Schuppenflechte gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Variationen. Heilbar ist Psoriasis bis heute noch nicht. In Absprache mit deinem Hautarzt schaffst du es aber, eine individuell auf dich abgestimmte Schuppenflechte Behandlung zu finden.

Das Ziel einer Schuppenflechte Behandlung ist es:

  • die Symptome deiner Erkrankung deutlich zu lindern,
  • die akuten Phasen der Schuppenflechte zu verkürzen und
  • neue Schübe der Psoriasis zu verhindern.

Im folgenden Artikel erklären wir dir, welche Möglichkeiten dir zur Behandlung deiner Psoriasis offenstehen.

Diagnose Schuppenflechte

Wenn der Arzt die Diagnose Psoriasis verkündet, sind vielen Menschen die Therapiemöglichkeiten nicht bekannt. Sehr schnell kommt die Frage auf: „Welche Schuppenflechte Behandlungen gibt es überhaupt?“

Bei der Behandlung von Psoriasis unterscheiden Mediziner grundsätzlich zwischen zwei Therapieformen:

Beide Therapieformen haben das Ziel, die Symptome deiner Erkrankung zu lindern.

Bei einer Lokaltherapie trägt der Patient die Wirkstoffe in Form von einer Creme, eines Gels, einer Lotion oder eines Shampoos auf die betroffenen Hautstellen auf.

Im Rahmen einer systemischen Therapie kommen Medikamente zum Einsatz, deren Inhaltsstoffe im ganzen Körper wirken.

Als Alternative zur klassischen systemischen Schuppenflechte Behandlung gibt es seit einigen Jahren sogenannte Biologika (engl. Biologicals). Dabei handelt es sich um gentechnisch hergestellte Wirkstoffe, die bestimmten körpereigenen Substanzen ähneln. Diese greifen direkt in den Entzündungsprozess der Haut ein und hemmen bestimmte Botenstoffe.

Schuppenflechte Behandlung: Lokaltherapie

Die sogenannte Lokaltherapie oder topische Therapie bildet das Grundgerüst einer jeden Schuppenflechte Behandlung. Sie gilt als Basistherapie und wird in der Regel bei allen Ausprägungen (Stärkegraden) der Psoriasis angewendet.

Die Lokaltherapie im Rahmen einer Schuppenflechte Behandlung ist auf die äußerliche Anwendung ausgelegt. Das bedeutet, dass hier vor allem Cremes, Gels, Lotionen und Shampoos verwendet werden, um die Symptome der Erkrankung zu reduzieren.

Im ersten Schritt ist es wichtig, die verdickten Hautstellen aufzuweichen und die Schuppen (Plaques) zu lösen. Damit ermöglicht man es den Wirkstoffen im Anschluss, überhaupt in die Haut zu gelangen. Salicylsäure- oder harnstoff- oder milchsäurehaltige Pflegepräparate eignen sich dafür besonders gut.

Wirkstoffe, die dir dein Arzt zur weiterführenden topischen Therapie der Psoriasis verschreibt, sind beispielsweise:

  • Kortison (Glukokortikosteroide),
  • Dithranol,
  • Vitamin-D3 und Vitamin-D3-Abkömmlinge und/oder
  • Teerpräparate.

Diese Wirkstoffe hemmen die Entzündung sowie die übermäßige Vermehrung der Hautzellen.

Die Wahl des geeigneten Wirkstoffs hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dein Hautarzt wird dir die Wirkungsweise und mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Cremes, Salben und Lotionen erklären und ein geeignetes Produkt auswählen.

Bei einer leichten Psoriasis reicht in vielen Fällen eine Lokaltherapie als alleinige Behandlungsform aus. Dein Hautarzt verschreibt dir individuell auf dich abgestimmte Präparate, die du auf die Haut aufträgst und so die Symptome deiner Erkrankung linderst.

Bei einer mittelschweren bis starken Psoriasis ist die Lokaltherapie ebenso Bestandteil einer ganzheitlichen Behandlung. Du solltest sie kontinuierlich weiterführen und nicht unterbrechen. Nur so bietest du deiner Haut eine optimale Pflege.

