Gewürz und Heilpflanze: So behandelst du Schuppenflechte mit Kurkuma

von | Mrz 8, 2019 | Ernährungsserie, Hautpflege | 2 Kommentare

Kennst du das Gewürz Kurkuma? Mit Sicherheit! Denn als ein Hauptbestand von Currypulver verleiht es der Gewürzmischung ihre typische, gelbe Farbe. Aber auch als Heilpflanze wird Kurkuma eingesetzt. Bei Schuppenflechte kann die gelb-orangene Wurzel sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Alles, was du zur Behandlung von Schuppenflechte mit Kurkuma wissen solltest, liest du hier.

KurkumaGewürz und Heilpflanze

Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, stammt aus Südostasien und Indien und gehört zu den Pflanzen der Ingwer-Familie. Frisch ähnelt Kurkuma der Ingwerknolle, unterscheidet sich aber im Inneren durch die intensiv gelb-orangene Färbung. Kurkuma wird üblicherweise getrocknet, aber auch frisch, als Gewürz und als Färbemittel für Lebensmittel verwendet. Es schmeckt bitter und mild würzig.
Mit seinen vielfältigen Inhaltsstoffen wirkt es sich positiv auf die Gesundheit aus und wird daher auch als Heilpflanze genutzt (1). Kurkuma besitzt unter anderem antibakterielle, antientzündliche, antioxidative, schmerzlindernde sowie verdauungsfördernde Eigenschaften (2). Außerdem reguliert das Gewürz den Zucker- und Fettstoffwechsel.

Das Ingwergewächs ist eine der wichtigsten und stärksten Heilpflanzen aus dem Ayurveda, einer traditionellen indischen Heilkunst. Dort wird Kurkuma bereits seit tausenden von Jahren zur Therapie von verschiedenen Erkrankungen eingesetzt. Bei uns gewinnt Kurkuma ebenfalls eine immer größere Bedeutung im medizinischen Bereich. Zahlreiche Studien widmen sich der Frage, ob das Gewürz zur Behandlung von Erkrankungen wie beispielsweise Krebs oder Alzheimer geeignet ist (3). Auch bei Psoriasis wird Kurkuma erfolgreich eingesetzt (4).

Wirkung von Kurkuma bei Psoriasis

Kurkuma wirkt entzündungshemmend

Curcumin, der gelb-orangene Farbstoff von Kurkuma und einer der Hauptbestandteil des Ingwergewächses, besitzt entzündungshemmende Eigenschaften. Der Farbstoff greift in Immunwege ein, die an Entzündung beteiligt sind und kontrolliert diese. Es hemmt beispielsweise effektiv die Signalstoffe Tumornekrosefaktor Alpha (TNF-α) und Interleukin, die den Verlauf von Psoriasis beeinflussen (5).
In einer Studie von 2016 konnten Forscher außerdem einen Signalweg von Curcumin entschlüsseln, der ähnlich wirkt wie Kortison – und das ganz ohne die Nebenwirkungen des Hormons (6).

Kurkuma senkt die Aktivität der Phosphorylase-Kinase

Bei Schuppenflechte ist die Aktivität des Enzyms Phosphorylase-Kinase erhöht. Das Gewürz senkt die Aktivität des Enzyms und wirkt sich so positive auf die Symptome der Schuppenflechte aus (7).

Kurkuma verbessert die Wundheilung

Kurkuma wirkt wie ein natürliches Antiseptikum und hilft geschädigter Haut beim Heilen. Es verbessert außerdem die Hautbarrierefunktion.

So kannst du Kurkuma bei Schuppenflechte anwenden

Äußerliche Anwendung

Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Kurkuma bei äußerlicher Anwendung die Symptome von Psoriasis erfolgreich lindern kann (8). Beispielsweise behandelten in einer Studie 647 Patienten ihre Schuppenflechte mit einem Gel, das den Kurkuma-Farbstoff Curcumin enthielt. Nach 16 Wochen zeigte sich bei den Teilnehmern ein signifikanter Rückgang der Schuppenflechte. Bei etwa 72 Prozent der Patienten verschwanden die Symptome sogar vollständig (9).

Es ist also nicht verwunderlich, dass es mittlerweile zahlreiche Cremes mit Kurkuma für die Behandlung von Psoriasis gibt.

Innerliche Anwendung

Betroffene berichten auch von einer positiven Wirkung von Kurkuma bei innerlicher Anwendung. Vor allem die sogenannte goldene Milch, ein ayurvedisches Getränk, ist aktuell sehr beliebt. Sie wirkt entzündungshemmend und regt den Stoffwechsel zum Entgiften an. Möchtest du das Getränk als Heilmittel einsetzen, solltest du es einmal pro Tag zu dir nehmen.

Goldene Milch

Zutaten: 

  • 1 EL Kurkuma-Pulver
  • 1 TL  geriebener Ingwer
  • 0.5 TL Zimt
  • Prise Pfeffer (etwa 0.25 TL)
  • Prise Kardamom
  • Prise Muskat
  • 120 ml Wasser
  • 350 ml Reismilch, Mandelmilch oder Kokosmilch (ohne zugesetzten Zucker)
  • 1 EL Honig 
  • 1 TL natives Kokosöl

Zubereitung:

  1. Kurkuma, Ingwer und die restlichen Gewürze mit 120 ml Wasser in einen Topf geben und bei geringer Hitze unter Rühren zum Kochen bringen. Lass die Mischung köcheln bis eine Paste entstanden ist.
  2. 350 ml pflanzliche Milch aufkochen und 1 EL Kurkuma-Paste zufügen (falls dir der Geschmack am Anfang etwas zu streng ist, kannst du auch mit 0.25 EL Paste beginnen und dich langsam steigern.).
  3. 1 EL Honig und 1 TL Kokosöl zugeben und circa 2 min köcheln lassen.
  4. In eine Tasse einfüllen und genießen. 

