Psoriasis kennt keine Altersgrenzen! Darum dreht sich in unserer aktuellen Artikelreihe alles um Schuppenflechte bei Kindern und Jugendlichen! Über die Ausprägung (Link) und die Therapie (Link) von juveniler Psoriasis haben wir dir bereits in den ersten beiden Teilen berichtet. Im dritten Teil unserer Reihe “Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen” geht es um soziale und psychische Probleme, die Schuppenflechte häufig auslöst. Wie diese das Familienleben beeinflussen und was du in dieser Situation unternehmen kannst – das erfährst du hier!
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Wenn Kinder und Jugendliche an Psoriasis erkranken

Jeder, der an Psoriasis leidet, kennt es: Die Haut sieht unschön aus, sie juckt und schmerzt vielleicht auch noch. Hinzu kommen unangenehme Begleiterkrankungen wie Arthritis</a oder Diabetes und die Arztbesuche wollen einfach kein Ende nehmen. Psoriasis ist nicht gerade eine einfache Erkrankung! Das macht vielen Erwachsenen schon zu schaffen und ist für Kinder und Jugendliche noch schwieriger.
Babys und jüngere Kinder können die Erkrankung noch nicht wirklich verstehen und leiden beispielsweise stark unter der juckende Haut. Manchmal kommt es auch zu Hänseleien andere Kinder, die sehr schlimm sein können.
Für Jugendliche ist die Erkrankung oft eine schwere emotionale Belastung. Während der Pubertät wird das äußere Erscheinungsbild immer wichtiger. Schuppenflechte an sichtbaren Stellen löst in dieser Zeit Scham und Verlegenheit aus.
Leiden Kinder und Jugendliche stark unter ihrer Psoriasis, belastet das häufig auch alle anderen
Familienmitglieder. Was können Eltern in dieser Situation machen?

Wie kannst du dein Kind unterstützen?

Ein Kind mit Schuppenflechte aufwachsen zu sehen, ist oft nicht einfach. Am meisten braucht dein Kind jetzt deine Unterstützung!

Sei für dein Kind da und erkläre ihm Psoriasis!

Das Beste was Eltern für ihr Kind mit Psoriasis tun können? Offen mit der Erkrankung umgehen und das Kind von Anfang an altersgerecht über die Erkrankung aufklären! Lerne so viel wie möglich über Psoriasis und die Behandlungsmöglichkeiten. Versuche immer alles zu beantworten, was dein Kind zur Erkrankung und zu seiner Haut wissen möchte. Genauso sollte dein Kind bei der Therapie mithelfen — immer dem Alter entsprechend natürlich. Ab dem Schulalter können Kinder zum Beispiel ihre Haut selbst nach Anleitung cremen. Sie setzen sich dadurch mit ihrer Erkrankung auseinander und lernen so ihre Haut besser kennen.
Ist dein Kind verzweifelt, weil die Haut juckt oder die Gelenke schmerzen, helfen manchmal aber einfach auch keine Worte mehr. Lass dein Kind weinen, nimm es in den Arm und sei einfach da. Versuch ihm aber immer Hoffnung zu machen. Es gibt bestimmt noch andere Behandlungen, die ihr ausprobieren könnt! Außerdem wird viel geforscht und es werden immer wieder neue Therapie zugelassen. Kurzfristig kannst du dein Kind aber auch durch eine gemeinsame Aktivität aufmuntern. Das kann beispielsweise eine Kinovorstellung sein oder auch einfach nur ein Besuch bei der Lieblingstante.

Stärke deinem Kind den Rücken!

Vielleicht kommt irgendwann dann auch der Punkt, an dem dein Kind traurig sein wird, weil es wegen seiner Psoriasis gehänselt wird. Dann ist familiärer Rückhalt notwendig. Erfährt ein Kind zu Hause Geborgenheit und Sicherheit stärkt das den Rücken für schwierige Situation ohne Familie.
Zeig deinem Kind außerdem, dass es nicht alleine ist. Vielleicht hat ja Opa Psoriasis oder auch die Tante, aber cooler sind doch immer noch Stars! (Cara Delevingne) und (Kim Kardashian) beispielsweise leiden an Psoriasis und arbeiten trotzdem als Model. Und (Julius Brink) ist trotz Schuppenflechte Profisportler geworden.

Kläre das Umfeld deines Kindes auf!

