Ein Neurodermitis Schub geht mit quälendem Juckreiz, geröteter und krustiger Haut wie auch mit Schmerzen einher. Nicht zuletzt leidet die Psyche darunter, da diese Ekzeme unschön aussehen und so ein Schönheitsmakel sind. Dabei ist Neurodermitis sehr weit verbreitet und rund vier Millionen Menschen leiden an dieser chronischen Hauterkrankung. Die schubfreien Phasen lassen dann immer wieder ein wenig aufatmen. Damit diese Phasen verlängert werden können, ist es wichtig, die Haut richtig zu pflegen. Wie du diese Phase in die Länge ziehen kannst, möchten wir dir in diesem Bericht erklären.

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis, auch als atopisches Ekzem bekannt, ist eine chronische Hauterkrankung, an der rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden. Die Erkrankung kann im Gesicht oder am Körper auftreten. Zudem tritt Neurodermitits bei Kindern wie auch bei Erwachsenen auf. Wie mittlerweile dokumentiert wurde, gibt es einen signifikanten Anstieg der Erkrankungen. Dies bedeutet, dass das atopische Ekzem zwei- bis dreimal häufiger auftritt als vor 30 Jahren. Die Ursache hierfür ist allerdings nicht bekannt.

Forscher gehen davon aus, dass veränderte Gene die Hautbarriere stören. Somit hat die Haut kein richtiges Schutzschild mehr und ist empfänglicher für Einflüsse aller Art. Doch auch Veranlagung kann zu dieser Erkrankung führen. Dabei wurde festgestellt, dass das Risiko einer Neurodermitis Erkrankung für  Kinder deutlich höher ist, wenn ein Elternteil am atopischen Ekzem leidet. Zudem ist das Immunsystem nicht mehr im Gleichgewicht und trägt so ebenfalls einen Teil dazu bei, dass es zu dieser Krankheit kommen kann.

Wer erkrankt an Neurodermitis?

An Neurodermitis können Kinder wie auch Erwachsene erkranken. In rund 60 % der Fälle tritt das atopische Ekzem bereits in den ersten fünf Lebensjahren auf. Es ist aber auch möglich, dass du im Erwachsenenalter erkrankst. Insbesondere in den Wechseljahren kann es häufiger dazu kommen, dass du diese Krankheit bekommst. Die Haut ist in dieser Zeit sehr trocken und der Körper stellt sich um. Liegen entsprechende Veranlagungen vor, kann es somit in den Wechseljahren zum Ausbruch des atopischen Ekzems kommen.

Was macht Neurodermitis mit der Haut?

Die Haut ist mit Pilzen und Bakterien besiedelt und diese sind auch wichtig. Bei Patienten mit Neurodermitis ist jedoch die Kombination aus Keimen anders zusammengesetzt. Dies bedeutet dann auch, dass diese Kombination der Pilze und Bakterien die Neurodermitis Symptome verschlimmern kann.

Durch die Entzündung der Haut kann die Schutzfunktion gegen die Keime nicht mehr richtig funktionieren und die Haut wird somit natürlich deutlich anfälliger für Infektionen. Ein weiterer Punkt, der hinzukommt ist, dass Neurodermitiker durch diesen Hautdefekt anfälliger für Allergien sind.

Das größte Problem bei Neurodermitikern ist vor allem die trockene Haut. Sie wird mit der Zeit rau, schuppt und juckt. Dies liegt daran, dass die Patienten, die am atopischen Ekzem leiden, weniger Hautfette aufweisen können. Auch die Feuchtigkeit wird schlechter gespeichert. Durch die trockene Haut kommt es dann zum starken Juckreiz und somit auch zu Entzündungen. Und jeder weiß, wie unangenehm Juckreiz ist. Also kratzen sich die Betroffenen, oft auch unbewusst. Dass die Haut dann noch mehr gereizt wird, ist nicht von der Hand zu weisen. Somit kommt es, gerade bei Neurodermitikern zu einem Juckreiz-Kratz-Teufelskreis.

Betroffene des atopischen Ekzems haben aber noch ein weiteres Problem. Die Durchblutung, die Temperaturregulierung und auch die Schweißbildung funktionieren bei dieser Personengruppe nur schlecht. Damit dieser Kreislauf durchbrochen werden kann, ist es äußerst wichtig, dass du eine individuelle Basistherapie durchführst. Diese musst du aber sehr konsequent anwenden. Nur so kannst du deiner Haut dabei helfen, dass sie sich wieder regeneriert und mit wichtigen Nährstoffen versorgt wird.

