Rheuma ist der Oberbegriff entzündlicher Erkrankungen am Stütz- und Bewegungsapparat und diese gehen oft mit Gelenkschmerzen einher. Doch welcher Zusammenhang besteht zwischen Rheuma und Schuppenflechte (Psoriasis)? Beeinflusst Schuppenflechte Rheuma? Oder andersherum?

Wir haben die wichtigsten Antworten für dich zusammengefasst!

Warum du dich über Rheuma informieren solltest

Viele Betroffene wissen es nicht – doch beinahe 30 Prozent der Patienten mit Schuppenflechte entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung auch eine chronische Gelenkentzündung. Nur wenn das Rheuma früh erkannt und behandelt wird, kann ein schmerzfreies Leben ermöglicht werden.

Warum aber haben Patienten mit Schuppenflechte ein so hohes Risiko, an Rheuma zu erkranken?

Bei Psoriasis ist dein Immunsystem geschwächt: körpereigene Abwehrzellen attackieren stetig die Strukturen der Oberhaut und damit auch das gesamte körpereigene Abwehrsystem. Die betroffene Haut entzündet sich und es entstehen die typischen Plaques.

Bei rund 30 Prozent der Patienten breiten sich diese Entzündungsreaktionen auch auf das innere Gerüst des Körpers aus: Gelenke, Knochen und Sehnen. In diesen Fällen sprechen Ärzte von Psoriasis-Arthritis.

Problematisch ist, dass viele Betroffene der Schuppenflechte diesen Zusammenhang nicht kennen. Gedanken an Rheuma oder Arthritis kommen daher gar nicht auf. Dies wiederum führt häufig zu einer späten Behandlung der Beschwerden und damit zu chronischen Schmerzen.

Was ist Rheuma?

Rheuma ist der Oberbegriff von (häufig) entzündlichen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats des Körpers. Typisch für das Krankheitsbild sind Gelenkschmerzen. Doch nicht nur Gelenke können betroffen sein, sondern auch Knochen, Muskeln, Sehnen, Gefäße und das Bindegewebe.

Rheumatische Entzündungen sind, wie oft irrtümlich angenommen, keine Krankheit des Alters, sondern können jederzeit auftreten. Viele rheumatische Erkrankungen verlaufen chronisch und können im schlimmsten Fall sogar die inneren Organe angreifen und Komplikationen wie Nierenversagen verursachen.

Ursachen und Auslöser

Rheuma kann, wie bei Psoriasis auch, aus einzelnen Vorerkrankungen entstehen. Häufig entwickelt sich die Krankheit jedoch durch das Mitwirken diverser Faktoren, wie beispielsweise Verschleißerscheinungen.

Zu solch begünstigenden Faktoren zählen:

  • Übergewicht,
  • vergangene, gelenknahe Knochenbrüche,
  • Gelenkfehlstellungen,
  • entzündliche Gelenkerkrankungen,
  • fehlende Bewegung / Immobilisation,
  • Medikamente, wie beispielsweise Kortison,
  • körpereigene Hormonunterschiede, beispielsweise im Zuge der Wechseljahre.

Symptome

Zu den typischen Symptomen zählen:

  • Schmerzen,
  • Rötungen,
  • Überwärmung,
  • Schwellungen,
  • Funktionseinschränkungen,
  • allgemeine Beschwerden, wie beispielsweise Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Müdigkeit oder Gliederschmerzen.

Diagnose

Vor der Diagnose einer rheumatischen Krankheit führt der Arzt zunächst eine Anamnese durch. So wird beispielsweise erfragt, seit wann die Symptome bestehen, ob die Schmerzen sich im Tagesverlauf verändern und ob die Glieder morgens nur schlecht oder kaum beweglich sind.

In der daran anschließenden körperlichen Untersuchung werden typische Symptome von Rheuma-Erkrankungen in Augenschein genommen. Auch im Blut lassen sich Anzeichen finden, sodass häufig auch eine Blutuntersuchung zur Diagnostik gehört.

Letztlich werden auch bildgebende Methoden für eine Diagnose herangezogen, wie etwa Ultraschall oder Röntgen.

