Interview Psoriasis Stefan

Stefan hat die Psoriasis erst mit Ende 30 erwischt. Zur Anfangszeit musste er erst einmal lernen, mit der Krankheit umzugehen. Zudem hat er eine „Odysee“ hinter sich, um einen guten Hautarzt zu finden. Seit einigen Jahren hat sich seine Lebensqualität dann auch Dank Biologicals deutlich verbessert. Dies und noch mehr im neuen Skinflunecer Interview.

Die Interview-Reihe mit Psoriasis-Betroffenen: Skinfluencer

Es ist wieder soweit! Ein weiteres Interview in unserer Reihe „Skinfluencer“ erscheint. Im Mittelpunkt stehen dabei immer ganz normale Schuppenflechte-Patienten – so wie du und ich. Zukünftig werden in regelmäßigen Abständen bei Farbenhaut Interviews mit Leidensgenossen erscheinen – zusätzlich zu informativen Berichten und anderen Specials. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Stefan für das heutige Interview. Er war mutig und teilt hier seine Geschichte. Unsere bisherigen Interviews findest du übrigens an dieser Stelle.

Das Interview mit Stefan

1. Willst du dich kurz vorstellen und uns etwas zu deinem bisherigen Krankheitsverlauf erzählen?

Hallo, ich bin Stefan, 56 Jahre alt und leide seit 1998 unter Psoriasis. Es fing mit trockenen Stellen an den Ellenbogen an. Da habe ich mir noch nichts bei gedacht. Schlagartig veränderte sich dann das Erscheinungsbild meiner Haut. Speziell die Beine, die Arme, die Kopfhaut und sogar die Fingernägel waren betroffen. Ausgebrochen ist es nach einem Urlaub in Ostafrika, wo ich auch schwere Malariaprophylaxe nehmen musste. Ob da ein Zusammenhang besteht???! Dann begann eine Odyssee der Dermatologen. Es ist nicht heilbar war die einzige gemeinsame Diagnose der Ärzte.
Seit 10 Jahren spritze ich mir alle 14 Tage Humira Biologics und bin, bis auf ein paar kleine Stellen an den Beinen, frei von Schuppen.

2. Was hat sich bei dir seit dem Ausbruch der Krankheit verändert?

Was hat sich verändert? Ich denke meine Einstellung zu Menschen hat sich verändert, ich musste erst den Mut finden mich zu öffnen und offensiv mit meiner Erkrankung umzugehen. Mittlerweile bin ich auch wieder lebensbejahender als früher und merke, dass man nicht allein mit diesen Problemen ist.

3. Welche Therapien hast du bereits ausprobiert und was wurde daraus?

Angefangen hat es mit Fumaderm, dann folgten Lichttherapien, MTX und alles an Salben, was es so gab.
Dann übernahm eine neue Dermatologin die Praxis und ich kam in eine Studie für Humira. Seit dieser Therapie geht es meiner Haut wesentlich besser. Natürlich gibt es auch gewisse Nebenwirkungen, ab und an nach der Einnahme kommt eine gewisse Übelkeit, diese vergeht aber recht schnell. Als Salbe nehme ich abends immer Daivobet.
Alle 3 Monate muss ich dann zum Check inklusive großem Blutbild.

4. Welche Tipps und Tricks kannst du allgemein an andere Betroffene weitergeben?

Sucht euch einen Arzt eures Vertrauens. Wenn ihr nicht zufrieden seid, wechselt. Es ist eure Haut, ihr müsst mit der Therapie einverstanden sein. Und immer daran denken, ihr seid nicht allein. Genau aus diesem Grund gibt es solche Foren wie hier.

5. Was war dein positivstes, was dein negativstes Erlebnis im Zusammenhang mit Schuppenflechte?

Mein negativstes Erlebnis war, wie wahrscheinlich bei vielen anderen auch, im Schwimmbad. Die Blicke der anderen, als ob ich ansteckend wäre. Da habe ich mich extrem unwohl gefühlt und es war für eine lange Zeit mein letzter Besuch in einem öffentlichen Bad.
Das positivste Erlebnis war in einem Urlaub, als meine Schuppen so gut wie weg waren und ich ausgelassen mit meinen Kindern am Strand mit anderen Gästen gespielt habe. Da fühlte ich mich frei…

6. Was läuft deiner Meinung nach derzeit im Umgang mit Psoriasis falsch?

Die Psoriasis hat in der Gesellschaft immer noch einen merkwürdigen Ruf. Als ob wir eine ansteckende Krankheit hätten. Die Neurodermitis kennen so viele Menschen und wissen damit umzugehen. Ich denke, dass es hier noch einer großen Aufklärung in der Bevölkerung bedarf um den negativen Ruf zu revidieren.

7. Was würdest du zu Jemandem sagen, der kürzlich die Diagnose Psoriasis bekommen hat?

Nicht unterkriegen lassen. Es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten der Medikation oder Ernährung, dass man diese Krankheit in den Griff bekommen kann.

8. Welche Themen bzw. Schwerpunkte würdest du dir zukünftig bei Farbenhaut wünschen?

Auf jeden Fall weitermachen mit den Interviews, sie geben unheimlich viel an Input der anderen Betroffenen.
Berichte über Ernährung und Kuraufenthalte.

Du möchtest auch deine Geschichte teilen?

Nun bist du an der Reihe! Hilf mit, Psoriasis vom fauchenden Löwen zum zahmen Kätzchen zu machen. Mach anderen Mut, offener und selbstbewusster mit der eigenen Krankheit und dem eigenen Körper umzugehen. Verrate deine Tricks, was dich zum Lachen oder zum Verzweifeln bringt. Und wie Willy Brandt schon zu sagen pflegte: „Der beste Weg die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“. Hilf also auch du mit, die Geschichte von Psoriasis neu zu schreiben und erzähle mindestens zwei Millionen Betroffenen im deutschsprachigen Raum deine Story.