Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit. Die genauen Ursachen für diese Erkrankung sind noch immer nicht eindeutig geklärt, denn viele unterschiedliche Faktoren spielen eine Rolle. So können beispielsweise Stress, eine ungesunde Lebensweise oder verschiedene Infektionen Psoriasis auslösen. Ein anderer Auslösefaktor rückt ebenfalls immer stärker in den Mittelpunkt: Medikamente als Ursache. 

Das kann Schuppenflechte auslösen

Da die Schuppenflechte noch nicht vollständig erforscht ist, kann bis heute nicht genau gesagt werden, was die Erkrankung auslöst. Inzwischen steht aber fest, dass viele unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen. Auch Medikamente als Ursache werden immer stärker untersucht. 

Die Top 5 der häufigsten Auslösefaktoren sind: 

Infektionen

Es gibt eine Reihe von Infektionen, die als Auslöser für Schuppenflechte bekannt sind. Vor allem eine Infektion mit Streptokokken gilt als Risikofaktor. Besonders wenn die oberen Atemwege betroffen sind, kann der Infekt Psoriasis auslösen oder verschlimmern. 

Stress

Die Psyche gilt als einer der wichtigsten Ursachen, die in Verdacht stehen, Schuppenflechte auslösen. Dabei ist es egal, ob der Stress durch eine hohe Arbeitsbelastung oder emotionale Faktoren verursacht wird. Hält er lange an, kann das die Erkrankung auslösen. 

Ungesunde Lebensweise

Sowohl Rauchen als auch Alkohol wirken sich direkt negativ auf die Schuppenflechte aus. Menschen, die stark rauchen, sind deutlich häufiger von der Hautkrankheit betroffen, als Nichtraucher. Bei Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, tritt ein Botenstoff (TNF-alpha) auf, der Schuppenflechte auslösen und verschlimmern kann. 

Ernährung

Auch wenn die Forschung in diesem Bereich noch keine eindeutigen Ergebnisse hervorbringen konnte, so deutet vieles darauf hin, dass die Ernährung eine Ursache für Schuppenflechte sein kann. Vor allem glutenhaltige Lebensmittel, Milchprodukte, Zitrusfrüchte und Zucker stehen in Verdacht, die Erkrankung auszulösen oder zu verschlimmern. 

Übergewicht

Ein zu hoher Body-Mass-Index (BMI) steht ebenfalls als Ursache für Schuppenflechte in Verdacht. Zum einen bilden sich im Fettgewebe entzündungshemmende Botenstoffe und Hautfalten können die Reibung der Haut verstärken und so die Symptome verschlimmern oder Schuppenflechte auslösen („Köbner Phänomen“).

Arzneimittel als Ursache für Schuppenflechte

In den letzten Jahren sind verstärkt auch Arzneimittel als Ursache für Schuppenflechte in den Fokus gerückt. Zwar helfen viele Medikamente ganz gezielt, die Psoriasis zu verbessern, andere Medikamente hingegen können die Hauterkrankung auslösen, Schübe verursachen oder die Erkrankung verschlimmern. 

Diese Medikamente werden verdächtigt, eine Ursache für Schuppenflechte zu sein:

  • Blutdrucksenkende Mittel wie zum Beispiel Betablocker oder ACE-Hemmer
  • Herzmedikamente wie zum Beispiel Chinidin
  • Medikamente, die das Cholesterin senken wie zum Beispiel Statine
  • Antidepressiva wie zum Beispiel Lithium
  • Antibiotika wie zum Beispiel Tetrazykline
  • Schmerzmittel wie Aspirin und Ibuprofen
  • Antimalariamittel 
  • Hormone

Für viele Betroffene sind Arzneimittel keine Ursache für Schuppenflechte – für einige Betroffen aber doch. Daher solltest du dich mit deinem behandelnden Arzt absprechen, falls du eines der oben genannten Medikamente einnimmst. 

