Da uns die Frage die letzten Wochen häufig erreichte, wollen wir zwei ähnliche und doch unterschiedliche Hauterkrankungen voneinander abgrenzen: Neurodermitis und Psoriasis. Zwar handelt es sich bei beiden um komplett verschiedene Krankheiten, jedoch ist die Abgrenzung manchmal gar nicht so einfach – gerade im Anfangsstadium.

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis, auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis genannt, stellt eine entzündliche Erkrankung der Haut dar. Die Haut ist dabei trocken sowie empfindlich und zeigt sich stark gerötet. Die in Schüben verlaufende Hautkrankheit tritt meist an Armen und Beinen, aber auch der Kopfhaut und dem Gesicht auf. Neurodermitis zählt dabei zu den atopischen Krankheiten. Dies bedeutet, dass das Immunsystem überreagiert und sich so gegen sich selbst richtet. In den meisten Fällen findet eine genetische Vererbung in Kombination mit verschiedenen Umwelteinflüssen, wie Stress, statt. Neben den psychischen Auswirkungen spielt ein starker Juckreiz eine entscheidende Rolle bei dieser Art der Hauterkrankung. Dies geht soweit, dass Betroffene oftmals ein chronisches Kratzverhalten an den Tag legen.

Was ist Psoriasis

Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, zeichnet sich durch rote und verdickte Hautstellen mit einer silbrigen Schuppung aus. Schuld ist das Immunsystem, welches die Erneuerung der Haut von knapp einem Monat auf wenige Tage senkt. Die chronisch verlaufende Hauterkrankung zeigt sich oft an Armen und Beinen, findet sich häufig aber auch auf der Kopfhaut, den Fingernägeln oder in Hautfalten. Neben der Haut können auch innere Organe oder die Gelenke durch eine Entzündungsreaktion betroffen sein. Häufige Begleiterscheinungen der Hautkrankheit sind psychische Probleme (überhaupt kann Psoriasis mit einer Reihe an Zusatzerkrankungen einhergehen). Meist ist Schuppenflechte genetisch vererbt, tritt aber durch auslösende Faktoren erst zum Vorschein. Mehr Informationen über Psoriasis sowie die verschiedenen Arten findest du an dieser Stelle. Nach der kurzen Beschreibung der beiden Hauterkrankungen sollen diese im nächsten Schritt gegenübergestellt werden.

Warum sind die beiden Krankheiten so schwer zu unterscheiden?

Vielleicht hast du es schon bemerkt: Beide Erkrankungen haben eine Reihe an Gemeinsamkeiten, was die Unterscheidung in manchen Fällen schwierig machen kann. So handelt es sich bei beiden um chronisch verlaufende Hautkrankheiten, welche in Schüben verlaufen. Und sich durch rote Hautstellen auszeichnen. Ebenso wie bei Psoriasis spielen bei Neurodermitis auslösende Faktoren, wie Stress, Alkohol oder eine Reizung der Haut eine Rolle. Am Ausbruch der Krankheiten sind jeweils genetische Faktoren beteiligt. So wird das Risiko, eine der beiden Krankheiten zu bekommen, in sehr vielen Fällen vererbt. Auch die Auswirkungen sind ähnlich. So lösen beide oftmals psychische Probleme aus oder führen zu verminderter Aktivität in der Öffentlichkeit. Du siehst also bereits hier, dass es viele Ähnlichkeiten gibt. Jedoch wirst du im nächsten Absatz auch feststellen, dass sich die beiden Hauterkrankungen auch deutlich unterscheiden.

Welche Unterschiede gibt es?

Neurodermitis kann mit einer Allergie einhergehen (viele Betroffene berichten über Heuschnupfen oder Asthma) und wird auch des Öfteren damit verwechselt. Bei Psoriasis ist dies nicht der Fall. Auch spielt der Juckreiz bei Neurodermitis eine viel zentralere Rolle, als er dies bei Schuppenflechte tut. Dies liegt daran, dass die Haut von Betroffenen deutlich trockener wahrgenommen wird. Während sich Psoriasis vermehrt an den Außenseiten von Armen und Beinen zeigt, tritt diese bei Neurodermitis gehäuft an den Elllenbeugen und Kniekehlen auf. Bei Neurodermitis ist dabei die Rötung der Haut zentral, bei Psoriasis die Verdickung der Haut mit der bekannten Schuppenbildung.
Zudem entsteht Schuppenflechte häufig aufgrund von Reizungen bzw. Verletzungen der Haut, man spricht hier vom Köbner-Syndrom. Während sich die Neurodermitis auf die Haut beschränkt, kann Psoriasis auch die inneren Organe oder Gelenke befallen. Zudem ist bei letzterer das Risiko von weiteren Zusatzerkrankungen erhöht. Ein eindeutiges Zeichen für Psoriasis ist der Befall der Fingernägel. Auch der Zeitpunkt des Auftretens unterscheidet sich. Neurodermitis bricht oftmals bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter aus, Psoriasis meist erst später. Viele Neurodermitiker berichten auch, dass die eigene Erkrankung mehr schwankt – im Positiven wie im Negativen.

Unser Fazit zu beiden Erkrankungen

Neurodermitis und Psoriasis weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Vor allem im Anfangsstadium ist eine Unterscheidung schwierig. Jedoch kann ein Facharzt die Art der Erkrankung im Regelfall ohne große Probleme herausfinden. Für den Laien ist dies nicht immer so einfach. Dabei ist die genaue Diagnose entscheidend, da auch die Behandlungsmethoden unterschiedlich ausfallen. Die Kollegen vom Fachverlag Gesundheit und Medizin bieten einen Selbsttest an, welcher dich bei einer ersten Unterscheidung von Neurodermitis und Psoriasis unterstützt. Im schlimmsten Fall kann es auch passieren, dass du beiden Hauterkrankungen in dir vereinst.

Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.