Neurodermitis kann an vielen verschiedenen Stellen am Körper auftreten. Leider auch im Gesicht. Dies ist für die Betroffenen oft besonders belastend und die Lebensqualität leidet deutlich darunter. Zudem können Depressionen als Begleiterscheinung auftreten. Auch das Meiden sozialer Kontakte kommt hinzu. Um symptomfreie Phasen zu verlängern, ist die richtige Hautpflege besonders wichtig. Alle wichtigen Informationen dazu haben wir in diesem Beitrag für dich zusammengefasst. 

Weshalb tritt Neurodermitis im Gesicht auf?

Insbesondere das Gesicht ist vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Im Gegensatz zu den restlichen Körperstellen, die durch Kleidung bedeckt sind, ist das Gesicht täglich Wind, Regen, Kälte wie auch Sonne und anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Zudem kommen noch Reinigungsprodukte, Make-up, Schweiß oder auch Einflüsse wie Stress, falsche Ernährung oder Unausgeglichenheit hinzu. Es heißt immer, die Haut ist der Spiegel der Seele. Daher zeigt sich auch häufig im Gesicht, wenn mit unserer Seele etwas nicht stimmt.

Die oben genannten Faktoren können dazu führen, dass der Säureschutzmantel der Haut aus dem Gleichgewicht gerät. Wer an Neurodermitis leidet, ist diesem Problem besonders häufig ausgesetzt, da bei der Erkrankung zu wenig Lipide produziert werden. Doch diese halten in Kombination mit Talg, Hornzellen und Feuchtigkeit die Haut geschmeidig und elastisch. Zudem wehrt diese Kombination auch die Umwelteinflüsse ab. Bei einem nicht intakten Säureschutzmantel kann es dann zu Problemen kommen. Denn nur, wenn diese Hautschutzbarriere im Gleichgewicht ist, kann die Haut im Gesicht mit all diesen Problemen klarkommen.

Welche Faktoren begünstigen Gesichts Neurodermitis?

Immer mehr Menschen leiden an Neurodermitis. In der Regel tritt die Krankheit selten im Gesicht auf. Ist dies doch der Fall, sind meist äußere Einflüsse die Faktoren, die eine Neurodermitis im Gesicht verursachen. Diese Faktoren könnten unterschiedlicher nicht sein und die Liste ist sehr lang. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, welche Materialien die Kleidung haben, welche Reinigungsprodukte genutzt- und auch welche Lebensmittel verzehrt werden. Denn gerade die Ernährung bei Neurodermitis hat einem maßgeblichen Einfluss auf die Krankheit.

Auslöser für eine Gesichts Neurodermitis können beispielsweise folgende Faktoren sein:

  • Kälte und Hitze,
  • Heizungsluft im Winter,
  • UV-Strahlung im Sommer,
  • Starke Temperaturschwankungen,
  • Schweiß,
  • Kosmetik, die die Gesichtshaut reizt,
  • Wolle oder Materialien, die kratzen und die Haut somit reizen,
  • Lebensmittel,
  • Stress, Depressionen, Anstrengung oder einschneidende Lebensereignisse oder
  • Umwelteinflüsse.

Wie du siehst, können sehr viele Faktoren der Auslöser einer Neurodermitis im Gesicht sein. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, ein Symptomtagebuch zu führen. So kannst du schnell feststellen, wo das Problem liegt und welcher Faktor eine Gesichts Neurodermitis begünstigen kann.

Weiterhin ist Stress ein besonders auffälliger Neurodermitis Trigger. Betrifft das atopische Ekzem Gesicht oder Hals, kommst du in Stress, da deine Hauterkrankung sofort gesehen werden kann. Dieser Stress kann dann die Erkrankung noch verstärken. Es ist also ein Teufelskreis, in dem du vor allem lernen musst, das anzunehmen, was ist. Nur so kannst du dich vor akuten Schüben ein wenig schützen.

