bei Schuppenflechte

Schuppenflechte zeigt sich in verschiedenen Unterformen, Ausprägungen, mit unterschiedlichen Symptomen und an unterschiedlichen Körperstellen. Alle Formen der Psoriasis haben gemeinsam, dass die Symptome überwiegend auf der Haut auftreten.

Wie stark die Ernährung Einfluss auf Schuppenflechte nimmt, konnte die Wissenschaft noch nicht eindeutig klären. Mediziner und Wissenschaftler sind sich einig, dass Probleme des Darms, des Magen-Darm-Trakts und des gesamten Stoffwechselsystems Entzündungen auf der Haut auslösen oder begünstigen. Auch die Naturheilkunde bezeichnet die Haut nicht umsonst als den Spiegel der Gesundheit.

Eine ungesunde, nährstoffarme und einseitige Ernährung belastet und schädigt den Magen-Darm-Trakt, seine Funktionen und somit den gesamten Stoffwechsel im Körper. Giftstoffe und Krankheitserreger dringen leichter in den Blutkreislauf ein, verursachen Entzündungen und begünstigen die Symptome von Psoriasis.

Die einzig „wahre“ Schuppenflechte-Diät existiert nicht. Betroffene müssen individuell ausprobieren, welche Form der Diät und welche Nahrungsmittel die Symptome ihrer Schuppenflechte verschlechtern oder verbessern.

Betroffene dieser Hauterkrankung haben eine große Anzahl an Diäten zur Auswahl. Jede von ihnen bringt Vor- und Nachteile. Eine Garantie, dass eine dieser Diät-Formen die Symptome und Ausprägung deiner Psoriasis positiv beeinflusst, gibt es nicht.

Eine dieser Diäten genießt mittlerweile ein hohes Ansehen bei Patienten von Autoimmunerkrankungen. Auch Betroffene von Schuppenflechte berichten bei einer Diät nach dem Autoimmunprotokoll von positiven Ergebnissen. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Aspekte der Ernährung nach Autoimmunprotokoll für dich zusammengefasst.

Was ist das Autoimmunprotokoll?

Betroffene berichten, dass gerade bei Psoriasis, welches eine Entzündungsreaktion der Haut darstellt, eine Ernährung nach Autoimmunprotokoll hilfreich sein kann. Vieles deutet darauf hin, dass der Darm einen entscheidenden Einfluss auf die Ausprägung der Psoriasis nimmt. Genau hier setzt das Autoimmunprotokoll (AIP) an, welches auch Paleo Autoimmunprotokoll genannt wird.

Im Deutschen ist der Name „Autoimmunprotokoll“ für viele Menschen schwer greifbar. Er geht auf die englische Bezeichnung „Paleo Autoimmune Protocol“ zurück und stellt in diesem Zusammenhang eine Art Ernährungsplan dar.

Grundlage für das Autoimmunprotokoll ist eine angepasste Form der Paleo-Ernährung, auch Steinzeit-Ernährung genannt. Dabei stehen in einem begrenzten Zeitraum ausschließlich natürliche, nährstoffreiche und unverarbeitete Lebensmittel auf dem Ernährungsplan.

Die Ernährung nach einem Autoimmunprotokoll ist gezielt auf die Behandlung von Autoimmunerkrankungen zugeschnitten. Auf dem Speiseplan stehen naturbelassene, und gesunde Lebensmittel, die der menschliche Körper seit Jahrtausenden kennt und die ihm nicht schaden. Im selben Zuge vermeidet man Lebensmittel, die Autoimmunreaktionen und jegliche Form von Entzündungen auslösen und begünstigen.

Autoimmunprotokoll: Eine zeitlich begrenzte Ernährungstherapie

Das Autoimmunprotokoll dient nicht einer dauerhaften Umsetzung. Es handelt sich vielmehr um eine zeitlich begrenzte Eliminationsdiät. Bei dieser Ernährungstherapie werden Lebensmittel identifiziert, die in irgendeiner Art Reaktionen einer Unverträglichkeit auslösen. Gleichzeitig fördert die nährstoffreiche Ernährung die Regeneration und Selbstheilung deines Körpers.

In der ersten Phase (Eliminationsphase) streichst du sämtliche Nahrungsmittel vom Speiseplan, die bekanntermaßen für Unverträglichkeitsreaktionen verantwortlich sind. Hierbei ist es wichtig, dass die Umsetzung konsequent und ohne Ausnahme erfolgt, bis sich der Körper vollständig regeneriert.

