Autoimmunprotokoll AIP bei Psoriais

Zwar ist es noch nicht 100 Prozent bestätigt, aber es liegt sehr nahe, dass es sich bei Psoriasis um eine Autoimmunerkrankung handelt. Ähnlich wie z.B. Morbus Crohn oder Multiple Sklerose. Bei dieser Art der Erkrankung spielt die Ernährung eine nicht unerhebliche Rolle. Das Autoimmunprotokoll (AIP), in manchen Fällen auch Paleo AIP genannt, gibt genaue Richtlinien hierfür vor. Die berichteten Ergebnisse reichen teils bis zur vollständigen Abheilung der Schuppenflechte.

Was ist eine Autoimmunerkrankung

Der Begriff Autoimmunerkrankung ist der Überbegriff für eine Reihe von Krankheiten, wobei sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. Man spricht hierbei auch von einer Immunantwort, welche sich normalerweise nur gegen fremde Organismen und Substanzen wendet. Die Folge sind beispielsweise chronische Entzündungen, Gewebeneubildungen oder eine Reihe weiterer Reaktionen. Warum sich der Körper gegen sich selbst richtet, ist bis heute nicht ganz klar. Klar hingegen ist, dass unter der chronischen Erkrankung, welche in unterschiedlicher Ausprägung meist das ganze Leben besteht, etwa fünf Prozent der westlichen Bevölkerung leidet. Die am meisten vertretenen Autoimmunerkrankungen sind Psoriasis, Morbus Basedow und rheumatoide Arthritis.

Deine Nahrungsmittel seien deine Heilmittel (Hippokrates)

Was ist das Autoimmunprotokoll

Es ist zwar (noch) nicht wissenschaftlich erwiesen, jedoch deutet so einiges darauf hin, dass gerade die Darmregion einen entscheidenden Einfluss auf die Ausprägung der Psoriasis nimmt. Genau hier setzt das Autoimmunprotokoll an (Überblick über weitere Diäten bei Psoriasis). Dieses ist auf Autoimmunerkrankungen zugeschnitten. Zu Beginn ist es entscheidend, allergene Lebensmittel, die den Darm reizen könnten, vom Speiseplan zu streichen. Das sind vor allem Milchprodukte, Getreide und Hülsenfrüchte. Aber auch eine ganze Menge anderer Lebensmittel, die entzündungsfördernd wirken. Gerade bei Psoriasis, welches ja eine Entzündungsreaktion darstellt, kann dies hilfreich sein.
Lebensmittel, die es zu meiden gilt, sind insbesondere folgende:

  • Getreide und Pseudogetreide (z.B. Quinoa, Mais, Reis, Hirse, etc.)
  • Milchprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Nachtschattengewächse (Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Auberginen, Tabak, etc.)
  • Sojaprodukte
  • Nüsse
  • Samen
  • Hefe
  • jodiertes und raffiniertes Salz
  • Pflanzenöle (z.B. Sonnenblumen- oder Rapsöl)
  • Zucker (auch süße Obstsorten nur in Maßen essen)
  • Kaffee
  • Alkohol
  • verarbeitete Speisen, die du nicht selbst hergestellt hast
  • Emulgatoren, Verdickungsmittel und weitere (künstliche) Zusatzstoffe

Je nach Quelle variieren diese Lebensmittel auch etwas. Wichtig ist, dass du für dich selbst herausfindest, was dir guttut und was weniger. Vergleiche im Zusammenhang mit der Liste auch die weiteren Auslöser von Psoriasis und versuche diese zu vermeiden.