Neurodermitis Sonderformen – Kopf, Hals und Nacken

Tritt an Kopf, Hals und Nacken Neurodermitis auf, handelt es sich um Sonderformen. Sie zeigt sich häufig bei Kindern, da gerade in diesem Bereich die Haut häufiger Reibung ausgesetzt ist. Doch auch Erwachsene leiden an dieser Head and Neck Dermatitis. Meist tritt diese Form durch Kontaktallergien auf. Das Tragen von Halsketten kann diese Sonderform der Neurodermitis auslösen. Dabei kommt es leider zu einer schnellen Ausbildung von Ekzemen. Doch auch Kleidung oder Knöpfe können die für die Neurodermitis Sonderform verantwortlich sein.

Mit einer entzündungshemmenden Salbe kann die Kopf-Hals-Neurodermitis jedoch sehr gut behandelt werden. Zudem ist auf die tägliche Pflege, auch wenn du gerade symptomfrei bist, zu achten.

Auch die Neurodermitis am Kopf ist eine Sonderform der Krankheit. Leider geht diese Art der Neurodermitis nicht nur mit Juckreiz und Brennen einher, sondern es kann auch zu partiellem Haarausfall kommen. Hinzu kommen Schmerzen beim Haarewaschen und Kämmen sowie eine starke Schuppenbildung. Hier ist auf eine besondere Pflege zu achten, damit die Haut nicht noch mehr gereizt wird.

Spezielle Neurodermitis Shampoos, die die Haut mit wichtigen Nährstoffen und Fettsäuren versorgen, sind von großer Bedeutung. Auch die Styling Produkte sollten sehr sorgfältig ausgewählt werden. Als große Hilfe haben sich Nachtkerzenöl oder Hanföl bewährt. Es kann über Nacht auf die Kopfhaut aufgetragen und am Morgen mit einem milden Shampoo mit Urea wieder ausgewaschen werden. Der Harnstoff sorgt nicht nur dafür, dass die Haut gepflegt wird, sondern lindert auch gleichzeitig den Juckreiz. Zudem wirkt Harnstoff antibakteriell und fördert die Abschuppung der Hornhaut.

Weiterhin solltest du darauf achten, dass die Wassertemperatur beim Waschen der Haare unter 37° C liegt. Auf den Fön solltest du, wenn möglich, verzichten. Die heiße Luft trocknet sonst die Kopfhaut noch mehr aus.

Reinigung bei Gesichts Neurodermitis

Leidest du an Neurodermitis im Gesicht, ist es sehr wichtig, auf die richtige Reinigung wie auch auf die Pflege der Haut zu achten. Dabei solltest du selbstverständlich auf alle Produkte verzichten, die Duftstoffe oder Parfum enthalten, um die Haut nicht noch mehr zu reizen. Die Reinigungsprodukte sollten so natürlich wie möglich sein, um deiner Haut Gutes zu tun.

  • Reinigung bei ungeschminkter Haut: Ungeschminkte Haut reinigst du am besten mit viel lauwarmem Wasser. Anschließend tupfst du dein Gesicht leicht ab und cremst es mit einer speziellen Creme für deine Gesichts Neurodermitis ein.
  • Reinigung bei geschminkter Haut: Bei einer geschminkten Haut solltest du eine sehr sanfte Reinigungsmilch für besonders trockene und empfindliche Haut nutzen. Besonders bewährt haben sich auch Olivenöl, Hanfsamenöl oder Arganöl. Damit kannst du die Haut sehr gut reinigen und versorgst sie gleichzeitig mit wichtigen Nährstoffen. Im Anschluss die Haut leicht abtupfen.

Tagespflege und Make-up bei Neurodermitis im Gesicht

Die Tagespflege ist äußerst wichtig, wenn du dich trotz deiner Gesichts Neurodermitis schminken möchtest. Denn gerade Kosmetikprodukte können die Haut noch mehr austrocknen und sie reizen. Aus diesem Grund musst du nicht nur auf eine sehr hochwertige Tagespflege wie auch auf spezielle Kosmetikprodukte achten. Tages- und Nachtpflege mit Arganöl, Traubenkernöl oder auch Nachtkerzenöl sind hier besonders empfehlenswert. Sie dienen als Grundlage für das Make-up.

