Menschen, die an Neurodermitis leiden, neigen zu extrem trockener Haut. Dabei tritt die Erkrankung nicht nur im Kindesalter, sondern auch im Erwachsenenalter auf. Leider kann die Erkrankung auch im Gesicht auftreten. Vor allem Neurodermitis am Auge kann sehr schmerzhaft sein, da jedes Zwinkern äußerst unangenehm ist. Zudem sind die Augenlider nicht selten geschwollen und gerötet. Zu allem Übel kommt auch noch ein starker Juckreiz hinzu. Doch nicht nur das, auch der psychische Druck ist bei Neurodermitis am Auge oder im Gesicht besonders hoch.

Wie entsteht eine Neurodermitis am Auge?

Neurodermitiker leiden grundsätzlich an sehr trockener Haut. Kosmetik wie etwa Eyeliner, Lidschatten oder auch Wimperntusche und verschiedene Abschminkprodukte können typische Trigger für das Ekzem am Auge sein. Gleiches gilt übrigens auch für Reinigungsprodukte von Kontaktlinsen oder Augentropfen. Aus diesem Grund sind Menschen, die eine Sehhilfe benötigen, auch häufiger an einer Augen Neurodermitis betroffen. Denn nicht nur die Reinigungsprodukte, sondern auch die Brille oder die Kontaktlinsen reizen das Auge bzw. die Haut um die Augen.

Weiterhin können auch Umweltreize Ekzeme am den Augen hervorrufen. Wie Mediziner vermuten, handelt es sich jedoch um eine genetische Veranlagung, wenn Neurodermitis ausbricht. Hier konnte beobachtet werden, dass rund 40 % der Kinder an Neurodermitis litten, wenn auch die Eltern diese Krankheit hatten. Zusätzlich kann der Ausbruch auch an einem gestörten Immunsystem liegen.

Im Grunde können viele Faktoren eine Neurodermitis am Auge auslösen. Dies könnten beispielsweise folgende Ursachen sein:

  • Stress,
  • Einschneidendes Erlebnis wie der Tod eines geliebten Menschen,
  • Schwitzen,
  • Allergische Reaktion auf Lebensmittel, Tierhaare oder auch Milben und Schimmelpilze,
  • Reizstoffe in der Umwelt,
  • Starke Temperaturschwankungen und ungünstiges Klima,
  • Kosmetik oder Reinigungsmittel, die die Haut reizen,
  • Alkohol und Zigaretten sowie Zigarettenrauch,
  • Extreme Hygiene im Alltag und/oder
  • Hormonelle Umstellung wie in der Pubertät, der Schwangerschaft oder den Wechseljahren.

Der Leidensdruck bei Augen Neurodermitis ist besonders groß, da die Ekzeme mit Schmerzen und starkem Juckreiz verbunden sind. Insbesondere in der Nacht, wenn der Betroffene im Schlaf kratzt, kann dies Folgen haben. Die Haut wird wund und das Infektionsrisiko erhöht sich drastisch. Doch auch die Rötungen und Schwellungen sind nicht angenehm. Hinzu kommen leider immer wieder kleine Bläschen, die nässen und dann verkrusten. Da diese Ekzeme am Auge sofort sichtbar sind, schämen sich viele Neurodermitiker und leiden nicht selten auch an Depressionen. Sie meiden soziale Kontakte und ziehen sich vollkommen zurück.

Typische Symptome bei Augen Neurodermitis

Neurodermitis tritt meist bei älteren Kindern und Erwachsenen auf. Die Ursache können hier Kosmetik oder Medikamente für die Augen sein. Möglich ist auch, dass der Ausbruch des atopischen Ekzems durch Nagellack oder Seife, also einem Element, welches an den Händen ist, erfolgen kann. Sogar durch Parfum kann Augen Neurodermitis ausbrechen.

