Psoriasis bei Babys stellt sowohl die Eltern als auch die Ärzte vor große Herausforderungen. Nicht nur, weil Neurodermitis der Schuppenflechte (Psoriasis) stark ähnelt, sondern weil Babys sich auch nicht direkt zu ihrem Leiden äußern können.

Daher sind Ärzte besonders gefragt, um herauszufinden, ob die Kinder an Psoriasis leiden. Auch spielen die Mütter und Väter eine wichtige Rolle. Sie müssen den Verlauf der Krankheit im Auge haben und einschätzen, ob eine Behandlung gut verläuft oder nicht.

Wir zeigen dir, worauf du bei Verdacht auf Schuppenflechte bei deinem Baby achten solltest, wie die Symptome sind und welche Behandlungsmöglichkeiten für Kinder zur Verfügung stehen. Abschließend geben wir dir noch einige Tipps mit, die dir hoffentlich dabei helfen, die Symptome der Schuppenflechte bei deinem Baby zu lindern.

Emotionaler Druck: Körperliche Belastung für Kinder und psychische Belastung für Eltern

Jedem dürfte klar sein, dass Kinder das Wichtigste im Leben für ihre Eltern sind. Schon bei einem kleinen Schnupfen leiden wir mit und wünschen uns, dass man lieber selbst erkrankt wäre, anstatt dass es das eigene Kind trifft.

Dies ist insbesondere bei einer Erkrankung wie Schuppenflechte der Fall. Im Vergleich zu einer Erkältung ist der Verlauf von Psoriasis bei einem Baby schließlich viel weitreichender und langwieriger.

Psoriasis bei Babys und Kindern ähneln vielen anderen Hautkrankheiten, wie beispielsweise der Neurodermitis. Zunächst wissen Mütter und Väter häufig gar nicht, dass es sich möglicherweise um Schuppenflechte handelt. Selbst Ärzte können die Symptome bei Kindern nicht immer richtig deuten.

Der körperliche Schmerz in Form von schuppiger, verhornter Haut und starkem Juckreiz lastet auf den Kindern. Der psychische Druck wiegt bei den Eltern hingegen meist noch schwerer. Sie sehen das Leiden der kleinen Kinder, können aber gefühlt nicht viel dagegen tun.

Psoriasis bei Babys: Ursachen und Symptome

Ein Blick auf die Zahlen lässt erkennen, dass Schuppenflechte bei Babys nicht sehr häufig auftritt. Denn bei rund 70 Prozent der Menschen tritt Psoriasis erstmalig im Erwachsenenalter auf. Bei rund 30 Prozent im Kindes- und Jugendalter (sogenannte juvenile Psoriasis). Vor dem zweiten Lebensjahr hingegen tritt Schuppenflechte bei nur zwei Prozent der Betroffenen auf.

Ursachen

Leidet ein Baby an Schuppenflechte, so lässt sich diese in den allermeisten Fällen auf eine genetische Veranlagung zurückführen. Das allein reicht jedoch in der Regel nicht aus, um die Krankheit ausbrechen zu lassen. Die Schuppenflechte braucht hierzu einen Auslöser. Diese auslösenden Faktoren werden Trigger genannt.

Zu den möglichen auslösenden Faktoren gehören beispielsweise:

  • Medikamente,
  • Allergien,
  • Infektionen,
  • Hautreizungen und
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Symptome

Grundsätzlich unterschieden sich die Symptome einer Schuppenflechte bei einem Baby kaum von denen bei erwachsenen Menschen. Sie verlaufen jedoch eher schleichend und sind daher nicht so leicht zu deuten.

Ebenso wie bei Erwachsenen liegt auch bei Babys und Kindern eine übermäßige Produktion von Hautschuppen vor. Dieser verkürzte Zyklus der Hauterneuerung zeigt sich charakteristisch in Form von stark geröteten Stellen auf der Hautoberfläche sowie durch Ansammlung von abgestorbenen Hautzellen. Die Folge ist ein starker Juckreiz, der besonders in jungen Jahren oft unerträglich scheint.

