Nahezu jeder Mensch hat bereits selbst Erfahrung mit Hornhaut gemacht. Nimmt diese Verhornung der Haut jedoch eine übermäßige Form an, dann sprechen Ärzte von einer Hyperkeratose.

Wir erklären dir, was eine Hyperkeratose ist. Warum diese vermehrte Hornhautbildung auftritt und wie eine effektive Behandlung aussieht.

Was ist Hyperkeratose?

Der Begriff Hyperkeratose stammt aus dem Griechischen (yper = „über“; keratos = „Horn“) und bedeutet eine übermäßige Verhornung der Haut.

Die Bildung der sogenannten Hornhaut ist keine Seltenheit, sondern ein normaler Prozess bei jedem Menschen. Dabei kann die trockene Haut großflächig oder auch nur punktuell verdickt sein.

Auslöser ist häufig eine falsche Hautpflege, Druckbelastung (sogenannte „Hühneraugen“) oder auch eine Erkrankung, bei der die Hyperkeratose als Begleiterkrankung auftritt. Die Ausprägung kann dabei unterschiedlich ausfallen – in den meisten Fällen zeigt sie sich in Form von verdickter, trockener und nicht selten auch schuppiger Haut.

Ursachen einer vermehrten Hornhautbildung

Die Ursachen einer Hyperkeratose sind unterschiedlich – haben jedoch einen gemeinsamen Nenner: Der Körper bei Betroffenen produziert zu viele neue Hautzellen oder diese Hautzellen werden nicht schnell genug abgelöst.

Im Vergleich zu einem nicht betroffenen Menschen ist dieser Prozess also gestört. Denn bei einer normalen Funktionsweise werden neue Zellen produziert, während die alten Hautzellen an der Hautoberfläche absterben und sich nach und nach ablösen.

Proliferationshyperkeratose und Retentionshyperkeratose

Bei einer Hyperkeratose liegt ein Ungleichgewicht zwischen der Bildung und der Abnutzung der Hautzellen (oder Hornzellen) vor.

Laut Medizinern gibt es hierfür zwei mögliche Gründe: Proliferationshyperkeratose und Retentionshyperkeratose.

  • Proliferationshyperkeratose (Proliferation = Zellteilung): Die Teilung der Hautzellen verläuft schneller als bei nicht betroffenen Menschen.
  • Retentionshyperkeratose (von lateinisch retentio = „zurückhalten“): Die Abnutzung der Hornhaut verläuft langsamer als bei nicht betroffenen Menschen.

Grundsätzlich unterscheidet die Medizin zudem zwischen einer vererblichen und einer erworbenen Hyperkeratose.

Vererbliche Hyperkeratosen zeigen sich bereits kurz nach Geburt oder in den ersten Lebensjahren. Die häufigste Erkrankung dieser Form ist die vulgäre Ichthyose. Hierbei produziert der Körper übermäßig viel eines bestimmten Proteins, welches die Hautzellen miteinander verbindet. Alte Zellen können sich folglich nicht ablösen und es entsteht eine trockene, verdickte Hautschicht.

Eine erworbene Ichthyose (Sammelbegriff für dermatologische Verhornungsstörungen) hingegen kann auch erst im erhöhten Alter auftreten. Auch hier liegt ein gestörtes Gleichgewicht der Hautzellen vor. Als Ursache kommen Medikamente oder andere Erkrankungen infrage. Ebenso kann eine falsche Pflege zur starken Austrocknung der Haut und folglich zu einer Hyperkeratose führen.

Häufigste Ursachen

  • Mechanische Reize,
  • UV-Strahlung,
  • genetische Veranlagung,
  • Stoffwechselveränderungen,
  • Infektionen oder
  • Hauterkrankungen (wie Akne, Psoriasis, Ichthyose).

Symptome einer Hyperkeratose

Die Symptome einer Hyperkeratose zeigen sich je nach Ursache, Form und Ausprägung an verschiedenen Körperstellen.

Palmoplantarkeratose beispielsweise betrifft ausschließlich die Handflächen und Fußsohlen. Eine follikuläre Keratose hingegen zeigt die Verhornung rund um die Haarwurzel (beispielsweise an den Oberarmen) und führt so zu einer rauen Hautoberfläche. Betroffen sein können aber auch Arme und Beine oder Brust und Rücken. Die Haut zeigt sich an diesen Stellen besonders rau und spröde und löst sich als Schuppen ab.

Häufig bilden sich durch die Verdickung der oberen Hautschicht starke Risse, die diverse Krankheitserreger in die Haut eindringen lassen können. Es treten Schwielen auf und die betroffenen Stellen schmerzen oftmals und führen nicht selten zu Bewegungseinschränkungen.