Tipps:

  • Möchtest du frischen Kurkuma verwenden, benutze Handschuhe, damit sich deine Finger nicht gelb verfärben. Achte darauf, dass kein Kurkuma auf deine Kleidung kommt. Die gelben Flecken sind sehr schwer auswaschbar
  • Du kannst auch mehr Paste herstellen. Sie hält sich abgedeckt im Kühlschrank bis zu zwei Wochen lang
  • Wenn du magst, kannst du für den Geschmack auch eine Prise Meersalz, Safranfäden, Chili oder Vanille zu deiner Milch hinzufügen
  • Curcumin ist schwer wasserlöslich und wird im Magen-Darm-Trakt nur in geringem Maße absorbiert(10,11). Durch Erhitzen oder Auflösen in Öl, kann der Körper Curcumin besser aufnehmen (12). Zusammen mit schwarzem Pfeffer wird Curcumin sogar 20 mal besser absorbiert (13). Für eine optimale Wirkung ist es daher wichtig, immer Öl und Pfeffer für die goldene Milch zu verwenden.

Unser Fazit

Kurkuma ist ein natürliches Produkt ohne Nebenwirkungen, das seit tausenden von Jahren in der ayurvedischen Heilkunst eingesetzt wird. Studien sowie Betroffene berichten immer wieder über eine positive Wirkung von Kurkuma auf Psoriasis. Wir sagen ja zu natürlichen Behandlungsmethoden! Einen Versuch ist es auf alle Fälle wert…

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Hier klicken, dann findest du alle Quellenangaben

  1. Susan J. Hewlings and Douglas S. Kalman (2016): Curcumin: A Review of Its’ Effects on Human Health. In: Foods. 2017 Oct; 6(10): 92.
  2. Soheil Zorofchian Moghadamtousi, Habsah Abdul Kadir, Pouya Hassandarvish, Hassan Tajik, Sazaly Abubakar, Keivan Zandi (2014): A Review on Antibacterial, Antiviral, and Antifungal Activity of Curcumin. In Biomed Res Int. 2014; 2014: 186864.
  3. H. Hatcher, R. Planalp, J. Cho, F. M. Torti,S. V. Torti (2008): Curcumin: From ancient medicine to current clinical trials. In Cell Mol Life Sci. 2008 Jun; 65(11): 1631–1652.
  4. Veronica Di Nardo, Serena Gianfaldoni, Georgi Tchernev, Uwe Wollina, Victoria Barygina, Jacopo Lotti, Farah Daaboul, and Torello Lotti (2018). Use of Curcumin in Psoriasis. In: Open Access Maced J Med Sci. 2018 Jan 21;6(1):218-220. doi: 10.3889/oamjms.2018.055. eCollection 2018 Jan 25. Review.
  5. Aggarwal BB1, Gupta SC, Sung B. Curcumin (2013): an orally bioavailable blocker of TNF and other pro-inflammatory biomarkers. In: Br J Pharmacol. 2013 Aug;169(8):1672-92. doi: 10.1111/bph.12131.
  6. Hoppstädter J, Hachenthal N, Valbuena-Perez JV et al (2016). Induction of Glucocorticoid-induced Leucine Zipper (GILZ) Contributes to Anti-inflammatory Effects of the Natural Product Curcumin in Macrophages. In: J Biol Chem. 2016 Oct 28;291(44):22949-22960. Epub 2016 Sep 14.
  7. Heng, M. C.; Song, M. K.; Harker, J.; Heng, M. K. (2000): Drug-induced suppression of phosphorylase kinase activity correlates with resolution of psoriasis as assessed by clinical, histological and immunohistochemical parameters. In: The British journal of dermatology 143 (5), S. 937–949. PMID: 11069500.
  8. Golnaz Sarafian, Minoo Afshar, Parvin Mansouri, Jinous Asgarpanah, Kosar Raoufinejad and Mehdi Rajabia (2015): Topical Turmeric Microemulgel in the Management of Plaque Psoriasis; A Clinical Evaluation. In:Iran J Pharm Res. 2015 Summer; 14(3): 865–876.
  9. Madalene C. Y. Heng, Judith Harker, Ming K. Heng (2011): Results of Combining Phosphorylase Kinase Inhibition with Removal of Precipitating Factors in Large Cohort of Psoriatic Patients: A Proof of Concept Study. In: Journal of Cosmetics, Dermatological Sciences and Applications Vol.1 No.3(2011), Article ID:7248,16 pages.
  10. Tonnesen u. a.: Studies of curcumin and curcuminoids XXVII. Cyclodextrin complexation: Solubility, chemical and photochemical stability. In: Int J Pharm. 244, 2002, S. 127–135. PMID 12204572
  11. Pan u. a.: Biotransformation of curcumin through reduction and glucuronidation in mice. In: Drug Metab Dispos. 27, 1999, S. 486–494. PMID 10101144.
  12. T. H. Marczylo, R. D. Verschoyle, D. N. Cooke, P. Morazzoni, W. P. Steward, A. J. Gescher: Comparison of systemic availability of curcumin with that of curcumin formulated with phosphatidylcholine. In: Cancer Chemotherapy and Pharmacology. 60 (2), 2007, S. 171–177.
  13. G. Shoba, D. Joy u. a.: Influence of piperine on the pharmacokinetics of curcumin in animals and human volunteers. In: Planta Med. 64(4), Mai 1998, S. 353–356.

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