Welche Neurodermitis Symptome treten auf?

Die Haut bei Neurodermitis ist besonders trocken und muss sehr gut gepflegt werden, auch in symptomfreien Phasen. Treten Schübe auf, gehen diese mit folgenden Neurodermitis Symptomen einher:

  • Gerötete und gereizte Haut,
  • Starker Juckreiz,
  • Nässende Ekzeme und/oder
  • Entzündungen der Haut.

Die Symptome einer Neurodermitis können zudem an allen Hautbereichen auftreten. Häufig sind sie jedoch an Händen, Handgelenken und Ellenbogen wie auch an den Innenseiten der Knie und an den Fußgelenken und Füßen. In einigen Fällen ist auch das Gesicht, der Hals oder die Kopfhaut betroffen. Dies ist besonders unangenehm, da diese Ekzeme von jedem gesehen werden. Daher geht Neurodermitis auch oft mit Depressionen einher und die Neurodermitis Betroffenen schämen sich für diese Hautentzündungen.

Neurodermitis Schübe

Die Haut bei Neurodermitikern ist grundsätzlich viel zu trocken, da die Feuchtigkeit schlechter gespeichert wird und auch die Hautfette nur in geringem Maße vorhanden sind. Daher ist die Basistherapie besonders wichtig. Diese kann die schubfreien Phasen deutlich verlängern, wenn sie konsequent durchgeführt wird.

Leider kann sie die Schübe aber nicht vollkommen verbannen. Die Schübe können sehr unterschiedlich verlaufen. Während bei einem Schub nur sehr milde Neurodermitis Symptome auftreten, kann es beim nächsten Schub deutlich schlimmer sein.

Neurodermitis Schübe bei Erwachsenen

Vor allem anhand der geröteten, schuppigen und entzündeten Stellen kannst du einen Schub feststellen. Häufig treten auch nässende Bläschen auf, die zum einen schrecklich jucken und zum anderen Schmerzen verursachen.

Da der Juckreiz meist in der Nacht am schlimmsten ist, haben viele Neurodermitiker Schlafprobleme. Sie schlafen sehr schlecht, da der Juckreiz sehr quälend ist und wachen somit total übermüdet am nächsten Morgen auf. Auch wenn das Kratzen kurzfristig eine deutliche Linderung verschafft, werden die Neurodermitis Symptome aber noch zusätzlich verstärkt. Ein Teufelskreis, der nicht einfach zu meistern ist.

Ein weiteres Symptom des atopischen Ekzems ist, dass die Haut mit der Zeit dicker und gröber wird. Durch die wiederholten Entzündungen bleibt dies nicht aus und diese sogenannte Flechtenbildung tritt auf. Die Flechtenbildung zeigt sich meist an den Handgelenken, den Armbeugen oder in den Kniekehlen.

Da die Haut bei Neurodermitikern extrem trocken ist, kommt es auch häufig vor, dass die Mundwinkel einreißen. Auch die Finger- und Zehenkuppen sowie die Lippen, die Ohrläppchen oder die doppelte Falte am Unterlied des Auges können einreißen und starke Schmerzen verursachen.

Aus diesem Grund ist die Basispflege so besonders wichtig bei Neurodermitikern. Nur bei regelmäßiger Behandlung kannst du die Schübe signifikant verzögern.

Neurodermitis Schub bei Kindern

Bei Säuglingen beginnt ein Schub anders als bei Kindern. Häufig leiden die Kleinen an Milchschorf, was aber nicht heißt, dass es automatisch Neurodermitis sein muss. Dennoch ist Milchschorf ein wichtiges Zeichen, dass es zur Neurodermitis kommen könnte.

Bei Säuglingen treten die Ekzeme vor allem an den Wangen oder am Kopf auf. Doch auch die Außenseite der Arme und Beine könnten Neurodermitis Symptome aufweisen.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen zeigt sich die Erkrankung meist im Nacken. Weiterhin können Symptome des atopischen Symptoms in den Kniekehlen und Armbeugen vorkommen. Im Gesicht hingegen ist es bei älteren und Kindern und Jugendlichen selten der Fall, dass Ekzeme auftreten.

Was kann einen Neurodermitis Schub auslösen?

Neurodermitis Schübe können durch viele verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Diese sogenannten Triggerfaktoren, also die Ursachen, die einen Neurodermitis Schub auslösen können, sind sehr individuell. Während einige Neurodermitiker beispielsweise Probleme mit verschiedenen Lebensmitteln haben, können andere diese problemlos verzehren, ohne einen Schub auszulösen.