Oftmals kommt beim Augenlid Ekzem noch eine Bindehautentzündung hinzu. Da die Haut an den Augen sehr dünn und sensibel ist, kann sich schnell eine Entzündung bilden. Durch das Reiben der Augen erhoffen sich die Betroffenen Linderung. Leider führt dies nur dazu, dass das Augen Ekzem schlimmer wird. Die Augen schwellen komplett zu und können nur noch mit großen Schmerzen geöffnet werden.

Die typischen Symptome für Augen Neurodermitis sind:

  • Sehr starker und quälender Juckreiz am Auge,
  • Schuppige Augenlider,
  • Rötungen rund um die Augen,
  • Sehr trockene und dunkle Haut um die Augen,
  • Geschwollene Augen,
  • Risse in der Haut rund um die Augen, die schmerzhaft sind, und/oder
  • Nässende und verkrustete Bläschen rund um das Auge.

Dabei bleibt es aber meist nicht bei den äußerlichen Symptomen. Auch die Psyche leidet bei Neurodermitis am Auge oder im Gesicht. Zum Schamgefühl kommt oftmals auch ein vermindertes Selbstwertgefühl. Weiterhin haben die Betroffenen oft mit Depressionen, Beziehungsproblemen oder psychischem Stress zu kämpfen. Hinzu kommen Mobbing, was dann dazu führt, dass sich Patienten isolieren. Von Schlafproblemen gar nicht zu sprechen. Auch diese psychischen Probleme können Ursache für einen Ausbruch des Augenlid Ekzems sein. Wie schon lange bekannt ist, kann Stress Neurodermitis Schübe auslösen.

Vorsicht vor Bindehautentzündungen

Wer an Augen Neurodermitis leidet, hat oftmals noch ein weiteres Problem. Die Bindehautentzündung. Bei rund 40 % der Neurodermitiker kommt es zu einer atopischen Keratokonjunktivitis, auch AKK genannt. Diese schwere Form der Bindehautentzündung kann sogar noch weitreichendere Folgen haben. Unbehandelt kann sie auf Dauer bedrohlich für das Sehvermögen sein. Bei sehr schweren Verläufen kann es zu Geschwüren wie auch eingewachsenen Blutgefäßen kommen. Dies führt dann zur Trübung der Hornhaut und zur Erblindung. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die Bindehautentzündung zu behandeln, um die Spätfolgen auszuschließen.

Welche Behandlung gibt es bei Augen Neurodermitis?

Neurodermitis lässt sich nicht heilen. Allerdings können die Symptome eingedämmt werden, wenn die Pflege regelmäßig und konsequent durchgeführt wird. Mitunter kann es zu sehr langen symptomfreien Phasen kommen, wenn die Behandlung der Neurodermitis am Auge regelmäßig erfolgt.

Behandlung in der akuten Phase

Da die Haut in diesem Bereich sehr dünn ist, muss natürlich auf besonders schonende Cremes und Pflegeprodukte geachtet werden. Liegt ein akuter Schub vor, wirst du um eine kortisonhaltige Creme nicht herumkommen. Sie ist leider die einzige wirkungsvolle Maßnahme gegen die Entzündungen. Doch Vorsicht! Lasse dir vom Arzt eine entsprechende Creme verschreiben. Die frei verkäuflichen Salben mit Kortison eigenen sich in der Regel nicht für die Augen. Das Gegenteil ist der Fall. Sie können das Augenlid Ekzem verstärken oder auch die Haut schädigen.

Weiterhin solltest du in der akuten Phase auf Kosmetik unbedingt verzichten. Auch wenn es nicht schön aussieht und du dich schämst. Kosmetik kann die Haut nur noch mehr reizen und so dazu beitragen, dass die Phase sich noch länger hinzieht. Zudem verzichte auch auf alle Produkte, die Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten. Auch wenn es spezielle Kosmetik für Neurodermitiker in Apotheken gibt, solltest du in dieser Phase gänzlich darauf verzichten.

Natürlich ist ein gesunder Lebensstil bei Neurodermitis ebenso wichtig, wie die Pflege. Dies gilt aber nicht nur für die akute Phase. Auch in der schubfreien Zeit, solltest du auf Zucker, Alkohol sowie auf alles, was zu viel Säure hält verzichten.

