Vielleicht kennst du das? Du cremst, probierst eine Therapie nach der anderen, aber irgendwie geht nichts nach vorne? Deine Psoriasis wird sogar schlechter oder erholt sich nur kurz während der Therapie? Dann trifft vielleicht einer der folgenden sechs Punkte auf dich zu, warum die Therapie nicht anschlägt.

Therapie ist bei Psoriasis das A und O

Hilfe und Therapie bei Psoriasis sind zwei sehr wichtige Stichworte, die allerdings bei manchem Betroffenen tiefe Sorgenfalten an den Tag legen. Die meisten haben eine lange Liste an Therapien bereits ausprobiert und fast genauso viele nach einer gewissen Zeit wieder abgebrochen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Manche Arten sind mit erheblichen Kosten verbunden, andere sind zu zeitintensiv oder bringen einfach zu viele Nebenwirkungen mit sich. Die Liste ließe sich an dieser Stelle noch beliebig erweitern. Einer der Hauptgründe, eine Therapie zu beenden, ist sicherlich, dass diese schlicht und einfach nicht richtig wirkt. Daher haben wir sechs Gründe notiert, was mögliche Ursachen hierfür sind.

Nur kurzzeitige Linderung

Einige Medikamente wirken zwar sehr gut, haben aber nur eine kurzfristige Wirkung auf die Haut. Solltest du zum Beispiel Kortison nutzen, hilft das im Akut-Fall sehr gut, sollte aber nicht als Dauer-Lösung verwendet werden. Das Problem ist, dass die Wirkung sofort nach dem Absetzen des Wirkstoffs abnimmt. Besprich also am besten mit deinem Arzt, wie du solche Medikamente effektiv in deinen Therapieplan einbauen kannst.

Fehlende Konsequenz und häufigere Anwendung

Andere Medikamente hingegen müssen mehrmals täglich angewendet werden. Gerade Lotionen, Salben und Cremes sind hier zeitaufwendig auf der Haut aufzubringen. Lässt du die Anwendung etwas schleifen, wird sich zum einen die weitere Motivation für die Therapie nicht erhöhen und zum anderen nicht die gewünschte Wirkung einstellen. Auch UV-Bestrahlungen und die Licht-Bade-Therapie sind sehr zeitaufwendig, helfen aber nur bei entsprechend häufiger Nutzung.

Du verwendest die Medikamente nicht wie angegeben

Wichtig ist zudem, dass du die Medikamente wie empfohlen nutzt. So müssen z.B. einige Shampoos jeden Tag aufgetragen werden und entsprechend einwirken. Auch bei Kortison verhält es sich ähnlich. Du solltest den Wirkstoff nur für kurze Zeit am Stück verwenden. Wenn du das nicht tust, riskierst du, dass deine Haut nicht mehr darauf reagiert. Ganz abgesehen von den möglichen Nebenwirkungen. Was uns auch gleich zum nächsten Punkt bringt.

Die Therapie verliert mit der Zeit ihre Wirkung

Nichts ist enttäuschender, als eine Therapie, die nach und nach ihre Wirkung verliert. Du denkst am Anfang, dass du eine gute und hilfreiche Möglichkeit gefunden hast, um deine Hautkrankheit in den Griff zu bekommen. Was ja auch der Fall ist. Die Lebensqualität steigt mit der abnehmenden Zahl an Psoriasis-Plaques. Gerade dann ist es besonders schwierig, die Therapie abzusetzen und neue Wege zu gehen, wenn sich die Haut wieder verschlechtert. Dies wird unter anderem auch bei der Anwendung von Biologicals beschrieben. Medikamente, die am Anfang hervorragend wirken, verlieren nach und nach ihre Schlagkraft. Zwar ist dies nicht bei jedem Betroffenen der Fall, es ist allerdings auch nicht die Ausnahme. Bisher ist sich die Forschung hierzu unschlüssig, woran das liegen könnte.