Daher solltest du immer genau auf deinen Körper schauen. Wann kommen die Schübe, welche Lebensmittel hast du verzehrt oder was war anders als davor? Nur so findest du deine Triggerfaktoren, die du notierten kannst, um sie in Zukunft zu meiden.

Zu den Triggerfaktoren bei Neurodermitis zählen vor allem diese Faktoren:

  • Stress und Belastungssituationen: Stress oder Belastungssituationen tragen dazu bei, dass du innerlich angespannt und unruhig bist. Gleichzeitig wird durch diese innere Unruhe die Juckreiz-Schwelle deutlich herabgesenkt. Juckreiz dagegen kann zu einem Schub führen. Daher ist Stress unbedingt zu vermeiden, wenn du Schübe des atopischen Ekzems verhindern möchtest. Es muss aber nicht immer „schlechter Stress“ sein. Auch Urlaubsreisen oder Einschulungen bei Kindern sowie Kindergeburtstage können Stress auslösen und somit einen Schub.
  • Klima: Da Betroffene des atopischen Ekzems sehr trockene Haut haben, ist auch das Klima ein Triggerfaktor. In der kalten Jahreszeit kann z.B die trockene Heizungsluft einen Schub auslösen. Doch auch im Sommer, wenn es besonders warm ist, treten Schübe vermehrt auf.
  • Sport und Schweiß: Gleiches gilt auch für Sport. Schwitzt du stark beim Sport, reizt der Schweiß die Haut und ist somit ein Trigger bei Neurodermitis.
  • Lebensmittel: Auch wenn es oft heißt, dass Neurodermitiker deutlich allergischer sind, kommen Lebensmittelallergien viel seltener vor, als man denkt. Vor allem bei Kindern kommen Lebensmittelallergien häufiger vor. Etwa 1/3 der Kinder mit Neurodermitis leiden auch an einer Unverträglichkeit. Bei Erwachsenen macht dies nur 5 % aus. Somit müssen auch keine unsinnigen Diäten durchgeführt werden, die immer wieder im Gespräch sind. Wurde eine Allergie auf ein bestimmtes Lebensmittel festgestellt, lässt du dieses Nahrungsmittel einfach weg.
    Natürlich gibt es auch Nahrungsmittel, die Neurodermitiker nicht vertragen. Insbesondere die Zitronensäure ist zweifelhaft. Doch auch Aromastoffe, wie sie in reifen Tomaten vorkommen, können ein Triggerfaktor sein. Weiterhin ist in Rotwein und „altem“ Käse viel Histamin enthalten, was dann zu Juckreiz führt und als Triggerfaktor gilt.
  • Infekte: Leider können auch Infekte ein Triggerfaktor sein. Erkältungen, grippale Infekte oder auch Herpes können einen Schub auslösen. Sogar Impfungen können einen Neurodermitis Schub begünstigen. Da bei Patienten mit Neurodermitis mehr Keime, wie Staphylokokkus aureus vorkommen, ist die Basispflege besonders wichtig. Denn je besser die Haut therapiert wird, desto weniger Keime kommen auf der Haut vor. Somit kann einem Neurodermitis Schub vorgebeugt werden.
  • Irritantien: Zu den Irritantien zählen beispielsweise Seife, Waschpulver, Parfüm oder andere reizende Stoffe. Aus diesem Grund ist es wichtig, vor allem auf pH neutrale Waschmittel und Seifen zurückzugreifen. Auch häufiges Duschen und Baden wirkt sich nicht gut auf die Haut beim atopischen Ekzem aus. Weiterhin ist darauf zu achten, dass die Badezeit nur höchstens 15 Minuten beträgt und das Wasser nicht zu heiß sein sollte. MERKE: Alles was schäumt, trocknet die Haut aus! 
  • Kleidung: Kleidung ist ein großer Triggerfaktor bei Neurodermitis. Dabei berichten viele Betroffene, dass Sie Wolle nicht tragen können, da sie Juckreiz auslöst. Doch auch synthetische Fasern können einen Ekzemschub auslösen. Bei Neurodermitis Patienten ist es wichtig, dass die Kleidung zum einen weich ist und zum anderen, dass der Schweiß aufgesaugt wird. Die Haut muss atmen können. Auch ist darauf zu achten, dass die Nähte nicht scheuern und die Haut dadurch reizen.
  • Umwelteinflüsse und Schmutz: Umwelteinflüsse wie auch Schmutz kann sich ungünstig auf die Haut auswirken. Insbesondere Menschen, die in mechanisch belastenden oder stark verschmutzenden Berufen tätig sind, haben nicht selten größere Probleme. Bei solchen Tätigkeiten sollen natürlich immer Schutzhandschuhe getragen werden, damit der Schmutz nicht mit reizenden Seifen abgewaschen werden muss. Doch auch die Umwelteinflüsse spielen eine große Rolle. In einer englischen Studie wurde festgestellt, dass die jamaikanischen Kinder in London deutlich häufiger von Neurodermitis betroffen waren als die Kinder in Jamaika. Forscher gehen davon aus, dass dies an den Umwelteinflüssen in der Stadt liegt.
  • Tabak und Alkohol: Tabakrauch oder Alkohol kann das atopische Ekzem verstärken. Daher sollte so gut wie möglich auf diese Trigger verzichtet werden. Woran das genau liegt, wissen die Forscher allerdings noch nicht. Sie gehen davon aus, dass es sich um die Schadstoffe handelt, die in Tabak oder Alkohol vorhanden sind.
  • Kratzen: Der schlimmste Triggerfaktor beim atopischen Ekzem ist Kratzen. Es ist ein Teufelskreis aus Juckreiz und Kratzen. Je mehr man kratzt, desto schlimmer wird es. Auch wenn es am Anfang etwas Linderung verschafft, wird der Schub dadurch nur noch angeregt. Aus diesem Grund sind juckreizstillende Salben und Cremes besonders wichtig, um diesem Teufelskreis zu entkommen.