Grundsätzlich ist eine Hyperkeratose also eine übermäßige Verhornung der Haut. Dabei ist die oberste Hautschicht entweder flächig oder nur punktuell verdickt. Ein bekanntes Beispiel einer Hyperkeratose, die durch starke mechanische Beanspruchung entsteht, sind Schwielen am Fuß (beispielsweise an den Fußsohlen).

Diagnose und Behandlung: Was hilft gegen Hyperkeratose?

Diagnose: Hornhaut oder Hyperkeratose?

Hornhaut in einem geringen Ausmaß ist nicht unüblich und sollte daher keine weitere Beunruhigung auslösen. Stellst du hingegen eine übermäßige Verdickung der Hautschicht fest und kannst diese mit einer guten Pflege der Haut nicht reduzieren, dann ist der Gang zum Hautarzt empfehlenswert.

Der Arzt wird den Zustand deiner Haut bewerten und eine genaue Diagnose erstellen. Gleichzeitig kann er dir die Möglichkeiten einer Therapie aufzeigen und dich entsprechend beraten.

Behandlung

Je nach Auslöser, Form und Ausprägung einer Verdickung der Hautschicht gibt es sowohl äußere als auch innere Behandlungsmöglichkeiten.

Zur äußeren Anwendung stehen heutzutage diverse Cremes und Salben zur Verfügung. Dabei kommen Inhaltsstoffe wie Harnstoff, Milchsäure oder auch Salicylsäure zur Anwendung, welche die überschüssige, trockene Hautschicht auflösen. Gleichzeitig dienen diese Präparate der Pflege durch Befeuchtung und Rückfettung.

Systemische Retinoide hingegen kommen nur bei stark ausgeprägten Formen der Hyperkeratose zum Einsatz. Eingenommen werden diese Medikamente in Form von Tabletten. Sie haben eine hemmende Wirkung auf die Keratinozyten (zuständig für die Hornbildung).

Dein Arzt muss zudem unbedingt informiert werden, falls du an einer Hauterkrankung leidest, da Hyperkeratose auch ein Symptom einer anderen Erkrankung sein kann. In diesem Fall wäre es wichtig, den Zusammenhang zu erkennen und diesen bei der Auswahl einer Behandlung zu berücksichtigen.

Hyperkeratose, Hornhaut

Hyperkeratose, Hornhaut

Tipps bei vermehrter Hornhautbildung

Neigst du zu überschüssiger Hornhaut? Dann solltest du dir die folgenden Tipps genauer ansehen – wir verraten dir, was du gegen Hornhaut tun kannst:

  • Achte auf lockere und nicht reibende Kleidung sowie Schuhe, um Druckbelastung zu reduzieren.
  • Weiche überschüssige Hornhaut regelmäßig in einem warmen Bad ein und trage anschließend die Hornhaut vorsichtig ab. Hierzu eignen sich Bimssteine, Hornhautraspeln, Hornhautfräsen oder je nach Ausprägung auch ein weicher Schwamm.
  • Nutze regelmäßig ein mechanisches Peeling, um überschüssige Hautzellen und auch Hornhaut zu reduzieren.
  • Meide Hitze und Anstrengung, da sich die Wärme häufig unter der Hornschicht staut.
  • Wähle zum Schutz und zur Hautpflege rückfettende Produkte, beispielsweise mit Urea/Harnstoff.
  • Eine extra Portion Pflege gönnst du deiner Haut beispielsweise mit einem Cleopatra-Bad, bestehend aus Milch und Honig und Öl (Springe zu Rezept).
  • Schutz vor Sonneneinstrahlung bietest du deiner Haut mit einem ausreichend hohen Sonnenschutz und entsprechender Kleidung und Kopfbedeckung.

Solltest du die Symptome und die verstärkte Hornhautbildung trotz ausreichender Pflege nicht in den Griff bekommen, dann raten wir dir, deinen Hautarzt aufzusuchen. Er wird den Zustand deiner Haut und mögliche Therapiesansätze bewerten und dir weiterführende Tipps geben.

Hyperkeratose und Hornhaut erkennen und behandeln

Nahezu jeder Mensch hat Hornhaut und in den meisten Fällen ist diese Schutzfunktion der Haut kaum belastend, sondern eher ein ästhetisches Problem. Ist die Verhornung der Haut jedoch stark ausgeprägt, empfiehlt es sich, einen Arzt um Rat zu bitten.

Unbehandelt kann eine übermäßige Hornhautbildung zu starken Schmerzen, Einrissen in der Haut und sogar zu Bewegungseinschränkungen führen.

Es gibt zahlreiche Tipps, wie du deine Haut und insbesondere deine Hornhaut richtig pflegen kannst – wir haben dir einige davon vorgestellt. Hast du noch weitere Tipps für uns? Teile deine Erfahrungen gerne auch in unserer Facebookgruppe – wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

FAQ zu Hyperkeratose

Wie entsteht Hyperkeratose?

