Der Zusammenhang von Vitamin D und Schuppenflechte

von | Dez 7, 2018 | Ernährung bei Psoriasis / Schuppenflechte, Ernährungsserie, Medizinische Fakten | 3 Kommentare

Vitamin D wird bei Psoriasis lange schon als Creme aber auch über Lichttherapie eingesetzt. Die Symptome von vielen Betroffenen werden damit erfolgreich behandelt. Alles was du zum Thema Vitamin D und Schuppenflechte wissen solltest, erfährst du hier.

Was ist Vitamin D?

Eigentlich ist Vitamin D gar kein Vitamin. Es wird nur aus historischen Gründen so bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich um eine Hormonvorstufe, die von deinem Körper selbst produziert wird, sobald deine Haut in Kontakt mit Sonnenlicht (UVB-Strahlen) kommt. Über eine Zwischenstufe wird daraus dann das Hormon Cacitriol gebildet.

Es gibt fünf verschiedene Verbindungen, die alle unter dem Begriff  Vitamin D zusammengefasst sind. Meisten ist jedoch die aktive Form Vitamin D3 gemeint, wenn davon die Rede ist. Sie wird auch als Cholecalciferol, Calcitriol, Calcidiol oder 25-Hydroxy-Vitamin-D3 bezeichnet. Es hat viele verschiedene und wichtige Aufgaben in deinem Körper. Unter anderem beeinflusst es:

  • den Knochenstoffwechsel
  • Hormone wie die Sexual- und Schilddrüsenhormone
  • das Erbgut (DNA)
  • das Zellwachstum 
  • Herz und Kreislauf
  • die Verdauung
  • die Muskeln
  • den Schlaf
  • das Gehirn und die Psyche 
  • die Nerven
  • das Immunsystem

Wie hängen Psoriasis und Vitamin D zusammen?

Vitamin D spielt eine zentrale Rolle für das Immunsystem. Noch immer sind die genauen Zusammenhänge aber nicht vollständig erforscht. Forscher sind sich jedoch sicher, dass es maßgeblich an der Ausbildung, Aktivierung und der Steuerung des Immunsystems beteiligt ist.

Vitamin D hat eine antientzündliche Wirkung, denn es reduziert TH1 und TH17 Zellen. Bei Psoriasis setzen genau diese Zellen Entzündungsfaktoren in der Haut frei und lösen dort eine Entzündungsreaktion aus. Ein übermäßiges Wachstum der hautbildenden Zellen wird ausgelöst. Außerdem regt Vitamin D die Entstehung von TH2 Zellen und regulativen T-Zellen an, die antientzündlich wirken. Vermutlich verhindern diese Mechanismen die Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Schuppenflechte. Sie regulieren das Immunsystem und beugen einer Überreaktion vor, die sich beispielsweise in einer Abwehrreaktion gegen die eigenen Zellen des Körpers äußert. 

Vitamin D ist darüber hinaus ein wichtiger Wachstumsfaktor für die Darmzellen und ist deshalb essentiell für die Barrierefunktion des Darms. Wachsen die Darmzellen aufgrund eines Vitamin-D-Mangels nicht schnell genug nach, kommt es zu Löchern in der Darmschleimhaut und somit zu dem Leaky Gut Syndrom. Die Erkrankung steht ebenfalls im Zusammenhang mit Psoriasis. In einem weiteren Teil der Ernährungsreihe werden wir uns daher noch ausführlich dem Thema Leaky Gut Syndrom widmen.

Zahlreiche Tierstudien, aber auch einige klinische Studien an Menschen, konnten zeigen, dass die Einnahme von Vitamin D erfolgreich Autoimmunerkrankungen unterdrückt. Beispiele sind Arthritis, Typ 1 Diabetes, Multiple Sklerose, aber auch Psoriasis. 

Wie wird Vitamin D bei der Behandlung von Vitamin D eingesetzt?

Vitamin D ist eine der wichtigsten Säulen bei der Behandlung von Schuppenflechte. Vitamin-D3-Cremes lindern bei vielen Betroffenen erfolgreich die Symptome auf der Haut. Aber auch Lichttherapie, durch die Vitamin D vom Körper selbst gebildet wird, erzielt gute Therapieergebnisse. Natürliches Sonnenlicht und spezielle UV-Lampen kommen ebenfalls zum Einsatz.