Ergänzend kommt in diesem Fall oftmals eine systemische Therapie hinzu.

Schuppenflechte Behandlung: Systemische Therapie

Bei einer schweren Verlaufsform der Psoriasis, oder wenn die Lokaltherapie nicht ausreichend Linderung schafft, kann dein Hautarzt dir eine systemische Therapie verordnen.

Hierbei erfolgt die Schuppenflechte Behandlung nicht von außen, sondern von innen. Dein Arzt verschreibt dir in diesem Fall Medikamente, die in Form von Tabletten, Spritzen oder Infusionen zum Einsatz kommen.

Seit einigen Jahren unterteilt man die systemische Therapie in zwei Formen:

  • klassische Therapie und
  • die Therapie mittels Biologika.

Klassische Therapieform

Um das Krankheitsbild zu verringern, werden dem Patienten Präparate verabreicht, die das Immunsystem unterdrücken. Die Unterdrückung hat das Ziel, die übermäßige Hautproduktion zu stoppen.

Gut bewährt haben sich in der klassischen Schuppenflechte Behandlung Medikamente mit den Wirkstoffen:

  • Methotrexat,
  • Ciclosporin und
  • Fumarsäureester.

Methotrexat (MTX) kommt häufig bei Psoriasis vulgaris und bei Menschen mit Psoriasis Arthritis zum Einsatz, d.h. bei denen die Psoriasis die Gelenke betrifft.

Wird das Immunsystem unterdrückt, hat dies aber einen großen Nachteil. Die Gefahr von Infektionen, wie beispielsweise Erkältungen, steigt deutlich an. Auch weitere Nebenwirkungen sind bei langfristiger Einnahme der Medikamente möglich. Eine systemische Schuppenflechte Behandlung sollte immer mit regelmäßigen Kontrollbesuchen bei deinem Arzt einhergehen.

Biologika

Die Wissenschaft macht zum Glück von Jahr zu Jahr immer weitere Fortschritte. Seit einigen Jahren setzen Mediziner sogenannte Biologika im Kampf gegen Schuppenflechte ein.

Biologika werden mithilfe von Gentechnik in lebenden Zellen hergestellt. Sie bestehen größtenteils aus Proteinen, die den körpereigenen Antikörpern des Menschen sehr ähnlich sind.

Biologika wirken sehr gezielt, indem sie

  • Entzündungsbotenstoffe hemmen,
  • direkt in Entzündungsprozesse eingreifen und/oder
  • ausgewählte Rezeptoren blockieren.

Die Erfolge durch den Einsatz von Biologika können sich sehen lassen: Betroffene erreichen bei dieser Form der Schuppenflechte Behandlung eine Linderung der Symptome von bis zu 75 Prozent. In einigen Fällen sogar bis zu 90 Prozent.

Zu den Biologika, die beispielsweise bei Psoriasis und Psoriasis Arthritis zum Einsatz kommen, zählen:

  • Adalimumab,
  • Etanercept,
  • Infliximab,
  • Certolizumab und
  • Ustekinumab.

In einigen Fällen ist es sogar empfehlenswert und sinnvoll, die Einnahme klassischer systemischer Medikamente und Biologika zu kombinieren. Dein Hautarzt kann dich hierzu ausführlich und individuell beraten.

Ergänzende Maßnahmen zur Schuppenflechte Behandlung

Die Möglichkeiten zur Behandlung deiner Psoriasis enden jedoch nicht mit der Lokaltherapie und der systemischen Therapie. Im Folgenden zeigen wir dir noch weitere Maßnahmen, die den Erfolg deiner Behandlung positiv unterstützen.