Eine Hyperkeratose entsteht durch das Ungleichgewicht zwischen der Bildung und der Abnutzung von Hornzellen. Auslöser dafür können mechanische Reize, UV-Strahlung, eine genetische Veranlagung, Stoffwechselveränderungen, diverse Infektionen oder auch Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Akne sein.

Ist eine Hyperkeratose erblich?

Mediziner unterscheiden zwischen einer vererblichen und einer erworbenen Hyperkeratose. Bei der vererblichen Form produziert unser Körper übermäßig viel eines Proteins, welches die Zellen der Haut miteinander verbindet. Die Abnutzung und Ablösung der Hautzellen wird somit erschwert und es entsteht eine verdickte Hautschicht. Der Auslöser für eine erworbene Hyperkeratose hingegen ist häufig eine falsche Pflege, diverse Medikamente oder eine Erkrankung.

Was ist der Unterschied zwischen Hornhaut und Hyperkeratose?

Nahezu jeder Mensch hat oder hatte schon einmal Hornhaut, beispielsweise an Hand oder Fuß. Bei einer übermäßigen Verdickung und Verhornung der Haut, die mit regulären Pflegeprodukten nicht ausreichend behandelt werden kann, sprechen Mediziner von einer Hyperkeratose. Je nach Ausprägung kommt sowohl eine äußerliche als auch eine innerliche Behandlung infrage.

 

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Quellen:

Bale S.J., Compton J.G., DiGiovanna J.J. (1993): „Epidermolytic hyperkeratosis“, in: Seminars in Dermatology. URL: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7692917/ (Zugriff am 14.09.2020)

Cohen P.R., Anderson C.A. (2018): „Topical Selenium Sulfide for the Treatment of Hyperkeratosis“, in: Dermatology and therapy. URL: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30203232/ (Zugriff am 14.09.2020)

Fernández-Figueras M.-T., Puig L., Ariza A. (2015): „Epidermolytic Hyperkeratosis: One More Pattern of Grover Disease“, in: The american journal of Dermatopathology. URL: https://journals.lww.com/amjdermatopathology/Fulltext/2015/09000/Epidermolytic_Hyperkeratosis__One_More_Pattern_of.18.aspx (Zugriff am 14.09.2020)

Kumar P., Kumar R., Kumar Mandal R., Hassan S. (2014): „Systematized linear epidermolytic hyperkeratosis“, in: Dermatology online journal. URL: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24456951/ (Zugriff am 14.09.2020)

Rout D.P., Nair A., Gupta A., Kumar P. (2019): „Epidermolytic hyperkeratosis: clinical update“, in: Clinical, cosmetic and investigational dermatology. URL: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31190940/ (Zugriff am 14.09.2020)

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Cleopatra-Bad

Wohltuendes Vollbad für weiche und zarte Haut
Vorbereitung5 Min.
Herstellung20 Min.
Einwirkzeit25 Min.
Stil: Kosmetik

Equipment

  • 1 Topf

Zutaten

  • 1 Liter Milch ganz normale Vollmilch, Butter- oder auch Ziegenmilch
  • 250 g Bienenhonig
  • 2 EL Meersalz
  • 1 - 3 EL Öl z.B. Olivenöl oder Kokosöl
  • 5 - 10 Tropfen ätherisches Öl z.B. Lavendelöl
  • Blütenblätter zum Dekorieren z.B. Rosenblätter

Anleitung

  • Lasse zunächst Wasser mit einer Temperatur zwischen 37 und 39 Grad in die Badewanne ein. Mache die Wanne jedoch noch nicht ganz voll. So kannst Du später noch genügend warmes Wasser hinzufügen, wenn das Wasser abkühlt.
  • Erwärme den Honig auf dem Herd in einem Wasserbad, bis er flüssig wird. Gebe ihn nun zu der Milch und vermische beides miteinander.
  • Gebe nun das Meersalz, das Öl und die ätherischen Öle deiner Wahl hinzu und vermische alles miteinander.
  • Nun kannst du das Gemisch in die Badewanne geben und mit der Hand verteilen.
  • Im letzten Schritt wird das Vollbad mit Blütenblättern deiner Wahl dekoriert. Gedimmtes Licht oder Kerzen sorgen zusätzlich für eine entspannte Atmosphäre.

Notizen

Wichtig: Das Cleopatrabad sollte etwa 20-25 Minuten dauern. Danach solltest du deine Haut nur vorsichtig abtupfen, bzw. sehr sparsam abtrocknen - bei sehr trockener Haut oder Neurodermitis am besten gar nicht. So können die Wirkstoffe besser in die Haut einziehen. Bei eher fettiger Haut sollte nach dem Bad kurz mit lauwarmem Wasser das überschüssige Fett von der Haut abgebraust werden.
Wir wünschen eine angenehme Entspannung!