Hierbei erkennen die Ärzte entzündete Gefäße. Aus all diesen Verfahren ergibt sich schließlich das Gesamtbild, welches die Diagnose einer rheumatischen Erkrankung erlaubt.

Wichtig bei der Diagnose ist, die genaue Ausprägung der Symptome und somit den Grad der Erkrankung zu erkennen. Daraus resultieren die Möglichkeiten und Formen der Behandlung und Therapie.

Behandlung und Therapie

Mediziner wählen aus verschiedenen Behandlungsansätzen:

  • Schmerzmedikamente,
  • Rheuma-Medikamente,
  • Ergo-, Physio- und Psychotherapie,
  • Ernährungsumstellung,
  • operative Eingriffe sowie
  • Sport.

Häufig werden verschiedene dieser Methoden kombiniert, wie etwa Medikation und Bewegungstherapie. Ziel der Therapie ist es, bleibende Schäden zu vermeiden oder aber chronische Schmerzen zu lindern.

Psoriasis-Arthritis: Gut zu wissen

Psoriasis-Arthritis (kurz auch PsA genannt) ist eine chronische Entzündung der Gelenke, die meist in Händen, Füßen oder Wirbelsäule auftritt. Die Folge sind Einschränkungen in den Bewegungsmöglichkeiten.

Typischerweise tritt die Psoriasis-Arthritis zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf, doch auch in früheren oder späteren Abschnitten des Lebens besteht die Möglichkeit, dass die Krankheit auftritt.

Ursachen und Auslöser von Psoriasis Arthritis

Die Ursachen der Psoriasis-Arthritis sind bis heute leider noch nicht vollständig untersucht. Mediziner und Wissenschaftler bestätigen aber, dass es sich um eine Fehlsteuerung des Immunsystems handelt. Dies hat zur Folge, dass die Entzündungen nicht wieder abklingen.

Im schlimmsten Fall kann Psoriasis-Arthritis sich auf Organe, wie etwa Augen, Nieren oder Darm, sowie Herz-Kreislauf ausweiten.

Zu den bekannten Auslösern der Psoriasis-Arthritis zählen Übergewicht, Stress, Nikotin, Medikamente, Hormonumstellungen, genetische Veranlagungen, Alkohol oder auch Hautverletzungen. Das Risiko, auf Basis einer Schuppenflechte an Psoriasis-Arthritis zu erkranken, liegt bei bis zu 30 Prozent.

Symptome von Psoriasis Arthritis

Am häufigsten betroffen von Psoriasis-Arthritis sind sogenannte Endgelenke, also die jeweils letzten Gelenke an Zehen oder Fingern. Von dort aus kann sich die Entzündung bei fortschreitender Erkrankung ausbreiten.

Anzeichen, die auf eine Gelenkentzündung deuten können, sind beispielsweise:

  • Schmerzen im Bereich der Gelenke,
  • Schwellungen von Fingern oder Zehen,
  • Rückenschmerzen und / oder
  • steifer Körper am Morgen.

Bemerkst du einen oder mehrere dieser Anzeichen, dann wäre ein Gespräch mit deinem Arzt anzuraten.

Behandlung von Psoriasis Arthritis

Leidest du unter einer Psoriasis Arthritis, ist eine Zusammenarbeit zweier Fachrichtungen notwendig: Dermatologie und Rheumatologie. Diese beiden medizinischen Fachbereiche müssen im Austausch stehen, um eine gut abgestimmte Behandlung der Erkrankung zu gewährleisten. So können beispielsweise die rheumatischen Medikamente eine Verschlechterung der Haut begünstigen – und dies sollte natürlich vermieden werden.

In der Regel kommen bei der Behandlung nichtsteroidale Antirheumatika zum Einsatz oder, wenn die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten ist, Methotrexat oder Ciclosporin. Seit einigen Jahren setzen Mediziner bei der Behandlung von Schuppenflechte auch Biologicals mit guten Ergebnissen ein.