Fokus Betablocker als Ursache für Schuppenflechte

Bisher gibt es noch keine eindeutigen Ergebnisse darüber, ob blutdrucksenkende Medikamente eine Ursache für Schuppenflechte sind. Dennoch stehen sie in Verdacht, die Krankheit auslösen zu können beziehungsweise bestehende Symptome zu verschlimmern. Besonders Betablocker spielen hier eine wichtige Rolle. 

Arzneimittel gegen Bluthochdruck als Ursache

Gegen Bluthochdruck sind Betablocker nach wie vor Medikamente erster Wahl. Sie helfen rasch, zuverlässig und sind gut erforscht. Dennoch wird seit Jahren davor gewarnt, dass diese Arzneimittel Ursache für Schuppenflechte sein können. Gerade wer familiär vorbelastet ist, sollte Betablocker im besten Fall komplett vermeiden. 

Diese Theorien behandeln Betablocker Medikamente als Ursache für Schuppenflechte

Bis heute ist noch nicht eindeutig geklärt, ob tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Betablockern und Schuppenflechte besteht. In der Wissenschaft haben sich drei Theorien herausgebildet, die die Wirkungsmechanismen untersuchen.

Zellstoffwechsel

Betablocker wirken sich auf den Zellstoffwechsel aus. Sie beeinflussen die T-Zellen des Immunsystems. Diese Zellen sind maßgeblich an den Entzündungsprozessen im Körper beteiligt. 

Nebennierenrinde

Eine andere Theorie geht davon aus, dass Betablocker die Nebennierenrinde beeinflusst. Dort werden Glukokortikoidhormone gebildet, die ebenfalls eine Rolle bei Entzündungsprozessen im Körper spielen. 

Botenstoff

Andere Wissenschaftler vermuten, dass Betablocker den Botenstoff cAMP (zyklisches Adenosinmonophosphat) hemmen. Dieser Botenstoff steuert zahlreiche Vorgänge im Körper und könnte sich ebenfalls auf die Schuppenflechte auswirken. 

Arzneimittel als Ursache – oder doch nicht?

Du siehst, die wissenschaftliche Meinung ist noch unentschlossen. Einige Forscher sind sich sicher, dass Medikamente Ursache für Schuppenflechte sind, andere Wissenschaftler vertreten den Standpunkt, dass Arzneimittel nicht die Ursache sind. 

Wir hoffen, dass die Forschung hier noch weitere Untersuchungen durchführt, um den Zusammenhang zwischen Medikamenten und Schuppenflechte genauer zu klären. 

Arzneimittel und Schuppenflechte – das kannst du tun

Selbst ohne eindeutige Forschungslage, solltest du vorsichtig sein, wenn du Medikamente einnimmst, die im Verdacht stehen, Ursache für Schuppenflechte zu sein.

Hier ein paar Tipps.

Nicht selbst experimentieren

Auch wenn du als Schuppenflechte-Betroffener deinen Körper am besten kennst, so solltest du die Finger von Selbstmedikation lassen. Viele der oben genannten Medikamente haben eine starke Wirkung. Auch wenn es verführerisch ist, selbst mit der Dosis zu experimentieren, solltest du das eindeutig einem Profi überlassen. 

Sprich mit deinem Arzt

Steht im Raum, dass du Medikamente nehmen sollst, die Ursache für Schuppenflechte sein können, solltest du mit deinem Arzt sprechen. Dein behandelnder Arzt kann mögliche Nebenwirkungen und Effekte der Medikamente einschätzen und dir gegebenenfalls Alternativen vorschlagen. 

Bei Verdacht zum Arzt

Nimmst du Arzneimittel, die Ursache für Schuppenflechte sein können, nach Absprache mit deinem behandelnden Arzt ein, solltest du im Regelfall keine Nebenwirkungen fürchten müssen. Bemerkst du aber, dass sich deine Haut verändert oder du dich generell unwohl fühlst, solltest du sofort deinen Arzt aufsuchen. So kann die Dosis angepasst oder das Medikament gewechselt werden, bevor die Symptome schlimmer werden. 

Proaktiv sein

Auch wenn Ärzte über mögliche Nebenwirkungen informiert sein sollten, so ist das im Detail nicht immer der Fall. Verlass dich daher nicht ausschließlich auf deinen Arzt. Gerade Fachärzte sind oft zu wenig über Schuppenflechte informiert. Spricht daher das Thema Nebenwirkungen von Medikamenten und Ursache für Schuppenflechte proaktiv an. So kann dein Arzt weitere Nachforschungen angehen und dir gegebenenfalls Alternativen vorschlagen. 

Gesunde Lebensweise

Ein wichtiger Punkt im Zusammenhang mit Medikamenten als Ursache für Schuppenflechte ist eine gesunde Lebensweise. Ernähre dich gesund, bewege dich ausreichend, reduziert den Stress und vermeide Suchtmittel wie Alkohol und Rauchen. Wenn du ganzheitlich gesund bleibst, sind Medikamente wie Blutdrucksenker oft gar nicht nötig. Der beste Weg, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden! 

Medikamente als Ursache: Nicht eindeutig geklärt aber Vorsicht geboten!

Ein eindeutiger Beweis, dass bestimmte Medikamente Ursache für Schuppenflechte sein können, fehlt noch. Dennoch gibt es viele Indizien dafür, dass bestimmte Arzneimittel Ursache für einen Ausbruch oder die Verschlimmerung von Psoriasis sind.

Solltest du also vor der Entscheidung stehen, Medikamente einnehmen zu müssen, die im Verdacht stehen, Schuppenflechte auslösen, ist Vorsicht geboten. Sprich mit deinem behandelnden Arzt und achte auf die Signale deines Körpers. So reduzierst du das Risiko von Nebenwirkungen. 

Hast du schon Erfahrungen mit Nebenwirkungen gemacht? Wie gehst du mit dem Thema um? Lass es uns in den Kommentaren wissen! 

FAQ

Können Medikamente die Ursache von Schuppenflechte sein?

Auch wenn die Zusammenhänge noch nicht eindeutig geklärt sind, stehen einige Medikamente in Verdacht, Ursache für Schuppenflechte zu sein. Neben Antidepressiva und Herzmedikamenten müssen vor allem blutdrucksenkende Mittel wie Betablocker mit Vorsicht eingenommen werden. Die Abstimmung mit einem Arzt wird empfohlen. 

Welche Medikamente sind Ursache für Schuppenflechte?

Noch ist nicht eindeutig bewiesen, dass bestimmte Medikamente Ursache Schuppenflechte sind. Dennoch stehen blutdrucksenkende Medikamente (Betablocker), Herzmedikamente, Antidepressiva, Antibiotika und Schmerzmittel in Verdacht, Schuppenflechte auszulösen beziehungsweise zu verschlimmern. Auch eine Behandlung mit Hormonen kann sich auf die Hauterkrankung auswirken. 

Medikamente als Ursache für Schuppenflechte – was kann ich tun?

Musst du Medikamente nehmen, die Ursache für Schuppenflechte sein können, gibt es ein paar Maßnahmen, die du setzen kannst. Am wichtigsten ist eine enge Abstimmung mit deinem Arzt. Besprich mögliche Nebenwirkungen, informiere dich über Alternativen und überprüfe den Behandlungsfortschritt mit deinem Arzt. Um deinen Körper weiter zu unterstützen, solltest du des Weiteren auf eine gesunde Lebensweise achten. 

Hier klicken, dann findest du alle Quellenangaben

Psoriasis – auf einen Blick,Christopher et al, Thieme Verlag, 2003 

Schuppenflechte, Was Sie schon immer über Psoriasis wissen wollten,Mrowietz, G. Schmid-Ott, S. Karger Verlag, 2017

Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 11 SchuppenflechteRobert Koch-Institut , 2002, via https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/3160/220ShwcFDLtSs_62.pdf?sequence=1 (Stand Juni 2019)

Co-morbidity and Age-related Prevalence of Psoriasis: Analysis of Health Insurance Data in Germany, Augustin et al, Acta Dermato-Venereologica, 2010