TIPP: Wenn du die Creme im Kühlschrank aufbewahrst, wird die Haut angenehm gekühlt und der Juckreiz wird deutlich reduziert!

Basispflege in der schubfreien Neurodermitis Phase

Hast du den Schub überstanden, gilt es, die Haut auch dann richtig und regelmäßig zu pflegen. Jeden Morgen sollte das Gesicht und die Haut rund um das Auge mit lauwarmem Wasser abgespült werden. Nutze keine Seife, rubbele nicht an der Haut und tupfe sie im Anschluss nur trocken.

Nach der Reinigung trägst du eine feuchtigkeitsspendende Creme auf, die rückfettend wirkt. Dies könnte beispielsweise das XeraCalm A.D Konzentrat sein. Es ist für die empfindliche Zone rund um die Augen sehr gut geeignet und beruhigt die gereizte Haut. Wie du sicher weißt, wird die Partie rund um das Auge nicht wirklich gecremt. Du tupfst bzw. klopfst die Creme leicht in die Haut ein.

Auch Augencremes mit Harnstoff, Glycerin, Ceramiden, D-Panthenol oder Phosphatidylcholin eignen sich. Selbstverständlich sollten die Cremes keine Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten, damit die Haut nicht noch mehr gereizt wird. Um zu testen, ob du die Creme gut verträgst, trage sie am besten auf die Innenseite der Armbeuge auf und beobachte die Stelle. Treten keine Rötungen, Juckreiz oder Pusteln in den nächsten Tagen auf, kannst du sie in der Regel bedenkenlos im Gesicht verwenden.

Bist du mit dem Produkt zufrieden, solltest du dein Gesicht morgens und abends regelmäßig und konsequent reinigen und eincremen. Bei Bedarf kannst du die Creme auch zwischendrin noch auftragen. Bitte verzichte jedoch auf pure Vaseline oder Melkfett – sie fetten die Haut zwar im ersten Moment, trocken sie auf Dauer jedoch aus. Besser eignen sich hier Öle wie Arganöl, Mandel- oder Jojobaöl. Auch Hanfsamenöl kann die Haut rund um die Augen mit wichtigen Nährstoffen versorgen.

Schminken bei Neurodermitis am Auge

Leidest auch du an Neurodermitis am Auge, musst du besonders vorsichtig mit der Schminke sein. Natürlich möchte man die Ekzeme so gut es geht verbergen, da es einfach unschön ausschaut. Das Selbstwertgefühl leidet enorm und je länger die Krankheit anhält, desto mehr ziehen sich die Betroffenen zurück. Doch auch bei Augen Neurodermitis musst du nicht auf Schminke verzichten.

Leider ist es nur in den schubfreien Phasen empfehlenswert, Kosmetik zu nutzen. Bei akuten Schüben, die mit nässenden Ekzemen einhergehen, solltest du wirklich auf Schminke verzichten – auch wenn es dir schwerfällt.

In der schubfreien Phase hingegen kannst du dich problemlos schminken. Hier solltest du aber zwingend auf entsprechende Produkte für Neurodermitiker achten. Das Make-up sollte nicht nur sehr hautverträglich, sondern auch ohne Allergene sein. Gleiches gilt auch für korrigierende Make-up Fluids. Auch bei Lidschatten oder Mascara und Rouge ist die richtige Auswahl der Produkte wichtig. Mittlerweile gibt es verschiedene Hersteller, die spezielle Kosmetik für Neurodermitiker entwickelt haben. Auf diese kannst du in der Regel vertrauen.

Allerdings ist es besser, sie vorher in der Armbeuge zu testen und ein paar Tage abzuwarten. Treten keine Rötungen, Pusteln oder Reaktionen im Allgemeinen auf, kannst du das Make-up problemlos nutzen – aber eben nur in der Zeit, in der du keine Ekzeme im Gesicht hast.

