Fältchen erscheinen im Gesicht und auf dem Kopf sprießen plötzlich graue Haare. Wir werden älter! Mit den Jahren verändert sich aber nicht nur unser Aussehen. Langsam, aber stetig lassen auch einige Funktionen des Körpers nach und es kommt zu diversen Krankheiten. Und das kann Auswirkungen auf deine Schuppenflechte haben.

Für Patienten von Psoriasis bringt das neue Herausforderungen mit sich. Wir wollen dir zeigen, welche möglichen Veränderungen auf dich zukommen und insbesondere, wie du damit umgehen kannst!

Psoriasis im Alter

Psoriasis ist noch immer nicht heilbar. Egal in welcher Lebensphase Schuppenflechte ausbricht, die Erkrankung und die Behandlung der Symptome begleiten Betroffene von Psoriasis häufig ein Leben lang.

Mit dem Alter treten bei allen Menschen körperliche Veränderungen auf. Üblicherweise sind diese mit neuen gesundheitlichen Herausforderungen und Krankheiten verbunden. Einige Veränderungen wirken sich auch auf die Schuppenflechte aus.

Die Haut im Alter

Mit den Jahren verändert sich die Beschaffenheit unserer Haut. Sie bindet nicht mehr so gut Feuchtigkeit und wird schlechter durchblutet. Die Haut wird trockener und kann dadurch anfangen zu jucken.

Reagierst du mit Kratzen auf Juckreiz, reizt es deine Haut zusätzlich und es kommt zu Verletzungen. Verletzungen sind bekannte Trigger (auslösende Faktoren) für Schuppenflechte. Sie können neue Psoriasis-Schübe auslösen oder eine bereits bestehende Schuppenflechte verschlimmern.

Leider lässt auch das Immunsystem mit den Jahren nach. Viele Zellen wachsen und vermehren sich nicht mehr wie früher. Der Körper bildet beispielsweise weniger Abwehrzellen und auch die Schutzfunktion der Haut ist verringert.

Ältere Menschen leiden daher häufiger an Infektionen und Pilzbefall auf der Haut. Infektionen sind, wie Verletzungen, auslösende Faktoren bei Psoriasis. Mediziner und Wissenschaftler bringen auch Pilzbefall mit Schuppenflechte in Verbindung.

Was bedeutet das für Senioren mit Schuppenflechte?

Bestimmt pflegst du deine Haut im Rahmen der Therapie schon mehr als Personen, die nicht an Schuppenflechte erkrankt sind. Trotzdem ist es wichtig, dass du dich noch intensiver um deine Haut kümmerst, wenn du älter wirst:

Lass dich von deinem Arzt und deinem Apotheker beraten, welche Cremes und Lotionen geeignet sind für die Behandlung der reifen Haut von Senioren. Die Produkte sollten feuchtigkeitserhöhende Wirkstoffe enthalten wie beispielsweise Urea (Harnstoff). Pflege deine Haut damit täglich, insbesondere die entzündeten Stellen, um übermäßige Schuppen zu lösen und zu entfernen.

Versuche, mindestens zwei Liter Wasser am Tag zu trinken. Die Schutzfunktion der Haut wird dadurch unterstützt. Deine Haut wird besser durchblutet und bleibt elastisch.

Damit deine Haut nicht noch mehr austrocknet, solltest du auf heiße Duschen und Bäder verzichten. Sie entziehen der Haut natürliche Fette. Dieser Effekt verstärkt sich durch Seifen und stark schäumende Duschgels. Dusche kurz, mit lauwarmem Wasser und verwende milde, seifenfreie Duschcremes auf Basis natürlicher Wirkstoffe und Pflegeöle. Nach dem Duschen die Haut sanft trocken tupfen und mit pflegender Lotion eincremen.

Bist du Raucher? Wenn ja, solltest du dir und deiner Psoriasis den Gefallen tun und sofort damit aufhören. Rauchen ist ein Trigger für Psoriasis und lässt die Haut schneller altern. Durch Rauchen wird deine Haut schlechter durchblutet und es kommt zu einer schlechteren Wundheilung. Außerdem wird die Feuchtigkeitsbindung der Oberhaut verringert und deine Haut wird trockener.