Das Auftreten von den silbernen Schuppen (auch Plaques genannt) kann dabei mit der Zeit schrittweise zunehmen. Genau dieser schleichende Prozess bei Kindern macht das Erkennen für die Mütter und Väter sowie die Diagnose durch den Arzt so schwierig.

Häufig treten erste Erscheinungen im Windelbereich auf. Diese sogenannte Windelpsoriasis zeigt sich häufig um den dritten Lebensmonat und betrifft sowohl den Windelbereich als auch die angrenzenden Körperstellen. Die Hautreizung durch das Tragen von Windeln sowie den Kontakt zu Urin und Stuhl können die Schuppenflechte zusätzlich fördern.

Eltern müssen unbedingt darauf achten, dass sich das Kind nicht im Windelbereich kratzt. Denn die Hautreizungen lösen einen starken Juckreiz aus, der für die Babys sehr unangenehm ist. Hinzu kommt, dass die Kleinen sich in diesem Alter noch nicht mitteilen können und daher die hohe Achtsamkeit in dieser Hinsicht seitens der Mütter und Väter brauchen.

Beim Erkennen von möglichen Symptomen ist jedoch Vorsicht geboten: Insbesondere bei Babys und Kindern gibt eine Reihe von Krankheiten, die in ihren Symptomen der Schuppenflechte ähneln. Hierzu zählt beispielsweise Neurodermitis oder auch die sogenannte Windeldermatitis. Eine sichere Diagnose kann hierbei nur ein Arzt erstellen.

Psoriasis bei Babys: Möglichkeiten der Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Babys mit Schuppenflechte stellt kein leichtes Unterfangen dar. Die meisten Medikamente sind gar nicht für Babys oder Kinder zugelassen, da die körperliche Entwicklung noch anhält. Medikamente jedoch nehmen oft Einfluss auf den Stoffwechsel oder andere körperliche Bereiche. Dies gilt es zu vermeiden.

Ärzte empfehlen daher immer, die Behandlung auf Basis von weitgehend natürlichen Cremes zu beginnen. Dabei muss diese Creme in erster Linie ausreichend Feuchtigkeit spenden und im Rahmen der Therapie mehrmals täglich aufgetragen werden.

Kortisonhaltige Präparate sollten nur im äußersten Notfall benutzt werden. Auch dürfen Eltern bei der Behandlung keinesfalls in Eigenregie handeln. Denn es ist unabdingbar, einen spezialisierten Hautarzt aufzusuchen, um gemeinsam eine geeignete Therapie für das Baby festzulegen.

Ein Dermatologe ist also die erste und richtige Wahl, wenn Mütter und Väter Symptome einer Schuppenflechte bei ihrem Kind feststellen.

Tipps für Eltern: Symptome der Schuppenflechte bei Babys und Kindern lindern

Eltern von betroffenen Babys und Kindern leiden innerlich mit ihren Kindern. Zudem quälen sie sich auch häufig mit der Frage, ob eine Therapiemaßnahme oder eine Creme dem Kind wirklich Linderung verschafft.

Eine Behandlung der Schuppenflechte muss immer über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Eine Linderung der Schmerzen und des Juckreizes kann je nach Form und Ausprägung der Hauterkrankung relativ schnell eintreten, in anderen Fällen kann dies aber einige Tage dauern.

Folglich haben wir daher einige Tipps gesammelt, wie du als Mama oder Papa deinem kleinen Liebling etwas Erleichterung verschaffen kannst:

