Schuppenflechte im Gesicht kann nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern auch psychisch besonders belastend sein. Schuppenflechte ist auch als Psoriasis bekannt. Im Bereich des Gesichts ist es außerordentlich schwer, die von Schuppenflechte betroffenen Stellen zu verdecken.
In diesem Artikel möchten wir dir daher einen Überblick über die Thematik der Schuppenflechte im Gesicht geben und hilfreiche Antworten auf häufige Fragen von Betroffenen liefern:

  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Schuppenflechte im Gesicht?
  • Welche Therapieformen sind bei Psoriasis empfehlenswert?
  • Welche Hausmittel und Medikamente kann ich als Betroffener von Schuppenflechte im Gesicht verwenden?
  • Was sollte ich bei der Behandlung und Pflege meiner Psoriasis unbedingt beachten?

Schuppenflechte im Gesicht

Im Vergleich zu anderen Stellen des Körpers stellt Psoriasis eher eine Seltenheit dar. Im Gesicht ist Schuppenflechte jedoch besonders schwerwiegend für die Betroffenen. Denn sie können die Hauterkrankung nicht oder nur kaum vor ihren Mitmenschen verbergen. Die Scham der Leidtragenden ist vergleichsweise größer und damit auch das Risiko, sich komplett aus der sozialen Umgebung zurückzuziehen. Das wiederum bedeutet oftmals eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Psoriasis im Gesicht bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen tritt die Psoriasis im Gesicht sogar doppelt so häufig auf als bei Erwachsenen, was für diese Altersgruppe besonders belastend ist. Denn zum einen verfügen sie in diesem Alter selten über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein und haben somit oftmals sehr stark mit Scham zu kämpfen. Zum anderen sind ihnen durch derartige Erkrankungen die Sticheleien der Gleichaltrigen sicher. Aus diesem Grund ist die Behandlung dieser Hauterkrankung unter den genannten Aspekten speziell bei Kindern, die betroffen sind, umso wichtiger.

Ursachen von Psoriasis im Gesicht

Grundsätzlich spielen bei dieser Erkrankung zwei Faktoren eine ausschlaggebende Rolle – zum einen die genetische Veranlagung und zum anderen persönliche und umweltbedingte Auslöser für Schuppenflechte im Gesicht.

Dabei gibt es eine Vielzahl an möglichen Faktoren, die als Ursache von Psoriasis infrage kommen können:

  • Allergene
  • Infektionen (u. a. Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze, chronische Infektionen, Erkältungen und Atemwegserkrankungen, Diabetes, Ekzeme)
  • Stress
  • Arzneimittel (u. a. blutdrucksenkende Arzneimittel, Malaria- und Rheuma-Medikamente, Medikamente gegen Depressionen, cholesterinsenkende Wirkstoffe)
  • Stoffwechselstörungen
  • Übergewicht
  • erhöhter Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • klimatische Einflüsse
  • Sonnenbrand

Schuppenflechte im Gesicht: Symptome der Erkrankung

Die Symptome der Psoriasis im Gesicht können an folgenden Stellen auftreten:

  • obere Stirn
  • Haaransatz
  • Augenbrauen
  • oberes Augenlid
  • zwischen den Nasenfalten

Im Gesichts sind die Symptome dieser Hauterkrankung jedoch dieselben wie bei Schuppenflechte an anderen Körperarealen, wie beispielsweise an:

  • Ellenbogen
  • Hand
  • Fuß
  • Knie
  • Ohr
  • Finger- und Zehennägel
  • Gelenke
  • Organe wie Lunge, Herz und Auge

Von Psoriasis betroffene Stellen weisen dabei im Vergleich eine dünnere und empfindlichere Haut auf, die auf ein unkontrolliertes Wachstum der Oberhaut zurückzuführen ist. Folglich leiden Betroffene der Schuppenflechte (im Gesicht) an stark geröteten, schuppigen Partien, die häufig mit einem leidigen Juckreiz einhergehen.

Es gibt dennoch einen gravierenden Unterschied, der insbesondere bei der Behandlung berücksichtigt werden sollte. Denn unsere Gesichtshaut ist – im Vergleich zu anderen Stellen des Körpers – sensibler, dünner und stärker von Umwelteinflüssen betroffen. Dies stellt für eine von Psoriasis betroffene Gesichtshaut nochmals eine zusätzliche Belastung dar. Folglich können auch die Symptome und Beschwerden der Hauterkrankung im Gesicht schwerwiegender sein als an anderen Körperstellen, die betroffen sind.

So kann die Haut beispielsweise geröteter oder auch schuppiger sein. Solltest du darüber hinaus durch die Schuppenflechte verursachte Veränderungen am Auge feststellen, wird dringend empfohlen, einen Augenarzt aufzusuchen.