Komorbiditäten im Alter

Psoriasis ist mehr als nur eine Hauterkrankung. In 70 % der Fälle gehören Begleiterkrankungen, sogenannte Komorbiditäten, zu dem Krankheitsbild.

Schuppenflechte auf der Haut wird oft von einer oder mehreren der folgenden Krankheiten begleitet:

  • Psoriasis Arthritis, eine Entzündung in Knochen und Gelenken,
  • Gefäß- und Herz-Kreislauferkrankungen wie Arteriosklerose oder Herzinfarkt,
  • Insulinresistenz und Diabetes Typ 2,
  • Adipositas,
  • Nagelpsoriasis (in Form von Verfärbungen, Tüpfelnägel, Ölflecken oder Nagelablösungen),
  • chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder

Die Begleiterkrankungen werden, so wie Psoriasis auch, durch eine erhöhte Entzündungslast im Körper verursacht. Bei Senioren schüttet der Körper vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe aus. Dadurch treten häufiger Komorbiditäten auf, die im Rahmen einer ganzheitlichen Behandlung berücksichtigt werden müssen.

Was bedeutet das für Senioren mit Schuppenflechte?

Die gute Nachricht: Du kannst tatsächlich die Entzündungsreaktionen in deinem Körper beeinflussen. Studien zeigen, dass eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung sowie Sport entzündungshemmend wirken. Durch deinen Lebensstil ist es also möglich, das Risiko für Begleiterkrankungen mit der Zeit zu verringern.

Außerdem kennst du deinen Körper am besten! Achte auf erste Anzeichen und Veränderungen und hole schnellstmöglich ärztlichen Rat ein, wenn dir etwas merkwürdig vorkommt. Erfolgt keine oder nur eine schlechte Behandlung der Begleiterkrankungen, können diese Krankheiten und Schuppenflechte sich gegenseitig verstärken.

Lass dich mit zunehmendem Alter einfach auch häufiger von deinen Ärzten durchchecken. So kann er eine neue Begleiterkrankung frühzeitig entdecken und eine entsprechende Therapie in die Wege leiten. Dein Arzt kann beispielsweise durch einen Bluttest herausfinden, ob dein Blutzucker zu hoch ist und eine Insulinresistenz vorliegt.

Deinen Blutdruck kannst du sogar selbst mit einem Messgerät aus der Apotheke kontrollieren. Sprich mit deinem Arzt, welche Untersuchung besonders für Senioren möglich und sinnvoll sind.

Medikamente im Alter

Wir hatten es bereits erwähnt — mit dem Alter wird das Immunsystem schwächer und gesundheitliche Probleme treten vermehrt auf. Oft nehmen Senioren verschiedene Medikamente ein. Darunter können auch Wirkstoffe sein, die als Nebenwirkung Schuppenflechte auslösen oder verschlimmern können.

Was bedeutet das für Senioren mit Schuppenflechte?

Wenn dir ein neues Medikament verschrieben wird, solltest du deinen Arzt immer daran erinnern, dass du unter Psoriasis leidest. So kannst du sicher sein, dass er deine Erkrankung bei der Wahl der medikamentösen Behandlung berücksichtigt.

Sprich zudem auch mit deinem Hautarzt über sämtliche neue Medikamente und Wirkstoffe und erkundige dich bei ihm über eventuelle Nebenwirkungen für deine Schuppenflechte.

Allgemeine Tipps bei Schuppenflechte – auch für Senioren

Grundsätzlich sollte dir bewusst sein, dass Schuppenflechte bis dato (leider) nicht heilbar ist. Und auch wenn die Beschwerden mit steigendem Alter möglicherweise zunehmen, gibt es dennoch Bereiche, bei denen du aktiv eine Linderung der Symptome deiner Psoriasis unterstützen kannst.

Im Folgenden eine Auswahl an potenziellen auslösenden Faktoren (Trigger). An diesen „Stellschrauben“ kannst du häufig selbst drehen, um einen positiven Einfluss auf deine Schuppenflechte zu nehmen:

  • Alkoholgenuss,
  • Allergien,
  • Hautverletzungen (wie Wunden oder Sonnenbrand),
  • Hormonelle Veränderungen,
  • Infektionserkrankungen (beispielsweise Streptokokken),
  • Leaky Gut Syndrom,
  • Medikamente (wie beispielsweise Betablocker),
  • Rauchen,
  • Stress oder
  • Übergewicht (Adipositas).

Ein Leben mit Psoriasis bringt Hürden mit sich – und dennoch kannst du diese Hürden meistern und dein Leben in vollen Zügen genießen. Es gibt Faktoren, die du kennen und – wenn nötig – auch meiden solltest. Gib der Schuppenflechte jedoch keinesfalls die Macht, deine Lebensqualität und Lebensfreude zu schmälern!

Zudem gibt es zahlreiche Tipps, die für jeden gut umsetzbar sind, wie beispielsweise:

  • Atmungsaktive, lockere und leichte Kleidung tragen.
  • Auf eine ausgewogene, vitaminreiche und gesunde Ernährung achten.
  • Einen ausreichend hohen Sonnenschutz auftragen und die intensive Mittagssonne meiden.
  • Regelmäßige Absprachen und Kontrolluntersuchungen mit dem Arzt wahrnehmen.
  • Heiße Bäder und Duschen meiden.
  • Täglich eine pflegende und feuchtigkeitsspendende Creme oder Lotion auf die Haut auftragen.
  • Konsum von Alkohol und Tabak vermeiden.
  • Stress vermeiden oder gezielt abbauen.
  • Keinesfalls soziale Kontakte meiden! Isolation und soziale Ausgrenzung verursachen Stress und führen nicht selten zu Depressionen.
  • Sport hilft, Stress abzubauen und dich zu entspannen. Yoga, Schwimmen oder regelmäßige Spaziergänge eignen sich hierbei auch ideal für Senioren.

Alle Menschen altern – und zwar täglich

Egal, ob du an Psoriasis erkrankt bist oder nicht: Älter werden ist ein natürlicher Prozess und gehört zum Leben dazu! Trotzdem kannst du einiges dafür tun, um den Verlauf zu verlangsamen.

Vor allem eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Pflege deiner Haut und viel Bewegung wirken sich positiv auf den Körper aus. Außerdem solltest du Stress vermeiden. Studien konnten nämlich beweisen, dass der Körper durch psychische Belastung besonders schnell altert.

Ein aktiver und bewusster Lebensstil hilft also nicht nur bei Psoriasis, sondern beeinflusst auch allgemein die Alterungsprozesse des Körpers. Achte auf deinen Körper, denn ihr altert „zusammen“ – ein Leben lang.

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FAQ zu Schuppenflechte bei Senioren

Kommt Psoriasis Arthritis häufiger bei Senioren vor?

Die chronisch-entzündliche Erkrankung Psoriasis-Arthritis betrifft die Gelenke mit Beteiligung der Haut. Rund 400.000 Patienten in Deutschland sind von Psoriasis-Arthritis (kurz Psa) betroffen – dabei wohlgemerkt Frauen und Männer, junge und alte Menschen gleichermaßen. Ärzte diagnostizieren Psoriasis-Arthritis jedoch vermehrt zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Welche Medikamente gegen Schuppenflechte führen zu Wechselwirkungen?

Mit zunehmendem Alter müssen Menschen häufig verschiedene Medikamente einnehmen. Welche dieser Medikamente zu möglichen Wechselwirkungen bei der medikamentösen Behandlung von Schuppenflechte führen, kann nicht pauschal beantwortet werden. Grundsätzlich solltest du als Betroffener von Psoriasis jedes neue Arzneimittel vorab mit deinem Hautarzt absprechen, um dich über mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zu informieren.

Braucht die Haut von Senioren besondere Pflege bei Schuppenflechte?

Die Beschaffenheit unserer Haut verändert sich mit zunehmendem Alter. In den meisten Fällen verschlechtert sich die Durchblutung und Feuchtigkeit wird von der Haut schlechter aufgenommen oder gebunden. Ebenso ist das Immunsystem bei Senioren häufig geschwächt. Insgesamt müssen ältere Menschen auf die Pflege ihrer Haut – nicht nur, aber insbesondere bei der Behandlung von Psoriasis – strenger achten, um die Schutzfunktion zu unterstützen und das Austrocknen der Haut zu vermeiden.

 

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Quellen:

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