Sprich mit Lehrern, Erziehern und Trainern! Auch sie müssen über Psoriasis aufgeklärt werden. Am besten ist es, wenn danach gemeinsam mit den Kindern in der Gruppe über die Erkrankung gesprochen wird. Denn: Krankheiten sind normal! Pflanzen, Tiere, Menschen — alle sind betroffen! Niemand darf deshalb gehänselt werden und niemand muss sich deshalb schämen!
Am besten redest du auch mit den Eltern der Freunde deines Kindes. Nicht jeder kennt Schuppenflechte. Das Umfeld deines Kindes muss aber wissen: Psoriasis ist nicht ansteckend!

Vernetzt euch!

Leider gibt es nur wenige Veranstaltungen für Kinder mit Schuppenflechte. Der (Deutsche Psoriasis Bund e.V.) veranstaltet in diesem Sommer zum ersten Mal ein Wochenendseminar für Kinder in Begleitung ihrer Eltern und Geschwister. Im Rahmen des Seminars werden hilfreiche Informationen zu Psoriasis vermittelt und es gibt die Möglichkeit individuelle Alltagsbelastungen mit Ärzten und Psychologen zu besprechen. Außerdem können sich erkrankte Kinder und ihre Eltern kennenlernen und sich gegenseitig Tipps geben!
Das Seminar findet vom 3.- 5. August 2018 in Fulda statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Mehr Informationen findest du (hier)!

Wie kannst du Jugendliche unterstützen?

Die Pubertät ist eine schwierige Zeit. Zwar ist dein Kind jetzt irgendwie kein richtiges Kind mehr, aber erwachsen ist es doch noch lange nicht. Die äußere Erscheinung wird nun immer wichtiger. Eine Haut mit Schuppenflechte kann in dieser Zeit besonders belastend sein.

Sei aufmerksam!

Die Lebensqualität deines Kindes ist durch Psoriasis einfach beeinträchtigt. Oft meiden betroffene Jugendliche soziale Aktivitäten wie Schwimmen gehen. Aufgrund der Hautveränderungen schämen sie sich, fühlen sich unwohl und haben Angst vor Ausgrenzung.
Jetzt musst du besonders aufmerksam zu sein. Bei Jugendlichen mit Psoriasis besteht ein erhöhtes Risiko für Depressionen, Essstörungen oder Suchtverhalten. Zieht sich dein Kind immer mehr zurück? Verändert es sich? Verliert es die Freude an Dingen, die es immer gerne gemacht hat? Dann kann eine Psychotherapie hilfreich sein. Bei einer ganzheitlichen Psoriasis-Therapie ist das sogar ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Rede zusammen mit deinem Kind mit dem behandelnden Arzt darüber. Bei Verdacht auf eine psychische Erkrankung kann er eine Überweisung an einen Psychologen ausstellen.

Lebe einen ausgewogenen Lebensstil vor!

Psoriasis kann durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflusst werden. Dein Kind sollte sich ausgewogenen ernähren und regelmäßig Sport treiben. Außerdem sollte es auf keinen Fall Rauchen oder Alkohol trinken. Beides kann Schuppenflechte auslösen oder sogar verschlimmern.
Häufig löst Stress auch Psoriasis-Schübe aus. Für Jugendliche kann es hilfreich sein, wenn sie Entspannungstechniken wie autogenes Training erlernen. Sie können helfen, Stress und emotionale Belastung zu reduzieren und sogar Juckreiz lässt sich dadurch kontrollieren.
Sei ein Vorbild und lebe deinem Teenager diesen Lebensstil vor! Vielleicht könnt ihr ja auch gemeinsam einen Yogakurs besuchen.

Vernetzt euch!

Der Austausch mit Betroffenen ist wichtig! Dadurch wird deinem Kind bewusst, dass andere Menschen ähnliche Sorgen und Probleme haben. Gleichzeitig kann sich dein Kind über Erfahrungen im Umgang mit Psoriasis austauschen und viele neue Informationen erhalten. Häufig wird dadurch auch das Selbstbewusstsein gestärkt.
Neben den Selbsthilfegruppen und Diskussionsforen online tauschen sich jüngere Menschen heutzutage vor allem auf Social Media Kanälen aus. Unter den Hashtags #Psoriasis oder #Schuppenflechte kannst du auf Instagram und Facebook tausende von Beiträge von Erkrankten finden. Viele Betroffene posten sogar ganz selbstbewusst ihre betroffenen Hautstellen und schreiben über ihre alltäglichen Probleme mit Psoriasis. Noch nie war es so einfach, sich mit anderen Menschen über Psoriasis auszutauschen!
Offline gibt es leider nur wenige Angebote. Seit mehreren Jahren bietet der (Deutsche Psoriasis Bund e.V.) aber