Bei Psoriasis im Gesicht ist daher besonders große Vorsicht geboten sowie zusätzlicher Schutz gefragt, insbesondere vor:

  • Wind
  • Kälte
  • Verbrennungen durch zu starke Sonneneinstrahlung

Vorsicht Verwechslungsgefahr: Ärztliche Diagnose Psoriasis

Schuppenflechte im Gesicht wird häufig mit anderen Hauterkrankungen verwechselt, daher wird dringend empfohlen eine fachliche Diagnose von einem Hautarzt erstellen zu lassen.

Verwechslungsgefahr besteht oftmals bei Hauterkrankungen wie z. B.

Ziel einer ärztlichen Diagnose ist es dabei in erster Linie, herauszufinden, ob es sich bei der Krankheit um Schuppenflechte handelt. Das solltest du abklären lassen, bevor du als Betroffener auf eigene Faust handelst.

Wie jede Hauterkrankung bedarf auch die Schuppenflechte im Gesicht eine (soweit möglich) auf die Ursachen und Symptome abgestimmte Behandlung und langfristige Therapieform.

Bilder von Schuppenflechte im Gesicht

Das Internet bietet dir eine Vielzahl an Bildern von Schuppenflechte an verschiedenen Körperstellen. Für einen Laien ist jedoch eine klare Abgrenzung von Psoriasis zu anderen Hauterkrankungen wie Infektionen, Neurodermitis oder Nesselsucht anhand von Symptomen und Bildern kaum vorzunehmen.

Hinzu kommt, dass beispielsweise sogar Mischformen von Psoriasis und seborrhoischen Ekzemen vorkommen, auch „Sebopsoriasis“ genannt. Ferner kann ein Hautarzt dir im Rahmen der Diagnose auch einen umfassenderen Überblick über die möglichen Ursachen der Krankheit sowie weiterführende Empfehlungen zur unterstützenden Ernährung oder auch zur ergänzenden Vitaminzufuhr geben.

Therapie zur Linderung der Symptome

Was hilft bei Schuppenflechte im Gesicht wirklich? Was muss man bei der Therapie besonders beachten, wenn man von dieser Erkrankung betroffen ist?

Bei Psoriasis im Gesicht solltest du sofort aktiv werden und handeln, um die Hauterkrankung einzudämmen und letztendlich schlimmere Folgen der Krankheit zu verhindern.

Hierbei gibt es eine Reihe von guten Behandlungsmöglichkeiten, auf die du zurückgreifen kannst:

  • vorbeugende Maßnahmen (u. a. gesunde Ernährung, ausreichende Vitaminzufuhr)
  • Hausmittel
  • Medikamente, Cremes, Salben

Grundsätzlich unterscheidet sich die Behandlung von Psoriasis im Gesicht nicht von der an anderen Arealen des Körpers. Berücksichtige hierbei jedoch immer, dass die Haut im Gesicht und am Ohr aufgrund ihrer Beschaffenheit im Vergleich zu den anderen Körperstellen dünner und somit empfindlicher ist.

Aus diesem Grund könnte es sein, dass die verschriebene Dosierung vom Arzt niedriger ausfällt als bei Schuppenflechte an anderen Körperstellen. Bitte sprich daher UNBEDINGT vor der Einnahme von Medikamenten mit deinem behandelnden Arzt!

Vorbeugende Maßnahmen bei Schuppenflechte: simpel aber effektiv

Eine gute und regelmäßige Pflege der Haut stellt bei der Vorbeugung von Symptomen der Schuppenflechte einen entscheidenden Faktor dar. Das bedeutet, dass du täglich Gebrauch von milden Pflegeprodukten wie Cremes und Salben machen könntest, die deiner Haut ausreichend Feuchtigkeit spenden.

Zusätzlich sollten diese Cremes und Salben möglichst frei von jeglichen Konservierungsstoffen sein. Am besten geeignet sind hierbei Cremes, die Aloe vera oder Urea (3%ig oder max. 5%ig) enthalten oder auch das pure Gel aus der Aloe vera Pflanze. Denn diese sind nicht nur äußerst feuchtigkeitsspendend, sondern haben auch eine sehr beruhigende Wirkung auf die gestresste Gesichtshaut.

Neben deinem Hautarzt kann dir sicherlich auch die Apotheke deines Vertrauens weiterführende Fragen zu Nebenwirkungen einer möglichen Therapie mithilfe von feuchtigkeitsspendenden Cremes bei Schuppenflechte im Gesicht beantworten.

Eine weitere Maßnahme, die zwar einfach aber wirklich hilfreich ist, besteht darin, das Gesicht nach dem Waschen sanft trocken zu tupfen, anstatt zu rubbeln. Auch solltest du auf Nassrasuren verzichten, da diese die Haut zusätzlich unnötig reizen, und stattdessen eher auf einen elektrischen Rasierer zurückgreifen.

Wie bereits oben erwähnt, ist es generell äußerst wichtig, dass Verbrennungen durch zu starke Sonnenbäder vermieden werden und immer eine hochwertige Sonnencreme mit entsprechend hohem Schutzfaktor aufgetragen wird, dies gilt insbesondere während eines Schubs. Zudem sollten vorzugsweise Sonnencremes verwendet werden, die speziell für das Gesicht sowie allgemein für empfindliche Hautstellen (z. B. Hals, Ohr) hergestellt werden.

