Ernährung bei Psoriasis

Noch immer ranken sich viele Mythen und Aberglauben um das Thema Ernährung bei Psoriasis. Wissenschaftlich ist wenig gesichert und was bei dem Einen gut hilft, kann bei anderen keinen Einfluss haben. Wir haben uns einmal die Faktenlage rund um die Ernährung bei Schuppenflechte angesehen.

Hängen Ernährung und Psoriasis eigentlich zusammen

In kaum einem Bereich der Schuppenflechte gibt es wohl weniger allgemeingültige Fakten als im Zusammenhang mit der eigenen Ernährung. Besagt die eine Diät, kein Gluten zu sich zu nehmen, empfehlen andere das Weglassen verschiedenster Lebensmittel. Wieder andere schwören auf die Heilungskräfte einer veganen Ernährung. Da es sich bei Psoriasis um eine autoimmune Erkrankung handelt, liegt zumindest die Vermutung nahe, dass Ernährung Einfluss auf die Ausprägung der Haut nimmt. Dies bestätigen auch viele Patienten. Jedoch konnte noch keine wissenschaftliche Studie einen eindeutigen Zusammenhang herstellen. Einige Betroffene können essen, was sie wollen. Andere hingegen merken bei einzelnen Nahrungsmitteln deutlichen Einfluss auf die Haut. Die eine Super-Diät gibt es, hingegen mancher Behauptung, nicht.

Kurzer Exkurs: Die Pagano-Diät

Trotz der bisher ungeklärten Faktenlage gibt es eine Reihe von Diätempfehlungen. Da ich die Pagano-Diät selbst über knapp sechs Monate ausprobiert habe, möchte ich diese als Beispiel heranziehen. Bei dieser Diät sollen 80% der Lebensmittel aus Früchten, Gemüse und basischen Lebensmittel bestehen. Die restlichen 20% können z.B. Getreide, Fleisch oder auch Milchprodukte sein. In seinem Buch beschreibt Pagano eine ganze Reihe an Lebensmitteln, welche sich negativ auf die Psoriasis auswirken. So solltest du besser auf Nachtschattengewächse (wie Tomaten oder Kartoffeln), Gluten und vor allem Zitrusfrüchte verzichten. Im Großen und Ganzen bedeutet die Diät also einen relativ großen Einschnitt in die Essgewohnheiten. Bei mir hat diese Diät eher zu Frust, schlechter Laune und einer einseitigen Ernährung geführt. Meine Haut hat sich nach knapp sechs Monaten nicht gebessert. Die Bilder in Paganos Buch von Patienten, die innerhalb des gleichen Zeitraums nahezu erscheinungsfrei waren, konnten mich dann auch nicht mehr motivieren, weiterzumachen. Diese Erfahrungen werde ich in einem eigenen Artikel teilen.

Der Einfluss von Übergewicht auf die Haut

Zurück zur Wissenschaft. Diese ist sich zumindest beim Einfluss von Übergewicht auf die Schuppenflechte einig. Ein zu hohes Gewicht wird als Faktor angesehen, der die Ausprägung der Psoriasis negativ beeinflusst. Ein zu hoher Body Mass Index gilt sogar als einer der größten Risikofaktoren für das Verschlimmern der Hauterkrankung. Bei Übergewicht entstehen auch vermehrt Hautfalten, welche wiederum den perfekten Nährboden für Psoriasis bilden. Jedoch solltest du von radikalen Diäten die Finger lassen, da danach das Gewicht meist wieder nach oben schnellt. Lieber solltest du deine Ernährung grundlegend ändern. Gerade der Fleisch- und Fettanteil sollte reduziert, Weißmehl- durch Vollkornprodukte ersetzt werden. Genussmittel, wie Süßigkeiten, solltest du zwar nicht komplett vom Speiseplan nehmen, aber nur in kleinen Mengen konsumieren.