Doch bitte verzichte, wenn es möglich ist, auf Schminke, wenn du gerade einen Schub hast. Make-up kann auf geröteten und entzündeten Stellen die Haut noch mehr reizen. Daher wäre es besser, nur eine entsprechende Gesichtspflege zu nutzen, bis die Haut sich wieder beruhigt hat. Du solltest wissen, dass die Rötungen und Entzündungen schneller wieder zurückgehen, wenn die Haut nicht weiteren Einflüssen ausgesetzt wird.

Augen Make-up bei atopischen Ekzemen an den Lidern

Neurodermitis kann auch nur an einzelnen Stellen, wie etwa den Augenlidern, auftreten. Das atopische Lid Ekzem ist ein gutes Beispiel dafür. Dabei ist die Haut rund um die Augen oftmals gerötet, schuppig und verdickt. Pollen oder auch Hausstaubmilben können beim atopischen Lid Ekzem ein Provokationsfaktor sein. Daher sollte eine spezielle Augencreme für Neurodermitiker regelmäßig aufgetragen werden, um die Stellen zum einen gut zu pflegen und zum anderen so lange wie möglich symptomfrei zu sein.

Sollte ein akuter Schub auftreten, ist es besser auf Augen Make-up zu verzichten, um die Haut nicht noch zusätzlich zu reizen. Mit einer speziellen Augencreme für Neurodermitis kannst du die Entzündungen und Rötungen schnell lindern. Sobald die Symptome abgeklungen sind, ist es auch wieder möglich, Lidschatten und Eyeliner aufzutragen.

Bitte beachte, dass vor allem Lidschatten, Eyeliner, Mascara und auch Lippenstifte sehr oft Stoffe enthalten, die allergieauslösend sein können. Aus diesem Grund solltest du deine Schminke sehr sorgfältig auswählen und vor allem auf natürliche Inhaltsstoffe achten.

Die Lippenpflege nicht vergessen

Die Lippenpflege sollte ebenfalls nicht vergessen werden. Neurodermitiker leiden nicht selten an rissigen und sehr trockenen Lippen oder auch eingerissenen Mundwinkeln. Ein spezieller Pflegestift kann hier wahre Wunder wirken, vor allem dann, wenn du Lippenstift nutzt.

Lippenstift sieht bei trockenen und rissigen Lippen nicht schön aus. Daher pflege die Lippen mit speziellen Pflegestiften, bevor du den Lippenstift aufträgst. Über Nacht kannst du beispielsweise die Lippen mit Honig, Arganöl oder auch Mandelöl einreiben, um diese ganz besonders zu pflegen.

Männerhaut – das besondere Problem bei Neurodermitis im Gesicht

Bei Männern kann eine Gesichts Neurodermitis deutlich schlimmer ausfallen, da sie mit der täglichen Rasur die Haut noch mehr reizen. Um diese jedoch so gering wie möglich zu halten, ist eine optimale Rasiercreme sehr wichtig. Auch die anschließende Pflege sollte speziell für Neurodermitiker, also für besonderes trockene Haut ausgelegt sein. Auch hier eignen sich Cremes mit Nachtkerzenöl, Traubenkernöl oder Hanfsamenöl und Arganöl.

So lange symptomfrei wie möglich bleiben – das solltest du tun!

Damit so lange wie möglich symptomfrei bleiben kannst, musst du zuerst herausfinden, welche Stoffe deine Haut reizen. Gegebenenfalls kannst du zusammen mit deinem Arzt eine Liste mit Stoffen erstellen, die auf keinen Fall in Pflegecremes oder Kosmetika enthalten sein darf. Zudem ist es wichtig, dir eine Art Tagebuch zu erstellen, in welchem du alle neuen Produkte einträgst, die du nutzt oder ausprobieren möchtest. Anhand dieses Tagebuches kannst du schnell feststellen, wann die Symptome bei welchen Kosmetika aufgetreten sind.

Ein ebenfalls starker Reizfaktor ist zu hartes Wasser. Hier könntest du dir einen Wasserfilter am Wasserhahn installieren, um das Wasser weicher zu machen. Auch Wollmützen und -schals können die Haut reizen. Hier setze besser auf Seide oder Leinenstoffe.