Eine allgemeingültige Aussage hinsichtlich der Dauer der Eliminationsphase gibt es nicht. Es wird empfohlen, sich mindestens 30 Tage an das Autoimmunprotokoll zu halten. Erste Verbesserungen werden dann in der Regel sichtbar sein.

Schritt für Schritt kannst du anschließend individuell wieder einzelne Lebensmittel in deinen Ernährungsplan aufnehmen. Dadurch kannst du die einzelnen Wechselwirkungen von Nahrungsmitteln prüfen und entscheiden, welche Lebensmittel du langfristig essen möchtest und welche du lieber dauerhaft von deinem Speiseplan streichst. Das ist die sogenannte Provokationsphase.

Autoimmunprotokoll bei Psoriasis: Welche Lebensmittel sind geeignet?

Lebensmittel, die entzündungslindernd wirken und bestehende Nährstoffmängel ausgleichen, kannst du im Rahmen einer Ernährung nach AIP reichlich essen. Dazu zählen folgende Lebensmittel:

  • Gemüse (vielfältig und bunt),
  • Obst,
  • Fisch und Meeresfrüchte,
  • hochwertiges Fleisch,
  • hochwertiges Öl (wie Olivenöl, Avocadoöl, Kokosöl) und
  • Kräuter.

Gemüse bildet beim Autoimmunprotokoll eine wichtige Grundlage. Einzig Nachtschattengewächse solltest du meiden. Den darin enthaltenen Glykoalkaloiden wird nachgesagt, dass sie verschiedene Reaktionen und Entzündungen auslösen.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Qualität von Fleisch. Dies ist wichtig, weil beim Autoimmunprotokoll wertvolle Eiweißquellen in Form von Getreideprodukten, Eiern und Milch entfallen.

Unterschätze nicht die positiven Auswirkungen von artgerechter Haltung und Bioqualität. Das Fleisch von Tieren, die mit Getreide oder Soja gefüttert werden, hat einen deutlich höheren Anteil an Omega-6-Fettsäuren. Das wiederum begünstigt Entzündungsprozesse im Körper.

Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel. Daher ist es wichtig, dass du auf die Signale deines Körpers achtest und dich nicht blind auf diese Liste verlässt.

Autoimmunprotokoll bei Psoriasis: Welche Lebensmittel sind nicht geeignet?

Es gibt eine Reihe von Lebensmitteln, die als potenzielle Auslöser von Immunreaktionen gelten. Das sind vor allem Milchprodukte, Getreide und Hülsenfrüchte. Darüber hinaus wirken eine ganze Menge anderer Lebensmittel bei Betroffenen von Schuppenflechte entzündungsfördernd.

Lebensmittel, die es zu meiden gilt, sind:

  • Getreide und Pseudogetreide (beispielsweise Quinoa, Mais, Reis, Hirse),
  • Milchprodukte,
  • Hülsenfrüchte,
  • Nachtschattengewächse (wie Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Auberginen und Tabak),
  • Sojaprodukte,
  • Nüsse,
  • Samen,
  • Hefe,
  • jodiertes und raffiniertes Salz,
  • Pflanzenöle (wie Sonnenblumen- oder Rapsöl),
  • Zucker (ebenso süße Obstsorten nur in Maßen essen),
  • Kaffee,
  • Alkohol,
  • verarbeitete Speisen, die du nicht selbst herstellst, sowie
  • Emulgatoren, Verdickungsmittel und weitere (künstliche) Zusatzstoffe.

Je nach Quelle variieren diese Lebensmittel. Wichtig ist, dass du für dich herausfindest, was dir guttut und was weniger. Vergleiche im Zusammenhang mit der Liste die weiteren Auslöser von Psoriasis und versuche diese zu vermeiden.

Autoimmunprotokoll: Wichtige Grundlagen

Nimm viele Nährstoffe zu dir

Wichtig bei deiner Ernährung nach AIP ist die Qualität der Lebensmittel und die darin enthaltenen Nährstoffe.