Der Teufelskreis mit Alkohol

Alkohol beeinflusst die Haut bereits in kleineren Mengen – und das leider nicht zum Positiven. Dieser gilt als Auslöser bei Psoriasis. Viele wissenschaftliche Studien zeigen zudem, dass eine bisher nicht ausgebrochene Schuppenflechte durch regelmäßigen Alkoholkonsum zum Vorschein treten kann. Dabei kann die Erkrankung nicht nur ausbrechen, konsumierst du kontinuierlich Alkohol, so kann auch der Schweregrad der Psoriasis ansteigen. Besonders das Hautjucken wird dadurch verstärkt. Da Alkohol von der Leber abgebaut wird, können weitere Einflüsse auf die Haut auftreten. Zum einen verschlechtert sich das Hautbild, zum anderen kann es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen, die auch durch die Leber verarbeitet werden. Letztlich kann durch Alkohol auch ein Teufelskreis entstehen. So führt regelmäßiger Genuss von Alkohol zu einer Verschlechterung des Hautbildes und in der Folge zu erhöhter psychischer Belastung. Diese kann wiederum den vermehrten Konsum von Alkohol anregen. Mehr zu den Auslösern von Psoriasis findest du hier

Positiver Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf das Hautbild

Auch besteht in der Wissenschaft und bei Ärzten Einigkeit, dass Omega-3-Fettsäuren einen positiven Effekt auf das Hautbild bei Psoriasis ausüben. Bei Omega-3-Fettsäuren handelt es sich um langkettige ungesättigte Fettsäuren, welche besonders in fettreichem Meeresfisch enthalten sind. Diese Fettsäuren wirken entzündungshemmend, weshalb sie seit einiger Zeit auch bei Psoriasis eingesetzt werden. Omega-3 wirkt, indem es die Zufuhr von Arachidonsäure einschränkt. Dieser Säure wird eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Entzündungen zugeordnet. Arachidonsäure ist dabei ausschließlich in tierischen Produkten, wie Fleisch und Wurst, aber auch Käse, Butter, etc. enthalten. Um ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu dir zu nehmen, ist der häufige Verzehr von fettreichem Meeresfisch (wie z.B. Hering, Wildlachs oder Thunfisch) zu empfehlen. Um jedoch die erforderliche Menge Omega-3 einzunehmen, wären 500 – 800 Gramm Fisch pro Woche von Nöten. Daher ist auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln als mögliche Option heranzuziehen. Als Empfehlung solltest du täglich ca. ein Gramm zu dir nehmen. Bitte beachte dabei aber, dass die Wirkung nicht sofort eintritt. Omega-3 ist kein chemisches Medikament, wirkt dafür aber ohne Nebenwirkungen und auf längere Zeit. Übrigens finden sich die Vorstufen der Omega-3-Fettsäuren auch in einigen Pflanzenölen, wie Lein-, Raps- oder Sojaöl. Ich werde in den nächsten Wochen auch mit der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren starten und dann berichten.

Wie soll ich meine Ernährung bei Psoriasis gestalten

Durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung lassen sich Schübe von Psoriasis zumindest etwas hinauszögern. Gesichert ist, dass Alkohol und Übergewicht eine negative Auswirkung auf die Ausprägung der Schuppenflechte haben. Weitere allgemeingültige Tipps und Vorschläge zur Ernährung sind jedoch schwierig zu geben, da die Effekte sehr unterschiedlich ausfallen können. Betroffene, mit denen ich gesprochen habe, erzählten mir z.B. von einer reizenden Wirkung von Konservierungsstoffen oder bei bestimmten Gewürzen (z.B. Pfeffer oder Paprika). Andere konnten dies nicht bestätigen. Das bedeutet, dass jeder für sich selbst herausfinden muss, was ihm gut tut und was nicht. Eine klassische Psoriasis-Diät gibt es somit (leider) nicht. Eine der wenig gesicherten Erkenntnisse ist, dass Omega-3-Fettsäuren eine entzündungshemmende Wirkung haben und somit auch bei Psoriasis zu empfehlen sind. In direktem Zusammenhang damit steht die Arachidonsäure, welche in tierischen Produkten enthalten ist. Somit ist es zudem ratsam, die Aufnahme dieser einzuschränken. Und jetzt kommst du an die Reihe. Was hast du an einer Ernährung umgestellt? Was hilft bei dir, was macht die Krankheit nur noch schlimmer? Wir freuen uns, von dir zu hören.