Auch hierbei ist es für Betroffene ratsam, sich in der Apotheke ausführlich beraten zu lassen und gemeinsam mit dem Fachpersonal das richtige Pflegeprodukt zu finden.

Da Stress auch ein auslösender Faktor für Schübe einer Psoriasis ist, gilt es diesen möglichst zu vermeiden. Für weiterführende Informationen empfehlen wir dir hierzu auch unseren Artikel „Stressabbau bei Schuppenflechte“ zu lesen.

Zusammenfassend können folgende Maßnahmen den Symptomen der Schuppenflechte im Gesicht vorbeugen:

  • Lange Sonnenbäder vermeiden.
  • Hochwertigen Sonnenschutz verwenden.
  • Unnötige Hautreizungen vermeiden.
  • Regelmäßig passende Hautpflegeprodukte verwenden.
  • Stress vermeiden.
  • Auf zusätzlichen Schutz vor Wind und Kälte achten.

Hausmittel Sonne bei Schuppenflechte im Gesicht

Die Sonne ist, wie auch bei der Psoriasis an anderen Arealen des Körpers, ein gut bewährtes und wirksames Mittel, um gegen die Schuppenflechte im Gesicht vorzugehen, denn sie unterstützt den Heilungsprozess der entzündeten Stellen.

Der Grund für diese positive Wirkung liegt im Vitamin D, welches vom menschlichen Körper mithilfe von UVB-Strahlung selbst produziert werden kann.

Zu den wichtigsten Aufgaben von Vitamin D zählen:

  • Aufbau von Knochen, Gelenken und Muskeln
  • Entwicklung von Immunzellen
  • Reduzierung von Entzündungen

Studien zufolge ist der Vitamin D Spiegel bei Betroffenen von Psoriasis deutlich niedriger als der bei nicht von Schuppenflechte betroffenen Personen. Folglich geht man von einem Zusammenhang zwischen Schuppenflechte und einem Mangel an Vitamin D aus.

Hier gilt aber wie immer, alles im gesunden Maße! Das heißt, dass du exzessive Sonnenbäder unbedingt vermeiden solltest, weil diese die empfindliche Haut nur unnötig reizen. Dadurch würdest du nämlich nur das Gegenteil erreichen, und zwar eine Haut, die am Ende noch gestresster ist und mehr Entzündungen aufweist.

Medikamente zur Behandlung von Schuppenflechte

Neben vorbeugenden Maßnahmen und Hausmitteln gibt es auch noch eine Reihe von speziellen Medikamenten zur Behandlung von Psoriasis im Gesicht. Die meisten von den hier aufgeführten Präparaten werden bei akuten Entzündungen eingesetzt.

Zu den Medikamenten gegen Schuppenflechte zählen:

  • Hydrokortison-Cremes
    Dies sind milde Kortison-Cremes, die ohne Rezept von einem Arzt in der Apotheke erhältlich sind (hier mehr über „Kortison bei Psoriasis“ lesen). Hierbei ist es sehr ratsam, eher auf eine niedrig konzentrierte Creme zurückzugreifen, und zwar auf eine Hydrokortison-Creme mit 0,25 %.
  • Tacrolimus und Pimecrolimus
    Als guter Ersatz bzw. Alternativlösung zu Kortison-Cremes gelten die Wirkstoffe Tacrolimus und Pimecrolimus. Denn diese sind nicht nur bewährte Mittel zur Behandlung von Neurodermitis, sondern helfen auch sehr wirksam bei der langfristigen Therapie von Psoriasis im Gesicht und der grundsätzlichen Linderung von den Symptomen der Schuppenflechte. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass diese Wirkstoffe auch problemlos bei Kindern angewandt werden können.
  • Mahonia aquifolium
    Ein anderer Wirkstoff, der sehr gut geeignet ist für die Therapie der Schuppenflechte im sensiblen Bereich des Gesichts, ist Mahonia aquifolium. Das naturheilkundliche Mittel gibt es hierzulande frei zu erwerben. Du solltest jedoch beachten, dass der Wirkstoff eine Weile braucht, bis er anschlägt. Daher ist er bei akuten Entzündungen eher nicht zu empfehlen.

Insgesamt ist es sinnvoll, bei der Anwendung von jeglichen Präparaten zur Behandlung von Schuppenflechte im Gesicht mit niedrigen Dosierungen zu beginnen. Schaue zuerst einmal, wie und ob die empfindliche Haut die Mittel oder Wirkstoffe überhaupt verträgt oder aufnimmt.

Wir hoffen, du konntest zahlreiche Informationen und hilfreiche Antworten auf deine Fragen finden. Bedenke jedoch – eine selbst gestellte Diagnose sollte jedoch niemals den Gang zu einem Arzt ersetzen.

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