Nimm beispielsweise viel Gemüse in allen Arten, Formen und Farben zu dir. Hierfür gibt es zahlreiche Rezepte für jeden Geschmack. Auch Fisch und Meeresfrüchte sind reich an Nährstoffen und dürfen auf deinem Speiseplan nicht fehlen. Bei hochwertigem Fleisch sind es besonders Innereien und Organe, die für das AIP und eine gesunde Ernährung gut geeignet sind.

Ebenso solltest du auf hochwertige Fette und Öle zurückgreifen, wie beispielsweise Oliven-, Kokos- oder Avocadoöl sowie fetten Fisch oder Fleisch aus Weidehaltung. Ergänzen kannst du das Ganze mit probiotischen Lebensmitteln wie Sauerkraut.

Achte darauf, nicht nur gewisse Nahrungsmittel wegzulassen, sondern hochwertiges Essen in deinen Einkaufskorb zu legen. Ernährst du dich nährstoffreich und ausgewogen, kann dein Körper sich auf die Selbstheilung konzentrieren.

Finde heraus, was dir nicht guttut

Wenn du dauerhaft nicht auf diverse Produkte verzichten kannst oder magst, kannst du nach der ersten, „radikalen“ Phase (Eliminationsphase) systematisch austesten, was dir guttut und was eher nicht.

Indem du Lebensmittel wieder hinzufügst, kannst du an der Reaktion deines Körpers erkennen, was dieser dazu sagt. Diese Phase heißt Provokationsphase, da du deinen Organismus zu einer Reaktion zwingst.

Leider gibt es keine allgemeingültigen Richtlinien, wie lange die erste Phase dauern muss, um wieder Nahrungsmittel zu deinem Speiseplan hinzuzufügen. Am besten versuchst du, den Verzicht auf die oben genannten Lebensmittel so lange wie möglich durchzuhalten. Denn für die Provokationsphase ist es nie zu spät.

Manage dein Umfeld und deine Erwartungen

Wichtig ist der Rückhalt deiner Familie und der deines Partners. Denn eine Ernährungsumstellung – langfristig oder auf bestimmte Zeit – betrifft im Regelfall nicht nur dich. Je besser dein Umfeld über deine Schritte und Ziele informiert ist, desto weniger Versuchungen werden dich unerwartet treffen.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass du deine Erwartungen nicht zu hoch ansetzt. Denn sind deine Erwartungen hoch, ist es umso schwieriger, dich mit dem AIP zufriedenzustellen.

Das ist mir auch passiert. Ich hatte von einer Diät wahre Wunder erwartet. Als ich diese nach rund drei Monaten abgesetzt habe, ist mir erst aufgefallen, wie stabil und gut meine Haut vor allem in der letzten Zeit war.

Ernährung nach Autoimmunprotokoll bei Schuppenflechte: Eine Erfolg versprechende Ernährungstherapie

Bei Psoriasis handelt es sich (höchstwahrscheinlich) um eine Autoimmunerkrankung, bei welcher sich das Immunsystem gegen den eigenen Organismus richtet. Dabei wird die Haut viel schneller erneuert wie bei nicht betroffenen Menschen. Das führt zu den bekannten roten Plaques und der Schuppenbildung.

Eine zielgerichtete Ernährung kann der Entzündungsreaktion entgegenwirken. Viele Patienten berichten über eine deutliche Besserung des Hautbildes durch die Anwendung des AIP. Dies geht hin bis zu Berichten über das komplette Verschwinden der eigenen Schuppenflechte. Warum nicht dem AIP eine Chance geben? Oder dich zumindest in diese Richtung vortasten.

Sei nicht zu radikal. Je schwerer dir der Verzicht auf Nahrungsmittel fällt und je anstrengender die Umstellung ist, umso größer ist die Abbruch-Gefahr. Ich selbst habe bereits die eine oder andere Diät versucht und bin oftmals an diesem Punkt gescheitert. Vielleicht ist es ratsam, deine Ernährung nach und nach umzustellen. Befasse dich mit neuen Rezepten und lass das AIP in kleinen Schritten zur Normalität werden.

Letztlich muss ich an dieser Stelle den gleichen Hinweis wie in vielen anderen Artikeln geben: Finde für dich heraus, was dir hilft. Leider ist es unmöglich, Dinge im Zusammenhang mit Psoriasis zu verallgemeinern.

Welche Diätformen hast du schon ausprobiert? Lass uns teilhaben an deinen Erfahrungen.

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Quellen: