Psoriasis – auch Schuppenflechte genannt – ist eine chronische Erkrankung der Haut. Typische Symptome sind gerötete Hautpartien oder ein silbriger Schuppenpanzer begleitet von starkem Juckreiz. Auch wenn mittlerweile viel über Schuppenflechte bekannt ist, neben den allseits gängigen Fakten existieren auch überraschende Erkenntnisse: Denn gerade über die Begleiterscheinungen der Psoriasis sind wohl die wenigsten informiert.

Fakt #1: Weltweit sind geschätzt 125 Millionen Menschen von Psoriasis betroffen

Nicht nur in Deutschland ist die Schuppenflechte weit verbreitet. Es kann davon ausgegangen werden, dass weltweit etwa 125 Millionen Menschen an der Hauterkrankung leiden. Bei knapp 7,5 Milliarden Bewohnern auf der Erde sind das etwa 1,7 Prozent. In anderen Worten ist eine von 60 Personen von dieser Hautkrankheit betroffen. In Deutschland wird die Zahl sogar noch etwas höher eingeordnet. Schätzungen besagen, dass zwischen 2 und 2,5 Prozent aller Einwohner an einer Form der Schuppenflechte leiden.

Fakt #2: Schuppenflechte ist eine chronische Erkrankung

Psoriasis gilt als nicht heilbar. Bei 90 Prozent, also nahezu allen Betroffenen, nimmt die Krankheit einen chronischen Verlauf und kommt immer wieder – auch wenn sie einmal für eine bestimmte Zeit verschwindet. Gerade im Alter nimmt das Risiko zu, an Schuppenflechte zu erkranken. So steigt die Anzahl an Betroffenen mit jedem Lebensjahr an, bis diese in etwa ab dem 55. Lebensjahr wieder abnimmmt. Anders gesagt kämpfen deutlich mehr 50-jährige als Jugendliche mit Psoriasis.

Fakt #3: Schuppenflechte kann sich auf auch die Gelenke auswirken

Nicht nur die Haut kann von Psoriasis betroffen sein. Eine weitere Erscheinungsform ist die so genannte Psoriasis Arthritis (PsA). Dabei sind die Gelenke entzündet und werden im schlimmsten Fall auf längere Zeit sogar zerstört. Etwa 20 Prozent aller Psoriasis-Patienten leiden zusätzlich unter dieser Begleiterscheinung. Jedoch bleibt diese Erkrankung oft auch unerkannt. So zeigen durchgeführte Studien, dass in vier von fünf Fällen die falsche oder keine Diagnose gestellt wird. Neben der Psoriasis Arthritis ist auch die Nagelpsoriasis ein unliebsamer Begleiter vieler Betroffener. Etwa 40 Prozent leiden unter dieser Ausprägung

Fakt #4: Psoriasis kennt viele weitere Begleiterkrankungen

Allgemein tragen Schuppenflechte-Patienten ein deutlich höheres Risiko, weitere Krankheiten zu entwickeln. Der Fachmann spricht hierbei von einer Komorbidität. Im Fall der Psoriasis kann dies etwa eine chronische Darmerkrankung, Bluthochdruck oder auch eine Depression sein. Auch steigt mit Beginn der Hautkrankheit das Risiko, an Diabetis zu erkranken. Vielen ist vermutlich nicht bewusst, dass Psoriasis nicht nur ein kosmetisches Problem ist.

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Psoriasis – Mit 90 prozentiger Wahrscheinlichkeit gekommen um zu bleiben

Fakt #5: Schuppenflechte führt häufig zu sozialer Isolation

Ein ständiges Unwohlsein mit der eigenen Haut verdirbt so ziemlich jede Lust, das Haus zu verlassen. Auch wenn Psoriasis nicht ansteckend ist – die Angst davor angestarrt zu werden oder sich gar wegen der eigenen Erscheinung rechtfertigen zu müssen, führt dazu, dass sich Psoriatiker aus dem sozialen Leben zurück ziehen oder sich regelrecht verstecken. Zusätzlicher Stress durch Einsamkeit und ein großes Schamgefühl erhöhen dabei das Risiko zusätzlich auch an einer Depression zu erkranken. In der Tat ist auch das Risiko, an einer Depression zu erkranken, für Betroffene deutlich erhöht. Gerade in jungen Jahren – bis zum 20. Lebensjahr – ist das Risiko mehr als doppelt so hoch als bei nicht Betroffenen.

Fakt #6: Psoriasis schränkt die Lebensqualität stark ein

Laut mehrerer Studien schätzen Betroffene ihre Lebensqualität niedriger ein, als etwa Personen mit Krebs oder Arthritis. Und das obwohl die Krankheit in vielen Fällen „nur“ äußerlich auftritt. Ähnlich verhält es sich bei der Lebensqualität im Zusammenhang mit körperlicher Belastung. Im Vergleich dazu: Menschen mit Typ2 Diabetes, Depression oder Krebs zeigen hier weniger negativen Einfluss auf die Lebensqualität. So scheint es wenig verwunderlich, dass die Weltgesundheitsorganisation – international für das Gesundheitswesen zuständig – Psoriasis als besonders schwerwiegend und zu unterstützend einstuft. Lediglich vier andere nicht infektiöse Krankheiten besitzen diesen Status.

Fakt #7: Niemand kennt die genaue Ursache für Psoriasis

Auch wenn die Forschung über Schuppenflechte bereits sehr fortgeschritten ist, der genaue Auslöser für diese Hauterkrankung ist (noch) nicht bekannt. Soweit steht fest: Meist wird die Schuppenflechte vererbt und tritt noch vor dem 25. Lebensjahr auf (Typ I-Psoriasis). Jedoch bei etwa jedem vierten Betroffenen zeigt sich die Schuppenflechte erst ab dem 40. Lebensjahr (Typ II-Psoriasis). Eine Vererbung ist bei dieser Form deutlich seltener.

Fakt #8: Keine Schuppenflechte gleicht der anderen

Bei all den Ausprägungen und Begeleiterkrankngen ist es schwer, den Überblick zu behalten. Darum ist es auch gar nicht so einfach, für sich selbst die richtige Therapieform zu finden. Gleichzeitig ist für viele Schuppenflechte-Patienten das riesige Spektrum an möglichen Therapien gar nicht bekannt. Dabei können grob drei Untergruppen gebildet werden: Zum einen sind das topische Therapien, also alle Medikamente, die von außen auf die Haut auftragen werden (z.B. Salben oder Cremes). Daneben existieren die physikalischen Therapien, welche von außen ohne Kontakt auf die Haut wirken (z.B. UV-Bestrahlung). Zu guter Letzt entstehen auch immer mehr systemische Therapien (z.B. Biologicals). Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, die im Körper wirken (mehr zu den Therapiemöglichkeiten).

Fakt #9: Es ist richtig schwer einen echten Psoriasis-Experten zu finden

Neben der Wahl der Behandlungsmethode treffen Menschen mit Psoriasis in der Realität auf eine große Anzahl an weiteren Problemen: Das Netz an Ärzten, die motiviert und kompetent sind, ist äußerst dünn. In Städten wie München beträgt dabei die Wartezeit für einen Termin nicht selten sechs Monate oder länger. Manche Ärzte bekommen dann auch noch großzügige Honorare von Pharmafirmen, wenn sie deren Medikamente verschreiben (hier erfährst du mehr). Wenn Ärzte Medikamente zum Wohlbefinden ihres Kontos verschreiben, wird es für Patienten noch schwieriger, die richtige Therapie zu finden. Gleichzeit kursieren viele verschiedene Informationen über Psoriasis. Welche davon sind denn nun wichtig? Welche überhaupt richtig? Und dann wäre da noch das Problem, geeignete Produkte zu finden. Sei es hautfreundliche Kleidung, eine gute Pflegecreme oder spezielle Kosmetika bei Psoriasis. Die Liste lässt sich noch unendlich verlängern. All das führt zu einem hohen Zeitaufwand und anstrengenden Recherchen bei Betroffenen.

Gemeinsam das Leben mit Psoriasis erleichtern!

Was fehlt sind Erfahrungsberichte von anderen Menschen mit Psoriasis. Ihre Tipps aus dem täglichen Leben: Was muss ich beim Antrag einer Kur beachten? Gibt es Alternativen zur Schulmedizin? Geht die Psoriasis wieder weg? All das weiß mit hoher Wahrscheinlichkeit ein anderer Betroffener bereits. Vielleicht will ich auch nur wissen, wie andere die ständigen Blicke, den körperlichen und seelischen Schmerz aushalten?
Bist du auch der Meinung, dass es Zeit wird das Image von Schuppenflechte auf Dauer zu verbessern? Dann werde jetzt Teil von Farbenhaut und zeig, dass Psoriasis auch schön sein kann!

Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.