Obwohl die Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel ebenfalls gute Therapieerfolge erzielt, wird diese Behandlungsoption nur wenig genutzt. Für die Behandlung spricht, dass sie preiswert und einfach anzuwenden ist. Seit 2002 wird eine Behandlungsmethode mit ultrahochdosiertem Vitamin D namens Coimbra-Protokol für Autoimmunerkrankungen erforscht und ständig weiterentwickelt. Die Behandlung wird bereits erfolgreich bei Schuppenflechte eingesetzt. 

Vitamin D und die Situation in Deutschland

In Deutschland leiden etwa 85 % aller Menschen an einem Vitamin-D-Mangel, wie eine aktuelle Studie zeigt. Ein optimaler Spiegel liegt laut Experten bei 50 bis 70 ng/ml. 

In Lebensmitteln ist Vitamin D nur gering enthalten. Es befindet sich hauptsächlich in fetten Fischen wie Lachs oder Makrele, Eiern, Innereien und in begrenztem Maße auch in Milchprodukten. Lebensmittel sind aber nur eine Ergänzung der Vitamin-D-Versorgung. Etwa 80 % der Bereitstellung findet über die Haut statt. Im Hochsommer reichen mittags 10 bis 15 Minuten mit unbedeckten Armen und Beinen in der Sonne aus, um den Bedarf zu decken. Wie kommt es also zu dieser Mangelsituation in Deutschland?

Schuld daran sind hauptsächlich unsere heutigen Gewohnheiten. Die meiste Zeit des Tages halten wir uns in geschlossenen Räumen auf und sind kaum in der Sonne. Außerdem stört die Vitamin-D-Bildung alles, was sich zwischen Sonnenstrahlen und Haut schiebt. Das sind beispielsweise Wolken, Schatten, Kleidung oder auch Sonnencreme ab Lichtschutzfaktor 7. 

Übrigens: In Deutschland kann die Haut nur von April bis September Vitamin D bilden. In den restlichen Monaten ist die UV-Strahlung der Sonne nicht stark genug.

Was bedeutet all diese Informationen für dich und deine Psoriasis?

Vitamin D ist an der Entstehung beziehungsweise an der Vermeidung fast aller chronischen Erkrankungen beteiligt. Eine Einnahme könnte vermutlich auch dir helfen. Durch Vitamin-D-Supplemente könnte der Einsatz von innerlich wirkenden Medikamenten oder Kortison verringert werden. 

Bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen kommt es häufig zu Störungen der Vitamin-D-Rezeptoren. Liegt diese Störung vor, kommt Vitamin D nicht an den Stellen im Körper an, wo es gebraucht wird. Dann können sehr hohe Vitamin-D-Dosen helfen, die nur unter ärztliche Kontrolle eingenommen werden sollten. Das bereits erwähnte Coimbra-Protokoll behandelt so erfolgreich Schuppenflechte. 

So geht es weiter

Im zweiten Teil zu Vitamin D erfährst du mehr über das Coimbra-Protokoll. Dabei hilft uns Dr. med. Rainer Didier, der seit 2016 Patienten mit dieser Behandlungsmethode therapiert. Im Interview mit Farbenhaut erklärt er dir alles, was du über diese Therapie wissen solltest.

Hier noch zwei Buchempfehlungen, wenn du mehr über Vitamin D erfahren möchtest:

Prof. Dr. med. Jörg Spitz: Vitamin-D-Mangel: Die unterschätzte Gefahr. Das Buch gibt es zum Beispiel: hier*.

Prof. Dr. med. Jörg Spitz und  William B. Grant Ph. D. – Vitamin D – Das Sonnenhormon. Kompakt-Ratgeber: – Warum die Sonne so wichtig für uns ist – Wie Sie Ihren Vitamin-D-Vorrat auftanken. Das Buch gibt es zum Beispiel: hier*.

 

* Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, erhalten wir eine kleine Vermittlungsprovision. Der Preis ändert sich für dich dadurch nicht.