  • Lichttherapie (auch UV-Therapie oder Phototherapie genannt): Die Bestrahlung mit UV-Strahlen lindert Entzündungsprozesse und reduziert das übermäßige Wachstum der Hautzellen.
  • Lasertherapie: Der Arzt bestrahlt kleinere Psoriasis-Herde gezielt mit stark dosiertem Laserlicht. Die Strahlen wirken tief unter den Hautschichten entzündungshemmend.
  • Balneo-Phototherapie (auch Licht-Bade-Therapie genannt): Die Bestrahlung mittels UV-Licht wird dabei mit Bädern in Solebädern oder einer PUVA-Lösung kombiniert.
  • Klimatherapie: Sonnige Orte wie die Kanarischen Inseln oder das Tote Meer ermöglichen eine Lichttherapie mittels natürlicher Bestrahlung unter ärztlicher Überwachung.
  • Hausmittel: Neben der Therapie auf Basis von Medikamenten, können auch Hausmittel dir dabei helfen, die Symptome deiner Erkrankung zu lindern. Spezielle Bäder, reichhaltige Öle oder auch Kompressen und Wickel sind beispielsweise eine natürliche Hilfe gegen deinen Juckreiz.
  • Homöopathie: Die Vorgehensweise bei einer Behandlung mit homöopathischen Mitteln ist stets ganzheitlich. Die Homöopathie behandelt nicht nur die Symptome deiner Psoriasis, sondern geht den Ursachen auf den Grund. Hierbei kommen oftmals Globuli, Salben und Tropfen zum Einsatz.
  • Ernährung: Es gibt zahlreiche Lebensmittel, die die Entzündungsprozesse in deinem Körper entweder fördern oder dämpfen. Als Betroffener von Psoriasis muss dir dessen bewusst sein. Verschiedene Diätformen beispielsweise, können dir das Leben mit Schuppenflechte deutlich erleichtern.
  • Sport: Stress ist erwiesenermaßen ein Faktor, der Psoriasis-Schübe begünstigen und sogar auslösen kann. Sportliche Betätigung und insbesondere Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Yoga helfen dir dabei, Stress vorzubeugen und zu reduzieren.
  • Information und Austausch: Betroffene von Schuppenflechte leiden oftmals stark unter den sichtbaren Symptomen ihrer Erkrankung. Nicht selten führt das zu sozialer Isolation und Depressionen. Die Information über die eigene Krankheit und der Austausch mit anderen Betroffenen helfen vielen Patienten und machen zudem Mut für den Kampf gegen Psoriasis.

Deine Schuppenflechte ist einzigartig – deine Schuppenflechte Behandlung ebenso

Jede Schuppenflechte ist anders, in Hinsicht auf Ausprägung, Form und Symptome. Ebenso unterschiedlich ist auch die Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten.

Die Basis einer jeden Schuppenflechte Behandlung ist eine individuelle Basistherapie. Eine feuchtigkeitsspendende und entzündungshemmende Creme, Salbe oder Lotion darf in deinem Alltag mit Psoriasis nicht fehlen.

Sollten all die Cremes bei deiner Erkrankung nicht die gewünschte Linderung bringen, hilft ein Termin bei deinem Hautarzt. Gemeinsam wählt ihr die für dich passende systemische Therapieform aus.

Psoriasis ist bis dato nicht heilbar – die Medizin und Wissenschaft machen jedoch ständig weitere Fortschritte im Bereich Schuppenflechte Behandlung. Biologika sind dabei schon ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Wir sind gespannt auf deine persönlichen Erfahrungen. Welche Schuppenflechte Behandlung hilft dir am besten? Gerne kannst du dich auch bei Fragen an uns wenden – unsere Facebookgruppe ist dafür die ideale Anlaufstelle!

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Quellen:

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Mason AR., Mason J., Cork M., Dooley G., Hancock H. (2013): „Topical treatments for chronic plaque psoriasis.“ In: Cochrane Database Syst Rev 2013. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23543539. (Zugriff am 22.06.2019)

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Mrowietz U., Schmid-Ott G.: „Schuppenflechte: Was Sie schon immer über Psoriasis wissen wollten.“ S. Karger 2012.

Nast A., Gisondi P., Ormerod A.D., et al. (2015): „European S3‐Guidelines on the systemic treatment of psoriasis vulgaris – Update 2015 – Short version – EDF in cooperation with EADV and IPC.“ In: Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 2015; 29: 2277–2294. URL:  https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/jdv.13354. (Zugriff am 22.06.2019)

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