Sollte es dennoch zu einem Schub kommen, kannst du Cremes mit Harnstoff sehr hilfreich einsetzen. Sie wirken juckreizstillend, entzündungshemmend und antibakteriell. Zudem pflegen sie die Haut und versorgen sie mit wichtigen Nährstoffen. Bei einem Schub sollte auf Schminke verzichtet werden bis die Rötungen und Entzündungen wieder zurückgegangen sind. Nur so kannst du weitere Hautreizungen vermeiden.

So pflegst du deine Haut bei Gesichts Neurodermitis

Bei Neurodermitis im Gesicht gibt es viele spezielle Pflegeprodukte für die Haut. Da teilweise nur einige Stellen betroffen sind, muss jede Hautpartie anders gepflegt werden. Dabei kann es nötig sein, dass für die Augen eine besondere juckreizstillende und entzündungshemmende Fettcreme genutzt wird. Für die Wangen reicht vielleicht auch eine ganz normale Tagespflege, da es hier keine atopischen Ekzeme gibt.

Daher kann keine wirkliche Empfehlung ausgesprochen werden, da jede Haut und jede Neurodermitis im Gesicht unterschiedlich verlaufen. Wichtig ist jedoch, dass die betroffenen Hautpartien mit Cremes für Neurodermitiker gepflegt werden. Zudem sollte auf Schminke solange verzichtet werden, bis die Rötungen verschwunden sind.

Bewährt haben sich auch verschiedene Öle wie etwa Arganöl. Traubenkernöl, Nachtkerzenöl oder Hanfsamenöl. Diese Öle kannst du zur Reinigung wie auch zur Pflege nutzen. Du hast außerdem die Möglichkeit, die Öle pur zu nutzen oder sie in Cremes zu mischen.

FAQ:

Wie entsteht Gesichts Neurodermitis?

Wer an Neurodermitis leidet, hat eine gestörte Hautschutzbarriere. Somit kann es durchaus vorkommen, dass die Erkrankung auch im Gesicht auftritt. Da vor allem das Gesicht Umwelteinflüssen ausgesetzt ist oder auch Cremes und Kosmetika die Haut reizen können, ist es möglich, dass auch atopische Ekzeme in diesem Bereich hinzukommen können. Insbesondere Trigger wie Allergene, kratzende Wollschals und -mützen wie auch Kosmetikprodukte mit Duftstoffen und chemischen Zusätzen können einen solchen Schub auslösen. Daher ist die Pflege hier besonders wichtig, damit erst gar keine Gesichts Neurodermitis entstehen kann.

Muss ich grundsätzlich auf Schminke verzichten?

Nein, das musst du natürlich nicht. Allerdings solltest du bei Schüben auf Kosmetik verzichten. Diese können die Haut noch mehr reizen und so die Rötungen und Entzündungen wie auch die trockene Haut noch verschlimmern. Sobald die Beschwerden jedoch abgeklungen sind, kannst du dich wie gewohnt schminken. Doch Vorsicht! Achte bei deinen Kosmetikprodukten auf natürliche Inhaltsstoffe und dass keine Duftstoffe darin enthalten sind. Zudem gibt es auch spezielle Kosmetika für Neurodermitiker.

Auf was sollte ich bei der Pflege bei Gesichts Neurodermitis achten?

Hier ist es besonders wichtig, dass die Creme entzündungshemmende und juckreizstillende Inhaltsstoffe enthält. Auch bei der Reinigung des Gesichts solltest du auf eine milde Reinigungscreme achten, die die Haut nicht noch zusätzlich reizt. Zudem haben sich verschiedene Öle wie Arganöl, Hanfsamenöl oder auch Traubenkernöl bewährt und können als Reinigung wie auch als Pflege eingesetzt werden, um die Haut zu beruhigen und sie mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Hier klicken, dann findest du alle Quellenangaben

Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG): Leitlinie Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis), Leitlinie 03/2015. Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-027l_S2k_Neurodermitis_2016-06-verlaengert.pdf (Abgerufen am 25.04.2018)

Ärzteblatt: Dermatologen aktualisieren Leitlinie zu Neurodermitis (Meldung vom 05.08.2020); unter: www.aerzteblatt.de

  1. Renz-Polster, N. Menche, A. Schäffler: Gesundheit für Kinder. Kösel-Verlag München 2013. S.382.