Nimm viele Nährstoffe zu dir

Wichtig bei deiner Ernährung ist auch die Qualität der Lebensmittel und die darin enthaltenen Nährstoffe. Nimm z.B. viel Gemüse in allen Arten, Formen und Farben zu dir. Auch Fisch und Meeresfrüchte sind reich an Nährstoffen und sollten auf deinem Speiseplan nicht fehlen. Bei hochwertigem Fleisch sind es besonders Innereien und Organe, die für das AIP und eine gesunde Ernährung gut geeignet sind. Ebenso solltest du nur auf hochwertige Fette und Öle zurückgreifen, wie z.B. Oliven-, Kokos- oder Advocadoöl sowie fetten Fisch oder Fleisch aus Weidehaltung. Ergänzen kannst du das Ganze mit probiotischen Lebensmitteln wie Sauerkraut. Achte also darauf, nicht nur gewisse Nahrungsmittel wegzulassen, sondern auch hochwertiges Essen in deinen Einkaufskorb zu legen. Ernährst du dich nährstoffreich und ausgewogen, so kann dein Körper sich auf die Selbstheilung konzentrieren.

Finde heraus, was dir nicht guttut

Wenn du dauerhaft nicht auf einige der Produkte verzichten kannst oder magst, kannst du nach der ersten, „radikalen“ Phase systematisch austesten, was dir guttut und was eher nicht. Indem du Lebensmittel wieder hinzufügst, kannst du an der Reaktion deines Körpers erkennen, was dieser dazu sagt. Diese Phase wird auch Provokationsphase genannt, da dein Organismus quasi zu einer Reaktion gezwungen wird. Leider gibt es keine allgemein gültigen Richtlinien, wie lange die erste Phase sein muss, um wieder Nahrungsmittel zu deinem Speiseplan hinzuzufügen. Am besten versuchst du, den Verzicht auf die oben genannten Lebensmittel so lange wie möglich durchzuhalten. Denn für die Provokationsphase ist es nie zu spät.

Unser Fazit zum Autoimmunprotokoll bei Psoriasis

Bei Psoriasis handelt es sich (höchstwahrscheinlich) um eine Autoimmunerkrankung, bei welcher sich das Immunsystem gegen den eigenen Organismus richtet. Dabei wird die Haut viel schneller erneuert wie bei Hautgesunden, was zu den bekannten roten Plaques und der Schuppenbildung führt. Der Entzündungsreaktion kann jedoch durch zielgerichtete Ernährung entgegengewirkt werden. Viele Patienten berichten über eine deutliche Besserung des Hautbildes (hier findest du deinen Erfahrungsbericht) durch die Anwendung des AIP. Dies geht hin bis zu Berichten über das komplette Verschwinden der eigenen Schuppenflechte. Warum also nicht dem AIP vielleicht auch eine Chance geben?! Oder dich zumindest in die Richtung vortasten. Sei nicht zu radikal, denn je schwerer dir der Verzicht auf die vielen Lebensmittel fällt und je anstrengender deine Ernährung ist, umso größer ist die Abbruch-Gefahr. Ich selbst habe auch schon die eine oder andere Diät versucht und bin meist an diesem Punkt gescheitert. Vielleicht ist es also ratsam, deine Ernährung nach und nach umzustellen, dich mit neuen Rezepten vertraut zu machen und das AIP in kleinen Schritten zur Normalität werden zu lassen.

Manage auch dein Umfeld und deine Erwartungen

Wichtig ist auch der familiäre Rückhalt bzw. der deines Partners. Denn eine Ernährungsumstellung wird im Regelfall nicht nur dich betreffen. Und noch ein letzter Ratschlag: Stecke deine Erwartungen nicht zu hoch! Denn sind deine Erwartungen hoch, dann ist es umso schwieriger, dich mit dem AIP zufriedenzustellen. Das ist mir leider auch schon passiert. Ich hatte von einer Diät wahre Wunder erwartet. Als ich diese dann nach ca. drei Monaten wieder abgesetzt habe, ist mir erst aufgefallen, wie stabil und gut meine Haut vor allem in der letzten Zeit war. Letztlich muss ich an dieser Stelle den gleichen Hinweis wie in vielen anderen Artikeln auch geben: Finde für dich heraus, was dir hilft. Leider ist es unmöglich, Dinge im Zusammenhang mit Psoriasis zu verallgemeinern. Beim Einen hilft das AIP vielleicht, beim anderen nicht.

Weitergehende Informationen

Solltest du dich noch tiefer in das Thema Autoimmunprotokoll bzw. AIP und Paleo stürzen wollen, empfehlen wir dir folgende Bücher:

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