Hausmittel bei Augen Neurodermitis

Tee ist schon seit vielen Jahren ein hilfreiches Mittel bei verschiedenen Erkrankungen. Kamillentee wie auch Schwarzer Tee ist insbesondere bei Augenerkrankungen sehr bekannt und beliebt. Dies gilt auch bei Neurodermitis am Auge. Tee ist jedoch keine alleinige Neurodermitis Behandlung in akuten Phasen. Hier sind entsprechende Cremes hilfreicher. Tee kann jedoch die Heilung unterstützen.

Bei Schüben kann ein mit Schwarzem Tee getränktes Baumwolltuch auf die Augen gelegt werden. Dies solltest du für 10 bis 15 Minuten einwirken lassen. Im Anschluss spülst du den Bereich mit lauwarmem Wasser ab und cremst die Haut rund um die Augen gut ein. Insbesondere bei nässenden Ekzemen hat sich der Schwarze Tee sehr bewährt.

Bewahrst du den Tee im Kühlschrank auf, hat das kühle und feuchte Baumwolltuch noch einen juckreizstillenden Effekt. Zudem beruhigt Tee die Haut rund um die Augen und wirkt entzündungshemmend.

Auch Milchprodukte können dir bei der Behandlung der Augen Neurodermitis helfen. Joghurt und Quark spenden Feuchtigkeit. Außerdem enthalten sie wertvolle Fett, die die Haut zum einen beruhigen und zum andern pflegen. Die Milchprodukte sollten jedoch nur in der schubfreien Zeit verwendet werden. Hierzu tupfst du Joghurt oder Quark auf die Haut und lässt es leicht antrocknen. Im Anschluss wird es mit lauwarmem Wasser wieder abgespült.

Gleiches gilt für verschiedene Öle. Während einige auf Kokosöl schwören, sollte dies jedoch mit Vorsicht genutzt werden. Kokosöl gibt der Haut zwar viele Nährstoffe und Fette ab, hat aber den Nachteil, dass es auf Dauer austrocknend wirkt. Hier würde sich ein Jojoba-, Avocado-, Hanfsamen-, Nachtkerzen- oder Arganöl besser anbieten. Diese trockenen auf lange Sicht gesehen die Haut nicht aus. Die Öle solltest du nur bei trockener Haut und nicht bei akuten Schüben verwenden.

FAQ:

Darf ich Kochsalzumschläge bei einer Neurodermitis am Auge machen?

Auf keinen Fall solltest du Kochsalzumschläge bei Augen Neurodermitis machen. Kochsalzumschläge sind bei Neurodermitis ein sehr beliebtes Hilfsmittel. Doch bitte nutze diese Umschläge nicht am Auge. Die Gefahr, dass die Salzlösung ins Auge gerät, ist zu groß. Durch die Reizung, die dann entsteht, könnte der Schub nur noch verschlimmert werden. Also bitte verwende keine Kochsalzumschläge am Auge!

Wie merke ich, dass ich eine Bindehautentzündung habe?

Eine Bindehautentzündung geht mit tränenden, juckenden und geröteten Augen einher. Auch die Lider können geschwollen sein. Zudem fühlt es sich immer an, wie wenn du einen Fremdkörper im Auge hast. Doch auch Schuppungen, Hautrisse oder Falten am unteren Augenlid können möglich sein. Zudem kommt es häufig zu Verdickungen der Lidkante. Solltest du dies bemerken, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, um die Bindehautentzündung so schnell wie möglich zu behandeln.

Wie kann ich Neurodermitis Schübe verhindern?

Mit einer regelmäßigen und konstanten Pflege der Haut rund um die Augen hast du die Möglichkeit, die Schübe hinauszuzögern. Dabei ist es besonders wichtig, die richtige Kosmetik zu nutzen. Eine spezielle Kosmetik für Neurodermitiker ist hier unumgänglich, wenn du keine Schübe der Augen Neurodermitis riskieren möchtest. Natürlich kannst du auf Dauer gesehen die Schübe bei Neurodermitis nicht vermeiden. Nutzt du aber die speziellen Neurodermitiker Produkte, kannst du die schubfeien Phasen verlängern.

 

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