Behandlung bei Neurodermitis Schüben

Natürlich ist die Basispflege zwischen den Schüben sehr wichtig. Mit dieser kann die symptomfreie Zeit verlängert werden. Rückfettende und feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte müssen regelmäßig angewendet werden. Auch Badezusätze, die die Haut feucht und zart halten, sind wichtig und können außerdem den Juckreiz reduzieren. Empfehlenswert ist es, die Pflegeprodukte über Nacht einwirken zu lassen. So können Sie ihr volle Wirkung entfalten und die Haut mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Nachtkerzenöl hat sich beispielsweise sehr gut bewährt. Auch auf Hanfsamenöl schwören viele Neurodermitis Betroffene. Mehr zur Basispflege bei Neurodermitis erfährst du hier.

Tritt ein Schub auf, kommst du eher selten ohne kortisonhaltige Creme aus. Sie lindert nicht nur den Juckreiz, sondern geht auch gegen die Entzündungen der Haut vor. Allerdings sind diese nur für eine kurzzeitige Anwendung geeignet. Sie helfen vor allem bei akuten Schüben und werden dir von deinem Arzt verschrieben. Die rezeptfreien Kortisonprodukte aus der Apotheke sind nicht empfehlenswert und können die Haut sogar noch mehr reizen. Daher solltest du auf diese unbedingt verzichten.

FAQ:

Weshalb ist die Basispflege so wichtig?

Die Basispflege ist deshalb so wichtig, da sie die Haut pflegt und schützt. Sogar bei einer homöopathischen Therapie darf auf die Basispflege nicht verzichtet werden. Die Basispflege kann außerdem die symptomfreien Phasen verlängern.

Muss ich jetzt auf alles verzichten?

Nein natürlich nicht. Die Triggerfaktoren sind bei jedem unterschiedlich. Es muss nicht zwingend sein, dass Wollpullover Juckreiz oder Schübe auslösen. Insbesondere bei Lebensmitteln kann dies sehr verschieden sein und muss einfach probiert werden.

Welche Lebensmittel sollte ich auf jeden Fall meiden?

Zitrusfrüchte sind bei fast allen Neurodermitikern ein Triggerfaktor. Gleiches gilt für Lebensmittel, die einen hohen Histaminanteil aufweisen. Rotwein kann, muss aber kein Triggerfaktor sein. Ab und zu ein Gläschen ist dann in der Regel kein Problem.

Hier klicken, dann findest du alle Quellenangaben

Kantor, R. et al.: Association of atopic dermatitis with smoking: A systematic review and meta-analysis. In: Journal of the American Academy of Dermatology, 2016, 75(6): 1119-1125

Klinikum rechts der Isar der TU München, Abteilung Experimentelle Dermato-Immunologie (Letzter Abruf: 09.03.2017)

Klinikum rechts der Isar der TU München, Abteilung Klinisch-experimentelle Allergologie (Letzter Abruf: 09.03.2017)