Neben der medikamentösen Behandlung können die folgenden Faktoren dir bei Psoriasis-Arthritis helfen, die Beschwerden zu lindern und dein Leben schmerzfreier zu gestalten:

  • Sport und Bewegung bei Psoriasis Arthritis: Es ist wichtig, deinen Körper in Bewegung zu halten – gerade bei Psoriasis-Arthritis. Daher ist es empfehlenswert, geeignete Sportarten und gezielte Bewegungen wie Schwimmen, Yoga oder Autogenes Training in dein alltägliches Leben einzubauen.
  • Hautpflege bei Psoriasis Arthritis: Da sich Psoriasis-Arthritis häufig nicht nur in Form von Gelenkentzündungen, sondern auch auf der Haut zeigt, solltest du auf eine gute und tägliche Hautpflege achten. Dazu gehört ganz oben auf der Liste beispielsweise eine gehaltvolle, schützende und feuchtigkeitspflegende Creme oder Lotion.
  • Ernährung bei Psoriasis Arthritis: Ebenso spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle – nicht nur bei „normaler“ Schuppenflechte, sondern auch bei Psoriasis-Arthritis. So gibt es zahlreiche Lebensmittel, die Entzündungen im Körper begünstigen – allen voran sind hier Lebensmittel mit Arachidonsäure zu nennen. Diese ist ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Wurst und Fleisch zu finden. Achte auf eine ausreichende Versorgung mit antioxidativen Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen sowie gesunden Pflanzenölen.

Schuppenflechte und Rheuma: Zwei Krankheiten mit Überschneidungen

Viel zu oft ist den Betroffenen von Schuppenflechte nicht bewusst, dass sie ein deutlich höheres Risiko haben, an rheumatischen Erkrankungen wie Psoriasis-Arthritis zu erkranken. Dabei ist eine frühzeitige Erkennung dieser chronischen Entzündung der Gelenke essenziell, um die Beschwerden zu lindern.

Es gibt bestimmte Faktoren, die den Ausbruch der Psoriasis-Arthritis begünstigen, daher solltest du bereits frühzeitig auf eine gesunde Lebensweise achten. Leidest du bereits an Psoriasis-Arthritis, dann gibt es verschiedene medikamentöse und begleitende Behandlungsmethoden, die die Beschwerden reduzieren können.

Wichtig ist, dass du dich informierst und auf Anzeichen deines Körpers achtest, um im Zweifelsfall reagieren zu können. Denn je eher die Therapie einsetzt, umso größer sind die Chancen auf nachhaltige und umfassende Erfolge und ein schmerzfreies Leben.

Wie sind deine persönlichen Erfahrungen? Leidest du an einer rheumatischen Erkrankung? Wie beeinflusst deine Schuppenflechte Rheuma? Erzähle es uns – und tausche dich auch mit anderen Betroffenen in unserer Facebookgruppe aus. Wir freuen uns auf dich!

FAQ zu Schuppenflechte und Rheuma

Was ist die Ursache von Rheuma?

Als Ursache von Rheuma nennen Mediziner diverse Vorerkrankungen und Verschleißerscheinungen. Zudem können verschiedene begünstigende Faktoren zur Entstehung von Rheuma beitragen. Dazu gehören beispielsweise Übergewicht, Gelenkfehlstellungen, fehlende Bewegung oder auch Medikamente wie Kortison.

Wie hängen Schuppenflechte und Rheuma zusammen?

Rund 30 Prozent der Betroffenen von Psoriasis erleiden im Laufe ihrer Krankheit auch eine chronische Gelenkentzündung. Das Risiko an Rheuma zu erkranken ist bei Menschen mit Schuppenflechte also erhöht. Eine frühzeitige Behandlung ist bei rheumatischen Erkrankungen wichtig, um möglichst große Erfolge – also Linderung der Symptome und Beschwerden – zu erreichen.

Wie wird Psoriasis-Arthritis behandelt?

Patienten mit Psoriasis-Arthritis werden sowohl in Bereich Dermatologie als auch im Bereich Rheumatologie behandelt. Eine abgestimmte Behandlung ist wichtig, um beispielsweise Wechselwirkungen von Medikamenten zu vermeiden. Neben dem Einsatz diverser Medikamente ist ein gesunder Lebensstil wichtig. Dazu zählen beispielsweise eine gesunde Ernährung und ausreichend Sport und Bewegung.

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Quellen:

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