  • Ablenkung: Versuche das Baby in den Wachphasen möglichst vom Juckreiz abzulenken. Spielzeug, Gesang, Gespräche oder auch eine Massage sind dabei nur einige der zahlreichen Möglichkeiten.
  • Kühlung: Die meisten Betroffenen empfinden es als angenehm, wenn die entzündeten Stellen beispielsweise mit einer (nicht zu) kalten Gel-Kompresse gekühlt werden.
  • Lockere Kleidung: Reibung durch Stoff kann die entzündeten Stellen verschlimmern oder sogar zu neuen Hautirritationen und Entzündungen führen. Achte daher auf lockere und atmungsaktive Kleidung bei deinem Baby.
  • Kurze Nägel: Durch Kratzen können Schmutz und Bakterien in die entzündete Haut gelangen. Versuche daher, die Nägel deines Kindes möglichst kurz zu halten. Für die Schlafphasen bietet es sich sogar an, dem Baby dünne Baumwollhandschuhe anzuziehen.
  • Homöopathie: Viele Eltern von betroffenen Kindern setzen bei der Linderung des Juckreizes auf die alternative Medizinform der Homöopathie. Ein erfahrener Heilpraktiker oder Homöopath kann dir hierbei sicherlich eine Empfehlung aussprechen.

Vorsicht: Verwechslungsgefahr! Psoriasis bei Babys

Fragen rund um die Gesundheit und insbesondere das Thema Krankheiten bei einem Kind sind für Mütter und Väter immer mit Sorge und emotionalem Druck verbunden. Bei einer Hauterkrankung wie Schuppenflechte oder Neurodermitis ist dies nicht anders. Wichtig ist, dass Eltern sich in diesem Fall ausgiebig informieren, auf Symptome und Hautveränderungen achten und einen Hautarzt ihres Vertrauens einbeziehen.

Bei Verdacht auf Schuppenflechte sollten Mütter und Väter besonders auf das Verhalten ihrer Babys und insbesondere auf gerötete Stellen im Windelbereich achten. Kratzt sich das Kind zudem häufig an den geröteten und entzündeten Hautstellen, dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Nur er kann mit Sicherheit feststellen, ob es sich um Psoriasis handelt.

Die Verwechslungsgefahr bei Hauterkrankungen bei Kindern ist hoch. So kann es sich beispielsweise auch um eine Windeldermatitis handeln, welche bei Kleinkindern vergleichsweise häufig vorkommt.

Und auch wenn Schuppenflechte bei Babys nur sehr selten auftritt, sollten dennoch auch die kleinsten Anzeichen ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.

FAQ zu Schuppenflechte bei Babys

Was hilft bei Schuppenflechte bei Babys?

Leiden Babys und Kleinkinder unter Schuppenflechte, verschreibt der Hautarzt im ersten Schritt eine feuchtigkeitsspendende und entzündungshemmende Creme. Die meisten Medikamente, die bei Erwachsenen im Rahmen einer Therapie zum Einsatz kommen, sind wissenschaftlich in Hinsicht auf Kinder nicht ausreichend erforscht und belegt. Bei schweren Ausprägungen und Verläufen kommen auch Präparate auf Basis von Kortison zur Anwendung. Dies geschieht jedoch ausschließlich auf Verordnung des Arztes. Lockere und atmungsaktive Kleidung, kurz geschnittene Nägel sowie Kühlung der entzündeten Stellen und homöopathische Mittel können ebenfalls Erleichterung verschaffen.

Wie erkenne ich Schuppenflechte beim Baby?

Durch eine übermäßige Produktion von Hautschuppen kommt es an den betroffenen Stellen bei Schuppenflechte zu Verhornungen und Ansammlungen von abgestorbenen Hautschuppen. Bei Babys zeigt sich die Psoriasis wie auch bei Erwachsenen in Form von stark geröteten Hautstellen, silbernen Schuppen (Plaques) sowie starkem Juckreiz. Bei Kleinkindern, insbesondere aber auch bei Babys sind häufig der Windelbereich und die angrenzenden Körperstellen betroffen.

Was sind die Ursachen für Schuppenflechte bei Babys?

Die Ursachen für Psoriasis sind bei Babys grundsätzlich die gleichen wie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Grundsätzlich liegt eine genetische Veranlagung für Schuppenflechte vor. Kommen zudem noch auslösende Faktoren hinzu, kann die Schuppenflechte ausbrechen. Zu den sogenannten Triggern (auslösende Faktoren) zählen neben diversen Medikamenten auch Allergien, Infektionen und Hautreizungen.

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Quellen:

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