Begleiterscheinungen wiegen Therapie auf

Viele Therapien haben nur Erfolg, wenn du auch dein Leben einigermaßen danach ausrichtest. Solltest du die Auslöser von Psoriasis, wie zum Beispiel viel Alkohol oder Stress, nicht beachten, wird es deine Haut schwer haben, sich zu regenerieren. Auch die Ernährung und ein gesunder Darm spielen eine wichtige Rolle, wenn es um die Linderung der Hauterscheinungen geht. Nicht zuletzt ist auch dein Umfeld entscheidend, wie du mit der Krankheit umgehst. Gerade introvertierte Patienten leiden stark an Psoriasis, was letztendlich zu einem Teufelskreis führt, aus dem es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Somit ist es wichtig, das Umfeld in die Krankheit einzuweisen, um den psychischen Druck hier etwas zu lindern.

Du behandelst das falsche Ziel

Die meisten Behandlungen bei Psoriasis verfolgen eines der beiden Ziele: Entweder sie verlangsamen die Erneuerung der Haut oder unterdrücken einen Teil des Immunsystems und bringen dieses auf ein „normales“ Level. Im Großen und Ganzen gibt es vier Bereiche des Immunsystems, welche Biologicals und andere systemische Therapien beeinflussen: TNF-alpha, interleukin-12, interleukin-17A und interleukin-23. Diese Teile des Immunsystems dienen deinem Körper als Abwehrschild. Im Falle von Psoriasis liegt hier aber ein Fehlverhalten vor, weshalb es zu einer Entzündungsreaktion kommt. Leidest du jetzt beispielsweise an einer Überfunktion des interleukin-17A und nutzt TNF-alpha-Blocker, wird die Therapie kaum Aussicht auf Erfolg haben. Zwar gibt es in dieser Richtung bereits einige Forschungsvorhaben, jedoch beruht die Auswahl des richtigen Medikaments derzeit immer noch auf Versuch und Irrtum bzw. dem systematischen Ausprobieren verschiedener Optionen.

Unser Fazit

Es ist nicht einfach, die richtige Therapie zu finden. Wie am Ende beschrieben, ist es oft ein langer Weg, bis du die für dich passende Möglichkeit gefunden hast. Es führt kein Weg daran vorbei, auch mit einer Therapieart keinen Erfolg zu haben. Wichtig ist, dass du konsequent und nach den Anweisungen deines Arztes vorgehst. Einige Behandlungsmethoden sind zudem langatmig und zeitintensiv. Mach dir also vorher Gedanken, wie du diese in deinen Alltag integrieren kannst. Behalte auch im Auge, dass es Medikamente, wie beispielsweise Kortison gibt, welche du nur kurzzeitig verwenden solltest. Nach dem Absetzen ist die Gefahr sehr groß, dass sich deine Haut schnell auf das vorherige Niveau zurück entwickelt. Und sei dir immer bewusst: Was dir heute hilft, kann morgen vielleicht schon keinen Effekt mehr auf deine Haut bzw. deine Gesundheit haben. Behalte letztendlich immer das große Ganze im Blick. Die Therapie deiner Haut sollte nur ein Puzzleteil sein. Du kannst zum Beispiel an deiner Ernährung feilen, die verschiedenen Auslöser und hier insbesondere Stress vermeiden oder mehr Sport treiben. Eine gelungene Therapie fängt hier schon im Kopf an.
Wie sieht es bei dir aus? Welche Erfahrungen hast du bereits gemacht? Treffen die sechs genannten Punkte auch auf dich zu? Erzähl uns von dir…

Bernd

Bernd ist einer der beiden Gründer von Farbenhaut. Er leidet seit über 20 Jahren an Psoriasis, sieht die chronischen Hauterkrankung aber mit mehr Gelassenheit als noch vor ein paar Jahren (was ein hartes Stück Arbeit war). Nichtsdestotrotz ist es ihm ein großes Anliegen, Psoriasis einfacher und sozial akzeptierter zu machen.